Großwallstadt in alten Ansichten Band 2

Großwallstadt in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Annemarie Markert
Gemeente
:   Großwallstadt
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6645-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Großwallstadt in alten Ansichten Band 2'

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Metzgerei Hohm

16 In diesem Haus Ecke Hauptstraße / Burgunderstraße mit der alten Hansnummer 1 38 befand sich früher die Metzgerei Hohm. Auf diesem Bild sieht man die Metzgerei, während das Schlachthaus in der Burgunderstraße war. Auf dem Bild, vor dem Haus, steht Anton Hohm mit einem Bub, der uns unbekannt ist. Aus dem Fenster oben links schaut Ludwig Hohm heraus und rechts Maria Hohm.

Die Metzgerei bestand über drei Generationen hinweg.

Der Metzgermeister Georg Hohm (1856-1940) wohnte mit seiner Frau Theresia geb. Kroth (1857 -1918) und seinen beiden Kindern Anton und Maria, die ledig blieb, in diesem Haus.

Anton (1882 -19 60) heiratere Katharina Scherer (18771926) und übernahm vom Vater das Geschäft. Sie hatten drei Kinder, Ludwig, Otto und Luitpold.

Ludwig (1911-1940) übernahm wiederum von seinem Vater die Metzgerei. Als er jedoch 1940 in Finnland fiel, wurde die Metzgerei geschlossen und der Laden als Friseursalon vorübergehend verpachtet und dann als Wohnung für den Eigenbedarf genutzt.

Alle Generationen befassten sich neben dem Metzgerhandwerk auch noch mit der Landwirtschaft und dem Weinbau.

Rudi, der Sohn Ludwigs, betreibt den Weinbau hauptberuflich und besitzt seit 1980 eine gutgehende Weinstube in der Burgunderstraße, die hauptsächlich von seiner Frau Margund und der gemeinsamen Tochter Susarme geführt wird. Geboten werden aus eigenem Anbau die Weißweine 'Müller-Thurgau' und 'Bacchus' sowie die Rotweine 'Portugieser'. 'Spätburgunder' und 'Dornfelder'.

Wo früher die Metzgerei war, befindet sich heute eine Probierstube.

DerWinzer Rudi Hohm konnte in den vergangenen 25 Iahren bei den fränkischen Weinprämierungen sehr gute Erfolge für sich verbuchen.

Schlachttag

17 Sensible Gemüter sollten sich bei dem Artikel zu diesem Bild darauf gefasst machen, dass jetzt eine Hausschlachtung beschrieben wird. Hausschlachtungen waren früher üblich und werden heute auf manchen Dörfern noch praktiziert. Geschlachtet wurde meist im Herbst, so dass das Fleisch im Winter schön kühl blieb, manches wurde auch eingekocht. In der Scheunen- oder Stallwand befand sich ein Eisenring, an dem das

Schwein, an dessen hinterem Bein ein Seil gebunden war, festgebunden wurde. Mit dem Schussapparat schoss man dem Schwein in die Stirn und stieß das Messer in die Halsschlagader, um das Blut abzulassen, das in ein Gefàß lief. Dort wurde es 5-10 Minuten lang ununterbrochen gerührt, um Gerinnung zu vermeiden. In einer großen Wanne wurde das Schwein gebrüht und geputzt. Dann legte man es auf einen Schrachen (Tisch) und entfernte mit der Glocke (Schaber) die Borsten. Danach wurde es am Seil hochgezogen, an einem in der Wand befindlichen Ring befestigt und nochmals mit Wasser abgespritzt und aufgeschnitten. Därme und Eingeweide wurden entnommen, Fleisch in Stücken abgeschnitten und im Kessel gekocht. Den Kopf schnitt man als letztes ab. Es wurden Würstchen und Wurst mit Hilfe einesTeiles des gekochten Fleisches und Gewürzzutaten sowie mit dem Blut

vermischt, zubereitet, von denen auch Nachbarn und Freunde profitierten, in Därme und Dosen gefüllt und nach getaner Arbeit das im Kessel gekochte 'Kesselfleisch' von den an der Schlachtung Beteiligten mit viel Genuss verspeist. Auch konnte man jetzt eine schmackhafte Wurstsuppe essen. Die Därme (Wurst) mußten nochmals 2-3 Stunden kochen. Es waren dann die Blutwurst und der Schwartemagen. Teils bewahrte man rohes gesalzenes Fleisch auch einfach im Kühlen auf. So schlachtete zum Beispiel der Metzger Eduard Köhler ein Schwein bei der Familie Rittger, die früher Hinterm Turm 2 wohnte. Dieses Bild hier zeigt die Beteiligten der Hausschlachtung von links nach rechts: Kurt Rittger, mit seiner Familie wohnhaft gewesen in Ringheim und 1979 verstorben; daneben Eduard Köhler. Daneben das Ehepaar Ottilie und Fritz Rittger. Fritz Rittger verstarb 1972, seine Frau drei Iahre später. Ganz rechts der Bub ist Walter Rittger, der heute noch mit seiner Familie in Niedernberg lebt. Die Rittgers hatten vier Buben. Die beiden hier nicht auf dem Bild aufgenommenen Buben waren Paul und Edgar. Paul lebt heute in einem Altersheim in Wörth, während Edgar in dem vom Vater 1954 neu erbauten Haus (nachdem er das Haus Hinterm Turm verkauft hatte) in der Obernburger Straße 41 in Großwallstadt mit seiner Familie lebt.

Omnibus- Vogel

18 Dieses Bild zeigt einen alten Omnibus aus den fünfziger Iahren mit dem amtlichen Kennzeichen

AB 88 5518.Wer jetzt glaubt, das AB heißeAschaffenburg, irrt. Es bedeutet nämlich: Amerikanische Zone Bayern. Am 12. November 1928 stand in der Aschaffenburger Zeitung geschrieben, es sei eine regelmäßige Autoverbindung zwischenAschaffenburg und Großwallstadt geplant. Dieser Plan wurde auch in die Tat umgesetzt und so stand ein großer Omnibus der Marke NAG Protos, der dreißig Mitreisenden Platz bot, zur Verfügung. Dies war die Geburtsstunde des Omnibus-Unternehmens Karl Vogel. Einige Tage später war zu lesen, die Reichspost sieht, dass sich das Unternehmen lohne und man setze nun alle Hebel in Bewegung, die Strecke Aschaffenburg-Großwallstadt selbst in die Hand zu bekommen. Kar! Vogel, 1926 aus Mömlingen zugezogen und von BerufMaschinenschlosser, hielt trotz aller behördlichen und finanziellen Schwierigkeiten an seinem gefassten Entschluss fest und führte das Omnibus-Unternehmen im Linien- und Ausflugsverkehr von 1928 bis 1939 in der Schmalzgasse neben dem Gasthaus Adler- wenn auch in sehr beengten Verhältnissen - zu einem beachtlichen Verkehrsunternehmen, dem ersten im damaligen Landkreis Obernburg. Seine Idee war auch deshalb besonders zündend, weil

Großwallstadt an keiner Eisenbahnlinie lag, Großwallstadt jedoch vielen Heimschneidern ein Zuhause gab, die mindestens zweimal wöchentlich ihre fertigen Produkte in eine Aschaffenburger Kleiderfabrik liefern mussten. Der 1930 initiierte Ausflugsverkehr brachte ebenfalls gute Einnahmen. Bereits Anfang des Zweiten Weltkriegs, Ende August 1939, wurde Karl Vogel zum Militärdienst eingezogen, kurze Zeit später auch seine Omnibusse, so dass das Unternehmen während des Krieges eingestellt werden musste. Während des Krieges verstarb Karl Vogels Frau Angela und hinterließ zwei unmündige Kinder. Er heiratete ein zweites Mal, verstarb jedoch 1948 in einem russischen Kriegsgefangenenlager.

Bereits 1948 gelang es seiner zweiten Frau Emilie nach langwierigen Verhandlungen mit den Behörden, den letzten Omnibus, der in Aschaffenburg noch bei der Bundespost eingesetzt war, freizubekommen. Sie eröffnete damit den Linienverkehr Großwallstadt-Niedernberg-Aschaffenburg. Als langjähriger Omnibusfahrer arbeitete Karl Kern am Wiederaufbau des Unternehmens mit. Als nach 1952 die große Reisewelle einsetzte, war das OmnibusUnternehmen Vogel trotz schwieriger Finanzierungen für neue und moderne Reisebusse den neuen Anforderungen gewachsen.

Nochmals Omnibus-Unternehmen Vogel

19 Karl Vogels Sohn Rudi (Rudolf) bekam bereits mit 20 Iahren nach gut bestandener Prüfung eine Ausnahmegenehmigung als Busfahrer und wurde Mitinhaber der Firma.

Nach demTod desVaters und der Eheschließung mit Emilie geborene Köhler wurden sie alleinige Inhaber. Dieses Foto zeigt das frühere Unternehmen mitTankstelle in der Schmalzgasse. An den Bus gelehnt RudolfVogel, links den Bauunternehmer JosefMarkert und daneben den Chauffeur Kurt Pollack, auch 'Berliner' oder 'Igge' genannt.

1968 entschloß sich Rudi, das Unternehmen auf einem neu erworbenen Grundstück neben dem Sportplatz zu vergrößern und zu modernisieren.

Der Neubau wurde am 2. August 1969 seiner Bestimmung übergeben. Der Firma standen nunmehr eineTankstelle mitVerkaufsraum und Waschanlage sowie Großgaragen für die Busse und ein Wohnhaus zur Verfügung. Leider währte das Glück im neuen Heim nicht lange: Am

3. Dezember 1972 stürzten die Eheleute Rudolf und Emilie Vogel bei einem Flugzeugunglück überTeneriffa mit

1 SS anderen Fluggästen in den Tod. Sie hinterließen fünf unmündige Kinder. Ein Schock nicht nur für die Familie und Freunde, sondern für ganz Großwallstadt!

Emilie Vogel, die Oma der Kinder, krempelte die Ärmel hoch, übernahm unter der Vormundschaft von Bürgermeister Walter Vogel und mit Hilfe der ganzen Verwandtschaft die Erziehung der Kinder und leitete, wie schon 1948, erneut das Unternehmen.

1982 übernahmen Kar! und KlausVogel, die Söhne Rudi Vogels, die Leitung des Unternehmens und integrierten noch einen Kfz-Meisterbetrieb und eine Unfallinstandsetzung.

Alle Höhen und Tiefen hat das Omnibus-Unternehmen Vogel mit Zähigkeit, Ausdauer und Fleiß überstanden und es gebührt dieser beachtlichen Leistung große Bewunderung.

Geschäftshaus in der Kirchgasse

20 Hier geht es um die Geschäftsleute Familie Gehlert. Das Lebensmittelgeschäft in diesem Haus wurde von der ledigen Anna Gehlert bis 1930 geführt.

Es handelt sich hier um ein Doppelhaus. Die linke Seite Ecke Kirchgasse/Turmgasse wurde von Adam Markert bewohnt. Und auch das in Großwallstadt bekannte 'Zillschen' wohnte dort. 1930, nach dem Tod von Anna Gehlert, übernahm Otto, der auch Landwirt war, gemeinsam mit seiner Frau Appolonia (Appolonschao) geborene Fischer das Geschäft. Otto starb bereits 1939 und seine kinderlose Frau, die inzwischen Melanie, das Kind von Klara und Leopold Fischer, zu sich genommen hatte, führte das Geschäft weiter.

Ludwig Gehlert, der Enkel von Georg Adam, hätte dieses Geschäft gerne gehabt, doch das Appolonschao sah ihre Lebensaufgabe darin und gab es nicht ab.

So baute sich 1948 Ludwig Gehlert in derTurmgasse ein

neues Haus, das Haushaltswaren und eine Spenglerei beinhaltete.

Dieses Foto hier zeigt das heute nicht mehr existierende Haus, in dem Anna Gehlert ihr Ladengeschäft als erste hatte.

Von links sind zu sehen: Das Kind Elise Gehlert, die später einen Mann namens Weitz aus Kleinwallstadt heiratete, Georg Adam Gehlert, Emanuel Faust, Katharina Gehlert, Anna Gehlert und Otto Gehlert. Der Mann am Fenster ist Adam Markert. Das Eckhaus steht heute noch.

Als Appolonia 1948 starb, übernahm die mit Franz Seitz verheiratete Melanie das Geschäft. Doch 1 955 wurde das ganze Haus mitsamt dem Geschäft abgerissen. Alles wurde wieder neu aufgebaut und von der Familie Seitz der neue Lebensmittelladen betrieben, bis er vor ein paar Iahren verpachtet wurde. Heute befindet sich darin ein Geschäft, in dem Geschenkartikel verkauft werden.

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