Großwallstadt in alten Ansichten Band 2

Großwallstadt in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Annemarie Markert
Gemeente
:   Großwallstadt
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6645-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Großwallstadt in alten Ansichten Band 2'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Gasthans 'Frànkischer Hof'

261mjahre 1840 kaufte die Familie Köhler das Gasthaus 'Zum Engel' in der Engelgasse und gründete dort auch eine Brauerei. Im Felsenkelier Drischbach, ein Keller, der direkt in den Felsen gebaut war, lagerte Jakob Köhler sein Bier und auch das Eis, das er im Winter aus den zugefrorenen Maolaggao holte. Es gab noch keine Kühlschränke und so mussten sein Bier und alle anderen Getränke und kühlzuhaltenden Waren durch Eis gekühlt werden.

Die Ersten, die einen 'Eisschrank' besaßen, ließen sich das Eis auf einem Pferdewagen mit zwei dieken Brauereigäulen davorgespannt nach Hause liefern, wo es in den Eisschrank gehieft wurde, um Lebensmittel frisch zu halten. Die Köhlers mussten zum Beispiel auch die selbst hergestellte Limonade, deren Herstellungsrezept sich Herr Köhler unter dem Namen 'Siarnol' hatte patentieren lassen und die hauptsächlich ausWaldfrüchten, wie Brombeeren, Walderdbeeren, Heidelbeeren ete. bestand, im Felsenkeller durch das Eis kühl halten.

1890 verkauften die Köhlers dieses Gasthaus aufgrund des immer wiederkehrenden Hochwassers und zogen in das neuerbaute Haus, das Sie hier auf diesem Foto sehen, um.

Er nannte sein Gasthaus nun 'Fränkischer Hof' . Es steht

heute noch wie damals in der Mömlinger Straße, wo es nach Jakob Köhlers Tod von dessen Sohn Eduard mitsamt dem Brauhaus übernommen wurde. Da Eduard von BerufMetzger war, eröffnete er 1933 neben der Gaststätte eine Metzgerei. In dem stattlichen Anwesen befand sich auch eine Kelterei, in die die Dorfbewohner, die Obst besaßen, ihr Obst zum Saft- oder Apfelwein-Keltern brachten.

Der älteste Sohn der Köhlers, josef lernte die Brauerei von der Pike auf und heiratete als gestandener Braurneister in eine Bamberger Brauerei ein. 1920 wurde die Brauerei in Großwallstadt dann aufgelöst.

Die Tochter heiratete einen Mann aus Karlstadt und zog mit ihm dorthin.

Eduard hatte drei Töchter. Rita, eine derTöchter, übernahm zusammen mit ihrem Mann Engelbert Glaab 1960 den Fränkischen Hof und die Metzgerei und bauten gleichzeitig um.

Hinter der Gaststätte befand sich damals imAnbau die Brauerei und ganz hinten eine Scheune. Heute ist das alles nicht mehr vorhanden, es ist alles neu und modernisiert, so dass der Sohn von Rita und Engelbert Glaab sich hauptsächlich um die Gaststätte und die Metzgerei kümmert, die im Familienbesitz weiterbesteht.

Gasthaus 'Zum Anker'

27 'Gegessen und getrunken wird immer' sagt der Volksmund. Das nahm sich Alois Scherer zu Herzen und übernahm als Braumeister mit seiner Frau Agathe den 17 SS erbauten 'Anker'. In einem separaten Haus hinter der Gaststätte war 1852 noch eine Brauerei dazugekommen.

Auf diesem Foto gut zu sehen sind die vor dem Anker gelagerten Holzfässer, die schon längst das Zeitliche gesegnet haben, denn seit langem benutzt man nur noch Leichtrnetallfásser. Wohl dem, der alte Bierflaschen sammelt, denn die 'Anker-Bierflasche' aus dem [ahre 1852, dem Eröffnungsjahr, das auf das Etikett gedruckt war, dürfte heute viel wert sein!

Der Eiskeller der Anker-Brauerei befand sich auf dem Schauderberg, der nicht mehr existiert, weil er dem Wohngebiet 'Fährgasse' weichen musste. Auf dem frûheren Eiskeller steht heute das Haus der Familie Peter Scherer.

Iosef der Sohn von Alois Scherer, lernte das Schlosserhandwerk. Als Gesellenstück fertigte er das Emblem an der Gaststätte, das man auf dem Bild links oben erkennt. Es zeigt einen Anker und die Inschrift 'Iosef Scherer'. Er wusste, dass es seinem Vater wichtig war, dass sein Sohn den elterlichen Betrieb übernimmt. Deshalb lernte er

auch noch das Bierbrauen, bekam ein Diplom als Diplom-Braumeister in Weihenstephan und übernahm mit seiner Frau im Iahre 1949 den' Anker'.

Während des Zweiten Weltkrieges wohnten Alois und Agathe Scherer im Haus, in dem sich auch die Gaststätte befand, doch es wurden Flüchtlinge einquartiert, so dass der Sohn Iosef zehn Iahre lang in der Engelgasse bei Severin Geis wohnte.

1956 schloß man die Brauerei und so schenkte man den Gästen, vor allem den Fußballern, die schon im Gründungsjahr 1925 dieses Lokal alsVereinsheim gewählt hatten, Erbacher Bier aus.

Durch Krankheit des Vaters Iosef übernahm von 1 970 bis 1976 zusammen mit ihrer Mutter Angela die Tochter Christel, verheiratete Bauer, den Anker. Nach dem Tod der Mutter im Iahre 1976 verpachtete dieTochter die Gaststätte. Ein Iahr spater verstarb auch der Vater.

Im jahre 1999 wurde der gesamte Besitz abgerissen und auf diesem Grund und Boden ein neues Wohnhaus erstellt.

Gaststatte 'Zur Rose'

28 Das gesellige Beisammensein in den Dörfern wurde immer sehr gepflegt - auch heute noch. Deshalb gab es auch immer wieder Familien, die sich damit befassten, Gasthäuser zu übernehmen. 1847 wurde dieses Gasthaus erbaut. Als 1862 das etwa vierhundert Iahre alte Schloss (heute: Reichardtshäuser Hof) abgerissen wurde, übernahm man davon den aus dem Iahre 1567 stammenden Steinkamin und mauerte ihn am Eingang zur Gartenwirtschaft und Kegelbahn 'Zur Rose' ein. Der auf dem Kamin eingemeißelte Spruch lautete: 'Gedenke meiner zum Besten, ein seliges Ende am letzten.' Als 1960 die 'Rose' urngebaut wurde, erwarb Lui Eppigs Sohn den Kamin. Seit 1972 ist dieser Kamin im Schlossmuseum Aschaffenburg zu bewundern. Die Familien Hollerbach und Gundlach waren gemeinsame Besitzer des Gasthauses 'Zur Rose', mussten es jedoch 1903 versteigern. Links neben dem Hoftor sehen Sie hier auf dem Foto den Eingang zur Gaststätte. Daneben befand sich ein Geschäft, in dem Lebensmittel und Eisenwaren verkauft wurden. Daneben in dem kleinen Bau befanden sich die Kegelbahn und die Gartenwirtschaft. Das alte Feuerwehrhaus und das alte Rathaus sind hier auch zu sehen. 1903 ersteigerten das Ehepaar Karl und Maria Klug die Gaststätte, das Geschäft und den Anbau und von da ab blieb es im Familienbesitz,

denn die Klugs hatten zwei Söhne und zwei Töchter (Alois, geb. 1904, Richard, geb. 1908, Liesel verh. Fecher, geb. 191 0, und Berta, geb. 1912, verheiratete Deckelmann). Während des Zweiten Weltkrieges diente die Gaststätte als Nähschule für die katholischen Schwestern. Überliefert ist auch, dass an Fronleichnam immer ein Konzert in der 'Rose' stattfand. Nach dem Tod des Vaters übernahm 1945 der Sohn Alois die Gaststätte, schloss sie jedoch 1951 wieder und verkaufte die Kegelbahn und die Gartenwirtschaft 1 958 an Helmut Faust. Den Kolani al- und Eisenwarenladen führte die Tochter Liesel, später gemeinsam mit ihrem Mann Ludwig Fecher. Liesel vergrößerte das Geschäft und baute dabei die Gaststätte um und deren Tochter Irene baute mit ihrem Mann August Huhn 1966 noch einmal um. 1983 hatte sich die Familie Huhn zum Abriss des gesamten Anwesens entschlossen und baute ein ganz neues Geschäftshaus auf. lrgendwann entschlossen sie sich, aus Großwallstadt wegzuziehen und verpachteten alles. Richard, der zweite Sohn Karl Klugs, arbeitete als Bäcker in Aschaffenburg und befasste sich mit der Brieftaubenzucht. Auf dem Dach über der Gaststätte befand sich, wie man auf dem Foto erkennen kann, sein Taubenschlag. Die Tochter Berta war Hausfrau und lebt heute noch in Großwallstadt.

Der Kinkelsgarten

291m Iahre 1945 zog Hans Kinkel nach Großwallstadt und pachtete hier direkt am Main in der Flurabteilung 'Am hohen Ufer' ein Grundstück, auf dem 1926-192 7 einmal erfolglos nach Öl gebohrt worden war, und verwöhnte die Dorfbewohner mit einem duftenden Meer von Blumen. Er züchtete hauptsächlich Gladiolen und Dahlien (Georginen).Aus Liebe zu seiner Frau gab er einer Neuzüchtung von dunkelroten Gladiolen ihren Namen 'Käthe Kinkel'. Auch Sträucher und Staudengewächse konnte man bei ihm erwerben.

Anläßlich des Volks- und Heimatfestes veröffentlichte am 22. Juli 1950 der Obernburger Bote folgende von Hans Kinkel verfasste Anzeige:

Gladiolen in reicher Sortenauswahl, Staudengewächse aller Art, Gestaltung von gärtnerischen Anlagen Hans Kinkel

Blumenzucht und Gartengestalter

Neben diesem Garten nahe dem Main bewirtschaftete Hans Kinkel noch einen Garten nahe dem Friedhof. Dort

wuchsen überwiegend Schwertlilien (Iris) und Chrysanthemen. Jedes Iahr im Herbst organisierte er in der Volkshalle eine Blumenschau, in der er seine Blumen ausstellte.

Obwohl er kein Gebürtiger war, war er mit den Großwällstern so eng verbunden, dass er für sie sogar ein 'Lied an Großwallstadt' komponierte und textete. Dieses schöne Lied steht in unserem Heimatbuch.

Auf diesem Bild, das ein Gladiolenbeet zeigt, stehen von links nach rechts: Hans Kinkel, Edeltraut Hagenbucher geb. Markert, Iuliana, Ehefrau des von 1945 bis 1956 amtierenden Bürgermeisters Konrad Markert; die Kinder Edgar Markert und Roswitha Röhling, Bürgermeister Konrad Markert und Eva Otto, Schwester von Iuliana,

Der im Hintergrund stehende Starkstrommast steht heute noch - das Pendant dazu steht in gleicher Höhe am Main in Kleinwallstadt.

1966 wurde Hans Kinkel in Großwallstadt begraben. Auf dem ehemaligen Kinkelsgarten befindet sich heute das Wohnhaus von Toni Pilzweger.

Die Familien Klug und Sam

30 Familie Klug (Kluche-Bauers) und Familie Sam waren Nachbarn. Sie wohnten in der Engelgasse, beide Häuser waren durch eine Torhal1e verbunden und im Hof befand sich ein Ziehbrunnen, aus dem sich beide Familien ihr Wasser holten.

Viel früher, lange bevor sie eingezogen waren, um 1740-1750, befand sich dort eine Gaststätte, die damals den Namen 'Zum Engel' trug. Über der Torhal1e war der Tanzsaal.

1755 erhielt das Gasthaus am Main auch den Namen 'Zum Engel' , damit erlosch dann das Gasthaus in der Engelgasse.

In der Scheune der Familie Klug befand sich einmal eine Ölmühle - die Scheune fiel im [ahre 1893 den Flammen zum Opfer.

Auf diesem Foto sehen wir die beiden Familien bei der Feldarbeit.

Auf dem ersten Foto wurde gerade Roggen gemäht und zwar von folgenden Dorfbewohnern, von links nach

rechts: Berta Faust, Greta Klug, Karl Faust, Alois undAnna Klug, Iohann Faust und Therese Klug.

Auf der Mähmaschine sitzen Alois Faust und Ludwig Grünewald. Er war einAschaffenburger und ein Bekannter der Familie Klug.

Auf dem anderen Bild wird Mist gestreut, oder wie man bei uns sagt 'Mist braan'. Zu sehen sind von links: Anna und Greta Klug, hinten am Pflug Alois Klug.

Alois undAnna Klug hatten drei Töchter: Greta, Therese undAnni.

Alexander und Margarethe Sam hatten vier Söhne und zwei Töchter: Iosef Eugen, Willi, Alois, Anna und Elisabeth.

Im Haus der Familie Sam wohnt heute Erich Völker mit seiner Familie.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2020 Uitgeverij Europese Bibliotheek