Großwallstadt in alten Ansichten Band 2

Großwallstadt in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Annemarie Markert
Gemeente
:   Großwallstadt
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6645-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Großwallstadt in alten Ansichten Band 2'

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Hühner auf dem Bauernhof

31 So sahen früher die Höfe bei den Bauersleuten aus. Wenn kein 'Hingelspäsch' vorhanden war, liefen die Hûhner im Hof herum oder besuchten ihre Bauersleut auch mal in der Küche. Denn Tiere, die Nutzen brachten, wurden fast wie Familienmitglieder behandelt. Meist wurde jedoch ein Stück Garten als 'Hingelspäsch' eingezäunt, so dass die Hûhner ihrenAuslaufhatten. Noch vor dreißig Iahren hatte jeder Bauernhof auch seinen Misthaufen.

Auch die Frauen arbeiteten Tag fürTag auf dem Feld, mussten jedoch zusätzlich ihre Familien häuslich versorgen. Oft wurde 'Wecksernmedao' gekocht. Mit Kompott oder 'Oijgemaochtem' schmeckte es gut und nahm der Hausfrau nicht so sehr viel Zeit weg.

Hier das Rezept: Trockene Brötchen werden in Milch oder Wasser eingeweicht, danach ausgedrückt und zerhackt. Darauf streut man Zucker und Zimt und gibt noch ein Ei dazu. Alles wird verrührt und in Butter oder Margarine in der pfanne gebacken.

Bei der Recherche zu diesem Buch erzählte man mir die schier unglaubliche Geschichte, dass früher ein Kranker, der die 'Hltzigkrankheit' (Grippe) hatte, nichts trinken durfte, weil man Angst hatte, er würde daran sterben. Ein krankes Mädchen meinte, es sei schließlich egal, wenn sie auch stürbe, könne sie auch Wasser trinken. Sie ließ sich nichts verbieten und genas nach dem Trinken, während andere Patienten, die nichts tranken, an der Krankheit verstarben.

'Dä Schpäsch's J aog'

32 Der Jaag (JosefSpecht), den wir hier vor dem Misthaufen in seinem Hof sehen (früher gab es anstelle der heutigen Mülltonnen überall Misthaufen) war ein Großwällster Original. Unverheiratet, aber sehr hilfsbereit, sind etliche gute Taten von ihm überliefert: Für viele Großwallstädter Bürger spaltete er das Holz, das ihnen im Wald zugeteilt worden war, er war Feuerwehrmann, trug bei der Fronleichnamsprozession den 'Hirnmel' und reparierte die Iauchepumpen der Bauern. Er war vor allem auch dem Ebbelwoi nicht abhold, den er im Keller des Reichardshäuser Hofes lagerte. So sah man ihn öfters am Tag von der Frühlingsstraße in die Kirchgasse gehen, wo er sich einen 2-31 fassenden Krug Ebbelwoi (Apfelwein) holte.

Unterhielt er sich mit Leuten, so sagte er oft 'Hoste Kopp?', was soviel heißen sollte wie 'Hast Du mich verstanden?'

Eine wahre Begebenheit sei hier von ihm erzählt:

Als er wieder einmal bei Leuten war, denen er das Holz spaltete, bekam er zum Löschen seines Durstes einen Krug frischen und kühlen Eppelwoi. Er freute sich sehr darüber und sagte: 'So trink ich den Eppelwoi am liebsten.' Dann arbeitete er weiter und er bediente sich weiter an dem Labsal, bis der Krug leer war und er um einen neuen Krug voll Ebbelwoi bat. Die spitzfindige Hausfrau, die nicht so viel von dem edlen Gesöff hergeben wollte, wärmte den Ebbelwoi kurz auf dem Herd an in der Hoffnung, Jaag würde jetzt nicht mehr so viel trinken wollen. Doch sie hatte Pech, denn Jaag meinte: 'Und so trink ich den Ebbelwoi noch lieber' .

Der Vater von Jaag und sein Bruder Ambros hatten in der Frühlingsstraße eine Schmiede. Ambros, Jaogs Bruder, war verheiratet. Seine Nachkommen leben heute noch in der Frühlingsstraße 6.

Das rote Eck

33 Barbara Schnabel, geborene Schadt, hatte gemeinsam mit ihren Geschwistern von den Eltern ein Haus geerbt, das an der 'oberen Pforte' stand und 1929 abgerissen wurde.

Linus Schnabel und seine Frau Barbara rissen das Haus ab und bauten auf diesem Grund ein neues. Das Haus steht in der Obernburger Straße, damals noch mit der HausNr. 1 18. Die Hausecke, die hier auf dem Foto abgebildet ist (mit Linus Schnabel, dem Hauseigentümer) nannte man' das rote Eck', wobei das wohl politisch gemeint war, denn dort trafen sich zum politischen Plausch in der Abendstunde in geselliger Runde Linus Schnabel, sein Bruder Karl, Gustav Gunther, der Metzgermeister Karl Sam, der Schnabels Bastian, der Büchlers Seppl aus der Hintergasse, der Seuferts Bernhard aus der Ankergasse,

der Schadts [ohann und der Seuberts Hans aus der Obernburger Straße sowie Bruno Köhler, der von 1956 bis 1963 amtierender Bürgermeister von Großwallstadt war.

Linus'Vater, Wolfgang Schnabel (1861 bis 1925), war damals der Flurhüter des Ortes. Man sprach im Ort nur von 'Wolfgangs' , dann wusste schon jeder, dass es sich dabei um die Familie Schnabel, später auch um deren Nachkommen, handelte.

Linus und Barbara Schnabellebten in dem neuen Haus mit ihren Kindern Fridolin, Maria, Wilhelmine, Herbert undHugo.

Heute wird das Haus von Marias Tochter Barbara Hartig und deren Familie bewohnt.

Das Gemeinde-Wohnhaus

34 U ngefáhr 1 958 muss diese Aufnahme entstanden sein. Es zeigt das Gemeinde-Wohnhaus Ecke Obernburger Straße / Odenwaldstraße und davor die Kinder Iosef Riehemann und Herbert Schmitt, die schräg gegenüber wohnten, mit ihrem Schlitten.

Dieses gemeindeeigene Wohnhaus diente als Armenhaus und auch dahinter stand in der OdenwaldstraBe noch ein Haus, das demselben Zweck diente. Beide Häuser erwarb der Nachbar Andreas Scherer Anfang der sechziger Iahre. Da in dieser Zeit der eigentliche Zweck nicht mehr gegeben war, lieB er beide Häuser abreiBen und ein Lager für landwirtschaftliche Artikel bauen.

In dem hier abgebildeten Haus Nr. 130 wohnten Karl Krausmann und seine Frau Dorothea (auch Daodee oder Daotschao genannt) sowie die Kinder Richard, Elisabeth, Herbert, Wilfried, Theresia und Aloisia.

Lästermäuler erzählen sich folgende Geschichte:

Daodee hatte ihre bereits fertiggestellte Wurstsuppe in der Küche gesucht und nicht mehr gefunden. Als sie ihren Karl danach fragte, antwortete er in seiner gewohnt ruhigen und friedvollen Art: 'Vorhin habe ich eine Schûssel mit Geschirrspülwasser auf den Mist geschüttet, ich wusste nicht, dass das deine Suppe war.'

Radfahrer- Verein 'Concordia'

35 Vor dem Haus der Lucie Schadt (Pilzweger) in der Obernburger Straße wurde dieses Bild mit Mitgliedern des Radfahrer-Vereins aufgenommen.

Die Idee, solch einen Verein zu gründen, hatten einige Mitglieder des katholischen Burschenvereins '[ugendbund'. Am 31. Mai 1923 fand im Gasthaus 'Zum Ochsen' eine Versammlung dieses Vereins unter Vorsitz von Konrad Suffel statt. Es traten folgende Mitglieder der an diesem Tag gegründeten Radfahr-Abteilung bei:

IosefWüst, Otto Völker, JosefKroth, Ernst Markert, Josef Geis, [osef Hartlaub, ErnstWildner, Karl Fecher, Richard Kunkel, Konrad Suffel, Valtin Schnabel, Wilhelm Horn, Wilhelm Schmitt, Anton Krämer, Franz Faust, und Iohann Schadt.

In der nächsten Sitzung, am 11. Juni 1923, wurde Otto Völker zum Schriftführer und Kassier gewählt, Iosef Geis zum ersten Fahrwart.

DerVerein, der sich den Namen 'Concordia' gegeben hatte, startete am 7. Juni 1924 das erste Bezirksfest. Am 30. August 193 1 wurde hier in Großwallstadt die erste

Gau-Meisterschaft ausgetragen. 1936 kam derVerein zum Erliegen, wurde jedoch 1 95 1 als selbständiger Verein wieder fortgeführt. Vorstand war JosefEppig, Ehrenvorstand Josef Kroth.

1952 fand das dreißigjährige Stiftungsfest statt. Am 6., 7. und 8. Juli 1957 fand unter dem Vorstand Leo Rachor ein Werbefest statt. Die Großwallstädter Radler waren in und um den eigenen Ort sehr rege und aktiv, plazierten sich oft und gut und holten etliche Preise in ihren Heimatort. 1959 zählte die R.Y. Concordia siebzig Mitglieder.

Im Juni 1 960 wurde noch einmal ein Radsport - Werbefest gefeiert und im Juni 1964 ein Bezirksfest.

Der Radrennfahrer Rainer Ottenbreit wurde viermal Bezirksmeister. Außerdem errang er den ersten Platz beim großen Straßenpreis in Wiesbaden. Das 50-jährige Iubiläum wurde im Mai 1973 gefeiert.

Aufgrund mangelnden Interesses und schwindender Mitgliederzahlen wurde derVerein in der am 11. Dezember 1980 im 'Anker' stattgefundenen Generalversammlung aufgelöst.

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