Hachenburg in alten Ansichten

Hachenburg in alten Ansichten

Auteur
:   Hermann Josef Roth
Gemeente
:   Hachenburg
Provincie
:   Rheinland-Pfalz
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-0155-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Hachenburg in alten Ansichten'

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59. Der Anlaß, der diesen Menschen zu ihrem fröhlichen Umtrunk veranlaßt hat, ist leider nicht festzustellen gewesen. Aus ihrer Runde sind bekannt Herr Wilhelm Wirth (vorne) und Marianne Koch, die besser bekannt ist unter dem Namen 'Schippersch Mary'.

60. Kaum aus dem Gedächtnis auszulöschen sind bestimmte Originale, die in alter Zeit einfach zum Stadtbild gehörten. Sie erwiesen sich oft langlebiger im Gedächtnis späterer Zeiten als manche Honoratioren und Prominente von damals. Zu diesen unvergeßlichen Gestalten gehört Herr Finkier aus Alpenrod, von den Hachenburgern nur 'Ärsch-Knuppen' genannt. Ein Wohltäter scheint ihm diese Ablichtung ermöglicht zu haben. In merkwürdigem Kontrast steht der Hintergrund des Ateliers zu dem zerzausten Bauernkittel, dem geknoteten Halstuch und den ausgebeulten Hosen.

61. Vom 'Christinchen aus Pfuhl' wissen die älteren Hachenburger noch heute zu berichten. Ihr Porträt dürfte es wohl auch sein, daß hier in einer Aufnahme von W. Richter vorliegt. Das 'Christinchen' hauste in Pfuhl in einem winzigen Gemach über dem Backes, das nur über eine Leiter zu erreichen war. Sie kam nach Hachenburg, um dort Schnürsenkel zu verkaufen.

62. Ein Tippelbruder, wie man heute wohl sagen würde, der in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts regelmäßig in Hachenburg aufkreuzte, war der 'Burschenjacob'. Eigentlich hieß er Jacob Müller. Und wie das oft so geht:

Während bei mancher damaligen Prominenz die Lebensdaten nur noch mühsam aus Archiven zu ermitteln sind, waren sie beim Burschenjacob auf Anhieb verfügbar, Er wurde am 30. Oktober 1819 in Norken geboren und starb dort am 22. Oktober 1896. So präzise hat sich der durstige Gesell dem Gedächtnis der Hachenburger eingeprägt!

63. Umso schwieriger ist es, die Identität dieses Rauchers aus dem Jahre 1898 zu klären, Das Bild hängt im Hachenburger Museum, ohne daß jemand genau wüßte, warum. Es wurde die Vermutung geäußert, daß es sich um jenen Dormann handelt, der die eine Hälfte jenes Doppelhauses am Markt bewohnte, das später ganz in den Besitz der Familie Winter überging, Wie dem auch sei, Posen und Kleidung des Herren Louis Dormann samt dem ateliergemäßen Hintergrund machen das Bildnis zu einem köstlichen Zeugnis alter Fotografie - nicht nur für Hachenburg.

64. Diese Ansichtskarte hält das Innere der evangelischen Stadtkirche fest, wie es den älteren Hachenburgern noch vertraut ist. So sehr die Renovierung des Innenraumes, wie sie heute bewundert werden kann, dem frühklassizistisch wirkenden Raumcharakter besser gerecht wird als die ältere Ausmalung, so wird letztere durch die Gefühlswerte der Erinnerung an festliche oder traurige Tage aufgewertet. Nur so sollte also die Wiedergabe der alten Ansichtskarte an dieser Stelle verstanden werden!

65. Dieses prächtige Tor aus der Steinstraße ist längst abgebrochen. Herr Glaser, der Kustos des ehemaligen Hachenburger Heimatmuseums, charakterisierte es so: Imposant in seiner Gesamtheit, grazil in seinen Details. Er schrieb auch: Dieser damals ausgeprägte Schiinheitssinn sollte auch uns heutigen noch... Gespiir für handwerkliche Kultur verwahrt haben und zur Erhaltung und Rettung solcher Kostbarketten verpflichten. Sein Appell vermochte dem 'Letzten Tor' den angestammten Platz nicht zu sichern.

66. So oft diese alten Bilder zum Schmunzeln reizen mögen, man darf vor dem unsagbaren Leid, das man auch damals durchlitt, die Augen nicht verschließen. Der Erste Weltkrieg war innerhalb der in unserem Album erfaßten Frist jenes Ereignis, das jede Glorifizierung des Krieges Lügen strafte. Unser Bild zeigt ein Geschütz beim Rückzug im Jahre 1918, das gerade vor der Villa Pickel abgestellt war.

67. Selbst der spärliche Straßenverkehr forderte schon beizeiten seine Opfer, Diesem gräßlichen Verkehrsunfall erlag im Jahre 1912 Herr Arthur Henry. Für die Grabrede hatte man einen Pater aus Marienstatt verpflichtet. Dieser versicherte der erschütterten Trauergemeinde: 'Wie gelebt, so gestorben ... '

68. Großer Wallfahrtstag in Marienstatt im Jahre 1909! Der Brauch, am Dormerstag nach Fronleichnahm mit Kind und Kegel nach dem Kloster zu ziehen, hat sich bis in die Gegenwart halten können. Nur der äußere Rahmen hat sich seither gewandelt. Nach dem Girlandenschmuck, der damals fast den gesamten Westteil des Klosters umrankte, sucht man heute meist vergebens. Der Kirchenvorplatz war noch nicht so alleeartig eingeengt, wie jetzt, sondern bot mehr Raum für den Trubel, der nun einrnal - seit dem Mittelalter - zum Wallfahren gehört.

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