Haffkrug in alten Ansichten

Haffkrug in alten Ansichten

Auteur
:   Wilhelm Fahrenkrog und Günter Spandau
Gemeente
:   Haffkrug
Provincie
:   Schleswig-Holstein
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5671-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Haffkrug in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Vom Bauern- und Fischerdorf zum Ostseeheilbad.

Die Geschichte des ältesten ostholsteinischen Ostseebades begarm mit der urkundlichen Erwähnung im Jahre 1388. Als erste Siedler kamen Bauern, die 'in dem Kroghe by dem have' ihre Hofstellen erbauten. Neben Feldwirtschaft und Viehhaltung spielte auch der Fischfang eine wesentliche Rolle.

Im Laufe der Jahrhunderte änderten sich die mundartlichen Ortsnamenschreibungen von 'ub den haffkroch', 'torn hafkroge' zu 'Haffkrog' und 1855 zur heutigen Schreibweise 'Haffkrug'. Und aus dem Bauerndorf entwickelte sich in ersten Anfängen 1811 dann der Badeort Haffkrug. Diese Entwicklung leitete der Landmann und Gastwirt Joharm Knoop ein, der vom Großherzog von 01denburg die Erlaubnis bekommen hatte, eine Badeanstalt in Haffkrug zu betreiben. Mit diesem Schritt machte Haffkrug 1813 Badegeschichte an der Ostsee.

Innerhalb weniger Jahre erfreute sich der Knoop'sche Badebetrieb eines regen Zulaufes, hauptsächlich aus der nahen Residenzstadt Eutin. Mit dem Besuch der Großherzogin von Oldenburg, Elisabeth, erlangte das Bad zusätzliche Popularität. Mit Zustimmung der Großherzogin und des damaligen obersten Landesherren Dänenkönig Frederik VII, gleichzeitigern Herzog von Holstein, nannte Knoop sein Anwesen nach dem Namen der Großherzogin 'Elisabethbad',

Die Werbewirksamkeit des Namens 'Elisabethbad' und die beständigen Logierbesuche der obersten Eutiner Gesellschaft bewirkten den weiteren Aufschwung, sodaß Haffkrug bald auch begüterte Gäste aus Hamburg und Lübeek anzog. Die Verkehrslage der Küstenbäder verbesserte sich erheblich durch den Eisenbahnbau, Nachdem die Strecke Lübeck-Bad Schwartau in Betrieb war, wurde

an der Trasse Bad Schwartau-Haffkrug gearbeitet. Am 1. Juli 1925 konnte dann dieser Abschnitt bis Timmendorfer Strand befahren werden. Wenig später, am 18. August 1925, wurde dann die gesamte Strecke bis Haffkrug in Betrieb genommen.

Der erste Zug, der Haffkrug erreichte, wurde von einer großen Menschenmenge und hochrangigen Ehrengästen begrüßt. Ein Gedicht brachte zum Ausdruck , was die Haffkruger empfanden:

In Haffkrughebbt wi'n Isenbahn Nu brukt wi nicn to Foot mehr gahn Dar freut sich all'ns Grott und Lütt und röpt ehr to: Fohr in mit Glück!

Im Volksmund sprachen die Haffkruger von ihrer BüttBahn.

Und es war wiederurn ein Haffkruger , der Bauernvoigt Krimpe, der im Jahre 1900 offiziell den Dampfschiffseebäderdienst Neustadt-Travemünde rnit Halt vor allen Seebadeorten der Oldenburgischen Ostseeküste gründete. Neben diesem Seebäderschiffsdienst ermöglichte die BüttBahn eine weitere bequeme Anreise.

Haffkrug blühte auf. Der allgemeine wirtschaftliche Aufschwung wurde aber durch die Wirren der Geschichte und auch durch Naturereignisse einschneidend unterbrochen. Durch die politischen Ereignisse im 19. Jahrhundert mit den zahlreichen Kriegen wechselte Haffkrug damals seine Staatsangehörigkeiten und war zeitweise holsteinisch, dänisch unter österreichischen Stadthaltern und später ol denburgisch und zuletzt preußisch.

Mit der von 1601 sich für Haffkrug vollziehenden Umstellung der bäuerlichen Feldwirtschaft auf die Vorwerkswirt-

schaft wurden auch die Haffkruger Bauern Leibeigene und standen unter der Grund- und Gerichtshertschaft des Vorwerks Gronenberg. Der Leibeigene unterlag vor allem drei Beschränkungen: Er hatte keine Freizügigkeit, konnte sich also nicht ohne weiteres anderwärts niederlassen, er hatte keine Berufswahl und mußte sich als Knecht auf eine Hufe einweisen lassen und konnte nur mit ausdrücklicher Erlaubnis ein Handwerk erlernen, Und drittens durfte er nicht ohne Genehmigung heiraten.

Dieser bedrückende Zustand hielt für die Haffkruger Bauern leider sehr lange bis zum Jahre 1778 an. In diesem Jahre wurde das Vorwerk Gronenberg als allerletztes dieser Gegend aufgelöst. Durch Neuvermessungen der Ländereien entstand dann auch in unserem Raum eine leistungsfähige Landwirtschaft am Beginn des 19. Jahrhunderts. Eigeninitiative war gefragt und die Haffkruger hatten diese durch die Gründung des Seebades allen anderen deutlich gezeigt. Nicht nur für Haffkrug, sondern auch für alle anderen neugegründeten Ostseebäder brachte die große Sturmflut vom 13. November 1872 einen schweren Rückschlag. Die einstürmenden Wassermassen der Ostsee drangen tief in das Hinterland, zerstörten Häuser, Schiffe und Wälder und machten Haffkrug zu einer Notregion.

Durch Spenden über Hilfskomitees und umfangreiche Sachspenden konnten das Dorf und Seebad jedoch bald wieder aufgebaut werden. Insbesondere durch spontane nachbarliche Hilfen überwanden die Haffkruger ihre Notlage.

Einen weiteren großen Aufschwung nahm Haffkrug zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Zahl der Badegäste stieg. Es wurden Segelregatten vor Haffkrug ausgetragen. Für viele Landwirte und Fischer war die Gästebeherbergung ein willkommener Erwerbszweig. Einschneidender als der

Erste Weltkrieg fürhte der Zweite Weltkrieg für Haffkrug wie auch für die anderen Ostseeküstenbäder zu einem längeren Entwicklungsstillstand. Die Haffkruger trugen an dieser Last besonders schwer. Die Engländer teilten ihnen am Morgen des 13. Mai 1945 mit, daß sie ihre Häuser bis zum nächsten Morgen um 8 Uhr zu räumen hätten. Jeder durfte nur sein Handgepäck mitnehmen. Keiner übersah die Dauer dieser Zwangsvertreibung von Haus und Hof. In den Häusern wurden tausende von Fremdarbeitern, hauptsächlich Polen, einquartiert, die in den letzten Kriegstagen aus dem Restdeutschland auf dem Land und Seewege in dem Küstenbereich der Lübecker Bucht eintrafen. Die 'Polenzeit' dauerte dreizehn Monate. Und am Ende fanden die Haffkruger ihre Häuser größtenteils demoliert, ohne Möbel und teilweise sogar unbewohnbar wiederan.

Doch schon 1948, mit Beginn der Währungsreform, überwand Haffkrug sein Tief. Es wurde wieder zum beliebten Ferienziel der Badetouristen. Die verkehrsgünstige Anbindung durch den Autobahnneubau und die Küstenstraßen förderten das rasche Wachstum der Seebädergemeinde Haffkrug. In den friedlichen vier Jahrzenten nach den Wirren des Zweiten Weltkrieges entstand ein sympathisches Heilbad mit einer modernen Infrastruktur, vorbildlichen Kur-, Bade-, und Freizeiteinrichtungen. Waren es vor dem Zweiten Weltkrieg noch weniger als fünfhundert Einwohner, so zählt Haffkrug heute fast zweitausend Einwohner. Dabei haben die Haffkruger es immer verstanden trotz des schnellen Fortschritts ihres Frerndenverkehrs, den traditionellen Charakter eines beschaulichen und liebenswerten Fischerdorfes zu wahren.

Möge es noch viele Jahrzente so bleiben!

1. Joharm Christian Knoop, der Entdecker des Haffkruger Fremdenverkehrs, ein damals schon weitvorausdenkender, erfolgreicher Geschäftsmann, Als sein Wirts- und Logierhaus 1845 bis auf die Grundmauern abbrannte betrieb er 1846 unverzüglich den Wiederaufbau. 1851 übergab er das gesamte Anwesen mit Badebetneb seinem Sohn Hermann.

2.13. Die Keimzelle des heutigen Ostseeheilbades Haffkrug war der Knoop'sche Badebetrieb, mit folgender Gebäudeaufteilung (von links): Wirtshaus, erbaut 1812; Logierhaus, 1844 erbaut mit sechzig Zimmer; Saalbau, erbaut 1855; Bau eines zweiten Logierhauses, 1861, 'Prinzenhaus' . Der im Sommer 1813 begonnende Badebetrieb florierte zunehmend, so daß Haffkrug schon um die Jahrhundertwende ein landesweit bekanntes Ostseebad war. Die Geschichte des 'Elisabethbades' wurde geprägt von dem politischen und wirtschaftlichem Aufund Ab in Deutschland. Im Verlauf der Jahrzehnte wechselten mehrfach Besitzer, Funktion und Gebäudestruktur des Badewesens. 1812 erbaute der junge Joharm Knoop ein unmittelbar am Strand gelegenes Wirtshaus und richtete 1813 darin ein Badebetrieb ein. Nach dem alles vernichtenden Brand im Jahre 1894 wandelte sich nach dem Wiederaufbau 1895 die Gebäudestruktur , sie wird später mit Bild genauer beschrieben, Das seit der Gründung in Familienbesitz betriebene 'Elisabethbad' mußte wegen wirtschaftlichen Niedergangs im Jahre 1917 verkauft werden. Erwerber war der Hamburger Konsum-, Bau- und Sparverein 'Produktion' ?

der auf Initiative des Geschäftsführers Henry Everling, am 19. März 1917 die PRO-Stiftung gründet. Die Stiftung übernimmt das 'Elisabethbad' von Joharm Käßmann und das Gasthaus 'Zur Post' von Wilhelm Dohrendorf. Damit sind die beiden Grundstücke wieder vereint. In einer kriegsbedingt schwierigen Um- und Aufbauphase wurde das Anwesen mit erheblichen Investitionen zu einem modernen Kindererholungsheim ausgebaut und am 15. Mai 1919 eröffnet. Im Zweiten Weltkrieg wurde das Haus von der Wehrmacht beschlagnahmt und als Reservelazarett genutzt. Bei Kriegsende erfolgte auf Anordnung der britischen Besatzungsmacht die Einweisung von Fremdarbeitern und vom NS-Regim Vertriebener. Eine Nutzung, die verherende Spuren hinterließ. 1948 Wiedereröffnung des Kinderheimes und schließlich 1973174 die Umwandlung in Senioren-Erholungsheim, daß sich noch bis heute großer Beliebtheit erfreut.

4. Nach dem Brand 1894 ließ Hermann Knoop die zur Badeanstalt gehörenden Grundstücke auf seinen Sohn Gustav überschreiben. Gleich 1895 entstand ein Neubau auf den noch erhaltenen Kellermauern. Es wurde das im Bild gezeigte 'Elisabethbad' im modernen Schweizerstil. Mittelpunkt war das Bettenhaus mit einem Turmaufbau, ein charakteristisches Merkmal des Hauses. Neben 120 Gästebetten verfügte das Haus nun über eine breite Veranda nach Osten zur See und einen darüberliegenden Balkon.

5. Badekarren vor dem 'Elisabethbad'. Es gab eine Zeit, wo die Baderei der Sünde zumindest sehr nahe kam. Man begann damals zuerst einmal, die aus England importierte Torheit heimlich in Badekabinen und Wannenbädern zu erleben. Später sorgten dann Badekarren, die man bis an das Wasser heranrollte, für ein streng sittsames Badevergnügen. Aus diesen rollenden Umkleidekabinen huschte der Gast wohlverhüllt in die Fluten der Ostsee - ein Bad in Gottes freier Natur. Die Benutzung der Badekarren zum Aus- und Anziehen war durch die Badeordnung vorgeschrieben. Um die Jahrhundertwende kostete die Benutzung 30 Pfennig. Immerhin hatten diese schwerfälligen Holzkarren rund einhundert Jahre Bestand. Auch die Badezeiten waren geregelt: bis 11 Uhr hatten die Darnen und Kinder das Vergnügen, von 11 Uhr bis Mittag badeten die Herren. Am Strand ruhten die Badegäste im Liegestuhl mit Sonnenschirm, die Damen selbstverständlich im bodenlangen Kleid, mit Hut und Feder dran. Die Herren mit Sakko, Weste und Hut. Erst der politische Neubeginn ab 1918 und die Badeverordnung von 1921 gestatteten auch das Umkleiden in verhängten Strandkörben. Vergleicht man die damaligen Badesitten mit dem heutigen freizügigen Strandleben, wo Wassermänner und Badenixen fast splitternackt am Strand herumspringen, kommt man sicher ins Schmunzeln.

6. Am 31. Oktober 1910 kaufte der Landmann Friedrich Wilhelm Möller aus Rage von dem Haffkruger Landwirt Wilhelm Frehse die 15,5 ha große Hofstelle mit allen dazu gehörenden Gebäuden für 33 000 Mark. Wilhelm Möller betrieb damals neben der Landwirtschaft auch ein Fuhrgeschäft. Mit Pferd und Wagen beförderte er Frachtstücke, Reisegepäck und Gäste von und nach dem Banhhof Gleschendorf, fuhr Seegrasballen vom Strand ab und sorgte mit seinern Sprengwagen dafür, daß die ausgetrockneten Sandfahrwege der Dorf- und Strandallee weniger Staubwolken aufwirbelten. Auf dem Bild von 1919 das um 1805 in Fachwerk erbaute große Reetdachhaus mit Stallgebäude, davor drei Möller-Generationen, von links: Großvater Wilhelm Möller mit Enkel Willi, seine Frau Mathilde, ein Hausmädchen, Sohn Wilhelm Möller, der Kutscher Willi Priehs und ganz rechts Mutter Frieda Möller rnit Tochter Meta, damals sechs Jahre alt. Meta Möller, später Knoop, übernahm mit ihren drei Kindern 1949 die Hofstelle. Auf sich allein gestellt, ihr Mann blieb im Krieg, betrieb sie, später mit ihrem Sohn Otto, noch bis 1981 Land- und Viehwirtschaft. Er baute 1981 das Haus um und richtete es für einen 'Urlaub auf dem Bauernhof ein, Heute sind das gut erhaltene 'Haus Ellerbrook' und das alte Stallgebäude für die Haffkruger und für viele Gäste eine vertraute Stätte aus vergangener Zeit, die alte Erinnerungen wach werden läßt.

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7. Der Stellmacher und Bootsbauer Heinrich Wilhelm Friedrich Bloes, de 'Rahmoker', am Strand an der mannshohen Steinmauer (Mole), vor einem von ihm gebauten Kutterneubau . Die Boote wurden in einem als Werkstatt genutzten Schuppen in der Dorfstraße gebaut und von dort zum Strand transportiert. Sein Sohn Wilhelm betrieb die Werkstatt noch bis 1953. Die quer durch das Bild laufende große Steinmole wurde 1934/35 von A. Hering gebaut; damit sollte der angespülte Sand gehalten werden. W. Bloes hatte zuvor schon rnit dieken. aneinander geketteten Eichenstärnrnen eine 'Buhnc' gebaut und so eine Sandanreicherung erreicht.

8. Schon 191910ckte Haffkrug auch Sommergäste aus dem fernen Berlin an. Die Berliner Politprominenz Ebert und Noske präsentieren sich in der 'Oben-ohneBademode' - zu der Zeit noch eine anstößige, unzureichende Körperbedeckung. Die nackte Brust der beiden empörte die Öffentlichkeit und löste einen politischen Skandal aus. Erst mit der amtlichen Badeverordnung von 1921 wurde das freizügige Baden erlaubt. Die Badehose verdrängte die Badetrikots im Zebralok und bei den Damen fällt heutzutage die textilarme 'Strandbekleidung' kaum noch ins Auge.

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