Haigerloch in alten Ansichten Band 1

Haigerloch in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Karl Werner Steim
Gemeente
:   Haigerloch
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1312-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Haigerloch in alten Ansichten Band 1'

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27. Neben dem Römerturm wird vor allem das Haigerlocher Schloß häufig fotografiert. Dieser 'Postkarten-Bliek' von der Oberstadt auf Schloß und Unterstadt ist schon Geschichte geworden. Es handelt sich wohl um die älteste fotografische Aufnahme von Haigerloch überhaupt. Sie muß vor dem Jahre 1879 gemacht worden sein, weil das in jenern Jahr gebaute Amtsgerichtsgebäude auf dem Bild noch fehlt. An seiner Stelle stand ein landwirtschaftliches Anwesen mit mehreren Gebäuden, das mit einer Mauer umgeben war. Viele Gebäude der Unterstadt wurden in den letzten 100 Jahren stark verändert oder abgebrochen. Diese alte Fotografie gibt Aufschluß.

28. Noch in den Kinderschuhen steckte die Fo~ tografie auch bei diesem Bild aus dem letzten Jahrhundert. Wegen seines hohen Alters soll es aber an Stelle der vielen, die gemacht wurden, wiedergegeben sein. Unter dem Schloß mit Schloßkirche ist das Pfarrhaus zu sehen und wiederum darunter das ehemalige Gasthaus 'Schwarzer Adler', heute eines der ältesten erhaltenen Gebäude der Unterstadt, am Beginn der Pfluggasse. 1657 wurde es erstellt, eine entsprechende Jahreszahl findet sich am Gebäude. Schon 1681 war die Familie Wurm Besitzer dieses Gasthofs.

Luftkurorl Haigcrloch

29. Eine alte Postkarte ist auch die hier abgebildete. Wieder zeigt sie einen Bliek von der Oberstadt aus. Der Schloßbereich ist genau in der Bildmitte festgehalten, ganz links ist das Missionshaus der Weißen Väter zu sehen, das 1903 errichtet wurde. Links - durch Bäume etwas verdeckt - der Bereich der Unterstadt mit Spita1gasse, in der Mitte der Marktplatz und rechts ein Teil der Vorstadt. Die Hänge sind noch auffallend wenig aufgeforstet.

30. Zwischen dieser und der vorigen Postkarte liegen wieder Jahrzehnte. Die Details kommen besser zum Ausdruck. Neben dem Schloß zieht die sehr regelmäßig angelegte Unterstadtstraße (früher Bahnhofstraße) den Bliek auf sich wegen ihrer Giebelfront. Weiter sind der Marktplatz und die alte Marktplatzbrücke zu erwähnen; letztere ist längst einem Neubau gewichen. Der Hang am Schloß und der Weinberg sind inzwischen stark bewaldet. Im Hintergrund ist noch der Haigerlocher Stadtteil Trillfingen zu erkennen.

31. Ein selten gewähltes Motiv hat der Fotograf dieser Aufnahme eingefangen. Es entstand um 1930. Neben dem historischen Römerturm (noch mit altem Ziffernblatt und stark verwitterter Mauer) fällt vor allem das Krankenhaus ins Auge, Alt sind auch die Gebäude, die sich um den Römerturm gruppieren. Das Krankenhaus in der Oberstadt sollte das jahrhundertealte Spital in der Unterstadt ablösen. Es kam freilich nicht dazu. Nach seiner Fertigstellung wurde es als Lungenheilstätte verwandt.

32. Bei der Einweihung des neuen Haigerlocher Krankenhauses im Jahre 1924 entstand diese Fotografie. Hoch über Haigerloch gelegen, wurde es bereits im Jahre 1913 begonnen. Der bald ausbrechende Krieg und die schwierige Nachkriegszeit verhinderten jedoch eine rasche Fertigstellung, die erst im Jahre 1924 gefeiert werden konnte. Zwei Jahre zuvor war das Haus bereits in den Besitz der Vinzentinerinnen gekommen. Bis zur Auflösung der Lungenheilstätte vor einigen Jahren diente es diesem Zweck, seither wird es als Altenheim weitergeführt.

33. Einen eigenen Stadtteil stellte das ehemalige Getto der Juden, das 'Haag', dar. Diesen Eindruck bestätigt diese Fotografie um 1925, vom gegenüberliegenden 'Stettener Berg' aus aufgenommen. Die Siedlung wurde bis in die heutige Zeit kaum erweitert. Lediglich an der Salinenstraße - unten im Bild noch völlig unbebaut - wurden später einige Gebäude erstellt. Das Haag wurde schon von vielen Schriftstellern in den leuchtendsten Farben geschildert, einmal als 'eigentümlichstes Getto Deutschlands' bezeichnet.

34. Auf einem freien Platz mitten im Haigerlocher Judenviertel 'Haag' wurde im Jahre 1783 die Synagoge der Juden-Gemeinde errichtet, ein ziemlich niedriges, langgestrecktes Gebäude mit romanischen Rundbogentürmen und -Fenstern. Im Judenschutzbrief des Fürsten von Hohenzollern-Sigmaringen war 1780 die Verlegung der Judenschaft von der Stadt in das 'Haag' angeordnet worden. Die Synagoge diente bis zur Auflösung der Judengemeinde im Dritten Reich ihrem ursprünglichen Zweck. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie Kino und später wurde hier ein Lebensmittelmarkt eingerichtet.

35. Das Innere der ehemaligen Haigerlocher Synagoge - vor der Zerstörung in der sogenannten Reichskristallnacht des Jahres 1938 - ist nur aus diesern Foto bekannt. Das Bild dürfte einige Jahre vor 1930 entstanden sein. In jenem Jahr wurde die umgebaute Synagoge eingeweiht. Bekanntlich wurde die Synagoge 1780 errichtet, 1838 mußte sie bereits erweitert werden. Im Jahre 1875 bekam die Synagoge eine sehr kostbare Gesetzes- oder Thorarolle geschenkt, die eine Jude stiftete, der in der Lotterie gewonnen hatte. 1882 wurde die silberne Lampe samt Kette mit ewigem Licht gewaltsam abgerissen und gestohlen.

36. Die alten Gebäude im 'Haag' sind auf diesem Foto aus der Zeit um 1930 deutlich zu sehen. Die Aufnahme entstand mitten im 'Haag' bei der Synagoge. Links der - noch gepflasterte - Platz vor der Synagoge, in der Mitte die Straße mit den damaligen 'Kandeln'. Rechts und links gruppieren sich die bescheidenen Häuschen der Juden. Die wenigsten Haigerlocher Juden hatten es zu Reichtum gebracht. Erst nach dem Zweiten Weltkrieg hat das 'Haag' ein freundlicheres Gesicht bekommen.

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