Haigerloch in alten Ansichten Band 1

Haigerloch in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Karl Werner Steim
Gemeente
:   Haigerloch
Provincie
:   Baden-Württemberg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1312-0
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Haigerloch in alten Ansichten Band 1'

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57. Das Missionshaus der Weißen Väter in Haigerloch. Es wurde im Jahre 1903 für die Missionsgesellschaft der Weißen Väter von Afrika erstellt, nachdem zunächst Uberlegungen im Gange waren, den Fruchtkasten auf dem Schloß dafür umzubauen. Stattdessen wurde dann auf dem Withau der stattliche Neubau errichtet. Schon im Herbst 1903 konnte der Schulbetrieb mit 42 Zöglingen eröffnet werden, die von fünf Patres unterrichtet wurden. Das dreiflüglige Gebäude kehrt seine breite Front dem Tale und der Stadt zu. Der Mittelflügel trug früher ein Türmchen, das längst weggefallen ist. Interessant sind auch die Hopfenstangen, Erinnerung an die einstigen Haigerlocher Hopfenbauern.

58. Das 'Kaplaneihaus", wie das St.-Anna-Haus gegenüber der St.-Annakirche genannt wird, wurde sogar vor der Kirche erbaut. Im Jahre 1748 stand es bereits. Der Fürst von Hohenzollern-Sigmaringen wollte dort ein Priesterhospiz oder ein Pädagogiurn für Beamtenkinder einrichten. Langwierige Streitereien über den Verwendungszweck verhinderten [edoch die ursprünglichen Absichten. Im letzten Jahrhundert zog schließlich der Oberstadtkaplan dort ein - so bekam das Haus seinen Namen. Im Kaplaneihaus wurde auch mehrere Jahre lang eine Art private Realschule betrieben. Das Haus bildet mit der St.Annakirche und der Umfassungsmauer eine harmonische Einheit.

59. Mit der Eröffnung der Eisenbahn im Jahre 1901 wurde die Personenpost EyachHaigerloch aufgehoben, nachdem sie seit 1865 bestanden hatte. Am Nachmittag des 17. Juni 1901 fuhr der Postwagen zum letzten Male durch das Eyachtal. Er war mit Fahnen, Trauerbändern und Girlanden geschrnückt, Über dem Bock war auf einern mit Eichenlaub umrahmten Plakat folgende Inschrift angebracht: Zum letzten Mal [ährst du hinan, erinnerungsreicher gelber Wagen; dir hat nach wechselv oller Bahn, das letzie Stündlein heut' geschlagen. Du trauter Freund der alten Zeit. Sei nun gegriißt zum letzten MaI! Mit Wehmut denkt wohl deiner heut' ein jedes Herz im EyachtaL Das Foto wurde vor der Abfahrt bei der Post gemacht.

60. Bei der Abfahrt des letzten Postwagens im Jahre 1901 entstand auch dieses Bild. Hier sieht man die große Menschenmenge, die sich zu diesem traurigen und zugleich festlichen Anlaß vor der Post versammelt hatte. Von allen Seiten wurden dem Postwagen Abschiedsgrüße zugerufen und unter den Klängen der Bergwerkskapelle Stetten setzte sich der Wagen dann in Bewegung. Wenige Tage zuvor war der Schriftsteller Emanuel Huch die Strecke gefahren und hatte geschrieben: Eine Fahrt mit der Post! Das mutet uns an wie eine poetische Reminiszenz aus der alten Zeit. Stille Sehnsucht kommt miclt an nach der idyllischen Zeit der Postkutschen und Posthörner ...

61. Der Bau der Eisenbahn war für Haigerloch von großer Bedeutung. In Anwesenheit von zahlreichen Ehrengästen wurde am la. Juli 1899 mit dem Bau der Eyachtalbahn begonnen. An der Ausrnündung des späteren Tunnels an der Straße nach Stetten wurden die ersten Sprengschüsse gelöst. Böllerschüsse verkündeten dann den Bewohnern des Eyachtales, daß der Bahnbau und damit eine neue Zeit ihren Anfang genommen hatten. Am 21. Februar 1900 wurde der Durchstich des Tunnels vollzogen. 130 Meter lang war er geworden. Nach der Fertigstellung wurde diese Aufnahme mit den italienischen Eisenbahnarbeitern gemacht.

62. Festlich eingeweiht wurde die Eyachtalbahn am 17. Juni 1901 mit einem Sonderzug. Unser Bild entstand, als gerade der Sonderzug von Eyach kommend in Haigerloch einfuhr. Die Stadt war prächtig geschmückt, ebenso der Bahnhof mit der neuen eisernen Brücke. Gegen 13 Uhr fuhr der reich bekränzte Festzug unter Hurrarufen im Bahnhof ein. Die Schuljugend sang ein Eisenbahnlied, der Sigmaringer Regierungspräsident Graf von Brühl wurde begrüßt. Anwesend war auch der württembergische Minister Freiherr von Soden. Sängerbund und Liederkranz stimmten den Wandergruß 'Wem Gott will rechte Gunst erweisen' an.

63. Mit der Eisenbahn kam der Fortschritt um die Jahrhundertwende in das Eyachtal und die Stadt Haigerloch, so wurde es einmal umschrieben. Bis es aber soweit war, verging eine lange Zeit. Schon im Jahre 1878 hatte sich ein Eisenbahn-Kornitee gegründet. Man erstrebte damals eine Eisenbahnverbindung von Eyach nach Balingen. Schließlich wurde das Projekt Eyach-Stetten bei Haigerloch im Jahre 1899 in Angriff genommen. Unser Bild zeigt einen Arbeiterzug während des Bahnbaues vor dem Haigerlocher Bahnhof.

64. 'Kinderbewahrschule Haigerloch 1896' ist dieses Bild überschrieben. Die Kinderschule verdankte ihre Gründung einer Anregung des Oberamtmannes EmeIe, die dieser im Jahre 1881 an das Stadtbürgermeisteramt richtete. Die Stadt stellte daraufhin den großen Saal im alten Schulhaus in der Pfluggasse zur Verfügung und trug die sächlichen Kosten. Die Betreuung wurde einer Schwester übertragen, die Kirchengemeinde wiederum übernahm die Personalkosten. Am 14. April 1882 wurde der Kindergarten eröffnet. Als Spielplatz diente in jenen Jahren der Platz um die Unterstadtkirche. Im Jahre 1932 wurde dann das neue Kinderhaus an der Weildorfer Straße bezogen, das die Haigerlocherin Margarete Keßler der Stadt für diesen Zweck überlassen hatte. Später erhielt der Kindergarten in der Nähe einen Neubau.

65. An die Schulzeit knüpfen sieh viele Erinnerungen. Manch vergilbtes Schulfoto wird heute noch aufbewahrt. Dieses Bild zeigt die Haigerloeher Volksschüler im Jahre 1898 mit Lehrer Veit Wolfer und Kaplan Ehinger. Eine Schule gab es in Haigerloch schon im Mittelalter, bereits 1472 wird ein Schulmeister urkundlich erwähnt. Die alte Haigerloeher Schule befand sich in der Pfluggasse bis zur Erbauung des Schul- und Rathauses mitten in der Stadt. Doch auch hier blieb die Schule nicht, sie mußte sich weiter ausdehnen und erhielt auf dem Withau oberhalb Haigerlochs ein modernes Schulzentrum.

66. Das Fasnachtsbrauchtum hat in Haigerloch eine alte Tradition. Der Marktplatz steht dabei stets im Mittelpunkt des alle vier Jahre veranstalteten Bräuteins. Gebräutelt werden die Männer, die in den Jahren seit dem letzten Bräutein geheiratet haben, zugezogen oder Besitzer eines eigenen Hauses geworden sind. Die Kandidaten werden auf der Bräutelstange unter den Klängen des Haigerlocher Narrenmarsches urn den Brunnen getragen. Dabei werfen sie Süßigkeiten, Orangen und so weiter unter die Menge. Das Bild ist das älteste fotografische Dokument des Bräutelns und stammt aus dem Jahre 1924.

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