Halle (Saale) in alten Ansichten

Halle (Saale) in alten Ansichten

Auteur
:   Detlef Scherer
Gemeente
:   Halle (Saale)
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6526-6
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Halle (Saale) in alten Ansichten'

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29 Dieser bemerkenswerte Straßenzug heißt heute Kleine Marktstraße. Nachzuvollziehen ist dies jedoch lediglich am Verlauf der Bordsteine, der mit all seinen Krümmungen die alte, längst verschwundene enge Gasse vorstellbar macht. Der Straßenzug verband einst die Große Nikolaistraße mit der Dachritzstraße. Ganz in ihrer Nähe, etwas westlich, befindet sich das Geburtshaus des großen Komponisten Georg Friedrich Händel, dem zu Ehren auch in Halle/Saale jährlich Festspiele stattfinden. Der Name Schlamm rührt von der morastigen Bodenbeschaffenheit her, die eine Besiedlung erst im fünfzehnten [ahrhundert ermöglichte. Später genoß der Schlamm einen zweifelhaften Ruf, die Häuser der sehr engen Gasse

wurden bis in das zwanzigste [ahrhundert als Bordelle genutzt. Die Kleine Marktstraße, der frühere Schlamm, ist heute in das Gestaltungskonzept der Händelgalerie einbezogen.

}1ale a. S.

Schlamm, Eingang NJcolalstra.sse.

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30 Die Einmündung der Robert-Franz-Straße (heute Robert-Franz-Ring) an der Klausbrücke auf einer Ansichtskarte aus dem [ahre

1 903. Der Blick wird freigegeben auf die Silhouette der Marktkirche und die Spitze des Roten Turmes, in der Mitte liegt die Hackebornstraße. Die Klausbrücke wurde bereits 1576 aus Stein errichtet, die hölzerne vordem hielt den Belastungen eines zentralen Verkehrsweges nicht mehr stand. Mitte des neunzehnten Jahrhunderts erbaute man sie dann aus Sandsteinquadern, mit vier weiten Bögen. Eine Verbreiterung mit großzügigeren Bürgersteigen und Jugendstilbrüstungen erfolgte im [ahre 1908. Am rechten Bildrand alte Gebäude der Spitze, die

längst nicht mehr existieren; dieses Areal wird gänzlich neu bebaut. Auf der historischen 'Spitze' entstehen in angepaßter Bauweise unter anderem ein Funkhaus und eine Konzerthalle.

3 1 Blick in die Mansfelder Straße in südöstliche Richtung. Der Fotograf stand etwa in Höhe des heutigen Karstadt-Kaufhauses, dort, wo auf dem Bild die Häuserzeile auf der rechten Straßenseite steht. Das Haus Nr. 47 auf der gegenüberliegenden Straßenseite ist insofern bedeutsam, als seine architektonisch reizvolle Backsteinfassade aus der Zeit um 1880 in einen Neubaukomplex eingebunden wurde. Die Mansfelder Straße war einst eine der bedeutenden Handelsstraßen in Richtung Süden und Westen, eine alte Salzstraße in den Harz und in die Rheingegend. Weiter in Richtung Innenstadt lagen alte, namhafte Restaurationen wie das 'Goldene Herz.', 'Zu den drei Kugeln', 'Zur

grünen Tanne' , deren Gebäude zum Teil noch existieren.

32 Das Luisenbad am Sandanger, hier ausgewiesen als größtes und schönstes Flußbad der Provinz Sachsen. Freilich war es eines mit diesen Attributen. Heute nicht ganz so denkbar ist, daß es wohl ein Dutzend solch schöner Flußbäder entlang der Saalearrne gegeben hat, die sich fraglos eines regen Zuspruchs erfreuten. Das Luisenbad befand sich jenseits der Elisabethbrücke in der Nähe des Hettstedter Bahnhofs, auf der südlich gegenüberliegenden Seite der heutigen Tennisplätze am Sandanger. Ein Arm der Wilden Saale, der den Sandanger umschloß, wurde im Zuge der Schaffung eines Verkehrsknotenpunktes zwischen Halle und dem damals selbständigen Halle-Neustadt zugeschüttet. Der Inselcharakter verschwand damit

praktisch. Weitere beliebte und namhafte Flußbäder waren das 'Florabad ' auf den Pulverweiden, 'Weinecks Wellenbad' in der Mansfelder Straße oder die Badeanstalten in den Weingärten.

33 Ein Blick auf die Silhouette der Stadt von Südwesten, hier vor der Haupttribüne der Pferderennbahn auf den Passendorfer Wiesen, etwa um 1915. Die Pferderennbahn gibt es dort noch heute. Im Hintergrund, auf der linken Seite des Bildes, erkennt man die Mansfelder Straße mit dem Hettstedter Bahnhof, in der Mitte aber die berühmten fünf Türme des Marktes. Der irn Iahre 1867 gegründete Sächsisch- Thüringische Reiter- und pferdezuchtverein, einer der ältesten Rennvereine Deutschlands, kaufte das Areal auf den Ratswiesen, urn dort

1 913 auf der sehr schönen und modernen Bahn die ersten Rennen zu veranstalten. Die Tribünengebäude mit den typischen Walmdächern wurden imJugendstil aufgeführt. Bereits viel

früher aber, 1868, fanden erste Rennen ohne Rennbahn auf hallescher Flur statt.

}(eue Rennbahn des Sächs.-ê:hür. Reiterund }jerdezucht-Vereins in }(alle a. S. (am Xall_-.i(.ltsledt.'r Jjahnhof).

j]/fck von der .f(aupttrihüne (:f!f .f(al/e a. S.

34 Mit der Entwicklung Halles als Wirtschaftsstandort entstand in der Mitte des neunzehnten Jahrhunderts der Sophienhafen. Auf dem gesamten Areal an der Schiffssaale siedelten sich mit der Anbindung an günstige Transportwege Handel und Industrie an. Links auf der Postkarte von 1908, hier der Hafen am Sandanger, sind Gleisanlagen und Waggons der im [ahre 1895 eröffneten hallesehen Hafenbahn zu sehen. Die Industrieunternehmen vor allem im Süden der Stadt waren durch diese mit dem Verkehrs- und Transportweg Saale vernetzt. Rohstoffe erreichten schnell ihre Bestimmungsorte, Zwi-

sc hen- oder Endprodukte fanden einen rascheren Absatz. Entlang des hier gezeigten riesigen Ladeplatzes der Hafenbahn an der Wilden Saale wurden ausgedehnte Lagerschuppen er-

richtet. Heute ist an dieser Stelle Gewerbe ansässig, die Lagerschuppen sind zum Teil noch vorhanden. Im Hintergrund ist die Elisabethbrücke zu erkennen.

Halle a. S. Hafen (am Sandanger].

35 In der Mansfelder Straße, zwischen Wilder Saale und Hafenstraße, mit der Hausnummer 41 bezeichnet, befand sich einst die Deparadesche Holzhandlung. Sie lag natürlich äußerst günstig, der Holztransport zu auswärtigen Standorten konnte problemlos mit relativ niedrigen Kosten abgewickelt werden, nämlich auf dem Wasserwege. Deparades Holz war vor allem im Baugewerbe innerhalb der Stadt begehrt. Das sehr schöne Ziegelgebäude wurde in einfachen Jugendstilformen aufgeführt, es vermittelt auch heute noch einen, die gesamte Straße prägenden Eindruck. Auf der Hofseite (unteres Bild) erkennt der Betrachter eine lange Holzgalerie. Hier wie auch im oberen Bild zeigt sich die alte Gasanstalt von 1856 in

der Hafenstraße Nr. 7, auf deren Gelände drei große Gasbehälter aufgestellt wurden. Die Kapazität dieser Behälter reichte zur Versorgung der Stadt, bis im [ahre 1890 die Städtische Gasanstalt am Holzplatz errichtet wurde.

I '..JJI-J DEFARADE., HOLZHANDLUNG, HALLE. AD.::>

36 Gegenüber dem Hettstedter Bahnhof zweigte die Hafenstraße in nördlicher Richtung von der Mansfelder Straße ab. Einen Abschluß der Hafenstraße bildet noch heute das mehrstöckige, spitz zulaufende Wohn- und Geschäftshaus (Bild links). Auf der anderen Seite der Straße aber, wo sich heute der große Parkplatz des Karstadt-Kaufhauses erstreckt, lag der alte Hettstedter Bahnhof (Bild oben rechts). Hier ist das etwas ländlich anmutende Empfangsgebäude, ein einstöckiger Fachwerkbau zu sehen. Ab dem 1. Mai 1896 konnte der Personenverkehr eröffnet werden. Die Bahn war nicht einfach ein Wirt-

schaftsfaktor, obgleich hier auch, wie bei der Hafenbahn, Güterverkehr abgewiekelt wurde. Vielmehr war sie mit etwa sechzig Kilometern Streckenlänge ein in der Bevölkerung der

Stadt und des Umlandes sehr beliebtes Verkehrsmittel. Die Bahn ging 1968 ein, leider wurde auch das Empfangsgebäude ein [ahr später abgetragen.

37 Noch einmal die Mansfelder Straße. Eine der Schenken der Klaustorvorstadt war seit dem achtzehnten Jahrhundert das 'Goldene Herz.' im Haus Nr. S 7 . Das 1 71 2 erbaute Gebäude mit der Restauration gehörte zu den schönsten Ausspanngasthöfen der alten Vorstadt. Die Handelsstraße wurde von Bauern, Schiffern, einheimischem Publikum und vor allem von Studenten frequentiert. Der architektonisch reizvolle Bau mit dem alten Hauswahrzeichen und hohem Walmdach wird seit 1962 teilweise fremdgenutzt. Mit nach Norden angrenzenden Stallungen bildete der Gasthof ein eigenes Straßenge-

viert. Noch zu Beginn der achtziger [ahre Gaststätte, herrscht derzeit leider ein desolater Zustand vor.

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38 Der heutige RobertFranz-Ring führt in nördlicher Richtung vorbei am Verwaltungsgebäude der Allgemeinen Ortskrankenkasse direkt auf die Würfelwiese. Im Mittelalter, um 1530, gehörte sie zum Kloster Neuwerk und hieß Kohlwiese, der Küchengarten des Klosters. Später, in der Mitte des sechzehnten Jahrhunderts, fanden hier Spiele verschiedener Art statt, weshalb sie als Würfelwiese bezeichnet wurde. Später nutzte man das von der Schiffssaale und dem Mühlgraben umflossene Terrain als Exerzierplatz, dann wiederum wurden Parkanlagen angelegt und schöne Promenadenwege.

Das im Vordergrund des Bildes befindliche Denkmal ist dem damaligen Vorsitzenden des Verschönerungsvereins, dem Justizrat Fiebiger, gewidmet, der den Park schuf. Auch an der N ord-

westseite des Parks steht versteckt ein Denkmal, das 1814 zu Ehren der in den Freiheitskriegen Gefallenen errichtet wurde. Die Parkanlage wird etwa in ihrer Mitte von einer Kastanien-

allee durchzogen. Andere Bezeichnungen für die Anlagen waren Kleine Wiese und Parkwiese, nach 1945 Kulturpark der Volkspolizei.

Halle a. 5.

Par/ie an der Wllrfelwiese mil Flebiger·Denkmal,

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