Halle (Saale) in alten Ansichten

Halle (Saale) in alten Ansichten

Auteur
:   Detlef Scherer
Gemeente
:   Halle (Saale)
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6526-6
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Halle (Saale) in alten Ansichten'

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39 Der Blick des Betrachters richtet sich von der sogenannten 'Schwarzen Brücke' nach Nordosten. Diese, auch Häscherbrücke genannt, überspannt die Schwemmsaale. Rechts im Bild die Häuserfronten der Strohhofinsel, die längst nicht mehr existieren; von der Brücke indes kann man heute die Neubebauung der Spitze beobachten. Wohnungen, Medieneinrichtungen, Geschäfte, Arztpraxen entstehen. Die Insel ist aber seit 1894 keine solche mehr, die östlich fließende Hallsaale wurde seinerzeit überwölbt und so wurde eine Verbindung zur Altstadt geschaffen. Jene Häuserfronten rechts lagen an den

Straßenzügen Kuttelhof und Spitze, nach letztem ist das heutige Bebauungsgebiet benannt. Mit Spitze wurde schlicht das nördlich spitz zulaufende Ende der Insel bezeichnet. Der Name

Strohhof rührt von den Strohvorräten der Salzsieder her, die auf der Insel gelagert wurden.

40 Die Kirche St. Georgen zu Glaucha in ihrer heutigen Form wurde in den [ahren 1740 bis 1744 erbaut, nachdem das alte romanische Gotteshaus am 6. [anuar 1740 bei einem Brand zestört wurde. Sie ist ein protestantisches, barokkes Bauwerk mit einem Grundriß in Form eines griechischen Kreuzes. Auch das Wirken bedeutender Persönlichkeiten der Geschichte wie Thomas Müntzer und August Hermann Francke ist mit dieser Kirche verbunden. Durch den Einsatz von Denkmalschützern konnte ihr Abriß in den achtziger [ahren unseres Jahrhunderts verhindert werden. Rechts ist das Gemeindehaus zu erkennen.

41 Eine seltene Postkarte aus dem [ahre 1906 mit einer Ansicht aus dem alten Glaucha. Dieses und die meisten der schlichten Häuser aus längst vergangener Zeit, vom Anfang des [ahrhunderts, sind architektonisch nur teilweise in das Gesamtbild passenden Neubauten gewichen. Zu sehen ist die im Stadtviertel Glaucha seinerzeit bekannte Bäkkerei von Hermann Elitzsch und vor dem Gebäude das Personal. Das Haus befand sich am Steg Nr. 9, am Kreuzungspunkt mit der Taubenstraße, der Langen Straße und der Zwingerstraße. Auf dem Platz lag auch die alte Volksschule, die noch heute genutzt wird.

42 Der Franckeplatz als Betrachterstandort. Mitten vom Platz ein Blick in die Rannische Straße. Auf diesem Platz stand vor Zeiten das RannischeTor, zum Zeichen der Begrenzung des alten Stadtgebietes. Das Eckgebäude zum Moritzzwinger, zu erkennen auf der linken Hälfte der Postkarte aus demJahre 1898, mußte nur wenig später einem großen Neubau Platz machen. Das alte Haus mit den prägenden Spitzgiebeln wich dem Eckgebäude, in dem sich heute unter anderem das Café Hopfgarten befindet. Neben dem Spitzgiebelhaus ist der Eingang zur Brunoswarte zu erkennen. Dieser eigentlich versteckte Straßenzug war nicht ohne Bedeutung. Im

zwölften Jahrhundert, als die zweite Stadtbefestigung angelegt wurde, lag hier die Warte der Herren von Brun. Der Volksmund nannte den Weg 'Braune Schwarte'.

}{alle a. S.

Rannischestrasse.

43 Diesmal ist der Franckeplatz aus der Richtung Alte Promenade (heute Waisenhausring) zu sehen. Er war in den vergangenen Jahrhunderten ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, so wie heutzutage auch. Mit dem Beginn der Gründerzeit gestaltete man den Platz in einer Weise, die dem Verkehrskonzept Rechnung trug. Anlagen wurden geschaffen, Kastanien gepflanzt und im Iahre 1877 wurde eine Straßenpflasterung angelegt. Die Verkehrsfrequenz auf der Ansichtskarte aus der Zeit um 1900 wird durch Passagen von Straßenbahnen in verschiedene Richtungen deutlich. Ab demJahre 1897 begann der Bahnverkehr, zum Beispiel auf den Strecken

Hauptbahnhof - Mansfelder Straße oder Walhalla (heute Steintor) - Steinweg.

Im Hintergrund ist die Katholische Propsteikirche St. Franziskus und St. Elisabeth zu erkennen.

80

44 August Hermann Francke, der pietistische Theologe (1663-1727), schuf ab 1 695 ein kulturelles, wissenschaftliches, wirtschaftliches, pädagogisches und soziales Großunternehmen; einmalig für die damalige Zeit und damit weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Glücklicherweise wird dieses Wahrzeichen der Stadt Halle heute mit immensen Mitteln erhalten und als Begegnungsstätte genutzt. Für die unter den sozialen Mißständen der damaligen Zeit am meisten leidenden Waisenkinder errichtete Francke dann ab 1697 nach und nach den Waisenhauskomplex. Rechts im Bild der Hauptbau der Stiftungen, zum Franckeplatz hin ausgerichtet, in den [ahren

1699 bis 1700 erbaut. Ein architektonisches Zeugnis mit übergiebeltem Mittelteil und eine große Freitreppe entstanden. Der langgestreckte Barockbau wie das Gesamtareal wurden zwei-

fellos eines gewissen Maßes ihrer Idylle beraubt, als eine Hochstraße nördlich flankierend, unmittelbar an den Stiftungen vorbei geführt wurde. Auch die schöne Waisenhausmauer fiel.

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Waisenhaus

45 Eine Ansichtskarte aus der Zeit der Jahrhundertwende mit dem Wohnhaus des Stiftungsgründers in den [ahren 1702-1715. Das Haus liegt auf der Südseite des Franckeplatzes am Schwarzen Weg. Der einfache zweigeschossige Putzbau war einst ein Gasthof, den Francke im Iahre 1702 für 1 200 Taler ankaufte. Die eiserneTafel über der Eingangstür erinnert noch heute an diese Zeit. Auch später diente das bereits zu Beginn des siebzehnten Jahrhunderts erbaute Haus Franckeplatz Nr. 2 den Direktoren der Stiftungen als Wohnhaus. Erkermbar ist hier auch das barocke Eingangstor am Schwarzen Weg, der Fahrstraße der weltbekannten Anstalten.

HALLE A.S., FAANCKE'SCHE STI,rUNOEN, FRANCKE'8 WOHNHAUS. 17U2 -HlS.

46 Die Fortsetzung des Franckeplatzes nach Süden; hier am Steinweg nahm die alte Handels- und Heerstraße ihren Anfang. Diese führte bekanntlich über Thüringen bis nach Nürnberg und Regensburg. Der Steinweg könnte nach den Herren von Stein benannt worden sein, die hier einen Rittersitz hatten. Aus dem [ahre 1377 ist die älteste urkundliche Erwähnung überliefert. Der Besiedlungscharakter blieb über die Jahrhunderte hinweg erhalten in diesem Vorstadtareal, bis in das neunzehnte [ahrhundert lagen hier mehr als ein Dutzend Stärkefabriken. Ende des letzten [ahrhunderts entstanden prägende Wohn- und Geschäftshäuser, wie auf der rechten Seite der Postkarte von

1905 zu erkennen. linksseitig das Haus Franckeplatz

Nr. 5, der alte Gasthof 'Zum Raubschiff', ein Denkmal aus dem sechzehnten [ahrhundert. Heute beherbergt dieses Gebäude die Buchhandlung des Waisenhauses.

Halle a. S. Blick au! den 5teinweg.

47 Der Steinweg führt direkt auf den Rannischen Platz. Mit der Gründerzeit, nach dem Krieg von 1870/71, begann man mit der Gestaltung des Platzes etwa in der heutigen Form. Die Ansicht vom Beginn des Jahrhunderts zeigt rechts im Hintergrund die alteTorschule, in der gleichnamigen Torstraße gelegen. Darüber hinaus münden in den Platz die Wörmlitzer Straße, Beesener Straße, Liebenauer Straße, Lindenstraße (heute PhilippMüller-Straße), der Steinweg und die Bertramstraße. Auch Straßenbahnlinien kreuzten bereits damals hier, beispielsweise die vom Bahnhof nach Böllberg seit 1897. Das pavillonartige Gebäude in der Platzmitte existiert natürlich heute nicht mehr. Auf dem Areal des Platzes stand bis etwa

1875 das äußere Rannische Tor am Ausgang des Steinweges.

l1alle a. 5. Rannlscherplatz.

48 Zwischen dem Böllberger Weg und der Wörmlitzer Straße, im Süden der Stadt, liegt die Ludwigstraße. Die Postkarte aus dem [ahre 1 91 0 gewährt einen Einblick, vermittelt eine typische Straßenszene. Gleichsam mit dem Beginn der Gründerzeit begann man mit der Bebauung, mehrstöckige Mietshäuser mit Vorgärten entstanden. Benannt wurde der Straßenzug erstmals irn Iahre 1873, und zwar nach dem Kanzler der halleschen Universität Peter von Ludewig, der 1743 starb. Korrekterweise müßte die Straße also Ludewigstraße heißen. Der Kanzler besaß hier seit 1 72 2 ein Sommerhaus mit

großem Garten. Auch eine soziale Einrichtung befand sich seit 1896 in der Straße, eine Heil- und Pflegestätte für Kinder.

Halle a. S. ludwlgstraße.

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