Halle (Saale) in alten Ansichten

Halle (Saale) in alten Ansichten

Auteur
:   Detlef Scherer
Gemeente
:   Halle (Saale)
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6526-6
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Halle (Saale) in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  >  |  >>

49 Die Ansichtskarte aus dem [ahre 1902 zeigt in der Beesener Straße, unweit vom Rannischen Platz, das sogenannte Siechenhaus, später als Alters- und Pflegeheim von Bedeutung. Es wurde in den [ahren 1888 bis 1892 erbaut, in interessanter Höhenlage, drei Meter höher als das Straßenniveau. Auf der linken Bildhälfte ist das Siechenhaus selbst zu sehen, der zweigeschossige Klinkerbau diente der Unterbringung sowohl der männlichen Personen in dem einen als auch der Frauen in dem anderen Teil. Alte und Kranke wurden hier untergebracht. In der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts ent-

standen mit der Entwicklung der Bevölkerungsstruktur im Zusammenhang mit der Industrialisierung auch zwangsläufig Notwendigkeiten der Schaffung derartiger Einrichtungen.

ge als Pflegeeinrichtung. Die Beesener Straße verläuft vom Rannischen Platz bis zur Huttenstraße.

Im Vordergrund rechts das ehemalige Verwaltungsgebäude im Stil der italienischen Renaissancevillen, auch zweigeschossig und in gelbem Klinker aufgeführt. Noch heute dient die Anla-

50 Die Lindenstraße heißt heute Philipp-Müller-Straße und ist ein alter Straßenzug, seit dem [ahre 1864 im Alleencharakter entstanden. Sie verbindet den Rannischen Platz in west-östlicher Richtung mit der Merseburger Straße beziehungsweise mit der ehemaligen Königstraße (Rudolf- Breitscheid Straße). Vom Rannischen Platz blickt man auf der Abbildung in östliche Richtung, zu sehen sind die in den [ahren 1880 bis zur Jahrhundertwende entstandenen gründerzeitlichen Mietshäuser. Diese wurden auf einem Terrain errichtet, das in jener Zeit durch die Franckeschen Stiftungen schrittweise verkauft wur-

de. Die andere Straßenseite wurde, im Bild durch Bäume verdeckt, mit repräsentativen Villen bebaut. Im Hintergrund, am Ende des älteren Teiles der Lindenstraße, wurde im [ahre

1864 das 'Bellevue' eröffnet, zunächst als Gartenwirtschaft. Eine schöne Aussicht hatte man von hier wirklich, etwa zwanzig [ahre später nannte sich die Restauration 'Hofjäger' . Sie

diente häufig als Versammlungslokal und seit den fünfziger [ahren wiederum ist sie im Volksmund als 'Schorre' bekannt.

J1alle a. S.

Llndenstrasse

201

51 Eine der vielen Abzweigungen im Verlaufe der Lindenstraße (heute PhilippMüller-Straße) ist die Südstraße. Sie führt, leicht ansteigend, zur Johanneskirche, die im Bildhintergrund erkennar ist. Zunächst als Feldweg angelegt, als Verbindung zur Pfännerhöhe, trägt die Straße seit 1879 ihren Namen. Ab etwa 1887 erfolgte die Bebauung mit Gründerzeitmietshäusern , teilweise Jungendstilgebäuden. Der repräsentative Charakter wurde für die damalige Zeit durch die Anlage von Vorgärten betont, anders als in den meisten Straßen des Südviertels. In früheren Zeiten hieß die Südstraße 'Nach der Pfän-

nerhöhe', einer für die Pfänner bedeutungsvollen Verbindung von der offiziellen Handelsstraße nach Osten zur Merseburger Straße. Offensichtlich befand sich hier auch deren

Gerichtsstätte. Die Johanneskirche am Ende des Straßenzuges wurde im November des [ahres 1893 ihrer Bestimmung übergeben.

HALLE A. S., SOOSlRASSE.

52 Die Postkarte zeigt die Merseburger Straße amAnfang des Jahrhunderts; zu erkennen ist das Krankenhaus 'Bergmannstrost' . Es wurde 1894 für die Knappschafts- Berufsgenossen schaft errichtet und ist eines der ältesten Unfallkrankenhäuser in Deutschland. Der dreigeschossige Bau aus gelben Klinkern steht auf einem H-förmigen Grundriß. Die Schieferbedachung mit Dachreitern und Spitzgiebeln ist prägend. Rückwärtig dehnte sich ein großer Garten aus. Im Vordergrund die noch recht unbefestigte Merseburger Straße oder besser Chaussee, die in der Mitte der achtziger [ahre des neun-

zehnten Jahrhunderts stark bebaut wurde. Erst im [ahre 1897 erreichte eine Strecke der Stadtbahn Halle das Krankenhaus. Auf der anderen, westlichen Straßenseite erkennt man das alte 'Land-

haus'. Im Dezember 1997 wurde ein Neubau des Krankenhauses eingeweiht, eine Unfallklinik in Kooperation mit der Medizinischen Fakultät der hiesigen Universität.

53 Das 'Landhaus' war eine bei Jung und Alt beliebte Gastwirtschaft, umgeben von einem idyllischen Garten. Das alte, einstöckige Gebäude war an der Merseburger Chaussee durchaus frequentiert von Durchreisenden und vielen Ausflüglern. Die malerische Lage wurde zwangsläufig eingeschränkt durch die bauliche Entwicklung entlang der Straße, auch durch das vis à vis errichtete Krankenhaus. Andererseits wurde dadurch der Zuspruch gesichert, im Zuge der Bebauung erhielt die Restauration in einem viergeschossigen Mietshaus ihr Domizil, aber noch immer mit Gartenbetrieb. Natürlich war sie

auch, wie auf der alten Postkarte zu erkennen, Einkehr des Militärs aus der in der Nachbarschaft liegenden Artilleriekaserne.

, Reetaurant u. Gartenlokal "Landhaus",

Inh. E ?.? iJ GlAser ::." F,,","pr. S220.

54 Fünfstöckige Mietshäuser und reges Treiben davor suggerieren großstädtisches Leben. Und doch lag die Kolonie Beesen-Halle genau genommen jenseits der Stadtgrenzen, an der Äußeren Merseburger Chaussee. In unmittelbarer Nähe, auf der gegenüberliegenden Seite der Chaussee, befand sich der 'Rosengarten', eine beliebte Restauration mit Gartenwirtschaft an der Halle-Kasseler Bahn. Die fortschreitende Industrialisierung und der stetige Zuzug von Arbeitskräften hatte längst die Stadtgrenzen gesprengt, die Ausdehnung bewegte sich auf die unmittelbar angrenzenden Saalkreisorte zu und erreichte

diese. Im [ahre 1900 bereits wurden Trotha, Kröllwitz und Giebichenstein eingemeindet, andere Saalkreisorte wie Nietleben oder Ammendorf erst 1950.

Gruss aus

Kolonie f3eesen - Halle a. 6,

Haltestelle Rosengarten. eetaurant u. Café zur Erholung lnh.e Pranz PrOfer. J.o.panau'D', .uto rn('he.

ft, a.tl.nb

55 Das Areal im Süden der Stadt, das heute durch die Merseburger Straße im Osten, nördlich durch die Huttenstraße, westlich durch die Elsa-BrändströmStraße und durch die Damaschkestraße eingegrenzt wird, erhielt seine Prägung ganz wesentlich durch zwei Einrichtungen: den Südfriedhof und die ehemalige Artilleriekaserne. Erbaut wurde diese an der Schwelle des zwanzigsten [ahrhunderts durch die Stadt Halle, um vor allem den Anforderungen einer gewachsenen Garnisonstadt gerecht zu werden. Vorherrschend sind drei- und viergeschossige Backsteinbauten mit Renaissancegiebeln, aber auch Iugendstilelementen. Die Kaserne des Mansfelder-Feldartillerie-Regiments Nr. 75 beherbergte auf ihrem Gelände auch zwei Reitbah-

nen, Geschützschuppen, Pferdeställe und acht Mannschaftswohngebäude in weiträumiger Anordnung. Dazwischen befanden sich Gartenflächen. Nach 1989 etablierten sich in den teil-

weise umgebauten Gebäuden Bundesbehörden. Auf der Postkarte von 1915 erkenrit man links den Verlauf der noch unbefestigten Artilleriestraße (heute Damaschkestraße). Die freien

Flächen zwischen den denkmalgeschützen Gebäuden werden heute teilweise als Parkplätze genutzt.

1499 VERLAG VON ZEOLER Ilo YOGEL, KUN8TAN$TALT, DARM6TAO HALLE A. S., ARTILLERIE-KASERNE. J

/

56 Einen Blick auf die Merseburger Straße in südliche Richtung vermittelt die Postkarte aus der Zeit um 1 91 O. Die Vierspurig keit der Verkehrsbelastung heutigerTage läßt sich hier bestenfalls erahnen. Es scheint, als sei die Straßenbahn in der scheinbaren Idylle mit eingefaßten schönen Vorgärten wohl das einzige Verkehrsmittel, als markierte sie eher behäbig ihren Weg. Neben der Einmündung in die Lauchstädter Straße lag die bekannte 'Spezialhandlung für vegetabilische Drogen' von Caesar & Loretz, ein viergeschossiger gelber Klinkerbau, hier rechts im Vordergrund. Ein erstes Gebäude im Stil der typischen Architektur der Gründerzeit entstand bereits im [ahre 1895, die Erweiterungen wurden

dann um 1900 beziehungsweise danach vorgenommen. In den [ahren nach 1945 war das Unternehmen landläufig als 'Teefabrik' bekannt, heute steht das Gebäude ungenutzt.

15alle a. 5.

fl7erseburgersfrasse

57 Die um die [ahrhundertwende in ihrer industriellen Entwicklung bereits weit fortgeschrittene Stadt zeigte, gleichsam als Referenz, im [ahre 1901 eine Ausstellung der Deutschen Landwirtschaftsgesellschaft. Genutzt wurde für diesen Anlaß das Viertel zwischen Merseburger Straße und Turmstraße, in dem Maschinenproduzenten ansässig waren. Bald nach diesem wirtschaftlich bedeutenden Ereignis für die Stadt Halle begann man das Ausstellungsgelände mit Mietshäuserzeilen zu besetzen, etwa zwischen Lauchstädter und Thüringer Straße. Rechts im Bild erkennt man die Johanneskirche und davorTeile der Produktionsgebäude der bedeutenden halleschen Maschinenbaufirma von Weise & Monski. Die Aus-

steller aus ganz Deutschland präsentierten neueste landwirtschaftliche Technik, gleichfalls auch den damaligen Stand der Zucht von Nutztieren. Jedenfalls brachte die Präsentation

neben für diese Zeit ansprechenden Besucherzahlen auch Aufträge für hallesche Maschinenbauunternehmen.

58 Im Ersten Weltkrieg wurden die großen Fabriken im Südviertel unter anderem als Lager für Kriegsgefang ene umfunktioniert, wie diese vom Internationalen Komitee des Roten Kreuzes in Genf herausgegebene seltene Postkarte zeigt. Dieses Gefangenenlager für französische und russische Offiziere befand sich auf dem Gelände der Maschinenfabrik und Eisengießerei von Wegelin und Hübner an der Merseburger Straße. Dieses Unternehmen wurdeimApril1869 gegründet und erreichte eine führende Stellung im damaligen Deutschland und darüber hinaus. Die Szene spielt sich in einem Innen-

hof direkt hinter der Merseburger Straße ab, die Schuppen im Hintergrund sind heute immer noch zu sehen, auf einem leerstehenden, denkmalgeschützten Fabrikareal. Ein wild wu-

cherndes Idyll ruinöser Industriearchitektur unmittelbar an der Merseburger Straße. Fest steht, daß die Gefangenen für die Kriegsproduktion ausgenutzt wurden.

Alllmagnl No 16. - Camp de Halle (Saxe).

Officiers françals prlsonnlers.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek