Harderberg in alten Ansichten/90 Jahre aus über 900

Harderberg in alten Ansichten/90 Jahre aus über 900

Auteur
:   Dipl. Thed. Thomas Nuxoll
Gemeente
:   Harderberg
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6291-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Harderberg in alten Ansichten/90 Jahre aus über 900'

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... Holsten-Mûndrup und Harderberg zur neuen Stadt Georgsmarienhütte zusammen. Damit wurde ein ganz neues Kapitel in der Geschichte Harderbergs aufgeschlagen. Begünstigt durch die gute Verkehrsanbindung unseres Ortes, war Harderberg dazu ausersehen, in der neuen Stadt die größte Industrieansiedlung neben dem Huttenwerk aufzunehmen. Dies führte in den folgenden [ahren zu einer völligen Umstrukturierung des Ortes, weg von der einstmals so beschaulichen Bauernschaft hin zu einem für hiesige Verhältnisse hochindustrialisierten Stadtteil.

Dies harte auch immense Auswirkungen auf die Bevölkerungsstruktur von Harderberg. Echte 'Ureinwohner' wird man kaum noch finden! Viele Harderberger sind zugezogen, entweder nach dem Zweiten Weltkrieg oder auch erst in denletzten Iahren. Harderberg, so wie es heute besteht, ist also kein gewachsenes Dorf mit homogenen Strukturen, sondern ein Produkt der Zeit des industriellen Aufschwungs, ein Produkt stadtplanerischer Modelle.

Zu den Institutionen, die sich um ein Zusammenwachsen der Bevölkerung, die sich um ein solidarisches Miteinander und gutnachbar- und freundschaftliche Verhältnisse der Menschen untereinander bemühen, gehörenneben den Kirchen, ganz sicher die ortsansässigen Vereine. Ob nun der Sportverein, der Gemischte Chor, der Tennisclub oder die kirchlichen Vereine: Prauengemeinschaft und Kolpingfamilie, sie alle prägen das kulturellen Leben dieses Stadtteils und mühen sich um ein gutes und für die Menschen fruchtbares Miteinander.

Und nicht zuletzt gehört in dieser Reihe der Harderberger

Schützenverein von 1653 e.V, der mit seiner wechselvollen Geschichte Träger der kulturellen Tradition in Harderberg ist, Als ältester Verein unseres Ortes blickt er in alle Zeiten der Geschichte. Angefangen bei den ersten Schießübungen auf dem Harderberg, über die Entwicklung von Landesgeschichte und Schûtzenwesen, die Gründung desVereinsAnfang unseres so schnellebigen [ahrhunderts, die Schrecken des Naziterrors, die Schwelle des Wirtschaftswunders, bis hin in das Iahr des 90jährigen Bestehens, gibt unser Schützenverein ein Beispiel echten Harderberger Bürgersinns ...

6 Die alte Schenkwirtschaft 'Werkmeister' an der Osnabrücker Straße. Die Aufnahme von 1907 zeigt (bei der Fahne) den Schießstand des ein Iahr zuvor gegründeten Schützenvereins,

Schenkwirtschaft J. Werkmeister.

/

b, Osnabrück.

Eigentum u. "erlag ,.on B Fiekers, OSDabriick. 1907.

· .. 90 jahre aus über 900

Im [ahre 1996 begeht der Schützenverein Harderberg von 1653 e.V nun das Jubelfest seines 90jährigen Bestehens. Die Schützentradition in Harderberg. sowie in der Stadt Osnabrück und im Osnabrücker Land, ist jedoch viel älter. So beging der Schützenverein Harderberg im [ahre 1953 bereits das 300jährige Gedächtnis derTradition des Schützenwesens auf dem Harderberg. Aus diesemAnlaß gab derVerein unter dem Titel '300 Iahre Harderberger Schützen' ein Festbuch heraus. Dieses Festbuch ist heute selbst bei den Harderberger Schützen kaum noch zu fmden und selbst im Archiv des Vereins nur noch in Kopie erhalten.

Es wurde damals bearbeitet von H. Ranft, Lehrer J. Schmieding und dem heimatkundigen G. Schotte. Letzterer verfaßte für das Festbuch einen Artikel über das Osnabrücker Schützenwesen, so wie es auch das 'Schießen' auf dem Harderberg betraf und einen kleinen Artikel zur Vereinsgeschichte des Harderberger Schützenvereins von 1653 e.V

Diesen Beiträgen möchte ich nicht viel hinzufügen mit Ausnahme dessen, was die Chronisten des Vereins seither der Geschichte hinzugefügt haben und dem, was mir von dritter Seite noch an Informationen in die Hände gefallen ist.

Bevor ich nun zur eigentlichen Geschichte des Schützenvereins komme möchte ich doch einen Bliek in die Geschichte des Schützenwesens irn Osnabrücker Land tun. Eine der ältesten 'Schûtzenordnungen' findet sich in den Protokollen des Landtages auf der 'Hohen Linde' in Kloster Oesede vorn 17. Dezember 1591. Darin heißt es:

I. Man hält es für dienlich, daß die Heusleute des ganzen Stiftes, in allen ämtem, wiederurn in gute Ordnung gebracht werden sollen. Es 5011 darauf gesehen werden, daß alle Waffen besitzen und auch mit diesen Umgehen können ....

7 Der 'Saal Werkmeister' als Gottesdienstraum hergerichtet zur Haus- und Kapellenmission am Harderberg im jahre 1927.

2. Damit man die Untertanen besser zur Landesverteidigung gebrauchen kann, sollen sie organisiert werden, und zwar soll jedes Kirchspiel in Rotten eingeteilt werden. Der Tüchtigste jeder Rotte soll Rottmeister werden.

3 .jede Rotte so111-3 Soldaten unterhalten. Diese sollen bei den Bauern urbeiten und im Notfall aufgeboten werden.

4. Kein Untertan, der genaue Ortskenntnisse besitzt, soll streifendes Kriegsvolk führen oder diesem Auskunft erteilen.

5. jeder Untertan soll sich mit guten Waffen versehen - zum Schutze des Vaterlandes -, und sich in keinen fremden Kriegsdienst begeben.

6. Diejenigen, die auf den Grenzen wohnen, sollen gute Aufsicht führen, damit dem Lande aus Unachtsamkeit kein Unheil entsteht.

Wir sehen also sehr deutlich, daß das Schützenwesen zunächst nichts mit dem zu tun hatte, was wir einen vereinsmäßigen Zusammenschluß nennen würden. Vielmehr ging es um Landesverteidigung und die Verpflichtung der Untertanen zu diesem ungeliebten Dienst. Aus dem Punkt 1. dieser Ordnung erkennen wir aber auch, daß das Schützenwesen bereits viel älteren Ursprungs ist, denn die Untertanen - nennen wir sie Schützen sollen wiederum in gute Ordnung gebracht werden, was ja voraussetzt, daß es bereits früher eine andere Ordnung gab, die untergegangen zu sein scheint.

Auch gibt es Hinweise auf das sogenannte Vogelschießen, durch das man den besten Schützen ermittelte. Dieses Schießen war schon in damaliger Zeit mit einem Fest verbunden, das wohl auch einen erheblichen Umfang erreicht hatte. Am 12. Mai 1597 wurde nämlich ein Erlaß der Landesregierung herausge-

geben, der sich mit dem 'ûbermäßigen Feiern ... beim Vogelschießen, Fastnachtsgelagen und anderen überflüssigen Gesellschaften' beschäftigt. Während einige Veranstaltungen verboten wurden schränkte man andere ein, das heißt man versuchte es zumindest. Zum Vogelschießen beschloß man: ' ... es wird gestattet und nachgegeben, daß solches an einem jeden Ort des [ahres einmal geschehe und nur einen Tag, doch daß niemand aus fremden Bauernschaften und Kirchspielen dazu gefordert ...

8 Dieses Bild zeigt Gastwirt johannes'Werkmeister, der im Jahre 1906 die Gründung des Schützenvereins anregte und förderte.

· .. und auf je 20 Personen eine Tonne Bier und nit mehr angeschlagen oder bestalt werde .. , !' Eine Tonne Bier fûr zwanzig Personen bedeutete 6,5 Liter für jeden Schützen!

Königsketten gab es auch wohl schon in alter Zeit, doch sind sie uns nur in sehr rarer ZaW oder auch nur in Teilen durch die Wirren des Dreißigjährigen Krieges erhalten. In den ersten Iahrzehnten des 17. [ahrhunderts wurde das Landvolk des Amtes Iburg (heutiger Landkreis Osnabrück) regelrecht aufgerüstet. Die alten Akten belegen für das [ahr 1609 bereits 1 600 Schützen. 1630 erfolgte erneut eine Musterung, bei der man auch die besten Schützen ermittelte. All diese Bemühungen erwiesen sich aber als völlig unnütz als der Dreißigjährige Krieg ins Land zog. Eine Handvoll Bauern war kein adäquates Gegenüber für eine im Kriegshandwerk geübte und erfahrene Armee! Mit dem Einmarsch der Schweden 1633 in Osnabrück nahm das Schûtzenwesen sein jähes Ende.

Als der Krieg 1648 im Friedensschluß von Osnabrück und Münster beendet wurde und die Schweden das Osnabrücker Land verlassen harten, trat BischofFranz Wilhelm von Wartenberg wieder die Regentschaft im Stift Osnabrück an und belebte sogleich das allgemeine Schützenwesen. Er lieB im [ahre 1656 erfragen, wo ûberall dasVogelschieBen wieder aufgenommen worden war. Aus dieser Umfrage geht hervor, daß bis auf Glane und Oesede überall im Amt Iburg wieder geschossen wurde! Alle Ämter des Stiftes Osnabrück waren in Vogteien unterteilt. Die Kirchspiele der Stadt Osnabrück, also Dom, St. [ohann, St.

Marien und St. Katharinen, waren zur sogenannten Obervogtei zusammengefaßt. In jeder Vogtei wurde an einer Stelle das Vogelschießen abgehalten ....

9 Schützenkönig Fritz Stänner und seine Königin Fräulein Richter mit ihrem Hofstaat im jahre 1912/13.

· .. Ausnahmen waren nur die Vogteien Holte- Bissenderf wo in Holte und in Bissendorf geschossen wurde, und die Obervogtei, wo in Gaste, Atter und auf dem Harderberge geschossen wurde.

Die Bauernschaften Hasbergen, Ohrbeck, Hellern, Hörne und Gaste schossen in Gaste. In Atter schossen wohlnur die dortige Bauernschaft und die aus Haste.

Was nun das Vogelschießen auf dem Harderberg angeht, so sind wir darûber ausführlicher informiert, denn in den Handen des Nahner Schützenvereins har sich die historische Königskette erhalten, die uns anhand der an ihr befestigen Königsschildchen verrät, daß die Schützen der Bauerschaften Voxtrup, Hickingen, Nahne, Harderberg. Malbergen und Holzhausen ihren König auf dem Harderberg ausschossen.

Die Einteilung der Obervogtei in die Schießbezirke Gaste, Atter und Harderberg erfolgte aus dem Grund, daß man den Schützen lange Anmarschwege ersparen wollte.

Nun möchte ich eine Liste der ältesten Schützenkönige, die an dieser Kette zu finden sind, folgen lassen. Die Liste (die Königskette) beginnt im Iahre 1653.Aus diesem Grunde führt der Harderberger Schützenverein auch den Zusatz 'von 1653'. In dieser Liste finder sich auch der 1. Schützenkönig aus den Reihen der Harderberger Einwohner, es ist ein gewisser Dirck Tiggemann up den Harderberch, der die Königswürde im Iahre 1655 errang. Die Reihenfolge der Könige wird ebenfalls durch die Urkunden und Akten des Osnabrücker Staatsarchives gedeckt.

1653 Jasper Meiger to Malbergen 1654 Jakob to Broke (Nahne)

1655 Dirck Tiggemann up den Harderberch

1656 [ohann Rabert von Meckenheim, Rittrneister undt Gros Vogt. ..

10 Dieses Bild zeigt das 1788 errichtete und 1895 wieder abgerissene Fachwerkgebäude des alten Meyerhofes zu Farwig.

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