Harderberg in alten Ansichten/90 Jahre aus über 900

Harderberg in alten Ansichten/90 Jahre aus über 900

Auteur
:   Dipl. Thed. Thomas Nuxoll
Gemeente
:   Harderberg
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6291-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Harderberg in alten Ansichten/90 Jahre aus über 900'

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1657 Jasper Meiger to Malbergen (2.Mal) 1659 Jasper Meiger to Malbergen (3.Mal) 1660 J,R. v. Meckenheim (2.Mal)

1663 Johann tho Warnhoff, Sunedrups Knecht (Malbergen) 1665 Iohann Broxtermann (Harderberg)

1668 Jasper Meiger to Malbergen (4. Mal)

1 670 Epke Tegeler

1671 Evert Hasberg to Malbergen 1672 Herman Nieman to Hickinge 1674WE.M.

1676 Iohann Gerhardt von Meckenheim, Freiherrlich Osnabrückscher Grosvagt

1677 Claus Firr to Facstrup

Über die 'von Meckenheims' in dieser Liste ist zu sagen, daß diese adelige Familie aus der rheinischen Ritterschaft stammte und im Amte Iburg zu Stellung und Rang gelangt war. [ohann Rabert von Meekenheim war Rentmeister (zuständig für die Steuern) imAmt Iburg. Später wurde er zum Großvogt ernannt und führte beim Einzug Bischofs Ernst August 1. nach Osnabrück die Schützen an. Sein Sohn Iohann Gerhard erbte dieAnwartschaft auf die Vogtei und war, als er Schützenkönig wurde, gerade 27 Iahre alt.

Bischof Franz Wilhelm von Wartenberg versuchte 1656 mit dem Entwurf einer neuen Schützenordnung das Vogelschießen in einheitlich geregelte Bahnen zu lenken. Diese Ordnung stieß aber beim Landtag aufkeine Zustimmung. So wurden immer

neue Entwürfe und immer neue Fassungen dieser 'Ordnung für dasVogelschießen' verfaßt. In vielen Punkten (über zwanzig) wird dort festgelegt wie der Vogel beschaffen sein ...

11 Der alte Bauernhof Tiemann um 1910. Bauer Johannes Tiemann warvon 1884 bis 1890Vorsteher (Bürgermeister) von Harderberg.

... soll, wann das Schießen stattzufinden hat, wer schießen soll, darf oder gar muß, wie die Vogelstange auszusehen har, wer welche Aufgaben beim Schießen zu verrichten hat und, und, und! Ich möchte die Ordnung nicht völlig wiedergeben, aber ein paar Kostproben sollen hier doch zum Besten gegeben werden:

( ... )

II.Wan es nun zum schießen kommt soll der silberneVogel, welcher bey yedes Orths Vogelschießen angeschafft von Unsern Verordneten, nach deme des vorigen Jahrs Könning denselben am Hals getragen, an der Stange aufgehangen werden, bis der hölzerne Vogelgefellet. ..

15. Sobaldt nun der Vogel herunter gepracht, sollen wie vorberührt die Biedermänner zu unsern Verordneten treten und Urtheilen obs der gebuer geschehen und wers getan, Unsere Verordneter auch darauf den Könnmg prodamieren, und ihme den silbernen Vogel an den Halß hangen.

16. Derjeniqe, welcher dann nach gefälletem Urteil den Vogel herabgepracht haben wird, und also prodcmirt, soll hingegen von den gemeinen laufenden Auflagen aIß Wachten, eisen, Wolf jachten und dergleichen PersonalJeistungen, wie herkommen. Freyheit und das ganze jihr hindürch bis künftigen Vogelschießen, wan es die sonderbaer noth nicht anders erfordert, dessen genossen haben, die gemeine Landschatzungen aber der gepüer abtragen, wie dan auch da Unser Deputierter, oder welcher in unserem Namen schießt, oder ein Interessirter von Adel, den Vogel wie vorberüert treffen und fellen würde demselben solche Freyheit daß jihr hindürch einem anderen Ihme gefälligen, zu diesem Vogelschießen gehörigen a1ß Unsern Verordneten, Unsern Eigenbehörigen, und dem vom Adel den Ihrigen überzusetzen frey sein solle und soll deryenige ...

12 Schützenkönig Heinrich Mindrup mit seiner Königin Elisabeth Vogt zusammen mit ihrem Hofstaat im Iahr 1921.

so den Vogel gefellet, sonst nach altem gebrauch Könning genennet werden. 17.Wan nun dasselbe also verrichtet, soll die Stange von den Picquenireß niedergelassen werden und die Schützen nach getaner Salve, da sie wöllen nach Hauß qehen, da sie aber aldar und insgesambt einen Trunk thuen wöllen, solches meßig und in Friedsambheit, und ohne sonder unkosten und beschwer der Gemeine oder des Könnings zugelassen sein, auch auff 2 0 Personen eine Tonne Bier, und zum fall damit nicht zuzureichen auffs höchste noch eine Tonne Bier auff die ganse Gemeine hinzugelegt sein, sönsten aber keine förmbIiche Mahlzeit gehalten, weniger Frembde darzu geladen oder bernfen werden keiner aber einen Schuß bey Straeff eines halben Rthr. der Gesellschaft zum besten darbey thuen, sondern sollen die Rohre inmitteIß an einem sicherem ort verwarlich hingesetzt werden.

(. .. )

Die vorgenannten und auch die anderen Regeln stellen nichts anderes dar, als das, was die Schützen sich bisher selbst als Regeln auferlegt hatten. Vielleicht ist darin der Streit um diese landesherrliche 'Schützenordnung' zu suchen, daß nunmehr der Bischof, als Landesherr, perVerordnung, das fordert und festschreibt, was man sich doch bisher freiwillig auferlegt hatte. Dazu kam, daß die Bevölkerung wenig Freude am Waffenhandwerk harte und ein gut ausgebildetes Söldnerheer den Schützen weit überlegen war. Zu dieser Einsicht waren auch die Stände des Hochstifts Osnabrück gekommen und widersetzten sich auf den Landtagen den Vorstellungen und Plänen des Landesherrn. Dies rüttelte natürlich an der gesetzgebenden Kompetenz der Regierung und so war der Streit vorprogrammiert. Die Ritter-

schaft regte dann an, die Schießordnung von 1624 wieder einzusetzen, denn es hatte Klagen gegeben, der Vogel, den nun die Beamten des Bischofs anfertigten, und der ...

13 Der alte Bauernhof'Kohstall wurde im Iahr 1777 erbaut, Bauer Mathias Kohstall war vou 1867 bis 1871 Vorsteher (Bürgermeister) von Harderberg.

· .. zusätzlich mit einer Metallplatte versehen war, sei viel zu schwer herunterzuschießen. Er solle doch wie früher von den Gildemeistern der Schützengilde angefertigt werden. Das Domkapttel zu Osnabrück machte daher den Vorschlag, al!es beim Alten zu lassen und die Schutzen auf Scheiben schießen zu lassen. Den Landständen dagegen kam es vor allem darauf an, daß das Vogelschießen der Belustigung der Bevölkerung dienen sollte. Bischof Franz Wilhelm von Wartenberg, der Landesherr beharrte dagegen auf seiner Ordnung.

Das Ergebnis dieser Rangelei um die Schützenordnung war, daß der Landtag verschiedene Änderungen beantragte und die Bevölkerung sich zukünftig nach dieser Ordnung richten sol!, aber nicht muß!

Wie aber ging nun der Tag des Vogelschießens von statten?

Früh am Morgen zog ein Trommler zum Wecken mit einer Wolfstrommel durch das Dorf oder die Bauernschaft. Etwa gegen 8 Uhr trafen sich die Schützen an ihrem gewohnten Platz, etwa der Kirche, dem Pastorat oder dem Thie (Richtplatz). Darauf machte man sich auf den Weg und marschierte zum Schießplatz. Dort wurde zunächst exerziert, bevor man zum Waffenappell schritt, bei dem die mitgebrachten Musketen auf ihre Tauglichkeit untersucht und gegebenenfalls aussortiert wurden. Danach schritt man dann zum eigentlichen Vogelschießen. Der hölzerne Vogel stand auf der Spitze einer Stange. Diese Stange hatte bei bis zu zwanzig Schutzen eine Länge von 80 Fuß, das sind etwa 23,5 Meter, bei mehr als zwanzig Schützen eine Länge von 100 Fuß, etwa 30 Meter. An dieser Stange hingen der silberne Vogel ( die Königskette) und der Königshut, War der Vogel

gefallen, so wurde beides dem erfolgreichen Schutzen über den gezückten Degen (hängend) des anwesenden Beamten des Bischofs, bzw. Landesherrn, überreicht. Die Königswürde war nicht ohne Folgen für den Schützen, wie wir bereits in Punkt 16 der Schützenordnung von 1658 gesehen haben. Sie befreite von manchem ...

14 Schützenkönig Heinrich Rolf mit Königin Agnes Rolf und Hofstaat im Iahr 1923. Heinrich Rolf war in den jahren 1930-1937 und 1945-1952 Bûrgermeister von Harderberg.

· .. Dienst und auch von Steuerlast. Vor allem letzteres würde auch wohl heute jedem Schützenkönig gefallen.

Damals wie heute stand bei der Bevölkerung vor allem der Gedanke des miteinander Feierns im Vordergrund. auch wenn zuweilen dabei über Gebühr gefeiert wurde, was durch noch vorhandene Abrechnungen zum Vogelschießen belegt wird. In Buer bei Melle Z.B. wurden zum Vogelschießen zwei bis drei Kûhe geschlachtet, es wurde gebacken und gebraut, dazu zwei Tonnen Mindener Bier für die Honoratioren gekauft und vieles mehr unternommen, sodaß der Chronist vermerkt, die Schützen seien beim Schießen 'toll und voUgesoffen'!

1661 erschien sogar ein Erlaß, der die Gutsherren aufforderte, ihre leute aus Kostengründen nicht auch noch mit dem Vogelschießen zu belasten.

Schon in dieser Zeit vor dreihundert [ahren war die Bezeichnung 'Schûtzenkönig' für den besten Schutzen ûblich, aber auch die Bezeichnung 'Vogelkönig' kommt vor. Damals wie heute war die Königskette das äußere Zeichen seiner errungenen Würde. An dieser Kette hing zunächst nur ein silberner Vogel. Dieser wird oftmals als Papagei bezeichnet, was wohl mehr damit zu run hat, daß diese Vögeloftmals tatsächlich eher an einen Papagei erinnern als an einheimische Vögel. Die Bezeichnung Papagei findet sich aber in keiner Originalakte.

Daß die Könige sich mit einer silbernen Plakette an der Königskette verewigten, war wohl von Anfang an Sitte, ohne daß sich darüber eine Vorschrift finden ließe.

Der Osnabrücker Seminaroberlehrer und Chronist der Stadt ludwig Hoffmeyer erwähnt in seiner 1912 erschienenen 'Ge-

schichte des Osnabrücker Schützenwesens' ,daß dasVogelschießen 1680 beendet wurde. In einer kleinen Schrift zum Schutzenhofs-Jubiläum und zum Schützenfest 1862 ...

15 Der alte Bauernhof Grothaus ist leider im jahre 1932 abgebrannt, Bauer RudolfGrothaus war von 1902 bis 1920 Vorsteher (Bürgermeister) von Harderberg.

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