Harderberg in alten Ansichten/90 Jahre aus über 900

Harderberg in alten Ansichten/90 Jahre aus über 900

Auteur
:   Dipl. Thed. Thomas Nuxoll
Gemeente
:   Harderberg
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6291-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Harderberg in alten Ansichten/90 Jahre aus über 900'

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· .. in Osnabrück von K. Rosenthal ist dagegen zu lesen, daß noch im Iahre 1693 zur Regierungszeit Bischofs Ernst August 1. in Osnabrück ein Schützenfest gefeiert wurde, bei dem LR. Dreyer den besten Schuß abgab.

Was nun die Aufgaben der Schützen angeht, so sei hier nur kurz daraufhingewiesen, daß sie auch zu polizeilichen Maßnahmen herangezogen werden konnten, z.B. Absperrmaßnahmen bei Hinrichtungen ete., aber auch die Wolfsjagd war ein Dienst, den die Schützen zu versehen hatten, So findet sich z.B. die Nachricht, daß die Harderberger Schützen sich am 2. januar 1 704 um 3 Uhr morgens zurWolfsjagd am Großen- oder Frauensundern (wohl in der Nähe des Dörenbergs) einzufinden hatten. Auch bei kirchlichen Feiern wie Prozessionen marschierten die Schützen unter der Führung ihrerVögte und Führer mit. Hiermit möchte ich nun diese Ausführungen beenden. Es ist nur noch zu sagen, daß mit dem Einzug der napoleonischenArmeen (Anfang des 19. [ahrhunderts) auch die Bewaffnung der Landbevölkerung ein Ende hatte. Das Schützenwesen geriet für viele [ahre in Vergessenheit. Erst langsam erinnerte man sich der alten Traditionen und etwa Mitte des 19. [ahrhunderts gründeten sich die ersten Schützengesellschaften irn Osnabrücker Land. In der Harderberger Bauernschaft sollte es noch bis zum [ahr 1906 dauern, bis der Gedanke des Schützenwesens wieder auflebte.

Der Harderberger Gastwirt Johannes Werkmeister (Bild 8) regte 1906 die Gründung eines eigenen Schützenvereins in Harderberg an. Schnell fand er Gleichgesinnte und bald war fast ausnahmslos die ganze Bauernschaft Harderberg Mitglied im

Schützenverein Harderberg von 1653. Folgende Schützenbrüder gründeten den Verein bzw. traten ihm sofort bei: Iosef Pumpmeyer, Heinrich Wessenberg, Heinrich Monecke, Wilhelm Brinckmann, JosefSieme, Gerhard Ralf, JosefRahenbrock, ...

16 Bauer Grothaus mit Pferd und Wagen.

· .. Friedrich Strotmann, Heinrich Korte, Eberhard Sundermann, Mathias Kohstall, Gerhard Vogt, David Osterbrink, Heinrich Rolf, Franz Jürgens-Barlag, FranzTiemann, Mathias Rolf, Rudolf Avermann, Heinrich Schlüter (Wirt der 'Kiffe'), [ohannes Werkmeister (Wirt), Bernhard Pörtner, Kaspar Bolduin, Heinrich Meyer (Hut-Meyer, Osnabrück), Heinrich Wefeler, Konrad Glüsenkamp (Uhren, Osnabrück), David Hune, Gerhard Wefeler, Fritz Stönner, AdolfMeyer zu Farwig, Friedrich Meyer zu Farwig, Konrad Meyer zu Farwig und Christian Vogt.

Aus der Chronik geht hervor, daß sogar Osnabrücker Kaufleute dem Verein als Erstmitglieder beitraten und sich auch jedes [ahr an den Festen beteiligten. Zum ersten Präsidenten des Vereins wählte man Christian Vogt aus 'Meyers Kotten', der dieses Amt bis 1908 inne hatte. Im selben [ahr noch feierte man bei Werkmeister (Bild 6) das erste Schützenfest. Erster König desVereins wurde GerhardVogt, der zum Zeichen seinerWürde nach dem 'Kónigsschuß' mit einem Kranz aus Eichenlaub geschmückt wurde.

Schon im nächsten [ahr zierte den König eine richtige Königskette. Seit langer Zeit heißt es unter den Schützen, diese alte Kónigskette sei bei der Auflösung desVereins durch die Nationalsozialisten im Iahre 1936 verloren gegangen. So jedenfalls beschreibt es auch Günter Schotte vor über vierzig [ahren im Festbuch '300 Iahre Harderberger Schützen'. Doch ich habe dazu meine ganz eigene Theorie: Wenn man die alten Fotografien aus dem Vereinsarchiv einmal, im wahrsten Sinne des Wortes, unter die Lupe nimmt und sie mit den Aufnahmen der Neuzeit und mit der Königskette des Vereins vergleicht, so wird man

feststellen, daß wesentliche Teile der alten Königskette noch heute Bestandteil der Königskette sind. Als man 1990 daran ging die Kette aufSamt zu nähen wurde erstmalig (1) eine genaue Aufstellung der an ihr hängenden Königsschildchen ...

17 Schützenkönig Heinrich Beckmann mit Königin Fräulein Tiemann und Hofstaat im Iahre 1934/3S.

· .. angefertigt. Dabei kam zum Vorschein, daß zwölf Königsschildehen aus der Zeit von 1912 bis 1936 stammen, also definitiv Bestandteil der alten Königskette sind.

Doch wo sind nun die fehlenden Teile der Kette? Darüber kann ich nur Vermutungen anstellen. Vielleicht sind sie der Aktion 'Gold zurWehr, Eisen zur Ehr' zum Opfer gefallen. Bei dieser Aktion im Ersten Weltkrieg war die Zivilbevölkerung aufgefordert zur Finanzierung der deutschen Wehrmacht alles enrbehrliche Edelmetall zu stiften (die alten Königsplaketten waren ja aus reinem Silber!). Dieser Annahme wiederspreehen aber die Bilder der zwanziger und dreißiger jahre, auf denen deutlich zu erkennen ist, daß die Königskette nicht' gerupft' worden ist. Meine zweite Annahme ist diese, daß man vielleicht, als die Auflösung des Vereins im [ahr 1936 drohte, die Königskette aufgereilt hat, jeder noch lebende König seine Plakette zurûckerhalten hat, um die Königskette bei einerWiedergründung erneut zusammenzusetzen. Nun, letztlich kann auch ich diese Frage nicht abschließend beantworten, aber es ist nunmal eine Tatsache, daß an der Königskette des Königs von 1952/53 bereits über ein Dutzend Königsschildchen hängen.

Trösten wir uns in dieserVerwirrung mit der Tatsache, daß uns die alte Königskette von 1906, wenn nicht ganz, sodoch in nicht unerheblichen Umfang erhalten geblieben ist. Das Schicksal und Verbleiben der restlichen Teile muß im Dunkeln bleiben, genauso wie vieles andere auch, was die ersten Vereinsjahre bis 1936 angeht ...

18 Königspaar (Eheleute) Dreier mit dem Hofstaat 1934.

· .. Doch nun zurück zum [ahre der Gründung des Vereins. Im folgenden [ahr, also 1907, hatte derVerein bereits einen Schießstand bei 'Werkmeister'. Hier fand auch stets das KönigsschieBen statt. Man schoB mit Kleinkalibern auf eine Figurenscheibe und zwar stets am zweiten Pfingsttag. Das eigentliche Schûtzenfest feierte man dann immer am Dreifaltigkeitssonntag. Das Fest erhielt stets einen festlichen Rahmen durch die Blasmusik aus Oesede und das Trommierkorps des Oeseder Schützenvereins. In diesen ersten [ahren war es Sitte, daß der König 100 Liter Bier stiftete und drei Musikanten bezahlte, die Königin hingegen lud alle Damen des Vereins zu Kaffee und Kuchen ein. Schon beim allerersten Schützenfest hatte derVerein einheitliche Hüte, geliefert von Schützenbruder Heinrich Meyer der, als 'Hut-Meyer' bekannt, ein Geschäft in Osnabriick hatte. Schon bald folgten auch Jacken aus grauem und grünem Stoff, die Vereinsgründer, Gastwirt und Schneider (I) Johannes Werkmeister anfertigte, für die Summe von 23 Mark, was mir auch nicht eben wenig erscheint.

In diesen ersten Iahren gab es die Sitte, daß besonders schlechte Schützen entweder alle verschossenen Kugeln aufsammeln, oder einen 'Pißpott' mit Bier füllen mußten, der dann die Runde machte. Welcher der Alternativen der Vorzug gegeben wurde geht nicht aus der Chronik hervor, ist aber leicht zu erraten!

Im Iahre 1910 wurde dann ein Schießstand auf der 'Kiffe' (Bild 30) gebaut. Von nun an fanden Königsschießen und Schützenfest abwechselnd bei Werkmeister und bei der Kiffe statt. Ebenfalls 1910 war es, als es durch reiche Spenden der Schützenbrüder möglich war eine eigene Vereinsfahne anzuschaffen. Diese

stolze Fahne, die auf der einen Seite die Germania und auf der anderen Seite eine Schießscheibe zeigte, löste das geliebte, aber eher unscheinbare grun-weißeTuch ab, das die Harderberger Schützen seit den ersten Tagen des Bestehens als ...

19 Das alte Harderberger Kriegerehrenmal. Es wurde am 26. Oktober 1930 eingeweiht.

· .. Fahne begleitet hatte. Die neue Fahne wurde von der münsteraner Firma Schwiersend-Diepenbrock angefertigt und kostete die ungeheure Summe von 400 Goldmark. Diese Fahne in den Wirren des Nationalsozialismus verloren zu haben ist ein doppelter Verlust, sowohl materiell als auch ideel.

1914 dann sollte man das vorerst letzte Schützenfest vor dem großen Ersten Weltkrieg feiern. Von diesem Fest berichtet die Chronik eine kleine Anekdote, die wohl auch heute nichts von ihrer Frische verloren hat.

Weil keiner der Schützenbrüder den Königsschuß abgeben wollte, gedachte man beim Vereinsobersten Franz Jürgens-Barlag etwas nachzuhelfen. Beim 'Vogel' stand einer auf der Lcuer, bereit, denselben herunterzuziehen, sobald Georg Rolf das Zeichen dazu geben würde. Kaum legte der Oberst an, da riei Georg Rolf, leider zu laut: 'He schütt, he schütt!' - 'He schilt ju wat!' scholl es da wütend vom Schießstand her. Damit warf er verärgert die Büchse beiseite, doch Ironie des Schicksals, Georg Rolf gab den Königsschuß ab!

Bei diesem Schützenfest 1914 stellte sich auch erstmalig das HarderbergerTrommlerkorps der Öffentlichkeit vor. Es war vor allem auch der Wunsch von Gerhard Wefeler (der lange Iahre Vereinsvorsitzender war) einen eigenen Spielmannszug zu haben und so fing man klein an. Doch unter dem Dirigat des ersten Tambourmajors RudolfReinersmann machte man bald von sich Reden. Kein Schützenfest in der Gegend, keine festliche Gelegenheit zu der nicht auch unserTrommlerkorps angefordert wurde (Bild 28). Aus den ersten bescheidenen Anfängen wurde ein stattlicher Spielmannszug und die Tambourmajore Rudolf

Reinersmann, Iosef Voigt (Bild 27), Theodor Sieme und Willi Schapp führten die Spielleute in den Iahren 192 1 bis 1936 von Erfolg zu Erfolg.

Viele Histörchen undAnekdoten gibt es um die 'Knüppeljungs', wie ...

20 Der alte Bauernhof'Grothaus Ende der 1920er Jahre.

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