Harderberg in alten Ansichten/90 Jahre aus über 900

Harderberg in alten Ansichten/90 Jahre aus über 900

Auteur
:   Dipl. Thed. Thomas Nuxoll
Gemeente
:   Harderberg
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6291-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Harderberg in alten Ansichten/90 Jahre aus über 900'

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· .. die Mitglieder des Spielmannszuges liebevoll genannt wurden, doch diese eine will ich hier kurz berichten: Als drei der 'Spielmöpse' nach Osnabrück zogen, um dort die große Pauke für den Zug zu kaufen, wurden sie von den übrigen Knüppeljungs in Nahne erwartet und empfangen.Von dort ging es weiter zur Kiffe, wo es zur Feier des Tages 'Piärbraoniäten' (Pferdebratenessen) gab. Plötzlich öffnete sich dieTür zum Saal und zum großen Spaß aller kam Fräulein Elisabeth Uenemeyer auf ihrem Pony hereingeritten.

Während des Ersten Weltkrieges ruhten aus verständlichen Gründen alle festlichen Aktivitäten des Vereins. Viele Schützenbrüder wurden zu den Waffen gerufen und im [ahr 191 5 mußte Schützenkönig Georg Ralf sein Leben lassen. Erst im Iahre 192 1 begann man wieder Schützenfeste zu feiern. Heinrich Mindrup errang die Königswürde und erwählte sich Elisabeth Vogt zu seiner Königin (Bild 12). Seit diesem ersten Nachkriegsschützenfest gedachte man bei jedem Zapfenstreich der Gefallenen. Seit dem Iahre 1930 tat man dies am Harderberger Kriegerehrenmal, das am 26. Oktober 1930 eingeweiht wurde (Bild 19). Das [ahr 1933 brachte auch für Harderberg die Machtergreifung durch die Nationalsozialisten. Noch ahnte niemand was kommen sollte, doch das [ahr 1936 brachte das jähe und plötzliche 'Aus' für die Harderberger Schützen, so wie für alle Vereine. Gleichschaltung hieß das Zauberwort und meinte doch die Vernichtung aller Tradition. Ein schwarzes jahr für den Verein. Die Nationalsozialisten verlangten die Herausgabe der Vereinsfahne, der Königskette, aller Waffen, der Säbel unserer Vereinsoffiziere, sowie aller anderen Insignien des Offizierskorps, die Ab-

gabe aller Unterlagen, allen Schriftgutes, desVereinsarchives sowie auch die Übereignung aller Instrumente und Ausstattungsgegenstände unseres Spielmannszuges ...

21 SchützenkönigTheodor Sieme mit seiner Königin Frau Möllenkamp, 1936/37. Auf diesem Bild ist die alte (in dieser Form nicht mehr erhaltene) Königskette des Schützenvereins gut zu erkennen.

· .. Alle Besitztümer des Vereines wurden nach Nahne verbracht, wo die Nazis eine Stelle eingerichtet harten, um Vereinsbesitzungen zu sarnmeln, denn das Schicksal der Auflösung teilten die Harderberger Schützen mit vielen anderen Vereinen.

Damit ist nunmehr auch klar, warum die ersten dreißig Iahre des Vereins fast völlig irn Dunkeln liegen. Fast nichts ist aus den Gründertagen geblieben außer den Erinnerungen, die die Chronisten desVereins so sorgsam gesammelt haben und derTeile der alten Königskette, mit deren Schicksal ich mich ja schon beschäftigt habe. Wohl für immer verschollen bleiben die prächtige Vereinsfahne und das gesamte Schrifttum des Vereins aus den [ahren 1906-1936. Doch manelimal hilft auch 'Kommissar Zufall' und läßt das eine oder andere Kleinod auftauchen; so fand der derzeitige Vereinsvorsitzende und Ehrenmitglied der Harderberger Schützen, Konrad Weber, eines Tages bei einem Waldspaziergang in der Nähe seines Hauses, einen der dort wohl im Waldboden vergrabenen Offizierssäbel unseres Schützenvereins. Vermodert und verrostet stellt er sicher keinen materiellen Wert dar, aber seine ideelle Bedeutung ist dafür um so höher einzuschätzen. So lag also der Harderberger Schûtzenverein von 1653, gegründet 1906, kaum dreißig Iahre später schon wieder darnieder.

Der Zweite Weltkrieg kam, auch für Harderberg, und viele harte Iahre gingen ins Land. Als der Zweite Weltkrieg 1945 endete war Deutschland verwüstet und besetzt. Die natlonalsozialistische Diktatur hatte ein gewaltsames Ende gefunden. Deutschland war von dieser menschenverachtenden Ideologie befreit. Die Siegermächte Sowjetunion, Frankreich, England und USA

hielten Deutschland besetzt. Wiederum waren Vereine verboten, es sei denn, sie dienten dem demokratischen Aufbau einer neuen Gesellschaft in Deutschland. So war es bis zum [ahr 1948, aber es sollte noch bis 1952 dauern, als einige beherzte Männer ...

22 Auf diesem Bild ist die alte Bäckerei Rolf an der Dorfstraße um etwa 1910 zu sehen,

· .. die Initiative ergriffen und sich daran machten wiederum in der Schenkwirtschaft Werkmeister den Schützenverein Harderberg ins Leben zu rufen.

Im Sommer 1952 fanden sich folgende Getreuen der 'Alten Garde' zusammen: HansWöstmann, Heinrich Reinkemeyer, RudolfReinersmann, Hans Wessenberg, Kurt Haunhorst, Fritz Beermann, Heinz Möllenkamp und Mathias Werkmeister. Man traf sich zusammen mit den ehemaligen Mitgliedern der Schûtzenvereingesellschaft Oesede-Harderberg, die parallel zum Schûtzenverein bestanden hatte und ebenfalls 1936 aufgelöst wurden. Beide Gruppen taten sich zusammen und gründeten die 'Schützengesellschaft Harderberg von 1653'. Am 1. Juli 1952 hatte der Verein schon 52 Mitglieder. Unter ihnen finden sich auch verdiente Veteranen der allerersten Stunde, Wilhelm Brinkmann, Heinrich Wessenberg, Theo Sieme, JosefSieme, David Osterbrink, Gerhard Ralf, Eberhard Sundermann und MaWas Kohstall, sowie die Ehrenmitglieder Heinrich Nobbe, Johann Bolduin, Georg Reinkemeyer und Franz Krützkamp.

Fritz Beermann wurde Vorsitzender und im gleichen Iahr feierte man das erste Schützenfest auf dem Harderberg nach dem Zweiten Weltkrieg. HansWöstmann gelang der Königsschuß und wurde somit als Hans H. sozusagen der erste Harderberger Schützenkönig der 'Neuzelt'.

Im September 1952 traf man sich zu einer außerordentlichen Generalversammlung und benannte den Verein in 'Schützenverein Harderberg von 1653' um. Gleichzeitig mit dem wiedererstandenen Schützenverein betrieb vor allem der König die Wiederbelebung des Spielmannszuges. Es gelang zunächst wieder

ein Trommierkorps aufzustellen, immerhin mit einer Stärke von dreißig Mann! Tambourmajor wurde wie schon einmal Willi Schapp aus Georgsmarienhütte-Freudental. Er gab den Spielern die nötige Grundausbildung, auf dieTambourmajorWaldemar Baumann aufbauen konnte. Etliche Pokale und Urkunden von nationalen und internationalen ...

23 Nicht nur stattliche Bauernhöfe gehörten zum Bild Harderbergs, wie das Haus Brüggemann-Igelbrink an der Dorfstraße beweist, Heute steht hier eine Filiale der Kreissparkasse Osnabrück.

· .. Trommlerwettstreiten zeugen von der Güte und Rührigkeit des Spielmannszuges, dessen Trommierkorps zeitweise auch ein Fanfarenzug angehörte.

Im Frühjahr 1953 kam es zur Spaltung desVereins. Die Mitglieder der ehemaligen Schützengesellschaft Oesede-Harderberg trennten sich vom Verein, um wieder selbständig zu sein. Es gab also wieder zwei Schützenvereinigungen in Harderberg. (Heute besteht freilich nur noch der Schützenverein von 1 653. Die Schützengesellschaft ist aufgelöst. Deren Königsketten werden heute im Heimatmuseum 'Villa Stahmer' in Oesede aufbewahrt! T.N.). Neuer ersterVorsitzender wurde Mathias Korte, der den Verein durch ein großes Jubeljahr zu führen harte, denn man gedachte (wie schon erwähnt) im Iahre 1953 der ersten Schießübungen auf dem Harderberg vor dreihundert Iahren, Damit verbunden gedachte man der 300jährigen Zugehörigkeit der Harderberger zur Schützengilde St. Iohann, Osnabrück. Vom 8.-10. August feierte man also das Iubelschützenfest zusammen mit vielen befreundeten Vereinen aus der Stadt und dem Landkreis Osnabrück. Großherzige Spenden hatten es möglich gemacht, daß man bei diesem Fest auch eine neue Vereinsfahne weihen konnte, Diese neue Falme zeigt auf der einen Seite die Gerrnania, umgeben mit dem Vers: 'Fest sei die Hand und klar der Blick - Verlaß Dich nicht allein aufs Glück,' Auf der anderen Seite zeigt die Fahne in der Mitte den alten Bauernhof Avermann umgeben mit Symbolen, die für die Zusammensetzung der Harderberger Bevölkerung stehen: Der Pflug für den Bauernstand, der Hammer für das Handwerk, der Äskulapstab für die Medizin und Wissenschaft und das Zalmrad für die In-

dustrie. Dazu noch die [ahreszahlen 1653, für die ersten urkundlich erwähnten Schießübungen auf dem Harderberg, 1906, für die Erstgründung des Schützenvereins, 1952, für die WiederbegrÜl1dung des Vereins. und 1953, ...

24 Der Zweite Weltkrieg war auch an Harderberg nicht vorübergegangen, doch schon im jahre 1949 konnte man das Erntedankfest mit einem schönen Umzug durch das Dorf begehen.

... für die 300-Jahr-Feier des Harderberger Schûtzenwesens und zugleich die Weihe der Fahne selbst.

In festlichem Zug harte man die neue Fahne, noch verhûllt, mitgetragen vom Kriegerehrenmal zum Festplatz, wo sie dann in feierlicher Weise geweiht und dem Verein übergeben wurde (Bild 38).Jubelkönig HansWöstmann stiftere eine goldene '300' für die Fahne und Königin Elisabeth heftete das von den Damen des Vereins gestiftete Fahnenband an die Fahne. Der Text auf dem Fahnenband lautet: 'Schlägt ein Schützenherz in Deiner Brust, Deutsche Treue, Deutsche Tugend bleiben muß!' Auf der anderen Seite:' 1653-1906--300--1952-1953 Gewidmet von den Damen desVereins 9.8.1953.'

Seit diesem Jubelschützenfest - man mag kaum glauben, daß es auch schon wieder über vierzig Iahre her sein soll- gehört der Montag in der Festfolge den Kindern. Damals schossen die Jungen ihren König rnit dem Luftgewehr aus und die Mädchen fanden die Königin beim 'Vogelstechen' . Schützenkönig Hans 11. Wöstmann suftete für den Kinderkönig die Königskette und Königin Elisabeth für die Kinderkönigin das Diadem. Die ersten beiden, die die neuen Insignien der Kindermajestäten tragen durften waren [osef Holtgreve und Karola Pörtner.

Das Iahr 1954 brachtenachdemereignisreichenJahr 1953 wieder Ruhe in den Verein. Vorsitzender Mathias Korte gab sein Amt ab an Heinrich Wessenberg junior und wurde Ehrenpräsident.

Nach der Trennung von der Schützengesellschaft Oesede-Harderberg wählte derVerein die Kiffe zum Vereinslokal. Da der etwa 1910 erbaute Schießstand der Kiffe aber fast völlig verfal-

len war schoß man den Vogel vorerst weiterhin bei Werkmeister ab. Dies tat man in der ersten Vereinsjahren noch mit Scheibenbüchsen, von denen derVerein drei besaß, später nahm man Militärgewehre, die die Firma Scholz leihweise zur Verfügung stellte. Beim Schützenfest 1955 konnte dann namens des Osnabrücker Schützengaus der Kreisschützenführer Fritz Bullerdiek, Natbergen, den Harderberger Schützen ihren neuen Schießstand übergeben ....

25 Auch dieses Bild stammt vom Erntedankumzug 1949. Es zeigtTheodor Sieme auf seinem lustig geschmückten Lieferwagen.

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