Harzgerode in alten Ansichten

Harzgerode in alten Ansichten

Auteur
:   Heinz Mente
Gemeente
:   Harzgerode
Provincie
:   Sachsen-Anhalt
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5397-3
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Harzgerode in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Wenn man die Harzkarte betrachtet, kann kein Zweifel darüber aufkommen, daß Harzgerode mit seinen Ortsteilen Silberhütte, Alexisbad und Mägdesprung eine Zentralfunktionim Ostharzraum besitzt und zukommt. Sein Name aber, auch wenn die erste Vermutung sehr nahe liegt. hat nichts mit dem Harz zu run, was aus der Schreibung 'Hasacanroth' vom Jahre 994 sofort ersichtlich wird. Noch 1637 schreibt man 'Hatzkerode'.

Alles um den Siedlungsursprung liegt noch irn Dunkel. Er geht aber rnit Sicherheit zurück in das 10. Jahrhundert, die Zeit der Ottonen, die hohe Zeit der kaiserlichen Jagdhöfe im Harz, dem alten Reichbannforst. Und so war es auch der nachmalige Kaiser Otto HL, der im Jahre 993 dem hier begüterten Reichskloster Nienburg an der Saale für dessen Tochterkloster Hagenrode im Selketal, nahe Alexisbad, das Münz-, Markt- und Zollrecht urkundlich verlieh. Dieser bedeutende Rechtsakt steht fast arn Anfang der Geschichte Harzgerodes, denn hier in der klösterlichen Siedlung kamen diese Rechte zur praktischen Urnsetzung, noch ein Jahr früher als im heute bedeutenderen Quedlinburg. Als Bernhard H. von Anhalt 1316 unter anderem die Belehnung mit der Vogtei über Harzgerode erhielt, erfuhr die Stadt ihre feste Einbindung in den sich entwickelnden feudalen Territorialstaat Anhalt, in dem es bis 1918 verblieb. Lediglich die 1398 beginnenden Verpfändungen, die in wechselvoller Folge bis 1535 andauerten, stellten die Zugehörigkeit zurn Fürstenturn und späteren Herzogtum Anhalt ernsthaft in Frage.

Schon 1338 wird Harzgerode als 'staf erwähnt. Das früheste Stadtprivilegium von 1381 finden wir in dern von 1503 wieder. Ausdruck der städtischen Würde ist auch das früheste bekannte Stadtsiegel, das man in das 14. Jahrhundert datiert und das bereits die Züge des heute noch gültigen Stadtwappens trägt. Wenn am Anfang des Wirtschaftslebens die Landwirtschaft, etwas Handwerk, Gewerbe und Handel gestanden haben , so wurde doch schon früh der Bergbau zum dominierenden Element und blieb es bis ins 19. Jahrhundert. So gibt es 1538 eine fürstliche Bergfreiheit, die zur ersten Stadterweiterung führte, nämlich der sogenannten Freiheit.

1539 ließen die Fürsten in der hiesigen Münzstätte die ersten anhaltischen Taler aus dem im eigenen Bergrevier geförderten Silber prägen. Harzgerode erweitert sich 1688 um die 'Augustenstadt' und 1695 um die Bergstadt, hat vier Stadttore und eine Pforte. Eine Landesteilung läßt Harzgerode von 1635 bis 1709 sogar zur Residenzstadt der Fürsten von Auhalt-Bernburg-Harzgerode werden, mit vielen Eigenständigkcitsmerkrnalen bis zum ausgebildeten Hofstaat hin.

Ein Beweis für die wirtschaftliche Bedeutung des Bergbaues, auch in dieser Zeit, sind die neu entstehenden Ortsteile Silberhütte und Mägdesprung. Die Verhuttung und Weiterverarbeitung der Eisenerze lokalisierten sich 1646 endgültig in Mägdesprung. Mit der Silberhütte für die Bunt- und Edelmetallverhüttung entsteht 1693 dieser gleichnamige Ortsteil. Der heute dort noch bedeutende pyrotechnische Betrieb nahm ebentalls hier

1790 seinen Anfang mit der Sprengpulverproduktion für den Bergbau. Und wenn Alexisbad auch erst 1810 entsteht, so ist das auf den dortigen Bergbau der früheren Jahrhunderte zurückzuführen. Die aus den verlassenen Stollen fließenden mineralhaltigen Wässer gaben die Grundlage für den späteren Bäder-, Brunnen- und damit Kurbetrieb her, dessen bescheidene Anfänge bis 1767 zurückreichen.

Die geologischen Besonderheiten unserer Region, die gerade heute auch viele Hobbygeologen und -rnineralogen anziehen, bedingten zusammen mit anderen Faktoren ein fortwährendes Auf und Ab im Montanwesen , das durch seine Dominanz folglich alle anderen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Bereiche so oder so beeinflußte. Das Bergfest von 1862 auf der 'Hoffnung Gottes' war eigentlich auch die 'Abschlußfeier' für den Harzgeröder Bergbau, wenn man von unbedeutenden Arbeiten in den Folgejahren absieht.

Die metallverarbeitende Industrie hingegen blieb ... bis in unsere Tage ein tragendes Wirtschaftselernent. Schon ohne bergbauliche Grundlage konnte 1873 noch das Eisenwerk L. Meyer jun. und Co. gegründet werden. 1882 kam eine Kunstblumenfabrik dazu, die vielen Harzgerödern auch Heimarbeit verschaffte. Die Verbesserung der Kommunikation als eine Säule modernen Wirtschaftslebens und Verkehrs bot sich mit der Einrichtung der Telegrafendienststelle 1873 und dem Stadtfernsprecherbetrieb 1898. Mit dem ersten Juli 1888 hatte Harzgerode dann auch Bahnanschluß. Für 1871 wird auch ein

'Harzgeröder Wochenblatt' erwähnt , der spätere 'Harzer Bote'.

Die Separation von 1859 ebnete vielen Einwohnern den Weg zu mehr oder überhaupt eigener landwirtschaftlicher Nutzfläche und ließ das Ackerbürgertum entstehen. Der Forstwirtschaft kam schließlich mit dem Bergbau und den Schmelzhütten sowieso große Bedeutung zu.

Wenn Harzgerode heute einen relativ geringcri Bestand an Baudenkmälern höheren Alters hat, so ist dies vielen verheerenden Großbränden geschuldet. Der erste bekannte Großbrand wütete 1500. Es folgten die Brände von 1635, 1659 und 1722. Der von 1817 beschloß diesen vernichtenden Reigen. Der Grundriß des ummauerten Stadtkerns, teils auch der Vorstädte, blieb aber im wesentlichen bis heute erhalten.

Einige bedcutende Persönlichkeiten haben zeitweilig hier gewirkt oder gelebt; so Johann Carl Eckenberg, der Kraftakrobat. Wilhelm von Kügelgen ist auch mit Alexisbad verbunden. Der Name des Hüttenrnannes und Mineralogen Johann Ludwig Carl Zineken ist mit Mägdesprung untrennbar verknüpft. Carl Friedrich Christian Mohs bcschäftigtc sich als Bergkadett schon 1801 mit dem späteren Erbstollenprojekt. Schließlich wurde auch der Montanindustrielle Carl Adolph Riebeck durch seine Jugendjahre in Harzgerode mitgcprägt.

Die politische Wende von 1989 veränderte auch das quasi-traditionelle Erwerbsleben. So ist nun der Frerndenverkehr hierfür zum Hoffnungsträger geworden.

Harzeerode vom Fluqz euq aus

1. Eine der ältesten Luftaufnahmen zeigt den Ostteil des Stadtkerns mit den markanten Zügen der Mittel-, Unter- und Münzstraße.

2. Dieses Bild zeigt den Stadtkern von Südwesten mit dem Markt, der Kirche und der Schule. Letztere wurde in ihren alteren Teilen 1842 auf der Stelle einer bescheideneren 'Vorgängerin' erbaut. Am oberen Bildrand ist der 1895 bis 1910 erbaute Teil der Lindenstraße zu sehen. Die angrenzenden Ackerflächen lassen die noch typische kleinwirtschaftliche Fluraufteilung erkennen.

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Marktplatz.

3. Die älteste bekannte Ansichtskarte vom Marktplatz vermittelt einen authentischen Eindruck aus der Zeit kurz vor dem Rathausneubau 1900. Neben dem erkergeschmückten Rathausgiebel erhebt sich der Ratskellerbau mit einer vielbesuchten Gaststätte der damaligen Zeit, gefolgt vom Kälberschen Haus, damals das führende Konfektionshaus in der Stadt. Links im Bild die Gemischtwarenhandlung von Julius Köhler, der seine Kunden auch in den umliegenden Dörfern hatte und wegen seiner Kauzigkeit in gedruckte Anekdoten einging.

17.-18. Jahrhundert 19. Jahrhundert 20. Jahrhundert

Dos Rothous von Horzgerode im WO!'"'Idel der Johrhunderte.

4. Dem Brand, der 1635 'durch Verwahrlosung eines bösen Buben' ausbrach, fiel auch das Rathaus zum Opfer. Es wurde 1639 neu aufgebaut und hat 1710 noch drei Türme gehabt. Im Jahre 1854 besaß es nur noch einen Turm, der der Erweiterung der Straße geopfert wurde. Bis ins 19. Jahrhundert hielten das Forstamt, die Bergwerkskommission und das Justizamt hier ihre Sitzungen ab. Damals bestand der Magistrat aus einem Bürgermeister, zwei Kämmerern und einem Stadtschreiber,

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Harzgerode

Rathaus

6. Mit der Jahrhundertwende begarmen viele neue Errungenschaften wirksam zu werden, so unter anderem der Bau der zentralen Trinkwasserleitung. Die Süddeutschen Wasserwerke , Nürnberg, als Hauptauftragnehmer stifteten der Stadt nach Fertigstellung aller Anlagen 1906 den Marktbrunnen. Er geht auf einen Entwurf des damals in Harzgerode ansässigen Bildhauers IJlinger zurück. 1939 mußte er dem schmucklosen Kandelaber weichen.

7. Den Westabschluß des Marktes bilden Ackerbürgergrundstücke. Einer der Besitzer, Fritz Stumme, war im Nebenerwerb Pulverfahrer für die Pulverfabrik I.F. Eisfeldt, Silberhütte. In seinem Hause eröffnete in den dreißiger Jahren eine Firma ein Filialgeschäft für Kaffee etc.

Harzgerode

Marktplatz.

8. Im Jahre 1491 belehnte der Abt von Nienburg die Gebrüder von Röder und von Harz mit einem Haus am Markt. An der Stelle des wohl auch durch Brände vernichteten Sattelhofes entstand im 18. Jahrhundert der heutige, schmucke Fachwerkbau, der mit dem rechts im Bild stehenden ehemaligen Bergfaktoreigebäude stilistisch ein Ensemble bildet. Aus der Faktorei entstand die erwähnte spätere Gemischtwarenhandlung von Julius Köhler.

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