Hattingen in alten Ansichten

Hattingen in alten Ansichten

Auteur
:   Erna und Angela Beisken
Gemeente
:   Hattingen
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4517-6
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Hattingen in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Am südlichen Rand des Ruhrgebiets, hart an der Grenze zum Rheinland, liegt die Stadt Hattingen. Von den Städten Essen, Bochum, Witten und Wuppertal eingerahmt und doch auch vom Hattinger Hügelland umgeben, ist hier der Kontrast zwischen industrieller Entwicklung und ländlichem Gefüge noch deutlich spürbar. Während in den Gemeinden Elfringhausen, Stüter und Bredenscheid die Landwirtschaft noch einige Bedeutung hat, bildet zum Ruhrtal hin die Industrie die Lebensgrundlage der Bevölkerung. Der Bergbau, zu Beginn des Jahrhunderts im Hattinger Raum ein wichtiger Wirtschaftsfaktor , wird nun schon seit über fünfzehn Jahren nicht mehr betrieben. Auch die Schwerindustrie, bis vor einiger Zeit Ursache des raschen Bevölkerungswachtums, verliert in letzter Zeit immer mehr an Gewicht.

Eine solche Entwicklung ist keine neue Erscheinung in der Geschichte der Stadt Hattingen. In den letzten Jahrhunderten sind hier immer wieder neue Wirtschaftszweige entstanden, die auch bald zu hoher Blüte kamen, doch nach einiger Zeit, bedingt durch äußere Einflüsse , einen raschen Niedergang erlebten. Dementsprechend setzte sich auch jeweils die Bevölkerung zusammen: zum einen gab es eine große Zahl von zu- und abwandernden Facharbeitern, zum anderen finden sich in den Urkunden der Stadt über mehrere Jahrhunderte hinweg die Namen

der alteingesessenen Bürgerfamilien.

Seit Beginn des 19. Jahrhunderts haben sich die Grenzen der Stadt erheblich ausgedehnt. Im Zuge der Industrialisierung sind neue Ortsteile entstanden, neue Straßenzüge ergaben sich aus der regen Bautätigkeit der Jahrhundertwende. Der mittelalterliche Ortskern war davon jedoch kaum betroffen. Erst der Bombenangriff auf die Henrichshütte im Jahre 1945leitete die Veränderungen in der Altstadt ein: mehrere Stadtviertel wurden dabei vollständig zerstört.

Die beiden folgenden Jahrzehnte waren geprägt von ausgiebigen Sanierungsmaßnahmen; dem Bau neuer Wohnund Geschäftsgebäude wurden einige alte Häuserzeilen geopfert. Nur dem Engagement der Denkmalschützer und dem Interesse der Bürger an der Geschichte des Ortes ist es zu verdanken, daß dieser kleine Bildband nicht nur Vergangenes darstellt, sondern auch immer noch mit der Gegenwart vergleichbar ist.

Zum besseren Verständnis der Bildtexte soll nun in geraffter Form ein Überblick über die geschichtliche Entwicklung Hattingens gegeben werden.

Der Name des Ortes geht wahrscheinlich zurück auf den germanischen Volksstamm der Hattuarier, die um Christi Geburt an der mittleren Ruhr siedelten. Um 715 stoßen die Sachsen in diesen Raum vor. Nach der Eroberung des

Gebietes durch Karl den Großen kommt es zur Gründung des Reichshofes Hattingen, einem Hofesverband mit etwa zwanzig Unterhöfen. Im Jahre 1005 überträgt Kaiser Heinrich 11. den Reichshof auf die Abtei Deutz bei Köln. Nach 1225 gewinnt die Siedlung Hattingen an Bedeutung, da der sogenannte kleine Hellweg durch den Ort führt. Um 1250 läßt der neue Landesherr, ein Graf von der Mark, in Hattingen Münzen prägen. 1396 wird dem Ort das Recht verliehen, Befestigungsanlagen zu bauen. Dieser Zeitpunkt gilt als die Erhebung der Siedlung zur Stadt. 1412 werden in Hattingen die Gilden gegründet. Der letzte große Brand vernichtet die Stadt im Jahre 1424. Nach dem Wiederaufbau verleiht der Landesherr 1435 das Privileg, einen Wochenmarkt abzuhalten, es folgen die Privilegien des Wägens, Bierbrauens und der Akziseeinnahme. Bis zum Ende des Dreißigjährigen Krieges wird die Stadt fünfmal von der Pest heimgesucht. Dennoch zeichnet sich die Zeit von 1576 bis 1650 durch rege Bautätigkeit aus.

Zu Beginn des 18. Jahrhunderts besteht die Stadt aus 267 Häusern. 1758 entgeht sie mit knapper Not der Brandschatzung durch die französische Besatzung. 1767 wird die Gilde der Feintuchmacher gegründet. Fünf Jahre später gibt es erstmals seit der Reformation wieder katholische Gottesdienste in Hattingen. 1810 endet auch in dieser Stadt das Mittelalter: der Bürgermeister Rautert veranlaßt

die Abtragung der Stadtmauern und die Einebnung der Gräben. Die Gilden werden aufgelößt und die allgemeine Gewerbefreiheit erklärt. Dies führt zum Zusammenbruch der Tuchindustrie und zur Verarmung eines großen Teils der Bevölkerung.

Im Zuge der industriellen Revolution wird 1854 die Henrichshütte gegründet. Dies ist auch die Entstehungszeit vieler öffentlicher Einrichtungen, zum Beispiel der Sparkasse , der Post, des Gaswerks und der Feuerwehr. Auch das neue Verkehrsmittel, die Dampflokomotive, erleichtert der Stadt den Weg in das 20. Jahrhundert.

Bei der Zusammenstellung dieses Bandes stellte sich oft das Problem, daß von einigen Straßenzügen reichlich, von anderen dagegen kaum Fotos vorhanden waren. Obwohl keine Vollständigkeit angestrebt war, haben wirversucht, möglichst viele Stadtgebiete abzudecken. Einige Bilder, besonders aus der Altstadt, werden dem Leser daher sicher schon bekannt sein. Für eventuelle Irrtümer im Text bitten wir um Verständnis - wir waren leider oft mit widersprüchlichen Aussagen konfrontiert. All denen, die uns bei unserer Arbeit unterstützt haben, sei hier herzlich gedankt.

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1. Diese alte Ansichtskarte wurde im Jahre 1899 auf den Postweg gebracht. Vom Winzer Berg über das Ruhrtal hinweg blickt man auf die Hattinger Altstadt, deren Kirchtürme hoch über die Dächer emporragen. Im Vordergrund, am Fuß des Berges, liegen die Gebäude der Maschinenfabrik Berninghaus, später Köppern, mit dem viereckigen Schornstein. Das Wohnhaus des Fabrikbesitzers, das am unteren Bildrand zu sehen ist, erhielt erst einige Zeit später ein Dachgeschoß, das an einer Ecke mit einem kleinen Zwiebelturm geschmückt war. - Als zufriedener Gast hat der Kartenschreiber das am Ruhrufer gelegene und zu Beginn des Jahrhunderts weit bekannte Hotel 'BeHa Riva' mit einem Strich gekennzeichnet.

2. Noch um 1930 lagen die Häuser der Stadt fast verborgen zwischen den Wäldern des Hattinger Hügellandes. Links sind das Gymnasium an der Bismarckstraße und der kaum bebaute Mühlenwinkel zu erkennen, darunter, am anderen Ufer, das ehemalige Gut Weile. Mühlenhaus und Getreidesilo von Birscheis Mühle erinnern mit ihren zinnengeschmückten Fassaden an den mittelalterlichen Rittersitz Cliff, der an dieser Stelle das Tal beherrschte. Auch die Ruhrbrücke hat eine lange Geschichte. Die erste steinerne Brücke, die im 14. Jahrhundert eine hölzerne ablöste, wurde im Dreißigjährigen Krieg zerstört. Ein Jahr danach starben 25 Menschen bei Kentern der eingesetzten Fähre, die Brücke wurde erst 35 Jahre später erneuert. Der jetzige Bau ist von 1885.

3. Das Haus Cliff, als wehrhafte Wohnburg am Steilufer der Ruhr nahe der Winzer Furt erbaut, wird schon im 13. Jahrhundert urkundlich erwähnt. 400 Jahre später erfolgte der Umbau zum Renaissanceschloß. Aus dieser Zeit stammt auch der alte Torbalken auf diesem Foto von 1920. Die Inschrift lautet: 'Mehr Tadlers als Künstlers. Ferd. Sig. Wenem. Freiherr von Heiden.' Im 18. Jahrhundert gerieten die derzeitigen Besitzer in finanzielle Nöte, sodaß der Rittersitz bald zur Ruine verfiel. Es wird erzählt, eine 'übermütige Herrin von Cliff, die sich gerühmt hatte, daß ihr Reichtum nie versiegen würde', sei später in der Hattinger Gegend als Bettlerin gesehen worden.

4. Die Villa 'Bella Riva' an der Schleusenstraße war um die Jahrhundertwende eine gut besuchte, vornehme Gaststätte. Ausflügler kamen von nah und fern, um sich bei gutem Wetter auf der offenen Veranda zu erfrischen. Große Bäume spendeten Schatten. Die günstige Lage direkt am Wasser gestattete den Gästen zahlreiche Vergnügungen: man konnte auf dem Leinpfad promenieren oder auch mit einem gemieteten Ruderboot eine kleine Fahrt entlang des Ruhrstrandes machen. Im Ersten Weltkrieg fanden in den Anlagen des Hauses oft Militärkonzerte statt. Bald danach blieben wegen der schlechten wirtschaftlichen Situation die Gäste aus und 1918 wurde das Gebäude dann zum Wohnhaus umgebaut.

Gruss aus Hattingen (Ruhr)

5. Auf dieser Karte wirken der Bahnhofsbau im Renaissance-Stil und die weitläufigen Gleisanlagen fast großstädtisch. Der erste Dampfzug fuhr am 15. Dezember 1869 von Steele nach Hattingen bis zur Henrichshütte. Mit gebührenden Feierlichkeiten wurde dieser bedeutende Tag in Anwesenheit der Vertreter der Märkischen Eisenbahngesellschaft und der Kreis- und Kommunalbehörden begangen. 1874 konnte man bis Herdecke- Vorhalle fahren. Zehn Jahre späterwar die Strecke nach Oberbarmen fertiggestellt. 1977 wurden die letzten Dampflokomotiven stillgelegt, nur der Museumszug der Ruhrtalbahn verkehrt manchmal noch auf der alten Strecke. - Ein Kuriosum am Rande: 1830 bewegte sich der erste deutsche Eisenbahnzug von Kupferdreh nach Nierenhof - von Pferden gezogen!

6. Früher mußten die Schüler noch selbst zur Walze greifen, um den Belag ihres Sportplatzes zu glätten. Im Hintergrund steht das damals noch neue Gaswerk an der Gasstraße. Vor 1861 kannte man in Hattingen keine Straßenbeleuchtung. Die erste Gasfabrik wurde an der Wülfingstraße auf dem Gelände der Gemeinde Winz erbaut. Die Finanzmittel wurden durch Gründung einer Aktiengesellschaft besorgt: eine Aktie war für 50 Taler zu haben. Am 18. Oktober 1861 brannten endlich die ersten Gaslaternen! Im Jahre 1878 ging das Werk in städtischen Besitz über, den Aktionären wurde ihr Kapital ausgezahlt. Die alte Fabrik bestand bis 1909, das neue Werk an der Gasstraße wurde in Betrieb genommen. 1926 stellte man die Erzeugung ein und bezog von nun an Ferngas.

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Bahnhofstr. IT it Reichsbank

7. Welch eine Prachtstraße zeigt dieses Bild. Die breiten Bürgersteige und Baumreihen verliehen der Bahnhofstraße um 1910 Alleecharakter. An den imposanten Bau der Reichsbank von 1908 im Vordergrund schließen sich das Haus des Kaufmanns Pott, das des Kaufmanns Schmitz und, als Eckhaus zur früheren Märkischen Straße, die Konditorei Küpper an. Drei Generationen lang betrieb die Familie dort eine Backstube mit Geschäft und Café. Die runde Turmhaube ist schon seit Jahrzehnten verschwunden. Hinter dem Eckhaus Schulte ist das kleinere Haus des Schmieds Hochstrate zu erkennen. Seine Werkstatt befand sich hinter dem Haus in einem separaten Gebäude.

8. Als in den Ietzten Jahren des 19. Jahrhunderts beschlossen wurde, das Kreishaus an der Bahnhofstraße beträchtlich zu erweitern und sogar mit einem Turm zu versehen, mußte das benachbarte Haus des Gerichtsvollziehers Johann Schulte dem Neubau weichen. Als Ersatz erhielt dieser ein anderes Grundstück an derselben Straße und baute im Jahr 1900 das hier abgebildete Haus. Im Erdgeschoß wurde 1906 die 'Hattinger Bank' durch Friedrich Hethey gegründet, zwei J ahre später eröffnete der Metzgermeister Paul Schulte dort sein Geschäft. Den spitzen Turm hat das Haus wegen seiner Reparaturanfälligkeit eingebüßt. Der Garten zeugt noch heute vom Stil der Jahrhundertwende mit seinen Beeteinfassungen und den alten Bäumen.

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