Hattingen in alten Ansichten

Hattingen in alten Ansichten

Auteur
:   Erna und Angela Beisken
Gemeente
:   Hattingen
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4517-6
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Hattingen in alten Ansichten'

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9. In den zwanziger Jahren war es noch üblich, das in Essen auf dem Großviehmarkt gekaufte Schlachtvieh durch den Metzgergesellen oder Gehilfen an der Leine vom Bahnhof zum Schlachthaus zu führen. Dem Bau eines Schlachthofes in Hattingen gingen jahrelange Diskussionen und zahlreiche Ratssitzungen voraus. Im Jahre 1894 kam es dann zum 'mustergültigen Projekt'. Es wurde für den Standort das Ende der Kreisstraße gewählt. Einen Standort in der Innenstadt lehnten die Metzger mit der Begründung ab, 'es würde für das Vieh eine große Quälerei sein, wenn dasselbe vom Bahnhof aus über das Pflaster der Stadt nach der entgegengesetzten Seite getrieben werden müßte'.

Hattingen, Ruhr

Bahnhofstraf)e

10. Diese Postkarte von 1918 zeigt das geruhsame Verkehrsleben auf der Bahnhofstraße. Friedlich bewegen sich Straßenbahn und Pferdefuhrwerke nebeneinander. Der Wagen 156 hält vor dem Amt Hattingen Land - heute Teil der Stadtverwaltung - ehe er seine Fahrt nach Heme fortsetzt. Der klassizistische Bau von 1878 links und seine 1899 errichtete Erweiterung rechts daneben wurden zunächst als Hotel genutzt. Der schöne Biergarten, auf den ein Schild hinweist, war stadtbekannt. Ab 1921 waren beide Häuser Sitz der Finanzverwaltung, 1968 gingen sie in das Eigentum eines Fabrikanten über, der hier vor kurzer Zeit einen Neubau errichtete.

11. Mit der Gründung des Kreises Hattingen im Juli des Jahres 1885 entstand die Notwendigkeit eines Verwaltungsgebäudes. Dazu erwarb man ein Grundstück auf der Bahnhofstraße. Von dem imposanten Bau rechts im Bild stand damals bereits der linke Teil, der Turm wurde später angebaut. Das nächste Gebäude auf dieser Seite, die Villa des Fabrikanten Weygand von 1910, wurde zur Repräsentation errichtet. Das eigentliche Wohnhaus der Familie war das Nachbarhaus, das seit 1964 als Gemeindehaus der katholischen Kirche dient, deren kupferner Turmhelm dahinter sichtbar ist. Schmiedeeiserne Gitter trennen die Vorgärten der Weygandschen Besitzung vom breiten Bürgersteig. Der 'Jägerhof' des Herrn Böttcher, links im Bild, mußte dem Ausbau der Wülfingstraße weichen.

12. Dieses Erinnerungsfoto aus dem Jahre 1896 zeigt die unteren Klassen der katholischen Volksschule an der Bahnhofstraße, der späteren Weiltorschule. Erst seit 1788 gab es eine katholische Kirche in Hattingen. Neben dieser wurde um 1820 eine Schule eingerichtet, deren Schüler vorher die evangelische Schule am Kirchplatz besucht haben. Da die Gemeinde rasch wuchs, reichte der Raum in der alten Kirche nicht mehr aus. Ein großes Gotteshaus wurde an der Bahnhofstraße im neu-gotischen Stil errichtet und im Oktober 1870 geweiht. Wenig später entstand der neue Schulbau hinter der Kirche, der 1887 durch ein zweites Gebäude erweitert werden mußte. - Welch' mißmutigen Ausdruck zeigen die Gesichter der Mädchen, die für den Fotografen minutenlang stillhalten sollten!

13. Um 1910 bot sich dem Fotografen am Ende der Bahnhofstraße dieser Anblick. Der 'Westfälische Hof rechts hatte damals noch den Seiteneingang mit Treppe. Im Hintergrund sieht man das Geschäftshaus Beissner und darüber die Helme der St.-Georgs- und der Johanniskirche. Die Fassade des 'Trarbacher Hofes' ist links daneben zur Hälfte sichtbar. Das Backsteingebäude im Vordergrund wurde von der Post im Jahre 1890 erbaut, als das alte Postamt an der Poststraße den wachsenden Anforderungen nicht mehr entsprach. Man hißte damals noch die schwarz-weiß-rote Fahne. Ab 1908 wurde hier der Telefondienst rund um die Uhr versehen.

14. Diese festlich geschmückte Postkutsche fährt zum letzten Mal durch Hattingen! Aus der Geschichte der Post erfahren wir, daß im Jahre 1732 die 'Königlichen Post -Bothen' zwischen Hattingen, Bochum und Essen regelmäßig tätig waren. 1833 verkehrte eine Fahrpost dreimal wöchentlich zwischen Elberfeld und Hattingen. In dreißig Minuten zogen die Pferde eine Kutsche aus der Stadt nach Blankenstein. Der letzte posteigene Wagen fuhr 1885. Von da an wurden Pferde und Fuhrwerke von privaten Unternehmern zur Verfügung gestellt. 1931- aus diesem Jahr stammt das Bild -löste das Motorfahrzeug die Pferdekutsche endgültig ab.

15. Im Jahre 1931 fand eine große Feier mit festlichem Umzug zum 'Abschied von der Pferdepost' statt. Auf dem Hof des Postgebäudes in der Bahnhofstraße wurde der Fuhrunternehmer Reichenbach, der in den letzten Jahren die Fahrzeuge zur Verfügung gestellt hatte, mit großem Zeremoniell verabschiedet. Die Bediensteten der Post und zahlreiche Honoratioren der Stadt hatten sich hier versammelt. Man hielt die üblichen Ansprachen, die Schülerin Else Bach trug ein Gedicht vor. Anschließend formierte sich der Zug zur großen Ehrenrunde durch die Stadt.

16. Hier ist nun der Umzug von 1931 zu sehen. Eine große Menschenmenge begleitet die Reiter und Kutschen. Ein Plakat wird mitgeführt: 'Das alte fällt, es ändern sich die Zeiten und neues Leben blüht aus den Ruinen.' - Das Haus Beissner im Hintergrund zeigt zu dieser Zeit eine neue Fassade. Rechts im Bild ist der Bruchsteinbau des 'Westfälischen Hofes' zu sehen. Hier fand am 15. Dezember 1869 ein festliches Diner anläßlich der Einweihung der Eisenbahnlinie statt. Auf der eigens hierfür gedruckten Speisekarte waren Austern, Schildkrötensuppe und Aal in Gelee zu finden. Als Hauptgericht konnte man wählen zwischen Zunge mit Teltower Rübchen, Puter in Gelee mit Sauce à la Diabie und Ente mit Pflaumen. Den Abschluß bildete Plumpudding oder Schaumsoße.

17. Die August-Bebel-Straße, heutige Westtangente, ist nicht mehr wiederzuerkennen. Um 1930 gab es hier kaum Verkehr. Am rechten Bildrand steht das große Haus der Eisen- und Haushaltswarenhandlung Waskönig. Das Geschäft von Porbeck befand sich in dem hellen Gebäude vor Kopf. Links daneben sieht man das Eckhaus, indem J.e. Thöne lange Zeit Damen- und Herrenkonfektion anbot. Das Gebäude zum Vordergrund hin diente bis 1928 als Spritzenhaus der Feuerwehr. Als diese zum 60jährigen Jubiläum eine neue Unterkunft erhielt, wurde der hohe Steigerturm abgebrochen und das Haus zu Wohnzwecken umgebaut. Durch die Weygandschen Wiesen links führte eine kleine Rotdom-Allee, die die Brennerei mit dem Wohnhaus an der Bahnhofstraße verband.

18. Im August 1868 gab ein heftiger Brand aufWeygandschem Gelände, der nur unter großen Mühen gelöscht werden konnte, den Anstoß zur Gründung der Freiwilligen Feuerwehr. Diese mußte jedoch noch jahrelang mit primitivster Ausrüstung arbeiten, da die Stadtvertretung nicht bereit war, Geldmittel zur Verfügung zu stellen. Ein Zitat aus dem Sitzungsprotokoll: 'Das Institut wird für nicht zweckmäßig erachtet.' - Damals hielten es die alteingesessenen Hattinger Bürger für selbstverständlich, der Wehr anzugehören und so ihr Eigentum und das der Nachbarn zu schützen. Das Foto zeigt ein Löschfahrzeug, umgeben von einem Trupp 'Blauröcke' vor dem Ersten Weltkrieg.

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