Hattingen in alten Ansichten

Hattingen in alten Ansichten

Auteur
:   Erna und Angela Beisken
Gemeente
:   Hattingen
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4517-6
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Hattingen in alten Ansichten'

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49. Auch dies ist eine Aufnahme aus der Wasserstraße, sie zeigt denselben Festzug wie das Bild vorher. Die Schützenbrüder mit Hauptmann Schulte an der Spitze marschieren im Gleichschritt über das Pflaster. Daß es sich um ein Schützenfest handelt, ist unwahrscheinlich. Der 'Schützenverein Hattingen' ging aus der 1403 gegründeten St.Georgs- und St.-Sebastians-Bruderschaft hervor, die religiös motiviert war. In den folgenden Jahrhunderten war die Vereinigung teilweise verboten oder in Vergessenheit geraten. Ein wichtiges kulturhistorisches Dokument ist die Schützenkette, die aus 16 Silberplaketten von Schützenkönigen aus drei Jahrhunderten und einem Anhänger, dem 'Schützenvogel' von 1574, zusammengesetzt ist.

50. Der Huck war ein altes Stadtviertel auf einer leichten Erhebung zwischen Bruchstraße, Flachsmarkt und Wasserstraße. In der Mitte des Bildes ist das Haus des Schmieds Bernhard Schlief zu sehen, heute steht dort das Möbelhaus Berg. Im Gebäude links nebenan befand sich früher einmal Heinrich Hellermanns Möbelgeschäft. Hinter diesen Gebäuden verläuft die Bruchstraße. Dieschlechte Wohnqualität in diesem Gebiet der Stadt hatte zur Folge, daß in den alten Fachwerkbauten vor allem die wenig begüterten, kinderreichen Familien wohnten. Das alte Viertel ist schon lange aus dem Stadtbild verschwunden.

51. Die Wasserstraße trug ihren Namen früher zu Recht. Mit dem Grundwasser der Emscherniederung konnte jedes Haus seinen eigenen Brunnen speisen. Bei starken Regenfällen wurden oft auch die Gebäude unter Wasser gesetzt. Auf dem Foto von etwa 1920 ist der Abschnitt vom Flachsmarkt bis zur Bruchstraße zu sehen. Die Pflasterung reichte bis an die Häuser heran und fiel in der Mitte zur tiefen Abflußrinne ab. Links das Haus mit der Treppe, das dem Landwirt Hugo Stracke gehört hatte, übernahm später der Kohlenhändler GrueI. Es folgen die Häuser des Heinrich Täschner, des Fritz Röhr und des Metzgers Kahn als Eckhaus zur Bruchstraße. Die Mitte bildet die Bäckerei Gustav Beckmanns, wo später das Kaufhaus Zettl untergebracht war.

52. Durch das Bruchtor zogen in alter Zeit die Handelsleute aus dem Bergischen mit ihren Fuhrwerken in die Stadt. Die Postkarte zeigt die Bruchstraße nach 1907, die Schienen der Bergischen Kleinbahn nach Langenberg sind bereits verlegt. Vor der Schweinemetzgerei Kahn biegt links die Wasserstraße ein. Der Barockgiebel im Hintergrund rechts gehörte zum Haus Ballauf, in dem die Lohgerberei Langensiepen untergebracht war. Davor liegt Schmitz Tabakladen , die Wirtschaft Vahrenholt und die Metzgerei Probst, gegenüber ist noch die Bäckerei Kappelhoff zu erwähnen. Der Inhaber der Drogerie W. Beckmann wurde um die Jahrhundertwende allgemein 'Winkelier' genannt. Dieses Wort mit der Bedeutung 'Ladenbesitzer' existiert heute noch in der niederländischen Sprache.

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53. Wenn man früher die Stadt über die Bruchstraße verlassen hatte, lag bald an der linken Seite ein Flurstück mit dem Namen 'Am toten Mann'. Hier könnte vor langer Zeit ein Mensch ums Leben gekommen sein, von dem man befürchtete, er könne den Lebenden als Wiedergänger gefährlich werden. - Folgt man weiter den Schienen der Bergischen Kleinbahn, so gelangt man in eine Niederung, die die Flurbezeichnung 'An der Lembeek' hat. An der Weggabelung führt links die alte Paßstraße über den Homberg nach Langenberg und rechts die neue Straße ohne große Steigung zum selben Ziel. Der Mergenbaumsche Kotten hatte seinen uralten Namen von einem Bildstock der Jungfrau Mariaalte Form: Merge - der einst in der Nähe aufgestellt war.

54. Das Foto zeigt ein fröhliches und feuchtes Fest der Freiwilligen Feuerwehr aus dem Jahre 1892. Das Fachwerkhaus, das den Männern als Tribüne dient, ist der Hof' An der Lembeek'. 1438 erstmals urkundlich erwähnt, ist er eine der ältesten Hofstellen der Hattinger Umgebung. Seit alters her hatte der Erbpächter das Recht, seine Schweine zur Herbstzeit in den nahen Eichenwäldern zu mästen. Die Flurbezeichnung entstand aus dem Namen des Baches Lembecke, der hier vom Schulenberg herabfloß und meist lehmiges Wasser der Ruhr zuführte. Der Bauernhof wurde 1927 vom Gemeinschaftswerk gekauft und bald danach zwecks der Erweiterung der Anlagen abgebrochen.

55. Das Gemeinschaftswerk war eine Gründung der Vereinigten Elektrizitätswerke und der Wuppertaler Stadtwerke. Mit dem Bau begann man 1910 am Ruhrufer auf einer Koppel, die vorher zum Weygandschen Besitz gehörte. Ende des Jahres 1912 wurde der Betrieb mit vier Dampfkesseln aufgenommen. Das Werk arbeitete lange Zeit auf Steinkohlenbasis. Um die 'schwarzen Diamanten' auf bequeme und billige Weise heranzuschaffen, baute man 1929 eine Seilbahn, die über Höhen und Täler zur Zeche Alte Haase in Sprockhövel führte. Erst sehr spät wurde auf Ferngas umgestellt. Das Bild zeigt den Bauzustand von 1920. Im März 1985 wurde das unrentabel gewordene Werk demontiert.

56. Von Norden kommend, macht das Flußbett der Ruhr am Fuß des Hombergs eine so starke Krümmung, daß das Wasser - wie das Bild zeigt - unterhalb des Isenberges wieder nach Norden zurückfließt. Im Jahre 1845 wurde hier ein Steinbruch angelegt. Um die Jahrhundertwende war der Abbau soweit fortgeschritten, daß der Berg zur Hälfte verschwunden war. Große Teile der auf dem Kamm befindlichen Burgruine rutschten damals zu Tal. Seit 1870 war der Steinbruch durch eine Pferdeeisenbahn mit dem Bahnhof Hattingen verbunden. 1889 erfolgte die Umstellung auf Dampfbetrieb. Auch eine Ziegelei wurde zu dieser Zeit eingerichtet. Der Weg nach Niederwenigern hat auf dem Bild noch keine Ähnlichkeit mit der heute gut ausgebauten Straße.

57. Die Isenburg wurde 1195 als Dynastenburg der Grafen von Isenberg hoch über dem Ruhrtal erbaut. Bereits dreißig Jahre später zerstörten Vasallen der Kölner Kirche die Anlage so gründlich, daß vom 30 Meter hohen Bergfried mit bis zu 10 Meter dieken Mauem nur die Fundamente übrig blieben. Dies war eine Vergeltungsmaßnahme für die Ermordung des Erzbischofs Engelbert durch Anhänger des Grafen Friedrich von Isenberg. Um 1860 war das Burggelände im Besitz des Hofbaumeisters Custodis, der sich dort ein Landhaus im romantisch-klassizistischen Stil baute. Darin befand sich im Jahre 1900 das Ausflugslokal von Hermann Rossbach. Das Gebäude steht noch immer in den freigelegten Mauerresten der alten Burg, jedoch stark beschädigt durch Brandstiftung im vorletzten Jahr.

58. Als Ruhrhalbinsel bezeichnet der Volksmund seit langem das Gebiet des großen Ruhrbogens westlich von Hattingen mit dem Hauptort Altendorf und dem Kirchspiel Niederwenigem, das im Bild zu sehen ist. Es ist ein Bliek vom Barenberg auf das idyllische Dorf, das im Mittelalter auch 'Schönwenigere' genannt wurde. Der Ort wird beherrscht von der katholischen Kirche, die ihrer Größe wegen von den Einheimischen als 'Dom' bezeichnet wird. Einen Bischofssitz gab es dort jedoch nie. Die evangelische Kirche rechts ist dagegen ein eher bescheidenes Bauwerk. Sie ist nach Plänen des Schinkel-Nachfolgers Friedrich August Stüler im sogenannten Rundbogenstil errichtet worden. Im Hintergrund liegt Altendorf und, ganz in der Ferne, Essen-Steele.

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