Hattingen in alten Ansichten

Hattingen in alten Ansichten

Auteur
:   Erna und Angela Beisken
Gemeente
:   Hattingen
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4517-6
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Hattingen in alten Ansichten'

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69. So sah das Dienstfahrzeug des Direktors der Zeche Johannessegen vor dem Ersten Weltkrieg aus. Die Pferde wurden von der Firma Hemsoth in Witten zur Verfügung gestellt, und zwar nicht nur für die Kutschen, sondern auch für die Arbeit unter Tage. Der Kutscher war für den Zustand des Gefährts und der Tiere verantwortlich. Weiter gehörte es zu seinen Aufgaben, die Kinder seines Arbeitgebers zur höheren Schule nach Hattingen zu bringen. Meist füllten auch die Klassenkameraden seiner Schutzbefohlenen den Wagen bis zum Überlaufen. Wie abenteuerlich mag damals noch die Fahrt von Bredenscheid über die Sprockhöveler Chaussee zur Stadt gewesen sein!

70. Auch in der Welt des Bergbaus wurde jede Gelegenheit zum Feiern genutzt. Anlaß dazu gaben beispielsweise der Geburtstag des Kaisers oder eine Fahnenweihe. Auf dem Foto hat Zechendirektor Barteek seine Bergleute am Wiedenkamp antreten lassen. Tragen der Uniform war Pflicht. Dies galt auch für Knappschaftsversammlungen, Sonn- und Feiertage. Stets legten die Bergleute ihre Uniform mit Stolz an, es war eine Auszeichnung ihres Standes. So mancher Bergmann hatte außer seiner schweren Arbeit in der Grube auch noch einen Nebenberuf, die Landwirtschaft. Die notwendigsten Lebensmittel wie Milch, Eier, Kartoffeln und Getreide konnten so selbst erzeugt werden. 'Kötterkumpel' nannte man diese hart arbeitenden Menschen.

71. Bredenscheid war schon immer ein beliebtes Ausflugsziel für die Hattinger Bevölkerung. Wanderwege über den Schulenberg oder durch das Tal des Sprockhöveler Bachs führten dorthin. Der Gasthof 'Zum Wiedenkamp' an der Sprockhöveler Straße präsentiert sich auf dem Foto als schönes, großes und Fachwerkhaus. Laut Prospekt von 1910 bot der Wirt Emil Neuhaus einen Saal, Gesellschaftszimmer und einen Kaffeegarten mit anerkannt guter Küche an. Biere, Weine und Kaffee mit Bauernstuten waren dort zu haben. Nebenan befand sich die Postagentur , die ebenfalls Herr Neuhaus verwaltete.

72. Vor dem Ersten Weltkrieg bot die Sprockhöveler Straße, die meist 'Chaussee' genannt wurde, am Wiedenkamp in Bredenscheid ein idyllisches Bild. Sie wurde begrenzt durch hohe Laubbäume. Außerhalb der Bebauung gaben die weiß gestrichenen Straßensteine dem nächtlichen Wanderer oder dem Kutscher auf dem Fuhrwerk den Straßenrand an. Massive Steinhäuser stehen rechts und links, nur der GasthofWiedenkamp läßt sein helles Fachwerk durch die Bäume schimmern. Kinder konnten damals noch unbesorgt auf dem Fahrweg spielen, die wenigen vorbeikommenden Fortbewegungsmittel waren so langsam, daß man ihnen rechtzeitig ausweichen konnte.

73. Dort, wo im Tal des Sprockhöveler Bachs der alte, über die Friedrichshöhe führende Weg und die neue Chaussee nach Sprockhövel zusammentreffen, lag vor langer Zeit das Landgut Sünsbruch. Schon im 17. Jahrhundert gab es dort eine Mühle, in der 1625 ein Mann den Tod fand, als er von dem Mühlrad ergriffen wurde. Im Jahre 1820 wurden die Wohngebäude und Stallungen des Gutes durch einen Brand zerstört. Zwei Jahre später mußte der neue Besitzer, der wieder eine Kornmühle errichten wollte, die Konzession in einem Gerichtsverfahren gegen seine Nachbarn erstreiten, da diese ihm die Wassernutzung verweigerten. In neuerer Zeit waren die Gebäude am Sünsbruch als 'Schleifkotten' bekannt, denn es hatten sich dort einige Feilenschleifer angesiedelt. Vorn ist der alte Mühlteich zu sehen.

74. Die Ansichtskarte von der Schulenburg wurde 1907 an eine Hattingerin gesandt. Zu dieser Zeit schrieb man gern und oft, schickte Grüße zu jeder Gelegenheit. Leider hat ein übereifriger Briefmarkensammler die grüne 5-Pfennig-Germania-Marke herausgerissen. Das Waldrestaurant konnte mit Hilfe zahlreicher Spenden von Bürgern, die sich eine gute Visitenkarte für ihre Stadt wünschten, im Jahre 1902 erbaut werden. Zitat aus einer Werbeanzeige: ' ... bietet mit seiner herrlichen Lage und prachtvollen Räumen den angenehmsten Aufenthalt für Sommerfrischler. .. ' Auf dem Platz hinter der Freitreppe fand das aus Anlaß der 500-J ahrfeier der Stadtgründung aufgestellte Denkmal am 18. Oktober 1896 seinen Platz.

75. Die schöne Holzveranda an der rechten Giebelseite der Schulenburg kommt auf diesem Foto um 1910 sehr gut zur Geltung. In den dreißiger Jahren ersetzte man sie jedoch durch einen Steinbau, da ein vergrößerter Aufenthaltsraum notwendig war. Gäste, die mit einem Automobil anreisten, waren früher sicher eine Ausnahme. Wer mit einem Gespann das Waldrestaurant anfuhr, konnte seine Pferde im sogenannten Försterhaus unterstellen. Die Tiere wurden dort gut versorgt - ein Trinkgeld war dem Stallburschen dafür wohl sicher.

76. Die Freitreppe an der Schulen burg war bestens geeignet für Erinnerungsfotos größerer Gruppen. Gesellschaften, Vereine und Schulklassen nutzten diese Gelegenheit, denn hier war eine solche Aufstellung möglich, daß keiner den anderen verdeckte. Auf dem Bild sind einige Klassen der höheren Stadtschule in Hattingen zu sehen, die 1858 aus der Vereinigung der Privat- und Rektoratschule hervorgegangen war. Das Schulgebäude lag an der Schulstraße vor dem Holschentor. Nach bestandener Abschlußprüfung hatten die Mädchen die Möglichkeit, das Lehrerinnenseminar zu besuchen. Die Aufnahme ist etwa 1905 entstanden und zeigt deutlich die Mode der jungen Damen dieser Zeit. Karomuster und Spitzenkragen müssen sehr beliebt gewesen sein.

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77. Der Fotograf des C. Ringel-Verlages hat diese alte Karte von etwa 1900 aus zwei Aufnahmen zusammengesetzt, wie die retuschierte Linie in der Mitte zeigt. Zu sehen ist der südliche Teil der Stadt, der daher auch stets nur als 'Südstadt' bezeichnet wird. Der Bereich zwischen Friedrichstraße, Grünstraße und Bruchstraße war damals noch kaum bebaut. Wiesen und Felder der noch vorhandenen Höfe beherrschten die Landschaft. Der Vordergrund läßt nicht erkennen, ob die Schienen der Bahnlinie nach Sprockhövel noch im Bild sind oder ob der Betrachter sie im Rücken hat.

78. Welch' klare Aufnahme gelang dem Fotografen 1920 vom 'Hörstgen' aus, am Wasserturm der Stadt Hattingen. Man könnte glauben, der Wald reiche bis zur Innenstadt. Dies ist allerdings eine optische Täuschung, dazwischen liegt noch der große evangelische Friedhof. Gut kann man jedes Haus und jeden Turm erkennen. Von links nach rechts sieht man die katholische Kirche, den Glockenturm, die St-Georgs-Kirche, das Gymnasium an der Bismarckstraße und das Rathaus als herausragende Bauten im Stadtbild. Im Hintergrund liegen das Ruhrtal und die Siedlungen Winz und Rauendahl.

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