Heiligenwald in alten Ansichten Band 1

Heiligenwald in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. Horst Wilhelm
Gemeente
:   Heiligenwald
Provincie
:   Saarland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4741-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Heiligenwald in alten Ansichten Band 1'

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9. Grube Itzenplitz (1919) von Norden mit dern heute noch existierenden Schacht III und dem zugehörigen Maschinenhaus sowie der mechanischen Werkstätte (1872 erbaut) in der Mitte. Rechts das alte Zechenhaus, der älteste Bau der Anlage, mit Büros,

10. Der größte Teil der Bergleute einer Grube ist unter Tage beim Verrichten, beim Abbau und beim Kohlentransport beschäftigt. Aber auch über Tage gab es viele Arbcitsplätze. Vor dem Weitertransport mußte die Kohle gewaschen, sortiert, gewogen und verladen werden. Das Foto zeigt die Kohlenwäsche und links die Rätterhalle, beide 1894 erbaut. In der Bildmitte von rechts nach links die Transportbrücke über dem Grubenbahnhof.

11. Die Rätteranlage war für die zu Tage geförderte Kohle erste Station. Sie wurde aus den Förderwagen (rechts im Bild) auf ein breites Förderband gekippt und über ein sich hin und her bewegendes Sieb geführt. Rechts und links des Förderbandes standen Arbeiter, die die Kohlen von Hand verlesen d.h. die Berge entfernen mußten. Wegen des Lärms, den das Sieb verursachte, wurde die Rätterhalle von den Kumpels 'Rappel' genannt. Hier wurden in früheren Zeiten gerne Jungbergleute - meist gerade schulentlassene 14jährigeund Arbeiter, die für andere Arbeiten weniger anstellig waren, beschäftigt.

12. Auf einer Kohlengrube waren in den Anfangszeiten nicht nur Menschen beschäftigt, sondern auch Pferde. Da man unter Tage wegen der hochexplosiven Schlagwetter keine Explosionsmotoren benutzen konnte und Elektromotoren noch nicht zur Verfügung standen, wurden die Förderwagen auch in Reden und Itzenplitz unter Tage von Pferden gezogen. Die Pferdegestellung wurde an Privatunternehmer, die Brüder Matthias und Philipp Dörr aus Heiligenwald, vergeben. Sie erhielten für einen Tonnenkilometer 8,5 Pfennig. Bei Itzenplitz entstand hinter dem Haus Heintz ein erster Pferdestall für die Unterstellung von zwanzig Pferden. Im Jahre 1896 waren auf beiden Gruben 96 Pferde eingesetzt.

13. Im Klinkenthai entstand vor der Jahrhundertwende eine 'Ökonomie' für die Grubenpferdehaltung. Die Anlage bestand aus etwa einem Dutzend Häusern und Ncbengebäuden, die alle um 1970 abgerissen wurden. Das 'Pferdeklinkenthal' - wie es im Volksmund hieß - wurde durch den Bau der Verbindungsstraße von der Grube Reden zur Straße Landsweiler-Heiligenwald vom unteren Klinkenthai abgetrennt. Das Foto zeigt das Verwalter-Wohnhaus, in dem zeitweilig auch der Knappschaftsarzt untergebracht war, mit den Remisen (links) im vorderen Bereich des oberen Klinkenthals. den zukünftigen Gewerbegebiet der Gemeinde. Im Hintergrund rechts sind die Häuser des Sonnenbergs zu sehen, die um 1910 entstanden.

14. Bereits 1860 wurde zu den neuen Itzenplitz-Schächten eine Lokomotiv-Zweigbahn eröffnet, die von Reden kommend am ehemaligen Bahnwärterhaus (Weber) abzweigte, hinter den Schlafhäusem vorbeiführte und über den heutigen Parkplatz das Grubengelände erreichte. Der hierzu notwendige Damm über das Klinkenbach-/Kallenbachtal wurde gleichzeitig Staudamm für den Itzenplitzer Weiher. dessen Wasser zur Speisung der Dampfmaschinen der beiden Gruben diente. Das Foto zeigt den Itzenplitzer Weiher rnit der Gleisanlage der Lokomotivbahn im Vordergrund, dabinter das 1908 errichtete Purnpenhaus, das heute ein geschütztes Baudenkmal und ein Wahrzeichen von Heiligenwald ist.

15. Wenn im Sommer die Temperaturen stiegen, wanderte die Jugend von Heiligenwald in Richtung Itzenplitzer Weiher. Dort befand sich bereits vor dem Ersten Weltkrieg am Nordufer eine Badeanstalt. In den zwanziger Jahren entstand auf Initiative eines 'Verschönerungsvereins' auf dem Westufer eine neue Badeanstalt mit einem eingezäunten Nichtschwirnmerteil, einern Sprungbrett und einem Kahnverleih. Anfang der dreißiger Jahre wurde die neue Badeanstalt mit Unterstützung der Gemeinde erneuert und urn zwei geräumige Urnkleidegebäudc erweitert.

16. Infolge des rapiden Wachstums der Grubenanlage und der Ansiedlung auswärtiger Bergleute wurde die zunächst ausschließlich für den Kohlentransport bestimmte Bahnanlage schon bald für den Güterverkehr ausgebaut. Am Ende der Strecke wurde ein Stationsgebäude mit Güterschuppen errichtet und eine Telegrafenleitung verlegt. Außerdem entstanden zwei Wohnhäuser mit vier Wohnungen für Eisenbahnbeamte. Wenig später mußte die Strecke wegen des weiter wachsenden Güterverkehrs umgelegt werden. Sie führte nun durch einen künstlich angelegten 150 Meter langen, 22 Meter tiefen Taleinschnitt durch den Bildstocker Wald über eine Brücke und mündete am Weiher in die alte Gleisanlage. Beim Bau des Taleinschnittes wurden erstmals italienische Gastarbeiter eingesetzt.

17. Seit 1761 steht den Gemeinden des Kreises Ottweiler durch Erlaß des Fürsten Wilhelm Heinrich von Nassau-Saarbrücken 'für das Kalkbrennen' und per Dekret vom 27. Januar 1790 für 'den Brand in den Stubenöfen' ein Fuder (= 31 Zentner) 'Berechtigungskohlen' zu. Die Bergleute erhielten Deputatkohlen 'gegen Erstattung des Haugeldes' . Diese Regelung wurde 1808 von den Franzosen und 1815 von den Preußen übernornmen. Die Kohlen wurden bis 1893 vom Schacht Wildseiters, später vom 'Landabsatz' Itzenplitz abgefahren. Auf dem Gelände des heutigen Betonwerkes standen an bestimmten Tagen der Woche in langen Reihen die Gespanne aus den urnliegenden Dörfern und warteten auf ihre Beladung. Das Foto zeigt rechts die Verladerampe; in der Mitte die Bude in der die Kohlenkarten gelöst werden mußten.

18. Bergleute der Grube Itzenplitz. Viele tragen den Bergmannskittel mit Schal, einige mit Hut, andere mit der Schirmmütze der Landsturm-Reservistenuniforrn. Die Saarbergleute kämpften in den Anfängen des Bergbaus viele Jahre um Verbesserung ihrer Arbeits- und Lebensbedingungen. Streiks in den Jahren 1889 und 1892/93 erbrachten zwar die 9-Stunden-Schicht und Lohnerhöhungen, allerdings wurden nach dem Streik von 1892193 fast 800 Bergleute abgelegt. Darunter befanden sich die späteren Kaufleute Johann WerIe, Johann Dörr, Jakob Feld, der wieder anfahren durfte , sowie Lorenz Riehrn, der später mehr als 200 abgelegte Bergleute in seinem privaten 'Grubennebenbetrieb' (er beutete unter anderem mehrere Schlammweiher aus, deren Schlamm er an kleinere Fabriken verkaufte) beschäftigte.

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