Heiligenwald in alten Ansichten Band 1

Heiligenwald in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. Horst Wilhelm
Gemeente
:   Heiligenwald
Provincie
:   Saarland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4741-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Heiligenwald in alten Ansichten Band 1'

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19. Ein neuer Schacht wird abgeteuft. Schachthauer vor einem neuen Schacht. Rechts Bausteiger Moser. Die Schächte spielten nicht nur für die Förderung der abgebauten Kohle und die Seilfahrt der unter Tage Beschäftigten eine Rolle , sondern sie hatten - neben zusätzlichen Wetterschächten - auch die Funktion der Be- und Entlüftung und damit der Vermeidung von 'schlagenden Wettern' - eines hochexplosiven Gemisches aus Sauerstoff und Kohlenwasserstoff (Methangas). Die Grube Reden hat in ihrer Geschichte zwei schwere Schlagwetterunglücke zu verzeichnen: Im Jahre 1864 starben 34 Bergleute und im Jahre 1907 wurden nach einer Schlagwetterexplosion 150 tote Bergleute - darunter 20 aus Heiligenwald - geborgen. Dazwischen lagen weitere vier Explosionsunglücke rnit insgesarnt 27 Toten.

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20. Um die Jahrhundertmitte geriet die preußische Grubenverwaltung an der Saar in Personalnot, so daß sie Arbeiter aus entfernteren Gebieten einwerben rnußte. Den Aufrufen folgte eine große Zahl von Arbeitskräften aus den Nachbarbezirken. die in die Schlafhäuser und Logis der Grubenorte drängten. 1866/67 fanden die letzten großen Zuzüge statt: Aus dem Osnabrücker Land und aus Böhmen kam je ein 'Kontingent' an die Saar. Auch in Heiligenwald machte eine solche Familie aus dem Böhmischen Erzbergbau fest: Joharm Blaha und seine Ehefrau Veronika geborene Soudek mit den Kindern Katharina (14), Maria (12), Mathias (7) und Kar! (3). In Heiligenwald erblickten weitere drei Kinder, Berta-Susanne, Anna und Johann, das Licht der Welt. Das Foto zeigt den Reisepaß der Familie Blaha aus dem Jahre 1860.

21. Die zu den Grubenorten drängenden Bauernsöhne aus dem nördlichen Saarland waren zunächst nicht bereit, hier seßhaft zu werden. Die Grubenverwaltung erbaute daher Schlafhäuser in der Nähe der Gruben. Montags in der Nacht machten sich die Bergleute aus den urnliegenden Dörtern, aus dem Theltal und dem Hochwald über die sogenannten Bergmannspfade in Richtung Grube und samstags in umgekehrter Richtung nach Hause auf den Weg - eine Eisenbahn gab es ja noch nicht. Während der Woche wohnten sie im Schlafhaus oder im 'Quartierhaus' . Sie wurden wegen der besonderen Form ihrer Rucksäcke 'Ranzenrnänner' oder wegen der vielen Kilometer, die wöchentlich zurückgelegt wurden, auch 'Hartfießer' genannt. Das Foto zeigt eines der beiden Itzenplitzer Schlafhäuser im Jahre 1919.

22. An Ausbildungsplätzen mangelte es in Zeiten. wo die Kohle Hochkonjunktur hatte, nicht. Bereits 14jährige wurden von der Grubenverwaltung - nach Tauglichkeitsuntersuchung durch den zuständigen Knappschaftsarzt - gerne eingestellt. Der Berufsstolz des Saarbergmanns sorgte zudem dafür, daß die Söhne ebenfalls den Bergmannsberuf einschlugen. So kam es nicht selten vor , daß Vater und Söhne gemeinsam zur Schicht gingen und die Mutter morgens für die 'Frühschicht' bereits um 5 Uhr zwei, drei und mehr 'Schichtenbrote' machen mußte. Auf unserem Foto sind Jungbergleute über Tage bei 'Halbschicht" .

23. Die Stationen eines Bergmannslebens:

Die Aufnahme des Heiligenwalder Bergmanns Nikolaus Haag, geboren am 10. Januar 1873, in die Knappschaft zum 1. Januar 1891, nachdem er 1889 als Jungbergmann in Itzenplitz angefahren war. Die Verlegung zum 1. Oktober 1895 nach Reden. Die' Aufrückung' zum Vollhauer am 1. April 1897. Die 'Verheirathung mit Eva Blum' am 29. Oktober 1897. Die Einberufung als Armierungsarbeiter vom 3. August bis zum 7. Oktober 1914. Die Pensionierungzum 1. Mai 1929. Die Knappschaft gewährte laut 'Statut für den Saarbrücker Knappschaftsverein' von 1872 neben der 'Unterstützung seiner Mitglieder' (freie Kur und Arznei, Krankenlohn, Sterbegeld, Invalidenpension, Witwen- und Waisenunterstützung) auch die Pflege von Einrichtungen, 'welche die Schulbildung der Knappschaftsgenossen zu fördern geeignct sind'.

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24. Die Aufstiegschancen der saarländischen Bergleute waren in den ersten Jahrzehnten der preußischen Herrschaft sehr begrenzt. Führungskräfte bis hinunter zum Obersteiger wurden aus anderen preußischen Bergwerksgebieten 'importiert'. Erst in den achtziger Jahren entstanden Steigerschulen in Louisenthal und in Neunkirchen. Auch aus Heiligenwald gingen gelegentlich Bergmannssöhne zur Steigerschule nach Neunkirchen. Voraussetzung für die Aufnahme waren neben einer einjährigen Tätigkeit als Bergmann unter anderem: regelmäßiger Besuch der Werksschule, ein Führungszeugnis (vom Bürgermeister oder Seelsorger), Abgangszeugnis von der Elernentarschule. Für die Hauptbergschule in Saarbrücken war der Besuch der Steigerschule Voraussetzung. Das Foto zeigt den Steigerschuljahrgang 1892.

25. Stolz trugen die Steiger ihre Bergmannsuniformen. Stolz konnten sie sein, wenn sie aus einfachen Verhältnissen - die Väter waren ja meist Bergleute - unter großen Opfern der Familie und dank der eigenen Strebsamkeit nach jahrelangen Entbehrungen während der Steigcrausbildung, die neben dem Bergmannsberuf stattfand, endlich nach etwa sechs Jahren zum 'Hülfssteiger' und nach weiteren Jahren zum Steiger in die Führungsschicht eines Bergwerkes aufgestiegen waren. Unser Foto zeigt den 1867 in Wiebelskirchen geborenen Heiligenwalder königlich-preußischen Steiger Karl Berndt, Sohn eines Bergboren. in seiner Uniform mit dem Federbusch in den preußischen Farben schwarz-weiß und dem preußischen Adler am Steigerhut.

26. Im Nordwesten der Grube Itzenplitz entstanden in den achtziger Jahren mehrere Wohnhäuser für Grubenbeamte. In dem Doppelhaus links neben dem Schornstein wohnten die Grubensteiger Eisenbeiß (ein Sohn wurde evangelischer Pfarrer und war Superintendent in Saarbrücken) und Siebenschuh. Rechts neben dem Schornstein wohnten die Steigerfamilien Reutier und Hauch, daneben Brenner und Schichte!. Vorne in der Mirte das Haus des Steigers Germann. Im Hintergrund rechts das evangelische Pfarrhaus, in der Mitte die Gastwirtschaft Dörr-Hoffmann (später 'de Koore-Kläs'), und rechts die Wohnhäuser Gros, Sehn und Dörr, später Heintz. heute Schmieden.

27. Bergleute pflegten auch im Ruhestand den Zusammenhalt. Wer 'in Paasion war, hatte viel Zeit für 'Knoddel'-Arbeit am Haus und für die Pflege des Gartens. Manche An- und Zubauten an Bergmannshäusern zeugen davon. Nach den häuslichen Betätigungen begab man sich aber auch gerne im Kreis von Mitpensionären auf den täglichen Spaziergang über das Feld oder in den nahen Wald. Das Foto zeigt Pensionäre bei der Rast am Tafelbrunnen.

28. Seit 1842 wurden- nach dem Vorschlag des Bergamtsdirektors Sello - unverzinsliche, später geringverzinsliche (4%) Bauprämien aus der Knappschaftskasse, später aus der Staatskasse an Bergleute zum Bau von Häusern in Grubennähe gewährt. Diese Häuser nannte man 'Prämienhäuser'. Bauwillige erhielten je nach erforderlicher Größe und beabsichtigtem Nutzen vorgefertigte Baupläne. Die einfachsten und billigsten Häuser waren Doppelhäuser mit einem gemeinsamen Giebel (16,40 x 8,80 m), oder Einzelhäuser (12,60 x 10,70 m) mit zwei Kellerräumen, Waschküche und Stall für Kleinvieh im Untergeschoß sowie Küche und drei Stuben im Erdgeschoß. Baukosten ca. 2 700 Mark. Die beiden Fotos zeigen die 'Prämienhäuser' Scholl in der Hüngcrsbergstraßc und Noß in der Karlstraße.

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