Heiligenwald in alten Ansichten Band 1

Heiligenwald in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. Horst Wilhelm
Gemeente
:   Heiligenwald
Provincie
:   Saarland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4741-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Heiligenwald in alten Ansichten Band 1'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

29. 'Wohlhabendere' Bergleute, die neben ihrer Berufsarbeit Landwirtschaft betrieben, bauten etwas größer (15,55 x 9,35 m). Das abgebildete 'Bergmannsbauemhaus' Baltes-Molitor im Maibrunnerfeld, heute Pestalozzistraße 53, ist typisch für viele Grubenorte an der Saar, auch für Heiligenwald, wo zahlreiche Häuser dieser Art entstanden. Die Baukosten für diese Häuserlagen bei ca. 5 000 Mark. Viele Bergleute hielten sich 'nebenberuflich' eine Kuh. Die wahre 'Bergmannskuh' aber war die Ziege, die nicht nur zur Milchproduktion, sondern auch gelegentlich als Zugtier genutzt wurde. In den meisten Ställen fanden sich auch ein bis zwei Schweine und Kaninchen.

'." l fi.,
J'l.~<'~'f'
".
rJ{~~
It.~
... i
~'
"
JW4.
">.ot
? li,S> . I

.., v

]

30. Urn die lahrhundertwende wurden die Prärnienhäuser etwas aufwendiger im Baustil. Sie weisen mit ihren Gurtgesimsen und den Sandsteingewänden an den Fenstern und der Haustür Stilelemente städtischer Bürgerhäuser auf, wie die hier gezeigten Prämienhäuser Wilhelm in der Pestalozzistraße und Gros in der Kaiserstraße, die zwischen 1901 und 1903 entstanden sind.

31. Die 'Kolonie' in Heiligenwald. Der 'Bergrnannsfrcund' berichtete am 16. September 1907: Die Grube Reden hal ... an der Straße nach Leopoldsthal32 Doppelwohnungen fûr ihre Arbeiter errichtet. Die Wohnungen, in denen 64 Bergmannsfamilien ihren Wohnsitz haben, bilden einen Ortsteil (genannt Kolonie) [ûr sicn und sind an einer schonen, breiten Straße ... aufgebaut. Sie enthalten eine Kûche, zwei Zimmer und zwei Mansarden, welche geräumig und gesundheitsfördemd angelegt sind. Zu jeder Wohnung gehört ein Ökonomiegebäude und ein Garten ... - Die Eingesessenen sahen die 'Kolonier' als Störenfriede an, die - so der abfällige Kommentar eines Zeitgenossen - nichts im Hause hatten als schwarzen Kaffee. Brot und Kartoffeln, und von Milch, Butter, Käse ... keine Rede.

32. In den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts entstanden neben den mehr oder weniger genormten Bergarbeiterhäusern eine Reihe von Wohn- und Geschäftshäusern, die in ihrer Architektur im Stil der 'Gründerzeit' Berliner Protzbauten glichen. Insbesondere in der Bahnhofstraße, die bald den Ruf einer 'MilIionärsstraße ' hatte , aber auch in der Schulstraße, der späteren Hauptgeschäftsstraße, und in der Hüngersbergstraße entstanden solche Häuser. Das Foto zeigt das Grubenhaus Hüngersberg-/Ecke Vogelstraße, das damals von den Familien Joh. Noß (Noß-Hannes), Nik. Liesch und Doll bewohnt wurde; in dem mittleren Gebäude rechts daneben wohnte zunächst die Familie des Konrektors Josef Kaehren, später die Familie des Steigers Schwehrn. Ganz rechts angebaut das Haus Gimmier.

33. Das wichtigste Baumaterial im 19. Jahrhundert war neben dem gebrannten Ziegelstein der behauene Sandstein. Er wurde in einheimischen Steinbrüchen von Steinhauern gebroehen und behauen. Die behauenen Steine wurden für das Kellergeschoß und den Sockel sowie für die Tür- und Fensterstürze und -gewände benötigt. Aufgemauert wurde mit den in den ortsansässigen Ziegeleien produzierten Ziegelsteinen - auch Backsteine genannt - und Kalkmörtel. In zahlreichen Steinbrüchen an der Graulheck und im Bereich der Karlstraße (hinter der Itzenplitzschule) sowie hinter der Steinseiterstraße und südlich der Siedlung Sachsenkreuz (Kiesgrube) wurde der örtliche Bedarf gedeckt. Auf dem unteren Foto Joharm Riehm (rechts), Johann Backes (Mitte) und Karl Schärer (links) mit seinen Söhnen Rudolf, Walter und Emil (vorne).

34. Neben dem preußischen Backsteinstil der Gründerzeit, der auch die Architektur der Bergarbeiterhäuser weitgehend bestimrnt hat, gab es in Heiligenwald positive Beispiele davon abweichender Architektur. Fast idyllisch wirkte um 1930 die Eeke Itzenplitzstraße-Kaiserstraße mit dem Haus Niesen, das an den Jugendstil erinnert und dem städtisch-bürgerlich wirkenden Kaufhaus Werle vor dem trutzig-irnposanten Bau der katholischen Laurentiuskirche. Links ist das Gasthaus Fingerhut zu sehen.

35. Die Bahnhofstraße war lange Jahre die Hauptstraße. Die 'Ranzenrnänner' belebten sie auf ihrem Zug in die Schlafhäuser oder ins Logis, die einheirnischen Bergleute passierten sie auf dem Weg zur Schicht, die Kohlenfuhrwerke aus Heiligenwald und Urngebung, aus dem Illtal und von Merchweiler und WemmetsweiIer benutzten sie auf ihren Fahrten zum 'Landabsatz . Kein Wunder. daß sich in dieser Straße neben einer Reihe von Geschäften (Konsumwaren Riehrn , Haushaltswaren und Wagenbauer Karioth, Bäckerei Schlikker. Metzgerei Bickelmann und Giesin), eine Apotheke, die Posragenrut. ein Pferdeornnibusunternehrnen zum Bahnhof Reden (Langen) und sechs Gasthäuser (RiehmlSorg, Karioth, Schlicker, Fingcrhut, Weyandl Maag und Hoffmann) etablierten. Auf dem Foto rechts die alte katholische Kirche , erbaut 1887.

36. Zur besseren und billigeren Versorgung der Bergmannsfamilien entstanden schon vor der Jahrhundertwende sogenannte Konsumvereine, die, auf genossenschaftlicher Basis organisiert, Lebensmittel und HaushaJtungsgegenstände zu billigen Preisen in eigenen Verkaufsstellen anboten. Jede Bergmannsfamilie konnte Mitglied werden und erhielt aufgrund eines Warenbuches, das bei jedem Einkauf vorzulegen war, am Jahresende als Dividende eine entsprechende Gutschrift. In Heiligenwald wurde am 9. Januar 1905 das erste 'Konsumgeschäft' in der Hüngersbergstraße im Hause Weirich gegenüber der Einmündung Ackerstraße eröffnet (Foto). Man erhoffte sich -laut 'Bergmannsfreund' - von diesem 'günstigen Standort' neben den Kunden der 'Kolonie' auch solche von Leopoldsthal und Michelsberg(!).

37. In der Friedrichstraße entstand ebenfalls bereits vor dem Ersten Weltkrieg eine weitere Verkaufsstelle des 'Konsum-Vereins des königlich-preußischen Steinkohlenbergwerkes Reden G.m.b.H.' - von den Einheimisehen nach dem Filialleiter 'Haase Konsum' genannt. Weitere Filialen entstanden später im Schlafhaus Itzenplitz und in der Pestalozzistraße. Im Jahre 1903 hatte der 'Konsumverein Reden' irn zehnten Jahr seines Bestehens in den beiden Verkaufsstellen 740 Mitglieder und machte bei einem Jahresumsatz von rund 201000 Mark einen Gewinn von 19 700 Mark und konnte 7% Dividende bezahlen,

38. Urn 1900 löste die Schulstraße zunehmend die Bahnhofstraße als Hauptgeschäftsstraße ab. Die Bauunternehmer Zimrner, Broschard, Lang ('de Langhennrich'), und Rausch hatten nach 1871 Häuser in der Schul-, Friedrich-, Jakob- und Wilhelmstraße erstellt, die für die Schulstraße eine gute Geschäftslage versprachen. Ein Bliek von Norden zeigt rechts das Haus Lang mit dem um 1930 eröffneten Friseursalon Hubert Klär. dahinter die Bäckerei Lauer und der Krämerladen Berta Tornes. in der Mitte links die Eisenwarenhandlung Jung ('de Jungdaniel') und das Kaufhaus Weiter (später NeubauJos. Beek). Im Hintergrund rechts ist das Haus des Hufschmiedes Otto Wolf zu sehen. An der linken - im Foto nicht sichtbaren - Ecke zur Friedhofstraße befand sich das Delikatessengeschäft Fritz Pasquay (Didion).

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek