Heiligenwald in alten Ansichten Band 1

Heiligenwald in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. Horst Wilhelm
Gemeente
:   Heiligenwald
Provincie
:   Saarland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4741-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Heiligenwald in alten Ansichten Band 1'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

j-

??

I

'

i



49. Markttag in Heiligenwald. Der Markt wurde in den zwanziger Jahren montags und dormertags von 8 bis 13 Uhr an der Ecke IIIinger- und Schulstraße, dem späteren Baugelände der heutigen Pestalozzischule, abgehalten. Als Verkäufer waren 'alle Selbsterzeuger aus einem Umkreis von 15 km, alle steuerzahlenden Gewerbetreibenden des Bezirks und Personen mit saarländischem Wandergewerbeschein' zugelassen. Neben Lebensmitteln (auch 'Kolonialerzeugnissen') durften unter anderern auch Kleinvieh, Gras, Heu, Tabak, Sträucher und Bäurne, Kurzwaren, Galanterie, Töpferei, Glas und Emaillewaren angeboten werden. Einer strengen Kontrolle unterlag die Güte der Waren ('saubere Behandlung, Auslage und Verpackung') sowie die Eichung der Maße, Gewichte und Waagen.

50. Die indirekte Anbindung des Ortes Heiligenwald über den Bahnhof Reden an die Bahnlinie Saarbrücken-Neunkirchen-St.Wendei und über den Bahnhof Wernmetsweiler an die Bahnlinie LebachIllingen-Neunkirchen genügte zwar den Bedürfnissen der beiden Gruben, allerdings immer weniger denjenigen der Wohnbevölkerung. Für diese wurde die Stadt Neunkirchen mehr und mehr ein wichtiges Einkaufsund Dienstleistungszentrum. Der Bau der Straßenbahnlinie Neunkirchen-Heiligenwald im Jahre 1931 bildet daher einen Markstein in der verkehrspolitischen Entwicklung unseres Ortes. Das Foto zeigt die Linie 4 am 24. Oktober 1931 zum ersten Mal am Sachsenkreuz. Das Ortsbild von Heiligenwald gewann durch die Straßenbahn ein städtischen Aussehen, wie das Umschlagfoto zeigt.

51. Der Güterverkehr mit Pferdeiuhrwerken zwischen den Gruben und über Land wurde nur langsam ersetzt durch den Lastkraftwagen. Die Bergmannsbauern fuhren bis in die neuere Zeit weiterhin ihre Güter - auch die Kohlen, die sie auf dem Landabsatz luden - mit dem Kuh- oder Pterdegespann. Die Grube allerdings konnte bald nicht mehr auf den Kraftverkehr verzichten. Das Foto zeigt grubeneigene Lastkraftwagen um 1930 vor dem Einsatz. Zu erkennen sind Kar! Werner, Heinrich Kunz und Heinrich Kempf.

52. Die Begeisterung für das Krattfahrzeug erreichte auch die Bürger der kleineren abseits gelegenen Ortschaften. Bereits nach dem Ersten Weltkrieg sah man auf den geschotterten Straßen von Heiligenwald erste Kraftfahrzeuge. Das Foto zeigt den Drogisten Jakob Feld sen. rnit Frau, Kindern und Enkeln in einern Renault Cabriolet vor seiner Drogerie in der Jakobstraße. Der Wagen gehörte dem Fotografen, der damit - die Begeisterung für das Auto ausnutzend - für Farnilien- und Portraitfotos warb.

53. Kraftfahrzeuge brauchten damals wie heute Benzin. Und so entstanden schon sehr früh auch in unserern Ort Tankstellen wie die Shell-Tankstelle vor dem Haus Gordner in der Schulstraße und die BP- Tankstelle vor dem Haus Werner in der Pestalozzistraße.

54. Obwohl das Kraftfahrzeug längst seinen Siegeszug angetreten harte, zog er - Robert Röhlinger - noch viele Jahre mit seinern Pferd durch unseren Ort und ließ seinen Ruf 'Grumbeere' erschallen. Das Landesprodukten-Geschäft wurde von seinem Vater Peter gegründet und bestebt heute - um Baubedarf erweitert - bereits in der dritten Generation. Das foto entstand um 1930 auf der Ortswaage vor dem Gasthaus Fingerhut an der Ecke Itzenplitz- Kaiserstraße.

55. Gasthäuser waren beliebte Treffpunkte für die Bergleute nach ihrer schweren Schicht. Sie waren gleichzeitig Zentren vor allem für die 'kulturtreibenden' und die Geselligkeit pflegenden Vereine. Die Konzentration von acht (!) Gasthäusern im Bereich der Bahnhofstraße hing auch mit der Tatsache zusammen, daß diese Straße die Verbindung zwischen den Gruben und zu den Ortschaften des Illtals herstellte. Die Fuhrleute kehrten gerne in diesen Gasthäusern ein, wie z. B. im Gasthaus Fingerhut (unser Foto aus den frühen zwanziger Jahren). Erbaut von Obersteiger Beeker, später Gasthaus und Metzgerei Bickelmann, wurde es von Metzger Anton Kraus übernommen und schließlich von Gustav Fingerhut als Gastwirtschaft und Kolonialwarengeschäft betrieben.

56. Das Gasthaus Louis Heintz wurde um 1890 am 'Heintze Berg' erbaut. Es bestand aus Wirtschaft und angebautem Festsaal, in dem nicht nur Konzerte einheirnischer Musikkapellen und Gesangvcreinc, sondern auch Theateraufführungen - z.B, am 12. Februar 1896 das Gastspiel des Zweibrücker Stadttheaters mit 'Die lustigen Heidelberger - stattfanden. Auch die ersten 'kinernatographischen Vorführungen' in Heiligenwald - z.B. jene arn 25. November 1906 'urn 4 Uhr für Kinder , um 8 Uhr für Erwachsene durch den Deutschen Flottenverein - konnten in 'Heintze Wirtschaft' bewundert werden. Wirtschaft und Festsaal fielen 1912 dem durch Grubenschäden bedingten damaligen großen Häusersterben zum Opfer und mußten - trotz rnassiver Stützrnaßnahrnen (Foto) - abgerissen werden.

57. Das Gasthaus Nikclaus läcker- nach einern Brand im Jahre 1901 völlig neu aufgebaut- wurde später als 'Gasthaus Sachsenkreuz' von Josef Hoffmann betrieben. Es diente wie andere Gasthäuser vor und nach dern Ersten Weltkrieg aushilfsweise auch als Schulgebäude und wurde später Kindergarten. Nikclaus Jäcker war Mitbegründer der Feuerwehr.

58. In der Wilhelmstraße erbaute im Jahre 1869 Peter Schrnidt, verheiratet mit Elise Mohr, ein Gasthaus, nachdem deren Wohnhaus in der Kaiserstraße wegen Grubenschäden an die Grube verkauft worden war. Der Nachbesitzer Heinrich Schönwo!f baute die Gastwinschaft um und erweiterte sie um einen Festsaal. Hier wurde wie in anderen Ortsbereichen an Festtagen das Tanzbein geschwungen. In unmittelbarer Nähe befanden sich zwei weitere Gastwirtschaften: Die Wirtschaft Nikolaus Wagner (heute Henkel) in der Jakobstraße und das Gasthaus Jakob Larouette in der Wilhelmstraße 1, dessen Wohnhaus in der Kaiserstraße 1876 ebenfalls wegen Grubenschäden an die Grube verkauft wurde. Auch das Gasthaus in der Wilhelmstraße ereilte das Abriß-Schicksal,

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek