Heiligenwald in alten Ansichten Band 1

Heiligenwald in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Dr. Horst Wilhelm
Gemeente
:   Heiligenwald
Provincie
:   Saarland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4741-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Heiligenwald in alten Ansichten Band 1'

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69. Vor dem Ersten Weltkrieg und später in den zwanziger Jahren gab es fast allsonntäglich das Stiftungsfest eines Vereins. Die Vereine feierten ihre Jubiläen jährlich, im Gegensatz zu heute, wo nur noch 'runde' Vereinsgeburtstage begangen werden. Viele einheimische und auswärtige Gastvereine zogen im obligatorischen Festzug mit durch den Ort. Dieser Zug bewegte sich meist von den Gasthäusern Brachle, Gräser, Zimmer oder dem Vereinsgasthaus in Richtung Schlafhaus Itzenplitz. Grubenkapelle und Feuerwehr-Spielmannszug begleireten die männlichen Vereinsangehörigen, die Frack und Zylinder trugen. Sie waren umringt von Ehrenjungfrauen mit bunten Girlanden.

70. Vor der Radio- und Fernsehzeit wurde in zahlreichen Familien musiziert. In fast jeder Straße gab es Gruppen, die an Festragen in den benachbarten Gasthäusern oder Biergärten zum Tanz aufspielten. Das Foto aus dem Jahre 1904zeigt eine solche Musikgruppe aus der Karlstraße, die zum größten Teil aus Angehörigen der Familie Valentin Zimmer bestand. Auf dem Foto sind unter anderen zu erkennen: Valentin Zirnmer sen. (vorne rechts sitzend), hinter ihm Christian Zimmer, in der Mitte die Eheleute Josef Zimmer und hinter ihnen Adam Weber. Links stehend Valentin Zimmer jun.

71. Die Freizeitbeschäftigung der Kinder vor fünfzig und mehr Jahren unterschied sich nichtwesentlich von der heutigen: Außerhausaktivitäten standen auch damals auf der Beliebtheitsskala obenan. Besonders beliebt war das Bolzen im Straßenclub mit dem Stoffoder Gummiball. Das Foto oben zeigt den 'FC Karlstraße' um 1925. Bemerkenswert ist, daß es damals noch keine Freizeitkleidung gab. Beim Fußballspielen trug man den Anzug, den man auch zur Schule trug und auch die gleichen Schuhe, was häufig zu handgreiflichen 'Konflikten' mit den Eltern führte. An Fastnacht 'verkleidete' man sich - meist als Clown oder als Harlekin - wie diese Kindergruppe aus der Bahnhofstraße um 1928. Cowboys und Indianer fanden erst in den dreißiger Jahren Anklang.

72, Bereits 1896 bestand in Heiligenwald eine durch die Knappschaft unterhaltene 'Kleinkinderbewahranstalt', die in der Kaiserstraße 35 (heute 33) später im Gasthaus Sachsenkreuz untergebracht war. Sie wurde 'durchschnittlich von 105 Kindern besucht und von einer Lehrerin geleitet'. Seit den zwanziger Jahren diente das frühere Gasthaus ausschließlich als Kindergarten in der Trägerschaft der Saarbergwerke. N ach dem Neubau des Kindergartens in der Brunnenstraße und der Ablösung der Trägerschaft durch die Katholische Pfarrgemeinde im Jahre 1963 wurde das Haus abgerissen. Das Foto zeigt den Kindergarten um 1910 mit der in vielen Kindergcnerationen beliebten Kindergärtnerin Fräulein Krärner.

73. Klasse 8 der Katholischen Volksschule Heiligenwald im Jahre 1921. Damals befanden sich noch Mädchen und Jungen in getrennten Klassen und jede Konfession - katholische wie evangelische Kinder - hatte ihre eigene Schule. Die Geschlechtertrennung fiel erst im Zusammenhang mit der Gründung der Domanialschule 1922, die konfessionelle Trennung mit der Einführung der 'Deutschen Christlichen Gemeinschaftsschule' durch die Nationalsozialisten weg. Bemerkenswert die einfache Kleidung - rneist Kittel aus stark gernustertem einfachem Leinenstoff - und die große Schleife im Haar vieler Mädchen. Rechts Lehrerin Mathilde Grieger.

74. 'Katholische' und 'Evangelische' besuchten früher getrennte Kindergärten - 'Spielschulen' genannt. Der evangelische Kindergarten war zeitweise im 'schieten Schulhaus' untergebracht. Das Foto zeigt den Kindergartenjahrgang 1920/21. Haarschleife bei den Mädchen und Matrosenanzug bei den Jungen bestimmen das Bild der damaligen Kindermode. Links 'Spielschul-Fräulein' Kuhnen.

75. Eine Klasse der evangelischen Volksschule im J ahre 1926 mit Lehrer Hofmann (Foto oben). Der Winter forderte Tribut an die Mode: Lange Hosen gab es für Jungen noch nicht, für Mädchen wären sie ohnehin undenkbar gewesen. Im Winter trug die Schuljugend auch die Jungen unter kurzen Hosen - lange wollene Strümpfe, die an Gummistrapsen oder mit Rundgummi befestigt waren. Selbstverständlich rnußre hierzuauch von den Jungen - ein Leibchen oder die 'Leibund Seel-Hose' getragen werden. Als Unterkleidung waren diese Kleidungsstücke so unbeliebt wie die langen Strümpfe gehaßt wurden. Im Sommer gab man sich dafür umso freizügiger: Mit kurzen Röckchen und kniefreien Hosen ging es auf den Schulausflug (hier mit Lehrer Riep). Der Spazierstock gehörte damals bei den Jungen zu den beliebten 'Mode-Accessoirs' (Foto unten).

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76. Der Sonntag gehörte der Familie. Dann zogen Vater, Mutter und Kinder in die Landschaft - meistens in Richtung Itzenplitzer Weiher und weiter zum Steigershaus (Foto oben) oder zur Erkershöhe (untcn), wo häufig bei schönem Wetter in der Gartenwirtschaft Konzerte stattfanden. Auch ganze Schülergenerationen hatten diese beiden Ausflugslokale und den Hoferkopf an den Wandertagen zum Ziel. Unter den schattenspendenden Kastaaien wurde der Brotbeutel rnit den hartgekochten Eiern und den Butterbroten ausgepackt und bei einer Flasche Waldmeisterlimonade rnit Appetit verzehrt. um sich so für den Rückmarsch zu starken.

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