Heiligenwald in alten Ansichten Band 2

Heiligenwald in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Dr. Horst Wilhelm
Gemeente
:   Heiligenwald
Provincie
:   Saarland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4997-6
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Heiligenwald in alten Ansichten Band 2'

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9. Nicht zuletzt durch die Anziehungskraft des Bergcorps - der Grubenkapelle Reden-Itzenplitz - war die Beherrschung eines Musikinstrurnentes fast für jeden Bergmann eine Selbstverständlichkeit. Offizielle Anlässe der Gemeinde, der Kirche , der Vereine, aber auch private Feierlichkeiten waren stets Gelegenheit mit einer kleineren oder größeren Gruppe aufzuspielen. Ob bei Beerdigungen, bei Geburtstagen, bei der Kirrnes, bei der Fronleichnamsprozession oder bei der Maiwanderung, kaum eine Gelegenheit ohne 'Life-Musik'. Manchmal wurde - besouders nach Beerdigungen, wenn 'die Haut versoffen war', noch etwas 'nachgeklappert' , wie dies offensichtlich auf unserem Foto drei 'Bläscr', (von rechts) Heinrich Gard, Hannes Dreiser und G. Jung, vor der Itzenplitzschule praktizieren.

10. Jahreshauptübung der Feuerwehr urn 1910 an der Itzenplitzschule. Die Führungsspitze um 1900:

Oberbrandrneister Nikolaus Scholl (Mitte rnit Bart), der die im Jahre 1893 als 'Tumerricgc' gegründete Wehr im Jahre 1895 von Johann Werle übernommen hatte, Brandmeister Karl Berndt, Zeugmeister Christian Lauer, Spritzenrneister Jakob Heintz ('B!echjääb') und Joharm Thomé; Schriftführer war Peter Brachle, Kassierer Joharm Schnur und 'Führer der Spielleute' Andreas Kiemes. Kritischer Beobachter der Übung: Ortsvorsteher Kar] Kraus (rechts). Die Wehr war damals weitgehend auf Spenden angewiesen. 1899 überwiesen die 'North-British-Feuervers-Ges'. für 'Schneidigkeit und Ausdauer beim Brand des Schmidt'schen Hauses' 50 Mark und die 'Rheinische Provinzial-Feuer-Soc.' 200 Mark 'zum Ankauf von Löschgeräten' .

11. Auf Initiative von Kar! Kraus, Jakob Hinsberger, Peter Gier und Friedrich Zägel bildete sich im Jahre 1910 eine freiwillige Sanitätskolonne als zweiter Pfeiler bürgerlicher Selbsthilfe neben der Feuerwehr. Kolonnenführer wurde Jakob Jochum, dessen Stellvertreter Nikolaus Haag, Gruppenführer Fritz Zägel. Vorsitzender war Joharm Engel, Kolonnenarzt der Redener Knappschaftsarzt Dr. Magdcburg, dessen Nachfolger der Iangjährige Heiligenwalder praktische Arzt Josef Fischer wurde. Das Foto zeigt die Sanitätskolonne urn 1939 mit (in der ersten Reihe von rechts) Weber, Friedrich Zägel, Vorsitzender Peter Kühnreich, Kolonnenführer .Takob Hinsberger und .Tak. Ley. In der mittleren Reihe Phil. Knapp, Krausbeck, Schmitt, Jakob, Lißmann und Hubert Klär. In der hinteren Reihe Alois Gier.

12. Nach dem für Deutschland verlorenen Ersten Weltkrieg wurde durch das sogenannte Saarstatut des VersailIer Vertrags das Saargebiet ab dem Jahre 1920 unter die Verwaltung des Völkerbundes gestellt. Die Bewohner sollten nach fünfzehn Jahren in einer Volksabstimmung entscheiden, ob sie im französischen Wirtschaftsbereich verbleiben oder zurück zu Deutschland wollen. 'Eingeborene' Saarländer erhielten einen roten Personalausweis, die 'Carte d'identité', ausgestellt von der Regierungs-Kommission des Saargebiets, der sie zwar von Geburt als preußische Staatsangehörige auswies, dem aber nachträglich der Stempel 'Saarländcr-Sarrois' aufgedrückt wurde. Das Foto zeigt den 'Roten Paß' der 1867 geborenen Witwe Katharina Noß geborene ZägeJ.

13. Die im Saarstatut des Versailler Vertrags festgelegte Saarabstimmung erfolgte unter großem politischem Druck von Seiten des nationalsozialistischen Deutschlands am 13. Januar 1935. Für den Wahlbezirk Wemmetsweiler/Heiligenwald fand die Abstimmung in elf Wahllokalen - alle in Wemmetsweiler statt. In jedem Wahllokal mußten ein ausländischer Wahlvorsteher, ein Schriftführer und zwei Beisitzer anwesend sein. Außerdem befanden sich in allen Wahllokalen ausländische Truppenvertreter zur Sicherung des Abstimmungsvorgangs. Das Foto zeigt das Wahllokal 830 mit dem Schweizer Wahlvorsteher Bühler (Mitte) und der Heiligenwalder Besetzung, dem Schriftführer Ernst Kraus, den Beisitzern Adam Löhr und Johann Weber und weiteren Beobachtern, darunter je ein Truppenangehöriger aus England und Italien.

14. Die 'alte Zeit' dokumentiert sich nicht zuletzt im Aussehen der Häuserzeilen und in der liebevollen Ausgestaltung einzelner Bergmannshäuser. Auf dem Foto ist die geschlossene Häuserzeile MogSpreuer-Kiefer zwischen der Hubert-Klär-Straße und der Jakobstraße zu sehen. Abgesetzte Sandsteingewände an Fenstern und Türen, individuell gestaltete Holzläden, schmiedeeiserne Treppengeländer, Fassadengestaltung, Dachgauben, hinter denen gemütliche Zimmer zu wähnen sind, Vor dem Haus eine Ruhebank, auf der die Hausfrau - auf dem Foto eine Tochter der Familie Mag - auch schon einmal ihre Handarbeiten erledigte. Später wurden die meist einstöckigen Häuser mit einem zweiten Stock versehen, eine bauliche Veränderung, die die Gauben verschwinden ließ und die Harmonie des Baus weitgehend zerstörte.

15. Eine Ansicht des westlichen Ortsteils vom Sachsenkreuz aus gesehen. Im Hintergrund ragt der Schlauchturm der Feuerwehr über die Dächer der Wohnhäuser, die zu dern damaligen Zeitpunkt noch nicht 'aufgestockt' waren. Im Vordergrund links das ehemalige Gasthaus Sachsenkreuz (Jäcker! Hoffrnann ), das jahrzehntelang als Kindergatten gedient hal.

16. Im Jahre 1863 wurde die erste katholische Schulklasse genehmigt. Erster Lehrer und Schulleiter wurde Peter Kiefer für ein Salär von 180 Talern. Der Unterricht für die 84 katholischen und 27 evangelisehen Kinder wurde in der Kaiserstraße 42/44 erteilt. Dort entstand wahrscheinlich das Foto, eines der ältesten Klassenfotos überhaupt, mit Lehrerin Eva Weiß. 1865 nahm die evangelische Schule in Privathäusern (Jüngst in der Karlstraße und Heintz in der Kaiserstraße) rnit Lehrer und Schulleiter Wilhelm Schüßler ihren Anfang. Weitere Schulleiter in den ersten hundert Jahren bis zum Krieg: Matth. Spaeder, Phi!. Roth, Peter Widdern, Nik. Schmitt am katholischen und Kar! Loos und Wilh. Hofmann am evangelischen System.

17. Lehrpersonen spielten in früheren Jahren in den ländlichen Gemeinden eine wichtige Rolle. Über das reine 'Schulehalten' hinaus harten sie weitere dörfliche Funktienen zu erfüllen wie z.B. als Küster und Organisten, als Chorleiter, als Repräsentanten zahlreicher rneist kulturpflegender Vereine oder als Chronikschreiber. Sie waren zugleich Wissensvermittler und Erzieher für die heranwachsende Generation, aber auch 'Volkserzieher' und Bewahrer bürgerlich-traditioneller Standards. Daraus resultierte ein gewisses Sozialprestige, das sie neben Pfarrer, Arzt und Steiger steilte. Das Foto zeigt drei Repräsentanten des Lehrerstandes in den zwanziger und dreißiger Jahren: Konrektor Josef Kaehren (links), Rektor Nik. Schmitt (Mitte) und sein Nachfolger im AmtJosef München (rechts).

18. Das Klassenfoto gehörte seit jeher zum Schulalltag. Kein Kind wollte den Fototermin versäumen, und der Lehrer oder die Lehrerin durfte nicht fehlen. Die Jahrgangsstärken der Klassen betrugen meist zwischen sechzig und siebzig Kinder, was das padagogische Geschick der Lehrpersonen, die damals auch Erziehungsgewalt hatten, überaus stark herausforderte. Wegen Lehrer- und Raummangel waren häufig mehrere Jahrgänge in einer Klasse zusammengefaßt. Die beiden Fotos entstanden hinter der 'Iranzösischen Schule' in der Schulstraße um 1910.

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