Heiligenwald in alten Ansichten Band 3

Heiligenwald in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Dr. Horst Wilhelm
Gemeente
:   Heiligenwald
Provincie
:   Saarland
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-6263-0
Pagina's
:   96
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Heiligenwald in alten Ansichten Band 3'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  9  |  >  |  >>

Einleitung

Mit dem vorliegenden Band 3 der Fotosammlung 'Heiligenwald in alten Ansichten' wird die seit 1989 erscheinende erfolgreiche Fotochronik -Reihe fortgesetzt.

Im Mittelpunkt stehen wieder wie in den beiden Vorgängerbänden die Ansichten eines Grubenortes, der als Bergmannskolonie in der Mitte des vorigen [ahrhunderts förmlich aus dem Boden gestampft wurde. Zahlreiche industrielleAnlagen der Gründerzeit sind längst verschwunden oder stehen als traurige Relikte einer einst prosperierenden Epoche nutzlos in der Gegend. Vielfach fehlen die finanziellen Mittel, gelegentlich auch das Verständnis, sie zu restaurieren oder auch nur zu erhalten. Bereits wenigeJahrzehnte später wird es schwierig, die Anlagen in ihrer ursprünglichen Gestalt und Funktion zu dokumentieren und in Form von Fotos für die Nachwelt - zum Beispiel in einem 'Band wie dem vorliegenden - zu erhalten. Zahlreiche Fotos und Dokumente, die möglicherweise als Erbgut hinterlassen wurden, verstauben in Dachstuben, werden vergessen und schließIich von Nachfahren als unnützes Erbgut' entsorgt'.

Ähnliches geschieht mit Fotos von ehemaligen Bewohnern. Bergmannskolonien wie der Ort Heiligenwald waren Zweckgründungen. Der Ort galt - so der Sprachgebrauch - als 'Kolonie', also als eine Ansiedlung, die kurzfristig zu einem bestimmten Zweck erfolgt und nicht im Laufe von [ahrhunderten organisch gewachsen ist. Innerhalb eines relativ kleinen Zeit-

raumes von vier bis fünf Iahrzehnten zogen die meisten Bergmannsfamilien zu, die als Stammfamilien des heutigen Ortes gelten können.

Zahlreiche später Zugezogene, die sich rnit diesen Familien 'verbandelteri' , finden kaum noch die Wurzeln ihrer Stammfamilien. Zog eine Familie aus dem Ort weg, wie es oft nach der Pensionierung von Bergleuten geschah, geriet sie mangels Verwurzelung schon bald in Vergessenheit. So ist es auch erklärlich, daß die Autoren bei der Nachforschung auf die Vorlage von Fotos häufig die Antwort erhielten: 'Die Gesichter kenne ich, aber die Namen sind mir entfallen.' Und dies selbst bei Fotos von Familten, deren Angehörige vor dreißig bis vierzig [ahren noch im Ort gelebt haben! Insofern verbindet sich mit diesem und den vorhergehenden Bänden die Hoffnung, daß weitere Vergangenheitsaufklärung möglich wird. In diesem Band wurden wieder, wie in den vorhergehenden, neben zahlreichen Gesamtund Einzelansichten des Wohnortes insbesondere Fotos von der industriellen Vergangenheit des Ortes, von Heiligenwalder Familien und familiären Ereignissen, von Menschen, die sich in ihren Berufen darstellen, wie zum Beispiel Bergleute, Handwerker, Gewerbetreibende, von Männern und Frauen bei Geselligkeit und Freizeitaktivitäten, von besonderen Ereignissen im kirchlichen und gemeindlichen Leben sowie von Heiligenwalder Schulklassen aufgenommen.

Auch dieser Band erhebt keinenAnspruch aufRepräsentativität, weder was die gezeigten Menschen, die Zeitepochen, noch was die historischen Ereignisse angeht. Die Auswahl der Fotos ist zufällig und nicht systematisch. Auch wurde bewußt auf eine Interpretation möglicher gesellschaftspolitischer Hintergründe verzichtet.

Zahlreiche Heiligenwalder Bürgerinnen und Bürger haben wieder in ihren Fotobeständen gekramt und manches Interessante zutage gefördert. Ihnen gilt unser Dank. Insbesondere sei Herrn Guido Jung gedankt, der mit seiner eigenen Fotosammlung manche Lücke fûllen konnte und zur Abrundung des Bildbestandes wesentlich beigetragen hat. Zahlreiche Fotos entstammen wieder der Sammlung des Arnateur-Porträt- und Familienfotografen Mathias Porster, der im Zweiten Weltkrieg gefallen ist. Seiner Frau Maria und seinem Sohn Leander Forster sind wir daher ebenso zu Dank verpflichtet, wie Frau Gertrud [ochern und Frau Marga Weiß, die großenAnteil an der Identifizierung zahlreicher auf den Fotos dargestellter Personen haben sowie meiner Frau, MargotWilhelrn, die die Korrektur derTexte besorgte. Nicht zuletzt sei dem holländischen Verlag Europäische Bibliothek in Zaltbommel Dank gesagt, der mit dieser ansprechenden Publikationsreihe dafür sorgt, daß fotografische Relikte derVergangenheit in gedruckter Form für die Zukunft bewahrt werden - und dies noch gerade zur rechten Zeit, bevor

die letzten fotografischen Zeugnisse der Vergangenheit gänzlich verschwunden sind.

HeiJigenwald, im April 1996, DI. Horst Wilhelm

1 Mitte der zwanziger [ahre entdeckte der 1896 in der Pfalz geborene und in St. Ingbert -Schnappach aufgewachsene saarländische Maler Fritz Zolnhofer den Bergmannsort Heiligenwald - und die Grube Itzenplitz als Motiv. Das Bild wurde vom Standort der 1974 zwischen Heimzeberg und Itzenplitzschule errichteten Sachsenkreuz-Sporthalle gemalt. Im Vordergrund links drei Kinder beim Ziegenhüten. Die 'Milchgeis' wurde in saarländischen Bergmannsdörfern auch als 'Bergmannskuh' bezeichnet. Das Bild läßt 'irn Original die von Zolnho[er gewohnte grauschwarze Dusternis der saarländischen Bergarbeiterwelt vermissen.

2 Gruß aus Heiligenwald! stand auf zahlreichen Postkartenmotiven der urn 1845 entstandenen Bergmannskolonie. Hier die wahrscheinlich älteste Postkarte des Ortes mit Sicht über den OrtsteilGroßheiligenwald' nach Westen zur Grube Itzenplitz. Rechts der 'Kleine Heiligenwald' , im Hintergrund die alte Kirche, heute Wohnhaus. In der Mitte und im Vordergrund entstehen die ersten Gruben-Absinkweiher. DieseAbsinkweiher - von Einheimischen auch 'Schlammweiher' genannt - dienten zur Klärung der in der Kohlenwäsche der beiden Gruben angefallenen Abwässer. Der sich langsam absetzende Schlamm hatte meist noch einen ansehnli-

ehen Brennwert. Er diente in den Notjahren der beiden Kriege und während der Streikzeiten den einheimischen Familien als willkommener billiger Hausbrand.

3 Bergleute gründeten die 'Kolonie Heiligenwald' im Iahre 1846. Bis in die fünfziger Iahre nnseres Iahrhunderts lebte der überwiegende Teil der Bewohner vom Bergbau. Die meisten Bergleute des Ortes waren auf den einheimisehen Gruben Reden und Itzenplitz beschäftigt. Die Tradition des Bergmanns spielte stets eine große Rolle. Bereits 1897 wurde der erste bergmännische Tradinonsverein - die Sr-Barbara-Bruderschaft - in Heiligenwald gegründet. Gegenwärtig vertritt der 'Bergrnannsverein' die traditionellen Interessen des Berufsstandes vor Ort. Auf dem Foto zwei Heiligenwalder Bergleute (rechts Iohann

Adams) in Traditionsunlformen der Bergleute im Iahre 1936.

4 Ansichten aus der Zeit um die [ahrhundertwende mit einem 'Gruß aus dem Casino Heiligenwald' . Oben die Itzenplitzstraße mit der alten Kirche (rechts). dem Gasthaus Mag (Mitte) und dem Haus des Mehlgroßhändlers Weyand (links) vor dem Holzplatz der Grube Itzenplitz. Auf dem kleinen Foto rechts die Grube Itzenplitz mit Holzplatz und der rnehrgleisigen Güterbahnanlage. Unten das 'Casino Heiligenwald', eine von dem Bäcker und Metzger Karl Kraus betriebene Gastwirtschaft. Links neben dem Casino sind das Wohnhaus von Otto Wolf, seine Schmiede sowie der

gleichzeitig von seiner Frau betriebene Kolonialwarenladen zu sehen.

!niid'f 00111 U1alt'lf eus.

5 Eine Postkarte aus dem Iahr 1912/13 mit einer damals nicht ungewöhnlichen Straßenszene: Kinder, Erwachsene, Fuhrwerke und Kleinvieh in der Schulstraße zwischen Feinkost-Beck (rechts) und der Metzgerei Bickelmann und dem Gasthaus Heintz (links). Hier wie auf allen Ortsansichten jener Zeit wird die mangelhafte Ausbaustruktur sichtbar:

Schotterstraßen und oberirdische Abwasserrinnen mangels Kanalisation. Das gleiche Motiv wurde bereits einige Iahre zuvor - ohne das erst 1910 entstandene Rathaus am oberen Ende der Schulstraße - als Postkarte vertrieben (siehe Einbandfoto ).

6 Weil die heutige Itzenplitzstraße zum Bahnhof Reden führt, hieß sie früher 'Bahnhofstraße' . Sie war in den Gründerjahren des Bergmannsortes die Geschäftsstraße von Heiligenwald. Neun Geschäfts- und Handwerksbetriebe, darunter eine Apotheke, ein Omnibusunternehmen und die Poststelle sowie sechs Gastwirtschaften hatten sich etabliert. Im Iahre 1887 wurde hier der erste kathelische Kirchenbau (auf dem Foto links) errichtet. Sie erhielt erst zwölf Iahre später einen hölzernen Gleekenturm. Bis dahin hing die Glocke eine Zeitlang an einem Holzgerüst auf dem gegenüberliegenden Grundstück. Das Gerüst war an dem

rechts auf dem Foto sichtbaren Apfelbaum befestigt. In den zwanziger Iahren wurde die Bahnhofstraße allmählich von der Schulstraße in ihrer Funktion als Geschäftsstraße abgelöst.

Gru aus Herlig ?.. r":fald

7 Die im Ort als 'Notkirche' bezeichnete katholische Pfarrkirche in der mittleren Bahnhofstraße wurde nach dem Neubau der neuen Kirche von Bauunternehmer Felix Jakob aufgekauft und zu einem

Wohnhaus umgebaut. Das Foto links zeigt das Gebäude vor dem Umbau im jahre 1936 mit der davor verlaufenden Trasse mit Oberleitung der Linie 4 der Neunkircher Straßenbahn. Das Foto rechts

zeigt das Haus nach dem ersten Umbau im Iahre 1938. Im Untergeschoß befand sich bis 1945 das Polizeirevier 13 Heiligenwald, das zeitweise mit bis zu dreißig Polizeibeamten besetzt war.

8 Im Iahre 1892 wurden zahlrelche Bergleute als 'Hauptagitatoren' eines Streiks von der preußischen Grubenverwaltung 'abgelegt'. Unter ihnen auch Lorenz Riehm, der daraufhin in der Bahnhofstraße einen Kolonialwarenladen und ein Gasthaus betrieb. Riehm hatte

eine ganze Häuserzeile in Besitz: Das Eckhaus links zur Weiherstraße, die spätere Gastwirtschaft Sorg - auf dem dahinter liegende Grundstück

an der Weiherstraße erbaute er ein Schlafhaus mit 100 Plätzen - und der Gastwirtschaft (Foto oben) sowie das ehemalige Wohnhaus der Familie Riehm (unten), später von Rektor München erworben und umgebaut (Foto links), heute im Eigentum der Familie Gorges/Kirsch. Lorenz Riehm beschäftigte später als Unternehmer mehr als 200 abgelegte Bergleute beim Ausschlagen und Verkauf von Kohleschlamm.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  9  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2018 Uitgeverij Europese Bibliotheek