Helmstedt in alten Ansichten Band 1

Helmstedt in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Robert Schaper
Gemeente
:   Helmstedt
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1944-3
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Helmstedt in alten Ansichten Band 1'

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HELMSTEDT. St. Stephani-Kirche.

19. Diese Aufnahme der St. Stephanikirche ist im Jahre 1908 gemacht worden, und zwar von Süden her. Die Bäurne, die heute bereits einen hohen Wuchs zeigen, sind gerade gepflanzt worden. Kinder spielen unter Aufsicht einer Erwachsenen. Vom Verkehr her gesehen wäre diese Aufsicht nicht nötig, denn hier kam kaum einmal ein Fuhrwerk vorbei. 'Großer Kirchhof" heißt dieser Platz heute, in Erinnerung daran, daß bis zum Jahre 1875 hier wie an der anderen Seite der Kirche der Begräbnisplatz der verstorbenen Helmstedter Bürger war.

20. So sah das Beguinenhaus im Jahre 1906 aus, bevor es renoviert wurde. Die Beguinen, seit dem 12. Jahrhundert bekannt, waren Frauen, die sich der christlichen Liebestätigkeit verschrieben hatten, ohne aber den Schleier zu nehmen. Später wurde es ein Heim für betagte Frauen, und dicse Funktion erfüllt es auch heute noch. Unsere Eltern aber sprachen von den Insassen noch immer als von den 'Begineken', Es ist das einzige Haus der Helmstedter Altstadt, das mit der Giebelseite zur Straße hin steht.

21. So sahen unsere Eltern und Großeltern die Front des Jürgenhospitals, das, 1268 aus der Stadt hierher verlegt, zunächst als Siechenhaus, dann als Krankenhaus und zuletzt als Armeleutewohnungen diente. Diese Häuser waren zwar malerisch, aber durchaus unhygienisch, und so war es nur ein Gebot der Notwendigkeit, daß sie im Dezember 1968 abgebrochen wurden. Zugleich fiel der daran anschließende Turm der Feuerwehr, da auf der Nordstraße eine Feuerwehrzentrale für den Kreis Helmstedt erbaut worden war. Anstelle des Jürgenhofes wurde der Neubau der Firma Betten-Rust erstellt.

22. Hier sehen wir den Jürgenhof aus anderer Perspektive. Wir blieken auf den Hausmannsturm, das alte Wahrzeichen des freien Bürgersinns, und die St. Georgskapelle, die dem Siechenhaus den Namen (Georg = Jürgen) gegeben hat. Zwischen der Kapelle und dem Jürgenhof führt seit 1890 die Juliusstraße über die Wilhelm- oder Parkstraße nach dem Bahnhof.

23. Der Jürgenhof, das Siechenhaus Helmstedts im ausgehenden Mittelalter an der Harslebertorstraße, scheint im Jahre 1586 erneuert worden zu sein. Das ist jedenfalls aus der in den Schwellbalken geschnittenen Inschrift 'Anno dmi 1586' zu schließen, an der die meisten Helmstedter früher mit Sicherheit achtlos vorübergegangen sind. Die davor und dahinter stehenden Buchstaben sind heute nicht mehr zu deuten. Der Balken wurde nach dem Abbruch des Hauses 1968 in das Kreisheimatmuseum gebracht.

24. Auch dieses ist ein Teil des Jürgenhofes. Während die Häuser an der Harslebertorstraße zunächst nur den eigentlichen Kranken dienten, waren diese Gebäude an der Juliusstraße, die bis zu ihrem Abbruch im Jahre 1968 sich direkt an die Georgskapel1e anlehnten, Familien vorbehalten. Es war immer ein wohltuender Anblick, wenn vom Frühling bis zum Herbst Geranien und Petunien vor den Fenstern blühten, aber da hygienische Einrichtungen nicht einzubauen waren, mußten sie abgerissen werden. Das Kaufhaus Berlin hat dann hier einen Ladenneubau errichtet.

25. Und noch einmal der Jürgenhof, und wieder mit dem Bliek auf den alten Hausmannsturrn, Aber die Juliusstraße, zwischen St. Georgskapelle und dem eigentlichen Jürgenhof, ist noch nicht da. Die ist erst um 1890 hier durchgebrochen, während unser Bild etwa um 1880 entstanden ist. In dem Haus an der rechten Seite, mit dem Torbogen, befand sich damals eine Tischlerei, in der 1889 Feuer ausbrach, das das Haus in Asche legte, Es wurde nicht wieder aufgebaut, und so war der Anfang der Juliusstraße gemacht, die dann über den Friedhof des Jürgenhofes weitergeführt wurde.

Helmsledl

f'apenberg.

26. Unser Bild aus dem Jahre 1920 zeigt den südlichen Teil der Straße 'Papenberg', genannt nach den Pfarrern, die bis vor rund zehn Jahren hier wohnten. Pape ist niederdeutsch Pfarrer. Im Hintergrund sehen wir die seit ihrer Fertigstellung im 15. Jahrhundert fast unveränderte Kirche St. Stephani, während das Haus an der rechten Seite (mit dem runden Erker) schon seit mehr als hundert Jahren das Haus des ersten Predigers an St. Stephani ist. Eine Abtsmütze und zwei gekreuzte Abtsstäbe über dem Portal zeigen an, daß dieses Haus (1753) noch vom Kloster St. Ludgeri als dem Patron der St. Stephanikirche erbaut wurde. Wegen Baufälligkeit soll es abgerissen werden. Verschwunden sind leider auch schon die schönen Bäurne an der rechten Straßenseite.

27. Das nach seinem letzten Besitzer so genannte Rohrsche Haus am 'Papenberg' wurde 1567 von dem Herzog Heinrich dem Jüngeren von Braunschweig (1514 bis 1568) als Gästehaus für fürstliche Personen erbaut. Seiner ganzen Art nach aber ist es ein Bürgerhaus, das an seinen Schnitzereien den Geist der Renaissancezeit widerspiegelt. In den Feldern unter der oberen Fensterreihe sind zum Beispiel die sieben Künste allegorisch dargestellt, in der unteren Reihe Wappen bekannter Persönlichkeiten. Alle diese Schönheiten waren unter Putz verschwunden, bis man sie im Jahre 1903 wiederentdeckte. Damals hatte der Kaufmann Sally Baumann hier seinen Laden, bis er ihn 1933 aufgab. Heute sind hier die Braunschweiger Zeitung und das Blumengeschäft von Richard Walter untergebracht, im übrigen steht das große Haus leer, weil es umgebaut werden soll.

Roh,'. Haus ehem. Herzogi. Hoflager. erbaut 1557 rietmsteat

HELMSTEDT

Lyzeum

28. An der Stelle dieses Schulgebäudes standen bis zum Jahre 1879 vier kleine Faohwerkhäuser ähnlich denen, die wir links und rechts von dem Gebäude sehen. Im Jahre 1879 wurde das Haus dem städtischen Lyceum übergeben, das, zuletzt als Gymnasium für Mädchen, bis 1970 hier bestanden hat. Kurz zuvor war das Dachgeschoß noch ausgebaut und auf dem Schulhofe ein zweiklassiger Pavillon errichtet worden. Jetzt dient es der Schule für das geistig behinderte Kind als Unterkunft. Das Gebäude rechts wurde in die Breite eines Fensters durchbrochen, um für Fußgänger einen kürzoren Weg unter dem Walle hindurch nach der neuen Siedlung Warneckenberg zu schaffen. Der Mast und die Bäume sind verschwunden. An die Stelle des breiten Fußweges ist ein Parkplatz getreten. Die Aufnahme stammt aus dem Jahre 1914.

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