Helmstedt in alten Ansichten Band 1

Helmstedt in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Robert Schaper
Gemeente
:   Helmstedt
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1944-3
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Helmstedt in alten Ansichten Band 1'

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@russ aus ftelmstedt

49. Das Türkentor als Einfahrt zum Wirtschaftshof des ehemaligen Benediktinerklosters und der jetzigen Dornäne St. Ludgeri war wohl eines der eindrucksvollsten Baudenkmäler der Stadt Helrnstedt. Es wurde 1716 von dem kunstsinnigen Abte der beiden Ludgeriklöster zu Werden an der Ruhr und zu Helmstedt, Coelestin von Geismar, nach dem Sieg des Prinzen Eugen von Savoyen über die Türken bei Peterwardein errichtet. Eine in lateinischer Sprache gehaltene Inschrift über dem Torbogen kündete von diesem Ereignis. Länger als zwei Jahrhunderte sind hier Schafe, Kühe, Pferde und Fuhrwerke mit landwirtschaftlichen Erzeugnissen hindurchgefahren, bis arn 20. Februar 1944 Bomben das Bauwerk zerstörten, Die Steine davon sind noch vorhanden - ob das Tor aber jemals wieder in seiner verspielten Schönheit erstehen wird? Das Bild entstand 1885.

50. Jahrhunderte schweigen, ein Tor redet. Durch dieses Rote Tor fuhren noch vor fünfzig Jahren die schweren Ackerwagen der dahinter liegenden Domäne St. Ludgeri über den Roten Torweg auf die Äcker; heute ist es durch ein Brettertor verrammelt. Die Mauer links im Bilde ist zum Teil bereits eingestürzt und das daneben liegende neue Gebäude des Gymnasiums sichtbar. Bald wird auch die übrige Mauer vollständig verschwinden, denn an dieser Stelle soll in absehbarer Zeit die Trasse des neuen Stadtringes führen. Dann wird auch der am rechten Rande des rechten Pfeilers sichtbare Doppeladler nicht mehr auf die Vorübergehenden schauen. Diese Aufnahme wurde 1924 gemacht.

51. Die gute, alte Kramstraße führt vorn Holzberg zum Markt. Wir blieken hier auf das Rathaus. Aber so sieht diese Gasse heute nicht mehr aus. Früher gab es hier Läden, Unsere Großeltern erinnern sich noch an den Schuhmachermeister Eggers, unsere Eltern wissen noch von dem Lebensmittelgeschäft Naverma. Das Haus an der linken Seite mußte einern Backhaus für die an der Neumärker Straße gelegene Bäckerei Wille Platz machen. DIe Häuser an der rechten Seite wurden 1962 abgebrochen, weil hier der Anbau des Rathauses entstand, der sich nun bis zum Holzberg hinzieht. Aus der alten dumpfen Gasse ist ein freundlicher Fußgängerweg geworden.

52. Einen geruhsamen Anblick bot der Holzberg, Helmstedts größter Platz, im Jahre 1901. Noch ist kein Auto zu sehen, keine Markierungen als Abstellplätze für diese Verkehrsrnittel! Die Menschen können ungehindert und ungefährdet quer über den Platz gehen. Der 'Schuckebrunnen' lieferte Trinkund Brauchwasser für die Anwohner, die noch nicht an die Wasserleitung angeschlossen waren.

53. Ein sehr schönes und gepflegtes Haus aus der Zeit des ausgehenden Mittelalters ist auch das Doppelhans Holzberg 17. Die beiden Teile sind 1561 und 1648 gebaut worden. Der rechte, ältere Teil zeigt einen schönen Fächerfries und im oberen Stockwerk noch ein einziges Fenster mit geschwungenem Rahmen, wie solche in der Renaissancezeit üblich waren. Die Allerthal-Brauerei, die hier bis zum Zweiten Weltkrieg eine Speisewirtschaft betrieb, gab das Haus dann an die Magdeburger Firma Lange & Typky, eine Fachgroßhandlung sanitärer Einrichtungen, ab, die 1946 hier neu begarm. Das untere Stockwerk ist zwar verandert, aber doch so, daß sich die Modernisierung dem schönen, alten Gewande des Hauses anpaßt. Die Aufnahme wurde 1923 gemacht.

54. Ebenfalls aus dem Jahrc 1923 stammt das obige Bild, das Einzelheiten des Hauses Holzberg 17 von 1561 zeigt. Wir sehen Schiffskehle, ein Flechtband, den Fächerfries und dazwischen Figuren wie:

Stern, Rosette, Sonne und Mond, auch die Bodenluke ist noch in alter Form erhalten. Die kleinen Fenster unter dem Fries jedoch sind 1960 leider zu einer geraden Form modernisiert, bis auf eines, das noch die alte Renaissanceform zeigt.

Bürgerliches Brauhaus, fritz ftomann .

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55. Ein Vierteljahrhundert früher, nämlich im Jahre 1900, wurde diese Aufnahme des Hauses Holzberg 17 gemacht. Vor allem Kinder stellten sich dem Fotografen: Die Mädchen mit ihren Schürzen und die Jungen mit den damals üblichen Matrosenkragen. In dem Hause wurde bereits seit mehr als zweihundert Jahren eine Brauerei mit Ausschank betrieben. Nunmehr nannte es der Besitzer Fritz Homann 'Bürgerliches Brauhaus'. Das Einfahrtstor war in seiner geringen Breite den Fuhrwerken der Zeit angepaßt, wie rechts im Bilde eines sichtbar ist,

56. Alteren Datums ist dieses Bild. So sahen unsere Großeltern im Jahre 1898 die Westseite des Holzberges. Der 'Schuckebrunnen', eine Pumpe, die durch einen Schwengel das Wasser aus der Tiefe heraufholte, versorgte die Anwohner mit Trink- und Brauchwasser. Das Haus von 1561, ganz links am Bildrande, gehörte dem Brauereibesitzer Fritz Homann, der es dann an die Allerthal-Brauerei in Grasleben abgab. In seinem Äußeren hat sich 1898 gegen früher noch nichts verändert, die für die damalige Zeit modernen Türen und Fenster sind der alten Fassade noch einigermaßen angepaßt.

57. Jahrhundertelang hat das Haus Holzberg 32, links im Bild, hier gestanden und als Geschäfts- und Wohnhaus gedient. Im Jahre 1960 erwarb es die Stadt Helmstedt, und bis 1964 wurde hier ein Anbau des Rathauses errichtet, weil das im Jahre 1906 geschaffene Verwaltungsgebäude der Stadt am Markt die verschiedenen Dienststellen nicht mehr aufzunehmen in der Lage war.

58. Als die Tochter des Kaufmannes Karl Rühland den Sanitätsrat und Leiter des Krankenhauses St. Marienberg, Dr. med. Friedrich Denecke, heiratete, ließ er für das junge Ehepaar eine für die damaligen Verhältnisse einfache Villa an der Stobenstraße bauen. Dazu mußte aber das alte Haus abgerissen werden. Nur die steinerne Eingangspforte zum Garten aus der Zeit des Barock blieb pietätvoller Weise erhalten. Als aber das Haus 1972 abgebrochen wurde, um Platz für das Hallenbad zu schaffen, wurde nun auch diese Pforte beseitigt. Ob sie - vielleicht an anderer Stelle - wieder Aufstellung findet? Das Foto ist 1925 aufgenommen worden.

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