Helmstedt in alten Ansichten Band 3

Helmstedt in alten Ansichten Band 3

Auteur
:   Robert Schaper
Gemeente
:   Helmstedt
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-4836-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Helmstedt in alten Ansichten Band 3'

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59. Ein martialisches Bild, das in den ersten Kriegstagen des Jahres 1914 aufgenommen wurde. Vor der Bahnbrücke am Magdeburger Tor ist eine Abteilung des Volkssturms versammelt, um die Brücke vor vermeintlichen Anschlägen von feindlichen Agenten zu schützen. Es sind brave Handwerksmeister und biedere Familienväter, die der Meinung waren, sie könnten ihrem Vaterland auf diese Weise dienen. Der Straßenverkehr war wohl noch nicht all zu lebhaft. Nicht eine Geschwindigkeitsbeschränkung auf 50 km ist angegeben, sondern die einfache Mahnung - mehr war es wohl nicht - im Schritt zu fahren.

60. Hier gingen unsere Großeltern spazieren, wenn sie nach einer mehr oder weniger langen Fahrt mit der Pferdekutsche hier abgestiegen waren. Die Allee großer Bäume lud zum Flanieren ein, Bier und Kaffee gab es in den gut ausgestatteten Gasträumen, und auch für die Befriedigung der Spielleidenschaft war durch Spielsäle gesorgt. Gerade der Gartensaal des 'Gesundbrunnens' im Brunnental zeigt Bau und Dekor der Gründerzeit; hier ist das Jahr 1889 festgehalten.

61. Dies ist die Jakobsonbrücke, über die man den Fußweg von der Stadt nach Bad Helmstedt nimmt. Viele Passanten haben diesen Brückenweg überquert - auch im Jahre 1927 -, ohne zu ahnen, daß sie ein Bächlein unter ihren Füßen hatten. Nur wenige haben die kleine Anstrengung unternommen, den Abhang hinunterzusteigen, urn sich das Rinnsal anzusehen. Wer es tat, fand einen erklärenden Spruch über den Durchlaß: 'Ob Deutschen oder Franken, Gesunden oder Kranken das nahe Bad erquicke, erbaute diese Brücke der edle Jakobson. Ihm sei der Dank als Lohn.' Israel Jakobson, der Finanzier des Herzogs Kar! Wilhelm Ferdinand von Braunschweig, hatte diese Bachüberführung (1805) bauen lassen, weil er noch immer, wenn er Bad Helmstedt besuchte, durch den Sumph kutschieren wollte, den der Bach hier bildete.

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62. Größere Betriebe konnten sich auch zu Großvaters Zeiten eigene Ansichtskarten leisten, die für ihr Unternehmen warben. So zeigt hier - im Jahre 1898 - der 'Restaurations-Betrieb Waldfriede' im Brunnental auf einer solchen Karte einen Bliek auf Helmstedt von Süden her und das 'Etablissement' selbst unter schattenspendenden Bäumen des Lappwaldes mit einem ausgedehnten Kaffeegarten, den unsere Großeltern sicherlich gern besuchten - vorausgesetzt, es war gutes Wetter.

63. Nach dem 'Gesundbrunnen' im 18. Jahrhundert und dem 'Waldfriede' 1872 wurde als dritte Gaststätte im Brunnental im Jahre 1878 das 'Clarabad' gegründet, das der Gründer dieses 'Etablissements', der Forstmeister Georg Ahlers, nach seiner Tochter nannte. Das der Gaststätte angeschlossene Hotel - Logierhaus im damaligen Sprachgebrauch - sollte den Badegästen Unterkunft bieten.

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64. Zur Zeit unserer Großeltern bestand diese Gaststätte im Brunnental bereits als 'Waldfriede'; im Jahre 1939 wurde sie umgebaut und 'Der Quellenhof' benannt. Diese Ansicht aus dem Jahre 1872 allerdings werden sie kaum gesehen haben, es ist die Rückseite des Gebäudes. 'Der Quellenhof ist heute wie eh und je ein beliebtes Ausflugs- und Tagungslokal.

65. 'Wenn ieh auf der alten Brunnenchaussee am Clarabad vorbei in Richtung Beendorf gehe, bin ich immer beeindruckt von der Schlucht, die ein Urstrom hier in die Höhen des Lappwaldes gepflügt hat,' so beschreibt mein Freund Joachim Pohl, ein Kenner seiner neuen Heimat, den Mühlenbach, der noch am Ende des vergangenen Jahrhunderts zwei Mühlen trieb, die Untere Holzmühle, auf der Grenze zur DDR gelegen und 1947 abgerissen, und die Obere Holzmühle, das spätere Clarabad. Auf unserem Bild aus dem Jahre 1911 sprudelt und quirlt er wie eh und je ein Waldbach; das ist heute vorbei. Ein Rinnsal, zwar nicht so trüb wie mancher seinesgleichen, aber traurig und lustlos, von vielen gar nicht beachtet - so versucht er, sein schmales Bett mit Leben zu erfüllen.

66. Ins Brunnental kommen die Gäste heute von nah und fern mit dem Autobus oder dem eigenen Wagen. Parkplätze sind nicht nur bei den Gaststätten, sondern auch im Wald ausgewiesen. Unsere Großeltern waren auf Pferd und Wagen angewiesen, wenn sie Erholung im Brunnental suchten, oder wenn sie im Theater Sinnenfreude erleben wollten. So spannte die Familie Buchholz in Runstedt im Sommer des Jahres 1914 an und ließ sich im Pluderbusch im Lappwald fotografieren.

Helmstedt Das Paradies

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67. Unsere Großeltern konnten sich noch (im Jahre 1911) des prächtigen Wuchses der knorrigen Eiche (im Mittelgrund des Bildes) erfreuen. Wenn die Meinung richtig ist, daß Eichen 300 Jahre wachsen und dann weitere Jahre absterben, dann müßte diese Eiche zu der Zeit, da die Helmstedter Studenten hier ihre Mensuren austrugen, bereits fast 100 Jahre alt gewesen sein. Heute ist diese Eiche zwar knorriger geworden, aber sie zeigt auch schon deutliche Merkmale des Absterbens. Sie steht im Forstort 'Im Paradies', hinter dem Pluderbusch im Lappwald.

68. Das Clarabad im Brunnental, von den Helmstedter immer noch 'Obere Holzmühle' genannt, ist - hier im Bild aus dem Jahre 1906 zu sehen - äußerlich verändert. Das 'Logierhaus' - der rechte Gebäudeflügel - ist aufgestockt worden, die Fassade der Zeit entsprechend modernisiert. Das eigentliche Badehaus (im Vordergrund des Bildes) ist wegen Aufgabe des Badebetriebes um die Jahrhundertwende abgerissen worden.

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