Hengersberg in alten Ansichten Band 1

Hengersberg in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Georg Loibl
Gemeente
:   Hengersberg
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2743-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Hengersberg in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Hengersberg 1009-1984

Idyllisch liegt der Markt Hengersberg mit seinen beiden Bergkirchen am nördlichen Rand des Donautals. Im Hintergrund erheben sich die Berge des Bayerischen Waldes. Zwischen 996 und 1009 rodete Abt Gotthard von Niederaltaich den einsamen 'Helmgeres Berg' und erbaute eine Burg und eine Rundkirche, die der Gottesmutter geweiht wurde. Damals bekam der Berg den Namen Frauenberg und sein ursprünglicher Name ging auf die wohl gleichzeitig gegründete Siedlung an seinem Fuße über. Die Burg bewohnten Chorherrn aus dem Kloster Niederaltaich, welche die dort wiedereingeführte strenge Benediktinerregel nicht annehmen wollten. Diese Burg scheint nicht sehr lange gestanden zu haben, denn schon Abt Pappa I. (1202-1229) wußte nichts mehr von ihr.

1009 verlieh Kaiser Heinrich Il. dem Kloster Niederaltaich das dauernde Recht, in dem Dorf 'Helngerisperk' Markt zu halten und auf der Straße, aber auch auf dem Wasser, Zoll zu erheben. In diesem Jahr feiert man den 975. Jahrestag der Markterhebung. Auf dem Rohrberg erbaute im ausgehenden 12. J ahrhundert der Bogener Ministeriale Altmann von Helngersperg eine Burg, die er vor seinem Tod 1212 dem Kloster Niederaltaich vermachte. Nachdem das Kloster den Grafen von Bogen eine Abfindung be-

zahlte, erhielt es die Erlaubnis die Burg abzubrechen, später wurde an dieser Stelle eine Kirche erbaut.

In den kriegerischen Machtkampfen zwischen den Grafen von Bogen und den Ortenburgern, wurde im Jahre 1226 Hengersberg niedergebrannt. 1242 ließ Herzog Otto II. von Bayern auf dem Marktplatz zu Hengersberg. die Raubritter Wernhard und Albert von Moos öffentlich enthaupten. Um diese Zeit entstand in Hengersberg das Landgericht. 1262 baute der bedeutende Abt Hermann die zerstörte Frauenbergkirche wieder auf und errichtete 1263 an der Stelle des alten Mauthauses ein Leprosenhaus.

1432 gewährte Herzog Heinrich der Reiche für Hengersberg zwei Jahrmärkte. 1565 wurde von Abt Paulus Gmainer, einem Hengersberger, das Leprosenhaus in ein Spital umgewandelt und reich bestiftet. Abt Bernhard Hilz, auch ein Hengersberger, erbaute um 1590 unsere Rohrbergkirche und richtete 1612 in einem alten Torturm in der heutigen Passauerstraße, das erste Schulhaus ein. Im Dreißigjährigen Krieg wurde Hengersberg schwer mitgenommen, viermal wurde der Ort geplündert und auch die Pest forderte viele Menschenleben.

Im Österreichischen Erbfolgekrieg 1740-1745, lagerten 1742 die Franzosen in Hengersberg und von 1743-1745 saßen die Österreicher im alten Markt.

Abt Marian von Niederaltaich berichtet: Im Markt Hengersberg aber herrschte wahres französisches Leben, er glich einer immerwährenden Dult, in der man alles um den teuersten Preis kaufen konnte. In dieser Kriegszeit mußte die Bevölkerung unsägliches Leid erdulden. Auf dem Weingartl kann man noch heute Spuren der französischen Befestigungsanlagen erkennen.

Hengersberg wurde auch immer wieder von Brandkatastrophen schwer heirngesucht. 1794 brannten sechs Häuser an der Ostseite des Marktplatzes ab und 1824 wurden zwölf Häuser durch das Feuer vernichtet.

Der Markt Hengersberg unterstand jahrhundertelang der Grundherrschaft des Klosters Niederaltaich. Die Hengersberger versuchten in endlosen Prozessen vom Kloster loszukommen und selbständig zu werden, was ihnen aber nie gelungen ist! 1803 löste sich das Problem von selbst, als das Kloster Niederaltaich aufgehoben wurde. Im selben Jahr verlor Hengersberg das Landgericht, trotzdem ging die wirtschaftliche Entwicklung aufwärts. Im 19. Jahrhundert florierten hier Handel und Gewerbe, bis zu neun Brauereien erzeugten den edlen Gerstensaft und es gab viele Handwerksbetriebe. Große Viehmärkte brachten einen wirtschaftlichen Aufschwung, dem man leider schon

1826 das spätgotische Rathaus auf dem Marktplatz opferte, um mehr Platz zu bekommen. 1854 wurde der alte Torturm in der Passauerstraße abgebrochen. Es entstanden die Schulhausbauten auf dem Rohrberg, denen das Krankenhaus und der Kindergarten folgten. Auch die Eröffnung der Bahnlinie Deggenderf-Kalteneek brachte einen weiteren Aufschwung, der dann durch den Ersten Weltkrieg und die nachfolgende Weltwirtschaftskrise sich ins Gegenteil wandelte. Damals gingen alle Brauereien ein und es dauerte lange, bis die Zeiten wieder besser wurden.

Durch die Gebietsreform vom Jahre 1971 kamen die Gemeinden Altenufer, Waltersdorf, Schwanenkirchen und 1974 Frohnstetten zum Markt Hengersberg. 1978 wurde die Verwaltungsgemeinschaft mit den Gemeinden Auerbach und Niederalteich gegründet.

Dieses Bändchen zeigt die Bilder von der J ahrhundertwende bis etwa 1930, vieles ist seitdem anders geworden und so manches, was auf den Fotos zu sehen ist, wird man heute vergeblich suchen.

Den Hengersbergerinnen und Hengersbergern, die ihre Fotos zur Verfügung gestellt haben, sei herzlich gedankt, wie auch jenen, die mitgeholfen haben, die darauf abgebildeten Personen zu identifizieren.

HErGERSBERG

1. Dieses Panoramabild, um 1905 entstanden, ist wohl die älteste fotografische Ansicht von Hengersberg. Die Mang ist noch Ackerland, lediglich am rechten Bildrand ist ein einzelnes Haus zu sehen. Die Ziegelei Antlsperger liegt weit außerhalb der Ortschaft inmitten von Feldern, Auf dem Rohrberg gibt es außer der Kirche nur das Krankenhaus und das Knaben- als auch das Mädchenschulhaus. Ganz links ist die Kirche von Schwarzach zu sehen und das Dorf besteht nur aus wenigen Häusern. Die Ohe führt gerade Hochwasser und schlängelt sich in vielen Windungen durch die Wiesenlandschaft. Im Bereich der heutigen Fischerstraße stehen nur einige Häuser, die von großen Obstgärten umgeben sind. Über den Dächern im Ortskern sind die Kühltürme von den Sudhäusern der Brauereien zu sehen. Sieben gab es damals in Hengersberg - heute besteht keine mehr! Rechts unten sehen wir einen Acker und eine Weide, daneben von Bäumen umgeben das Kellergebäude der Loher-Brauerei, welches später von Alois Schwaiger erworben und umgebaut wurde.

Hengersberg

2. Großes Panoramafoto vom Frauenberg aus aufgenommen. Hengersberg war damals noch recht klein, am Rohrberg standen nur wenige Häuser. Die Straßen hatten keinen Asphaltbelag. Das Schwaigerhaus auf dem Frauenberg wurde gerade umgebaut, davor war eine große Wiese; das Haus vom Sägewerk Schwaiger stellt sich noch ohne Turmerker dar und die Mang war völlig unbebaut. Am Rohrberg steht rechts ein einzelnes Haus, es wurde 1921 für den Kooperator Josef Wimmer erbaut. Maurerpolier war Josef Herböck, genannt 'Brot-Sepp', Dem Herrn Kooperator ging der Bau zu langsam voran, deshalb bat er den Baumeister Antisperger, zwei Maurer mehr auf die Baustelle zu schicken. Als das geschehen war, sagte Kooperator Wimmer zum Brot-Sepp: 'Herr Herböck, jetzt sind zwei Mann mehr auf der Baustelle, da muß es aber schneller vorwärts gehen.' Worauf der Brot-Sepp trocken meinte: 'Hab noch nichts gesehen Herr Kooperator, daß es schneller geht, wenn an Festtagen drei Herren das Hochamt zelebrieren!'

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3. Der Hengersberger Marktplatz gehört zu den schönsten seiner Art in Bayern. Im Grundriß ein trapezeförmiges Rechteck, stand bis 1826 das Rathaus in seiner Mitte. Die Nerdwest-Ansicht zeigt von links den Brauerei-Gasthof Krininger, damals noch ohne Stuckfassade, dafür mit barocken Fenstergittern im ersten Stock; dann das Kaufhaus Bauer heute Stalla, im Erdgeschoß Rundbogenfenster mit Gittern und Fensterläden an den Obergeschossen; daneben der Raith-Bäcker ein Kolonialwarengeschäft -- auf einer Leiter steht ein Mauerer und verputzt einen Fensterstock. Am Loibl-Metzgerhaus ist ein Erker zu sehen. Als nächstes, schon in der Deggendorferstraße, der Gasthof Arbinger und daneben mit Krüppelwalrndach das Haus vorn Zimmermann Lederer. Ganz rechts beim Eisenhändler Müller steht die Ladentüre offen. Die sehr vornehme, klassizistische Fassade stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts. Im Vordergrund ist der uralte Rathausbrunnen zu sehen, den es inzwischen längst nicht mehr gibt.

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4. Nach Aquarellbildern wurde diese Postkarte gestaltet. Oben der Marktplatz nach Süden mit der langgestreckten Front des Gasthof Steininger, heute Loher. Beim Steininger hatten sie eine Köchin die gerne Bier trank, man hatte aber auch einen großen Papagei und diesem lernte man das Sprüchlein 'Marie magst a Maß' - das er stets herunterkrächzte, sobald die Köchin die Gaststube betrat. Gegenüber der Brauereigasthof Loher mit dem Sudhaus im Hintergrund, das vom Kühlturm überragt wird, Dieses Anwesen wechselte sehr oft den Besitzer; ein bekannter und beliebter Wirt war der vor einigen Jahren verstorbene Kaspar Schwaiger, Ganz rechts ist die Krininger Brauerei zu sehen. Unten der Marktplatz nach Nordwesten, auf diesem Platz ließ 1242 Herzog Otto Il. von Bayern, die beiden Raubritter Albert und Wernhard von Moos enthaupten. Damals entstand in Hengersberg das Landgericht.

5. Zur selben Serie wie vorher gehört diese Karte. Die Ansicht des Marktplatzes nach Nordosten wird von der Rohrbergkirche überragt. Unten ist links ein Teil des Hauses der Mehlhandlung Mader, heute Volksbank, zu sehen, dann folgen die Bäckerei Greiner und die Seilerei Koloseus. Diese beiden Häuser bilden jetzt die Bäckerei Einhellig. Rechts die Bäckerei Jäger und der hochaufragende Kubus des Königlich Bayerischen Amtsgerichts ist heute unser Rathaus.

6. Eine seltene Aufnahme vom alten Marienbrunnen mit dem quadratischen Brunnkorb und der steinernen Marienfigur auf der achteckigen Säule. Die Marienfigur blieb erhalten und befindet sich in einer Nische an der Fassade vom Kaufhaus Stalla.

7. Der Marienbrunnen wurde durch den Kriegerdenkmal-Brunnen ersetzt. Im Hintergrund die schöne klassizistische Stuckfassade der Eisenhandlung Weidenbeck, rechts das Café Müller mit der interessanten Putzgliederung. Das Vorbild für die Fassade des Café Müller waren die Prachtbauten an der Münchener Ludwigstraße. Bemerkenswert an diesem Haus sind die aus starkern Eisenblech geschmiedeten Tür- und Fensterläden, die leider längst verschwunden sind, Die Familie Ratzer führt jetzt die gastliche Tradition dieses Hauses weiter.

8. Dieses seltene Bild zeigt die Simon-Breu-Straße. Rechts sieht man die ehemalige Apotheke mit ihrer schönen Barockfassade. In diesem Haus wurde vorher eine Gastwirtschaft und um 1810 eine Drexlerei betrieben. Das große Haus mit dem behäbigen Krüppelwalmdach ist die Bäckerei Mühlbauer, heute Preisinger. Das Bäckerhandwerk läßt sich auf diesem Anwesen bis ins 18. Jahrhundert zurückverfolgen. In der Mitte des Bildes ist das Gasthaus Glashauser zu sehen, es ist das Geburtshaus des Niederaltaicher Abtes Bernhard Hilz und 1902 wurde hier der Hengersberger Turnverein gegründet. Links davon ist das Haus des Baders und Zahntechnikers Franz Bösl, Großvater von Dr. Helmut Bösl, zu erkennen. Die weiteren Gebäude gehörten damals zum Gasthaus Hilz, heute Friseurgeschäft Weil. Bis gegen 1900 war dieses Anwesen eine von den acht Hengersberger Brauereien. Auf dem kleineren Bild ist der von vier Bäumen flankierte Marienbrunnen auf dem Marktplatz zu sehen.

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