Hengersberg in alten Ansichten Band 1

Hengersberg in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Georg Loibl
Gemeente
:   Hengersberg
Provincie
:   Bayern
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2743-1
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Hengersberg in alten Ansichten Band 1'

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49. Im Jahre 1859 vermachte der Bierbrauer Anton Bergmüller seinem Heimatort 10 000 Gulden für den Bau eines Mädchenschulhauses. Vom Müllerbräu wurde der Hopfengarten am südlichen Rohrberg erworben und auf diesem Grundstück das Schulgebäude errichtet. Am 15. Oktober 1861 konnte die Schule eröffnet werden. Vom Mutterhaus der Englischen Fräulein in Altötting kamen drei Klosterfrauen, die als Lehrerinnen die Kinder unterrichteten. 1878 wurde das Gebäude erweitert. Diese Aufnahme wäre heute nicht mehr möglich, da die alte Schule vom Neubau aus dem Jahre 1958 verdeckt wird.

50. Im Jahre 1878 stiftete Pfarrer Josef Schauberger 2000 Mark für die Gründung einer Kleinkinderbewahranstalt. Durch Zuwendungen verschiedener Personen wuchs das Kapital weiter an. Trotzdem dauerte es 21 Jahre, bis man Baumeister Antlsperger mit dem Bau beauftragen konnte, 1899 war das Haus fertiggestellt. Bis vor einigen Jahren wurden die Kleinen von Maria Ward Schwestern betreut. Am 9. November 1900 entstand diese Aufnahme; der Hochwürdige Herr Kooperator sitzt von der Kinderschar umgeben vor dem Gebäude der Kleinkinderbewahranstalt.

51. Der Pfarrer Josef Weber gehört zu den niederbayerischen Pfarrer-Originalen. 1840 wurde er in Ernsting geboren und von 1906-1919 war er Pfarrer in Schwarzach-Hengersberg. Im Ersten Weltkrieg predigte er, die Bauern sollen nicht das letzte Pfund Schmalz abliefern und ihr Goldgeld behalten. Daraufhin bekam er vom Königlichen Bezirksamt in Deggendorf Predigtverbot. An einem Josefitag gingen Hengersberger Buben nach Schwarzach um dem Herrn Pfarrer zum Namenstag zu gratulieren; statt des erhofften Heiligenbildehens erhielt jeder Bub 11 Pfennig für eine Halbe Bier. Der Herr Pfarrer dachte halt immer praktisch!

52. Der Hochwürdige Herr Kooperator Göblmeier und der strenge gefürchtete Hauptlehrer Jakob Stadier haben sich mit ihren Erstkommunikanten zum Erinnerungsfoto versammelt. Wenn die Buben in der Kirche während des Gottesdienstes schwätzten, brauchte Hauptlehrer Stadier auf der Orgelempore sich nur zu räuspern und sofort war die Andacht wiederhergestellt. Im Hintergrund die mit Weinreben bewachsene Wand des 1868 erbauten Knabenschulhauses auf dem Rohrberg, mit den hohen vergitterten Fenstern. Es ist schade, daß die strammen Buben auf dem Foto um 1900 niemand mehr kermt!

53. Vom 3.-5. September 1927 wurde das ll1jährige Gründungsfest des Veteranen- und Kriegervereins gefeiert, Zu diesern Fest kamen außerordentlich viele Gäste aus Nah und Fern. Das Bild wurde vor dem Festakt aufgenommen. Im Vordergrund sind die weißgekleideten Mädchen zu sehen, welche mit Girlanden die Fahnenabordnungen begleiteten. Beim Marienbrunnen sieht man die vielen Fahnen und sogar auf dem Dach der Eisenhandlung Weidenbeek stehen zwei Zuschauer. Das 111jährige Gründungsfest war die größte und eindruckvollste Veranstaltung, an die sich die alten Hengersberger erinnern können, Heute noch erzählt man, welch riesige Mengen Bier getrunken wurden und daß ganze Berge von Würsten verzehrt wurden.

54. Metzgerblut ist keine Buttermilch - sagten die Alten! Wenn man die zwei strammen Metzgerburschen betrachtet, findet man daß sie recht hatten. Links der 1917 gefallene Eduard Ammerer und rechts Ferdl Kellermann aus Grafenau. Der große Metzgerhund half mit, das Vieh von den weit entfernten Bauernhöfen zum Schlachthaus zu bringen; er war ein unentbehrlicher Freund und Helfer.

55. Hengersbergs gewichtigstes Original war der Metzgermeister Josef Zachmann (1846-1915), genannt Dimpfe; er brachte 470 Pfund auf die Waage. Er hat einmal gewettet, daß er ein ganzes, gebratenes Kalb verspeisen könnte und hat prompt die Wette gewonnen. Eine gebratene Gans war für ihn nur eine Vorspeise, Wenn er mit der Eisenbahn reiste, mußte er im Packwagen einsteigen, weil er durch die Abteiltiiren mit seiner Leibesfûlle nicht hindurch konnte.

56. Vor dem schönen Portal des Gasthof Müllerbräu, heute Gasthof 'Zur Schreiberin', sind von rechts zu sehen: Professor Simon Breu, Babette Wurmdobler, Wolf gang Wurmdobler und hinten rechts Frau Müller, die Mutter von Dr. Josef Müller, und links Frau Breu, eine geborene Salegg. Professor Breu verbrachte jedes Jahr seinen Urlaub in Hengersberg und brachte aus Würzburg stets einige Freunde mit, Diese Herren trieben mit dem einfältigen Wurmdobler Gangerl viel Schabernack, Der pensionierte Gerichtssekretär Wurmdobler machte für eine Wetterwarte Aufzeichnungen und war mit großem Eifer bei der Sache. Die Würzburger Freunde schickten dem braven Gangerl eine fingierte Ehrenurkunde mit der Ernennung zum Kaiserlichen Reichsthermometerkontrolleur. Prompt viel unser Gangerl auf den Scherz herein und war über die unverhoffte Auszeichnung sehr stolz. Eines Tages erhielt Wurmdobler ein Telegramm folgenden Inhalts: 'Wegen Ihrer Verdienste um die Wetterforschung ernenne ich Sie zum Kaiserlichen Thermometerkontrolleur von Siam und sende Ihnen als Ehrengabe drei junge Tänzerinnen. Diese sind im Hafen von Hamburg abzuholen, für entsprechende Kleidung ist zu sorgen, da die Mädchen nackt sind.' Daraufhin bekam der gute Gangerl Ärger mit seiner Babettl und erst ein weiteres Telegramm mit der Mitteilung, 'die Damen wären in ein Ballet eingetreten', stellte den häuslichen Frieden wieder her.

57. Im Jahre 1922 wurde mit großem Gepränge die goldene Hochzeit von Franz und Rosalia Muggenthaler gefeiert. Schon um fünf Uhr in der Früh spielte die Blasmusik. Auf dem Bild ist das Jubelpaar in der geschmückten Kutsche zu sehen, mit der es zum Gottesdienst zur Rohrbergkirche gefahren wurde. Vor der Kutsche steht deren Sohn, der Metzgermeister Franz Muggenthaler. Franz Muggenthaler war dem 'Dimpfe' sein Lehrbub und wenn er gut aufgelegt war, erzählte er manchmal von dem riesigen Appetit seines Lehrmeisters. Es mag ein komisches Bild gewesen sein, wenn der kleine und zierliche Franzl neben der Kolossalfigur seines Meisters hergelaufen ist.

58. Das Jubelpaar Franz und Rosalia Muggenthaler hat sich mit Festgästen im Hof der Konditorei Müller zum Erinnerungsfoto aufgestellt. Ganz Hengersberg war damals auf den Beinen um die Goldene Hochzeit des Ehepaars Muggenthaler zu feiern, es war ein richtiges Volksfest! Viele Festteilnehmer trugen die schönen alten Trachten. Die Damen auf dem Bild tragen die wertvollen Passauer Goldhauben und am Miedergeschniir baumeln prachtvolle Barocktaler. In der vorderen Reihe, von links, sieht man Franz Muggenthaler jun., dann das Jubelpaar, Fräulein Hedi Lutz, Frau Zahnarzt Krügl, Centa Müller-Salegg und Erna Müller. In der hinteren Reihe, von links, sind zu erkennen: Frau Steuereinnehmer Ertl, Maria Auer, Rosa FeIlerer, Frau Maria Salegg, Frau Muggenthaler Metzger, Fräulein Rieder, Frau Lehrer Rieder, Frau Nothaft Wirtin, Frau Amtsrichter Messenzehl und ganz rechts Fräulein Marosa Müller-Salegg,

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