Hennef an der Sieg damals und heute

Hennef an der Sieg damals und heute

Auteur
:   Friedrich Balensiefen und Dr. Helmut Fischer
Gemeente
:   Hennef an der Sieg
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5760-5
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Hennef an der Sieg damals und heute'

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3. Erntewagen.

Nach dem Mähen wurden die Getreidegarben, die 'Schobben', zu Haufen zusammengestellt, in der Mundart 'Huusteren' genannt. War das Wetter günstig und Korn und Stroh trocken, konnte das Einbringen in die Scheune begonnen werden. Wenn es jedoch über längere Zeit regnete, 'wuchs' das Getreide 'durch', es keimte und entwickelte Triebe. Der Verlust war beträchtlich. Die Körner ließen sich schlecht verarbeiten oder konnten nur noch als Futter verwendet werden. Das Stroh wurde schwarz und faulte. In schlimmen Jahren mußte das verkommene Getreide sogar unterpflügt werden.

Der leichte Erntewagen, wie er im Bergland benutzt wurde, hat einen Leiteraufbau. Man fährt entlang der Reihe der Getreidehaufen und reicht die Garben Stück für Stück mit einer Gabel auf den Wagen. Dort verteilt ein Mann die Bunde geschickt dergestalt, daß die Körner nicht herausfallen, möglichst viel geladen werden kann und das Ganze bei der Fahrt nicht ins Rutschen gerät.

Um 1930 nimmt ein Erntewagen des Hofes Zimmermann-Brang in Kurscheid reifes Getreide, wohl Hafer, auf. Das Getreide wurde in der Scheune gelagert. Sie war oft das größte Gebäude des Gehöftes und hatte beiderseits der traufseitig erschlossenen Tenne die Bergeräume. Der Erntewagen wurde auf der Tenne entladen. Die Garben wurden in den Bergeräumen aufgeschichtet. Da keine Decken vorhanden waren, ließen sich die Vorräte bis zum Dachfirst hinauf stapeln. Das Einfahren und Lagern des Getreides umfaßte also mehrere Arbeitsgänge. Erst im Winter, wenn alle anderen Arbeiten im Feld ruhten, erfolgte das Dreschen.

4. Dreschen.

Während des Winters wurde in der Scheune gedroschen. Vor der Erfindung der Dreschmachine bediente man sich dazu des Flegels. Mit dem 'Flääjel', einem Handgerät aus Stange und schwingendem Schlagstock, wurden die auf der Tenne, dem 'Dänn', ausgebreiteten Getreidegarben so bearbeitet, daß sich die Körner aus den Ähren lösten. Die ausgedroschenen Körner wurden dann in der Kornfege, dem 'Wann', hochgeschleudert und von Spelzen und Schmutz durch den Windzug so weit wie möglich befreit. Das Stroh band man zu 'Büeden', zu Strohbürden.

Seit den achtziger Jahren des 19. Jahrhunderts stellte die Joseph Meys & Camp. GmbH Fabrik landwirtschaftlicher Maschinen in Hennef Handdreschmaschinen her. Das Getreide wurde in diesen von einem Schwungrad mit der Hand betriebenen Gerät von einer mit Eisenstiften besetzten Walze über eine Unterlage geleitet. Eine weitere Verbesserung brachten die Göpel, große Drehvorrichtungen mit Zahnradübersetzungen, die von im Kreis gehenden Ochsen oder Pferden bewegt wurden und die Dreschmachine antrieben. Die Säuberung des gedroschenen Getreides erfolgte in der 'Wannmöll', der mechanischen Kornfege. Das Getreide fiel aus einem Trichter durch Siebe, während ein Windflügelrad die groben Unreinigkeiten wegblies. Das Gerät wurde ebenfalls durch ein Schwungrad in Gang gesetzt. Eine Verbindung von Dreschen und Säubern, schließlich auch des Bindens von Strohballen, ermöglichte die Fortentwicklung der Dreschmachine. Das gereinigte Getreide floß sofort in Säcke. Da die bäuerlichen Kleinbetriebe sich diese aufwendige Technik nicht selbst leisten konnten, bedienten sie sich des gewerblichen Lohndruschs. Der Lohndrescher zog mit seinem Gerät von Gehöft zu Gehöft. Es war allemal ein freudiges Ereignis, wenn in Nachbarschaftshilfe viele Arbeitskräfte den Ertrag einer Ernte in kurzer Zeit in die Säcke füllten.

Um 1935 arbeitet der Lohndrescher auf dem Hof Haas-Körfer in Uckerath. Auf der Dreschmaschine befinden sich diejenigen, die Garben anreichen, die Bänder, die 'Bängel', durchschneiden und dann in das Gerät 'stoppen'. Andere kümrnern sich um die 'Pangen', die Strohbündel, und beaufsichtigen die Abfüllung in Säcke, Über einen Transmissionsriemen wird die Maschine vom Schwungrad eines Traktors, eines Lanz-Bulldogs, angetrieben. Mit der Zugmaschine wird das Gerät von Hof zu Hof befördert. Den letzten Schritt in der technischen Entwicklung stellt der selbstfahrende Mähdrescher dar, der alle Vorgänge in sich vereinigt, sofort auf dem Akker wirksam ist und die Lagerung und mühsame Aufbereitung des Getreides überflüssig macht. Außerdem werden witterungsbedingte Ernteverluste verhindert.

5. Wiesengut in Hennef.

Die Industrialisierung bewirkte, daß viele kleine Bauernbetriebe aufgegeben wurden. Bereits in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wandelten sich die Bauerndörfer, in denen bislang jeder Einwohner von der Landwirtschaft abhängig war, allmählich zu Wohndörfern. Lediglich die Großbetriebe schienen mehr und mehr ihr Überleben sichern zu können. Indem ihnen Flächen zugeführt und neue Verfahren angewendet wurden, zeigten sie, wie die moderne Landwirtschaft ihre Stellung zu wahren in der Lage war.

Um 1910 errichtete Dr. Richard Fleischer, der die Erbin von Schloß Allner, Gräfin Lucy Adelmann von Adelmannsfelden geborene Cockerill, geheiratet hatte, drei Musterhöfe; den Allner Hof bei Weldergoven, den Abtshof in Geistingen und das Wiesengut in der Hennefer Siegaue. Zusammen mit dem Hof Petershohn teilten sie sich in der Bewirtschaftung des zum Schloß Allner gehörigen Grundbesitzes von 1 600 Morgen Ackerland und Wiesen und 1 700 Morgen Wald.

Im Jahre 1985 wurde das Wiesengut als Versuchsbetrieb von der Landesregierung Nordrhein-Westfalen über den Minister für Umwelt, Raumordnung und Landwirtschaft im Rahmen des 'Aktionsprogramms für eine stärker ökologisch ausgerichtete Landwirtschaft in NRW' der Landwirtschaftlichen Fakultät der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn zur Verfügung gestellt. Unter der Leitung von Professor Dr. U. Köpke werden Untersuchungen zum Lehr- und Forschungsschwerpunkt 'Umweltverträgliche und standortgerechte Landwirtschaft' durchgeführt. Das Ziel dieser Forsehungen ist die Entwicklung und Optimierung von Produktionsverfahren bei weitgehend geschlossenem, innerbetrieblichem Nährstoffkreislauf. Dabei soll auf den Einsatz von synthetisch-chemisehen Produktionsmitteln verzichtet werden. Die Bewirtschaftung nach den Richtlinien des organischen Landbaues ist bestrebt, langfristig wirtschaftliche Produktions- und Absatzverfahren zu entwickeln, die den natürlichen Bestand und die Qualität der erzeugten Lebens- und Futtermittel beachten sowie daran angepaßte artgemäße Tierhalterungssysteme und Arbeitsmethoden erproben.

Im Rahmen der Versuche werden mit modernen Maschinen und Geräten etwa 41 Hektar Ackerland und 20 Hektar Grünland bearbeitet. Die Forschungsergebnisse kommen unmittelbar der Lehre und der praktischen Anwendung zugute. Ein Beispiel für den Nutzen der gewonnenen Erkenntnisse liefert die Höfegemeinschaft Siebengebirge, ein Zusammenschluß von sieben Landwirten, die ihre Betriebe auf organischen Landbau umgestellt haben.

VERKEHR

6. Alleestraße in Hennef.

Viele Jahrhunderte führt der Verkehr an dem Dorf Hennef vorbei. Südlich zieht die Bonner Straße durch Geistingen und von Warth als Frankfurter oder Hohe Straße aus der Rhein-Sieg-Ebene auf die Höhen des Westerwaldes. Auf dem nördlichen Siegufer verläuft aus Richtung Köln durch Siegburg-Kaldauen und Weingartsgasse der sogenannte Mauspfad. In Müschmühle steigt diese Verbindung, nun Nutscheid- oder Römerstraße genannt, nach Altenbödingen hinauf und folgt dem Nutscheidhöhenzug ins Oberbergische.

Mit dem Beginn des 18. Jahrhunderts tritt eine wichtige Verlagerung der Verkehrsströme ein. 1715 beginnt die bergische Landesregierung mit dem Bau eines Steinweges, das ist eine mit Schotter abgedeckte Landstraße, von Düsseldorf bis Frankfurt am Main. Ein Teilstück, die 'Steinstraße' von Hennef zur Sieg, wird mit einer Brücke über die Sieg bei Seligenthal verbunden. Dagegen erheben die Reichsstände Einspruch, so daß der Übergang wieder beseitigt werden muß. Das ist der Anlaß, die Verbindung nach Westen zu suchen. 1732 wird die Straße durch das Überschwemmungsgebiet zwischen Hennef und Stoßdorf geführt und schließlich eine Brücke bei Buisdorf errichtet. Hennef erhält nun eine Achse, an der die barocken Hofanlagen, der Lindenhof. die Wasserburg, der Proffenhof und der Heymershof entstehen. In der östlichen Verlängerung wird der Hanfbach überquert und in Warth die Bonner Straße berührt. Die Siedlungsentwicklung entlang der 'Frankfurter Straße' ist damit vorgezeichnet.

An dieser Straße entstehen seit dem Ende der sechziger Jahre des 19. Jahrhunderts einige Fabriken. Die Lücken füllen nach und nach Geschäfts- und Wohnhäuser. 1903 wird der Hanfbach an der Warthbrücke überbaut. In dieser Zeit baut Joharm Walterscheid das Hotel und Restaurant, das später unter dem Namen 'Kaiserhof' bekannt wird, bei einem plötzlichen Hochwasser des Hanfbaches durch Unterspülung am 20. und 21. Juni 1992 einstürzt und abgetragen wird.

Das Bild von etwa 1904 zeigt den Bliek in die Alleestraße, die spätere Frankfurter Straße, von der Einmündung der Bachstraße aus. Die Kastanienallee ist prächtig herangewachsen. Die Fahrbahn ist lediglich mit Schotter befestigt. Bürgersteige gibt es noch nicht, und vor den stattlichen Wohnhäusern finden sich kleine Vorgärten.

Alléestra se. t:ut; ous Wennef? 1. d. Sieg

7. Frankfurter Straße um 1910.

Blickt man um 1910 an der Einmündung der Bachstraße in die Frankfurter Straße gegen Westen hinein, dann fallen einige Veränderungen auf. Das Hotel-Restaurant Walterscheid heißt nun 'Kaiserhof' . Die Vorgärten und Bäume vor den vorderen Geschäftshäusern sind verschwunden, ebenso eine Begrenzungsmauer. An ihre Stelle trat der Bürgersteig mit einer Bordsteinkante. Der Einmündungsbereich ist gepflastert. Sonst besteht die Frankfurter Straße aus einer Kies- und Schotterdecke mit Schlaglöchern und Pfützen. Allerdings ist inzwischen die Straßenbeleuchtung eingeführt. Eine Gaslaterne erhellt den Kreuzungsbereich. Unmittelbar an der Bordsteinkante befindet sich ein Hydrant. Auf einem Haus ist das Gestänge der Stromleitung zu erkennen. Seit 1908 wird Hennef mit elektrischem Strom versorgt.

Hennef hat sich von einem kleinen Bauerndorf zu Anfang des 19. Jahrhunderts in einen geschäftigen Industrieund Gewerbeort verwandelt und weist die Zeichen der Verstädterung vor. Die Entwicklung verläuft sogar sprunghaft, denn 1897 gibt es in Hennef 161 Häuser, in denen noch 126 Vieh besitzende Familien mit 42 Pferden, 123 Stück Rindvieh, 24 Schweinen, 53 Ziegen, 10 Gänsen, 11 Enten und 790 Hühnern wohnen.

1901 greift die 'Hennefer Zeitung' den Gedanken der inneren Bezogenheit von Landschaft, Siedlung und Umwelt auf: 'Lange hat es gewährt, ehe sich der Sinn fürs Schöne in Hennef in hervorragender Weise Geltung zu verschaffen sucht, wie in der Jetztzeit. Da gibt es schöne Häuser, schöne Gärten und sonstige Anlagen, gerade und glatte Straßen mit Baumpflanzungen, kurz, der Schönheitssinn findet sich in Vielem ausgeprägt, aber noch viel Mehr bleibt zu thun übrig. Doch, wo soll man einsetzen und weiter schaffen, was dauernd schön, was dauernd nützlich ist und zum Wohle der Gesamtheit gereicht?'

Es ist eine Lust, in Hennef zu leben. Im Jahre 1905 stellt man fest, 'wie sehr das hiesige Gemeinwesen anwächst. Die hübsche, freundliche Lage am Siegflusse, bequeme Bahnverbindung nach Bonn und Köln, sowie in die verschiedenen Seitentäler und nicht zum wenigsten eine gesunde Industrie am Platze, tragen hierzu das meiste bei',

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