Hennef an der Sieg damals und heute

Hennef an der Sieg damals und heute

Auteur
:   Friedrich Balensiefen und Dr. Helmut Fischer
Gemeente
:   Hennef an der Sieg
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5760-5
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Hennef an der Sieg damals und heute'

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8. Post und Rathaus um 1936.

Die Frankfurter Straße ist zu Beginn des 20. Jahrhunderts lediglich mit Kies und Schotter befestigt. 1905 weiß ein Betrachter wenig Gutes von Hennef zu berichten. 'Betrübend ist es nur, daß die Beschaffenheit unserer Straßen so viel zu wünschen übrig läßt. Bei Regenwetter Schlamm, und bei Trockenheit mächtige Staubwolken. Für letztere sorgen hauptsächlich die Automobilisten, welche die Frankfurter Straße durch Hennef-Warth massenhaft zum Fahren benutzen. Saust so ein Automobil vorbei - die angebrachten Schilder mit der Aufschrift "Langsam fahren" werden kaum beachtet, dann wird die ganze Straße in dichten Staub gehüllt, was Passanten und vornehmlich die Bewohner der Frankfurter Straße auflästigste verspüren.' Man regt darum die Anschaffung eines Sprengwagens an, zumal 'riesiger Staub auch recht ungünstig auf das vorletzten Sonntag stattgehabte große Kriegerfest' einwirkte. Die Frankfurter Straße und ihr Zustand bereiten den Bürgern immer wieder Sorgen.

1937 ist die Achse von Hennef mit einer Pflasterung versehen. Der Bliek von der südlichen Straßenseite auf das Postgebäude, das 1913 errichtet wurde, und auf das Rathaus von 1912 findet eine markante Bauzeile vor. An der Ecke Frankfurter Straße und Dickstraße erhebt sich das Kriegerehrenmal, das 1936 nach mehr als zehnjährigen Bemühungen eingeweiht wurde. Wegen seiner politischen Vorbelastung wurde es nach dem Kriegsende 1945 in die Parkanlage an der Beethoven- und Kurhausstraße versetzt.

In den fünfziger und sechziger Jahren wurden die Kastanien, die die Frankfurter Straße seit dem 19. Jahrhundert begleiteten, gefällt, um eine Fahrbahnverbreiterung zu ermöglichen. Der zunehmende Verkehr forderte diese Maßnahme.

Bereits in der ersten Sitzung der neugewählten Amtsvertretung und der Gemeindevertretung Geistingen am 10. April 1933 werden auf Antrag der NSDAP und mit Zustimmung aller Fraktionen einige Straßen nach 'Kämpfern der Bewegung' umbenannt. Die Frankfurter Straße heißt nun vom Amtsgericht bis zur Warthbrücke AdolfHitler-Straße. Gleichzeitig werden Reichspräsident von Hindenburg und Reichskanzler Adolf Hitier zu Ehrenbürgern von Hennef ernannt. Zwölf Jahre später erhält die Straße ihren alten Namen zurück.

9. Post und Rathaus 1993.

Der stark anwachsende Verkehr über die Frankfurter Straße hatte nicht nur zur Folge, daß die Fahrbahn verbreitert und die Kastanien gefällt wurden, sondern brachte auch eine Veränderung des baulichen Eindrucks mit sich. Denn die Achse von Hennef wirkte nun wie eine kahle Schneise, die rechts und links von Bauten der Jahrhundertwende, der zwanziger und dreißiger Jahre und der Nachkriegszeit gesäumt wurde. Nachdem jedoch im März 1990 das letzte Teilstück der Bundesautobahn A 560, die den Ort nördlich umgeht, fertiggestellt war, stellte sich eine wesentliche innerörtliche Entlastung, vor allem vom Durchgangsverkehr, ein. Schon zuvor hatte man die Notwendigkeit erkannt, das Versorgungsangebot zu erweitern und zu konzentrieren. In einem ersten Schritt entstand in den Jahren 1976 bis 1978 im Ortskern ein Warenhaus- und Einzelhandelskomplex, der nach und nach um andere Geschäftshäuser ergänzt wurde. Der zweite Abschnitt umfaßte im wesentlichen das Gelände des 1980 ausgesiedelten Klio-Werks. In diesem Bereich wurde mit dem Marktplatz und seiner Umbauung ein städtebaulicher Schwerpunkt gesetzt. 1985 konnte dieses Vorhaben der Öffentlichkeit mit dem ersten Hennefer Stadtfest übergeben werden.

Es war nur folgerichtig, wenn nach dem Abschluß dieser Maßnahmen nun die Frankfurter Straße gestalterisch aufgewertet wurde. Das Postgebäude erfuhr eine gründliche Überholung, ohne daß die äußere Darstellung beeinträchtigt wurde. Das Rathaus wurde restauriert, und die Schäden, die durch Brandbomben 1941 eingetreten und kaum sachgerecht ausgebessert worden waren, wurden beseitigt. Darüber hinaus erhielt das Dach das Uhrund Glockentürmchen aus der Gründerzeit des Verwaltungsgebäudes dank des großzügigen Geschenks eines Hennefer Unternehmens zurück. Der Ausbau des Straßenzuges selbst strebte neben städtebaulichen Akzenten einen verkehrsberuhigten Einkaufs- und Dienstleistungsbereich an. Aus diesem Grund wurden die Fahrbahn durch doppelarmige Leuchtermasten geteilt, gesicherte Querungswege für Fußgänger angelegt und die Bepflanzung mit beiderseitigen Baumreihen vorgenommen. Seit 1989 besitzt die Frankfurter Straße ein neues Gesicht.

10. Bahnhof um 1920.

Die Entwicklung der Siedlung Hennef im 19. und 20. Jahrhundert ist wesentlich vom Ausbau der Verkehrswege abhängig. Nachdem die Frankfurter Straße in westlicher Richtung nach Siegburg und gegen Osten nach Uckera th angebunden und das Siegtal und das Bröltal in den fünfziger und sechziger Jahren durch 'Chausseen' erschlossen wurden, begannen sich in dem kleinen Ort die Verkehrsstränge zu verknoten. Von großer Bedeutung war die Eisenbahnstrecke von Köln nach Gießen. Der Versuch, den Bahnhof bei Geistingen, und zwar westlich der heutigen Königstraße im Bereich der Flur 'Am Kuckuck' zu errichten, scheiterte am Einspruch der im wesentlichen bäuerlichen Einwohner des alten Kirchspielsortes. Man verschob die Anlage darum etwa zwei Kilometer nach Osten, genau an die Stelle, wo der Steimelsberg an die Sieg herandrängt. Hennef wurde Bahnstation. Am 1. Januar 1859 fuhr der erste Dampfzug ein. Die Hennefer empfanden diesen Tag als denkwürdiges Ereignis. Der erste Fahrplan vermerkte auf der Strecke Deutz-Wahn-Siegburg-Hennef drei Zugpaare, die täglich verkehrten.

Zwischen 1858 und 1860 errichtete man das 'Empfangsgebäude' , ein zweigeschossiges Bauwerk mit übergiebeltem Mittelrisalit. Im Erdgeschoß befanden sich die Diensträume, die Gepäckexpedition, Billetausgabe, Buffet und Wartesäle. Das Obergeschoß diente als Wohnung des Bahnhofsvorstehers und besaß Aufenthaltersräume der anderen Beamten. In den zwanziger und fünfziger Jahren des 20. Jahrhunderts wurden die 'Empfangshalle' vorgezogen, die Bahnhofsgaststätte im Winkel angebaut und die Güterabfertigung im westlichen Teil angefügt. Die Aufnahme aus der Zeit um 1920 läßt den Grundbestand des Gebäudes noch klar hervortreten.

Eine unmittelbare Folge der Verkehrserschließung durch die Eisenbahn war die Ansiedlung von Industriebetrieben, die gegen Ende der sechziger Jahre begann. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts besprach man heftig eine Eisenbahnverbindung durch das Wahnbachtal nach Much auf die Höhen des Bergischen Landes. Noch 1909 wurde im Haushalt der Bürgermeisterei Hennef eine Rücklage von 5 000 Mark für den Bau einer 'Fahrbrücke bei Weingartsgasse' ausgewiesen. Da sich Hennef und Siegburg nicht über den Standort des Bahnhofs einigen konnten, verzögerte sich das Projekt und blieb schließlich infolge des Ersten Weltkriegs und der schlechten wirtschaftlichen Lage der Nachkriegszeit ein unerfüllter Plan.

11. Bahnhof 1993.

Das Verkehrsmittel Eisenbahn hat unter den Bedingungen der Gegenwart an Bedeutung gewonnen. Zwar wurde die Güterabfertigung eingestellt, ebenso die Postverladung. Der Bahnhof Hennef hat aber gerade für den öffentlichen Personennahverkehr, da im Mittelpunkt eines weiten Einzugsgebietes gelegen, eine wichtige Rolle inne.

Die Eisenbahn paßte sich den heutigen Bedürfnissen an. 1980 wurde die Siegtalstrecke auf Elektrobetrieb umgestellt. Kleinere Stellwerke wurden ebenso beseitigt wie die Schrankenwärterhäuschen, die sogenannten Posten an den Übergängen Bröltal-, Bach-, Beethoven-, König- und Stoßdorfer Straße. Mit Ausnahme der Stoßdorfer Straße, die nun übergeführt wird, werden die Schrankenanlagen vom zentralen Stellwerk aus gesteuert.

Der Busbahnhof im westlichen Bahnhofsbereich nimmt den Zubringerdienst durch die Busse der Rhein-SiegVerkehrsgesellschaft auf. Ein Parkhaus, 1984 mit 257 Einstellplätzen für Personenwagen fertiggestellt, bindet vor allem Pendler aus den Außenorten an. Eine wesentliche Verbesserung brachte 1991 die Einführung des Schnellverkehrs im Halbstundentakt zwischen Köln und Hennef. Die S-Bahnlinie 12 wird stündlich im RegionaIverkehr Rhein-Sieg bis Au/Sieg weitergeführt.

Den neuen Anforderungen suchte man durch eine Erschließung des inneren Zugangs im Bahnhofsgelände zu genügen. Die Bahnsteige wurden, wie auf dem Bild von 1993 sichtbar, entsprechend den Erfordernissen gestaltet. Vom Bahnhofsvorplatz wurde eine Unterführung mit einem Aufgang zu den Bahnsteigen 2 und 3 sowie einem Durchgang zur Mittelstraße angelegt. Damit ist der Zugang aus den Wohngebieten südlich der Eisenbahnstrecke unmittelbar möglich geworden. Die Unterführung ersetzt einen Tunnel aus den dreißiger Jahren, der seinerzeit anstelle einer unfallträchtigen Holzbrücke über die Gleise niedergebracht wurde.

Dem Bahnhof Hennef (Sieg) kommt innerhalb eines regionalen Konzepts des Personennahverkehrs, insbesondere der Berufspendler, ein gewichtiger Rang zu.

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12. Zug der Brolbahn um 1900.

Die Rolle der 'Staatsbahn' für den wirtschaftlichen Aufschwung von Hennef und des Umlandes wurde sofort erkannt. Als 1861 die 'Bezirksstraße' durch das Bröltal von Hennef nach Waldbröl fertiggestellt war, entwikkelte sich in den Kalksteinbrüchen um Schönenberg und in den Eisensteingruben des Raumes von Ruppichteroth ein reger Betrieb. Die Erze wurden mit Pferdefuhrwerken nach Hennef geschafft und mit der Eisenbahn zur Friedrich-Wilhelms-Hütte bei Troisdorf verfrachtet. 1860 gründeten die Unternehmer der Hütte, die AktienKommandit-Gesellschaft Friedlieb Gustorff & Co., die 'Brölthaler Eisenbahn-Kommanditgesellschaft' mit dem Ziel, die Erzgruben durch eine Pferdeeisenbahn an das Eisenbahnnetz in Hennef anzuschließen. Die Gesellschaft erhielt 1862 die Erlaubnis, die Gleise auf dem Bankett der Bröltalstraße anzulegen. Als Gegenleistung errichtete sie bei Allner die Brücke über die Sieg, die sowohl den Schienen- als auch den übrigen Verkehr autnahm. 1863 prusteten die Lokomotiven der ersten dampfgetriebenen Schmalspurbahn der Spurbreite 2 lh Rheinische Fuß oder 0,785 m ins Bröltal hinein. Für den Bau und den Betrieb der Kleinbahn war die landesherrliche Genehmigung notwendig. Zahlreiche Sicherheitsvorkehrungen waren zu beachten. Nach einer Polizeiverordnung von 1864 durfte die Fahrgeschwindigkeit der Züge 'im freien Feld dreißig und in bewohnten Straßen sechzig Minuten pro Meile nicht übersteigen'. Bei der Annäherung an Ortschaften, Ecken, Kreuzwege und Fuhrwerke hatte der Lokomotivführer Signale zu geben und sich dabei der Glocke zu bedienen. Außer dem Zugpersonal mußten 'wenigstens jedem Zug noch zwei Leute beigegeben werden, um scheu werdende Thiere zu beruhigen oder bei anderen Störungen, Wegräumung von Hindernissen u.u. hilfreiche Hand zu leisten. In allen solchen Fällen (war) der Zug in gehöriger Entfernung anzuhalten'. Darüber hinaus waren alle Barrieren, Schlagbäume und sonstigen Vorrichtungen rechtzeitig vor dem Eintreffen des Zuges zu schließen. Wenn Tiere 'auf der Chaussee bei Annäherung des Zuges' scheuten, mußte der Zug sofort anhalten, und dieTiere sollten von ihren 'Führern ohne Verzug vorbei geführt werden, während diejenigen Thiere , welche in der Richtung des Zuges gehen (sollten), hinter den Zug zu führen' waren. Das 'Brölbähnchen', auf der Aufnahme ein Zug um 1900 an der Station Allner, überwand allmählich die Vorbehalte und trug ganz wesentlich zur Erschließung des Berglandes bei. 1870 wurde die Bröltalstrecke bis Waldbröl verlängert. 1891 fuhren die Züge nach Beuel an den Rhein und 1892 durch das Hanfbachtal bis Asbach. 1894/95 folgten die Verbindungen Niederpleis(Oberpleis)Herresbach und 1899 von Niederpleis nach Siegburg. Von Hennef führten die Verkehrsadern in die entfernte gebirgige Landschaft. Die günstige Verkehrslage des Ortes ließ erwarten, daß sich Gewerbe und Industrie, Handel und Dienstleistungen dort sammelten.

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