Hennef an der Sieg damals und heute

Hennef an der Sieg damals und heute

Auteur
:   Friedrich Balensiefen und Dr. Helmut Fischer
Gemeente
:   Hennef an der Sieg
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5760-5
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Hennef an der Sieg damals und heute'

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18. Rotter Blätterkohle.

1849 wurde bei Rott mit der Ausbeutung der in 20 bis 30 m Tiefe lagernden sogenannten Blätterkohle begonnen, aus der eine ölige Flüssigkeit, ein Teer, destilliert werden konnte. Nach dem Trocknen erzeugte man in eisernen Retorten zunächst Teer. Mit einer Pferdebahn wurde diese Masse nach Beuel zur Augustenhütte von Wiesmann & Co. verbracht. Dort erfolgte die Weiterverarbeitung zu leichtem Leuchtöl, zu Solaröl, deutsches Petroleum genannt, das zur Beleuchtung diente, zu Schweröl für die Herstellung von Schmierfetten und Ölgas, sowie zu Asphalt, aus dem schwarze Eisenanstrichfarben gewonnen wurden. Von besonderer Bedeutung war die Paraffinerzeugung, wodurch die Einführung der Paraffinkerze gefördert wurde. 1864 ging die Hütte in das Eigentum der Rheinischen Beleuchtungs-AG über. 1866 baute die Belegschaft von 300 Arbeitern 88 000 Tonnen Blätterkohle ab. Nachdem die Hütte 1868 die Schwefelsäureproduktion aufgenommen hatte, kam der Betrieb 1887 zum Erliegen. 1890 und 1894 beutete die Chemische Produkten AG Gebrüder Wißmann im Rotter Gebiet die Braunkohle aus und transportierte sie mit einer Feldbahn nach Siegburg.

In den Kriegs- und Nachkriegsjahren von 1915 bis 1919 veranlaßte der Mangel an Brenn- und Beleuchtungsstoffen die 'Ölwerke Rott', die Versuche wieder aufzunehmen. Die Aufnahme zeigt den Trockenschuppen, von den Einwohnern 'Drüchschopp' genannt, in der Nähe von Haus Ölgarten. Im Bereich von Rott, Dambroich und Uthweiler sind insgesamt dreizehn Bergwerke bekannt, in denen Blätter- und Braunkohle gefördert wurden. Die Rotter Blätterkohle fand weltweite wissenschaftliche Beachtung wegen ihres Reichtums an seltenen Fossilien. Mit ihrer Hilfe läßt sich ein Einblick in die Pflanzen- und Tierwelt in der Zeit vor etwa 25 Millionen Jahren gewinnen.

Auch an anderen Stellen vermutete man reiche Bodenschätze. 1895 wird von Steinkohlelagerstätten im Bröltal berichtet, die man zu erschließen gedenkt. 1924 erhofft man sich von der Aufdeckung neuer Braunkohlenlager bei Eulenberg eine günstige Entwicklung der wirtschaftlichen Bedingungen. Einen Erfolg hatten diese Bemühungen nicht.

19. Grube Ziethen.

Bereits im 12. Jahrhundert ließ die Benediktinerabtei auf dem Michaelsberg in Siegburg Erze in der späteren Grube Ziethen bei Weingartsgasse gewinnen. 1825 bemühte sich die 'Erzgewerkschaft Ziethen' um die Förderung von Bleizinkblende, scheint jedoch die Versuche alsbald wieder aufgegeben zu haben. 1853 begann man noch einmal mit der Arbeit. Da sich der Aufwand nicht lohnte und die Gänge erschöft waren, stellte man 1876 das Unternehmen ein.

1896 beabsichtigte ein Konsortium, die Grube zu erwerben und den Betrieb wieder aufzunehmen. Sie berief sich dabei auf 'alte erfahrene Bergleute, welche früher in der Grube gearbeitet' hatten. Nach deren Aussage fände sich das 'MateriaL .. noch reichlich vor und läge vielfach fast bis zu Tage'. Insbesondere versprach man sich von der Inbetriebsetzung die Schaffung von Arbeitsplätzen. Das Vorhaben wurde nicht verwirklicht.

Weitaus ernsthafter war ein Versuch nach dem Ersten Weltkrieg. Nahe Seligenthal wurden die Betriebsanlagen, so ein Förderturm, errichtet. Außer Blei und Zinkblende wurde auch etwas Kupfererz gewonnen. Schon nach wenigen Jahren ließ man 1927 wegen der geringen Ausbeute von dem Vorhaben ab.

Noch in den dreißiger Jahren ragte der Förderturm neben dem Maschinenhaus über der Halde empor.

20. Steinbruch Eudenberg.

Über mehrere Jahrzehnte hinweg trug auch der Bereich 'Steine und Erden' zum Wirtschaftsleben bei. Zwischen PI eis- und Hanfbach fanden sich, teils als Quarzitbänke, teils als Nester in Gehängeschutt und Lehm, Quarzite, die als Rohmaterial für feuerfeste Steine verwendet wurden. Um 1882 beutete man Fundstellen in der Geistinger Mark, bei Söven und bei Westerhausen aus. Im Jahre 1900 bemerkte der Bürgermeister in einem Bericht an den Landrat in Siegburg, daß die Quarzitaufschlüsse nahe Söven 'den Grundbesitzern und Arbeitern außergewöhnliche Vorteile' brachten, die Gemeinde jedoch nicht in der Lage war, 'die Wege befahrbar zu halten, über welche die Steinlasten zur Bahn gekarrt' wurden. Noch in den fünfziger Jahren waren bei Söven zwei Quarzitgruben in Betrieb. Sie stellten die Arbeit ein, nachdem das Material entnommen war.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts gewann die Basaltindustrie eine immer größere Bedeutung. Das Absatzgebiet für Säulenbasalt, der vornehmlich bei Deichbauten benutzt wurde, und Kleinpflaster sowie Schotter und Splitt im Straßenbau reichte bis in die Niederlande und nach Norddeutschland. Der Basalt wurde im Tagebau gewonnen, je nach Verwendungszweck verarbeitet, entweder zu Pflastersteinen geschlagen oder im Brechwerk zerkleinert. 1884 eröffnete der Steinbruch Eudenberg bei Uckerath.

1888 schlossen sich in Linz am Rhein elf Steinbruchbesitzer zur Basalt AG Linz zusammen. Dieses Unternehmen prägte über viele Jahrzehnte die industrielle Gewinnung dieses Materials und die Wirtschaft im Hinterland des Siebengebirges.

Von besonderer Bedeutung für diesen Wirtschaftszweig waren die Transportmöglichkeiten. 1892 eröffnete die Bröltaler Eisenbahn, die spätere Rhein-Sieg-Eisenbahn, die Strecke von Hennef nach Asbach. Nun konnte der Basalt aus den Steinbrüchen im Hanftal nach Hennef zur Staatsbahn und zur Schiffsverladung nach Beuel befördert werden. Die Aufnahme zeigt den Basaltbruch Eudenberg der Linzer Basalt AG um 1950. Die Kuppe des Berges ist ganz abgetragen, und es wird der untere Teil des vulkanischen Pfropfens ausgebeutet. 1967 wurde der Güterverkehr auf der Schiene zwischen Eudenberg und Hennef eingestellt. Bis zur Stillegung des Steinbruchbetriebs erfolgte der Transport mit Lastkraftwagen.

INDUSTRIE

21. Zissendorfer Hof.

Im Jahre 1842 hat die Bürgermeisterei Hennef 4689 Einwohner. Davon betreiben 3 907 die Landwirtschaft im Haupt- und 782 im Nebenberuf. Das aber heißt: Jeder Einwohner sichert seinen Lebensunterhalt ganz oder überwiegend durch eine bäuerliche Tätigkeit. Auch die Handwerker wirtschaften au

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