Hennef an der Sieg in alten Ansichten

Hennef an der Sieg in alten Ansichten

Auteur
:   Friedrich Balensiefen und Dr. Helmut Fischer
Gemeente
:   Hennef an der Sieg
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3077-6
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Hennef an der Sieg in alten Ansichten'

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39. Der dreiseitig geschlossene Chor der barocken Pfarrkirche St. Simon und Judas in Hennef stellt sich um 1900 als ein reich ausgestatteter Raum dar. 1787 erwirbt Pastor Heinrich Joseph Saur drei neue Altäre. Ein Altar war dem heiligen Hubertus als Tollwutpatron geweiht. Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts segnete der Pfarrer am 3. November die sogenannten Hubertusbrötchen, die zum Schutz gegen Tollwut verteilt wurden. Um die Jahrhundertwende übertrug man die Hubertusstatue, links vom Hochaltar sichtbar, vor der Niederlegung des alten Kirchenschiffs feierlich in das in der Mitte von Weidergoven errichtete Heiligenhäuschen.

40. Das Bild um 1910 zeigt den Heymershof an der Frankfurter Straße gegenüber dem Amtsgericht. Nach der Überlieferung soll der erste Landrat des Kreises Uckerath und später des Siegkreises Franz Josef Scheven 1790 die Hofanlage errichtet haben. Der Heymershof war Sitz der Kreisverwaltung, zunächst des Kreises Uckerath, dann des Siegkreises bis 1848. Das Hauptgebäude und die guterhaltenen Wirtschaftsräumc, ein Merkmal auch der übrigen Hennefer Höfe, haben später meist öffentliche Einrichtungen wie Kindergarten, Polizei, Altentagesstätte und Gemeindebücherei aufgenommen. Ein Hinweis an der Gaslaterne erinnert an eine geruhsame Zeit.

41. Eine weitere Hofanlage aus dem 18. Jahrhundert mit den links und rechts flankierenden Wirtschaftsgebäuden ist der Proffenhof an der Frankfurter Straße/Ecke Beethovenstraße. Erbaut wurde das Anwesen von dem Landdinger Wilhelm von Wecus. Seinen heutigen Namen erhielt es nach den späteren Besitzern aus der Landdingerfamilie von Proff. Bekannt wurde der Hof auch in Verbindung mit dem Namen der Kölner Kaufmannsfamilie Schmitz de Prée, Diese machte um 1880 den Proffenhof zu ihrem Wohnsitz. Peter Schmitz de Prée machte sich als Ratsmitglied und auch als Privatmann große Verdienste um die Entwicklung von Hennef. 1911-1912 erwarb Fabrikant Karl Steimel den Hof, dessen Erben ihn heute noch bewohnen.

42. Der Wasserburg gegenüber an der Frankfurter Straße befindet sich der 1711 errichtete Lindenhof. Diese für Hennef typische Hofanlage, von J.W. de Warth erbaut, war mit geräumigen, beiderseits des Hauptgebäudes angeordneten Wirtschaftsräumen ausgestattet. Um 1740 war der Gerichtsschreiber Peter Strunck aus Geistingen Besitzer des Hofes. Eine Nachkomme, Peter Josef Strunck, begarm 1811 seine mehr als zwanzigjährige Amtszeit als Bürgermeister von Hennef. Seit 1878 bewohnte die Familie von Pelken den Lindenhof, der auch unter dem Namen 'Pelkenshof bekannt wurde.

43. Das Ortsbild von Hennef wird durch die alten Hofanlagen an der Frankfurter Straße wesentlich geprägt, Die Verwaltungsbeamten des Amtes Blankenberg nahmen im Laufe des 18. Jahrhunderts ihren Wohnsitz in Hennef. 1766 errichtete der Amtsverwalter H.J. Paeffgen die Wasserburg auf den Fundamenten einer bereits im Jahre 1582 durch Rentmeister Gottert von Polheim erbauten Anlage. Typische Gräben sind teilweise noch erhalten. In den sechziger Jahren und 1975 wurde das Gebäude umgestaltet und erweitert und einem neuen Verwendungszweck als Hotel und Geschäftshaus der Raiffeisenbank zugeführt.

44. Zur Wasserburg gehörte auch das Gebäude der früheren Rentei, In ihr befanden sich im 18. Jahrhundert die Arntsräume der Verwaltung des bergischen Amtes Blankenberg. Das Foto zeigt am Eingang die Mutter des ehemaligen Postbeamten Grimsehl aus Hennef. Urn 1910 wurde die Rentei von dessen Familie bewohnt. Der Bau ragte in den Straßenraum hinein. Dieser Engpaß stellte bei dem ständig zunehmenden Verkehr eine gefährliche Behindcrung dar, so daß beim Ausbau der Frankfurter Straße 1956 das Gebäude niedergelegt wurde.

45. Seit dem 6. Jahrhundert scheinen Franken auf dem von den südlichen Höhen ins Siegtal vorstoßenden Mittelterrassensporn gesiedelt zu haben. Für die Zeit Karls des Großen dürfte fränkischer Königsbesitz anzunehmen sein. Von dem 885 genarmten Königshof Geistingen ist spater nicht mehr die Rede. Aus seiner Eigenkirche hat sich aber wohl die spatere Pfarrkirche St. Michael in Geistingen entwickelt. 1075 erhielt in der Stiftungsurkunde Erzbischof Annos die Abtei Siegburg die eine Hälfte von Kirche, Patronat und Zehntberechtigung, während die andere Hälfte dem Bonner Cassiusstift zustand. Die dreischiffige, romanische Pfeilerbasilika wird überragt von einem mächtigen, fünfgèschossigen Westturm.

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46. Die kleine jüdische Gemeinde errichtete 1862 eine eigene Synagoge an der Bergstraße in Geistingen, Sie besaïs einen 'ausgeprägten morgenländischen Charakter' und galt als 'wohl die schönste von allen gleichartigen Gebäuden im Siegkreis'. Der Bliek in den Innenraum fällt vom Eingang aus auf die Heilige Lade mit den Thora-Rollen, davor auf das Vorbeterpult und das ewige Licht. In der sogennanten Kristallnacht des Jahres 1938 zündeten SA-Leute das Gotteshaus an. Die Mitbürger jüdischen Glaubens wurden mehr und mehr unterdrückt und nach den Deportationen von 1941 und 1942 im Osten umgebracht.

47. Der Grundstein für den Neubau der evangelischen Kirche an der Beethovenstraße wurde am 1. Juli 1894 gelegt. Die Muttergemeinde Siegburg hatte mit den Vorarbeiten hierzu 1891 begonnen. Das Bild vom Richtfest im Jahre 1895 macht deutlich, daß der Standort mit den mehr als bescheidenen Zugangswegen noch zum Außengebiet von Hennef gehörte. Allmählich stieg die Zahl der evangelischen Einwohner an, so daß nach dem Zweiten Weltkrieg, verstärkt durch den Zustrom von Ostvertriebenen, im Jahre 1953 die Filialgemeinde Hennef mit 2940 Seelen in eine selbständige Kirchengemeinde umgewandelt wurde. 1964 konnte ein wohlgelungener Umbau eingeweiht werden.

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48. Im Jahre 1903 baute die Kölner Ordensprovinz der Redemptoristen das Kloster Geistingen. Angeschlossen ist eine philosophisch-theologische Hochschule. Den Plan erstellte der Kölner Architekt Ross, der auch der Erbauer der neugotischen Pfarrkirche St. Simon und Judas in Hennef ist. Im Jahre 1941 wurde das Kloster durch die Nationalsozialisten aufgehoben. Da die Zahl der Studenten nach dem Zweiten Weltkrieg anstieg, wurde 1959 eine Erweiterung notwendig. Im Bild betrachten Maurerarbeiter mit dern bauleitenden Meister Wecker aus Stoßdorf und Zimmerleute ihre Werk aus luftiger Höhe.

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