Hennef an der Sieg in alten Ansichten

Hennef an der Sieg in alten Ansichten

Auteur
:   Friedrich Balensiefen und Dr. Helmut Fischer
Gemeente
:   Hennef an der Sieg
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3077-6
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Hennef an der Sieg in alten Ansichten'

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59. Die im Jahre 1735 von den Bewohnern auf dem Platz vor der heutigen Gaststatte Pickenhan in Rott erbaute Kapelle Maria Heimsuchung wurde 1790 erweitert. 1862-1863 erhielt der Bau Querschiff, Chor und Sakristei. 1866 entstand die selbständige Pfarrgemeinde. Bis dahin gehörten Rott und die angrenzenden Orte zur Pfarre St. Michael Geistingen. 1896 wohnten im Pfarrbezirk 1 626 Katholiken, acht Protestanten und neunzehn Juden. In den Jahren 1905-1906 wurde die neue Pfarrkirche mit ihrem im weiten Umkreis sichtbaren schlanken Turm errichtet.

60. Nachdem 1866 die Pfarre St. Maria Heimsuchung Rott gegründet geworden war, regte sich einer besseren seelsorgerischen Betreuung wegen auch in den Bewohnern von Westerhausen und Umgegend der Wunsch, ein eigenes Gotteshaus zu besitzen. 1889 wurde daher unter dem Vorsitz des Rotter Pfarrers ein Kapellenbauverein ins Leben gerufen. Am Pfingstsonntag 1899 konnte Pfarrer K.H. Emonds den Grundstein legen und am Kirmessonntag des Jahres 1901 die Einweihung vollziehen. 1910 erfolgte die Erhebung zum Rektorat. Der erste Rektor war P.E. Rottländer aus Aachen. Der neugotische Bau rnit einem zierlichen Dachreiter, nach den Plänen des Kölner Diözesanbaumeisters H. Renard von dem Hennefer Bauunternehmer Germscheid ausgeführt, wurde Ende des Zweiten Weltkrieges schwer beschadigt.

61. Haus Telegraph in Söven, eine der insgesamt einundsechzig Stationen der optischen Telegraphenlinie Berlin-Koblenz, wurde 1832-1834 errichtet. Auf erhöhten Platzen wurden die Posten im Blickfeld der benachbarten erstellt. Die nächsten Anlagen befanden sich in Spich bei 'Iroisdorf und bei Buchholz im Kreis Neuwied, Ein Signalrnast mit drei Paar beweglichen Flügeln konnte aus dem Innern mit Seilen bedient werden. Die mit einem Fernrohr wahrgenommenen Zeichen wurden registriert und dann weitergegeben. 1849 wurde die Verbindung Berlin-Köln eingestellt, weil die inzwischen erfundene elektrische Telegraphie wesentlich vorteilhafter arbeitete, 1852 verzichtete man auch auf die Strecke Köln-Koblenz, Von 1853 bis 1923 diente das erweiterte Haus als Schule.

62. In einem Vertrag von 23. März 1622 wird von der Thurn- und Taxischen Post, vertreten durch den Postmeister zu Köln, die Anstellung des 'Wernerus zu Henneft' als Posthalter verbrieft. Zwei 'raisige Pferde mit Sattel und Zeugs sambt Zubehör' waren zu halten und die Beutel mit Briefpost von Hennef nach Birnbach bei Altenkirchen zweimal wöchentlich in vier Stunden bei 'tag und nacht, winter und sommerzeit' zu befördern. In einern Nachtrag zum Vertrag, ebenfalls aus dem Jahre 1622, ist vermerkt, daß 'die Bestellung eines Posthalters in gedachtem Sinne betr.(effend) aber nachher auf der Warth verleget worden ist'. Standort war das dreigiebelige Haus in Warth gegenüber der Pfarrkirche. In der Bildmitte befindet sich die alte Kapelle von 1690. Das Foto wurde 1908 gemacht.

63. Vorgänger der königlich-preußischen Post war seit 1622 die Fürstlich Thurn- und Taxische Post. Die erste Station in Hennef hat vermutlich ihren Sitz in einem Hofgebäude in der Siegfeldstraße an der katholischen Pfarrkirche gehabt. Dies kann nach der Überlieferung der ehemalige Zissendorfer Hof gewesen sein, der früher von den Familien Karl Reuther und Matthias und Adolf Profittlich bewohnt war, heute von Familie Heinrich SteimeL Um 1760 bis 1826 verlagerte sich das Postgeschehen nach Uckerath. Als Posthalter um 1770 wird Christian Jakob Halm erwähnt, der die Poststation im 'Corneliushaus' an der Frankfurter Straße verwaltete. Die Aufnahme mit der stolzen Schar kaiserlicher Postbeamter vor der Fahrpost entstand um 1894.

64. Das Foto zeigt das Personal der Poststation in Uckerath im Hause Vendel am östlichen Ortsausgang um die Jahrhundertwende. Sicher haben sie als kaiserliche Postbeamte mehr als ihre Vorgänger verdient. Etwa zweihundertfünfundsiebzig Jahre vor ihnen erhielt der erste Thurn- und Taxisehe Posthalter 1622 in Hennef laut Vertragjährlich einhundertfünfunddreißig Taler oder umgerechnet 1,3 Taler je Postbeförderung nach Birnbach und zurück. Die mit vier Stunden festgelegte Zeitdauer für die Zurücklegung der Strecke läßt erkennen, daß neben einer schnellen Postbeförderung auch eine Regelmäßigkeit bei der Zustellung der Briefe angestrebt wurde. Für Zeitversäumnisse und auch sonstige Unregelmäßigkeiten im Postdienst hatte der Posthalter Strafen zu zahlen, die im einzelnen vertraglich festgelegt waren.

65. Das abgebildete Haus war die ehemalige Poststation in Hennef, Frankfurter Straße/Ecke KarlReutherstraße etwa von 1826 bis 1860. Die Fürstlich Thurn- und Taxische Post wurde von einer preußischen Posteinrichtung abgelöst, Posthalter war Peter Reuther, Vater des Gründers der Firma Chronoswerk C. Reuther & Reisert G.m.b.H. Das um 1800 erbaute Gebäude ist im Grundbuch mit einer postalischen Lagebezeichnung eingetragen. Nach dem Abbruch um 1950 wurde an dieser Stelle die Adlerapotheke errichtet. Mehrmals wechselte die Post im Lauf der Jahrhunderte ihren Standort. Dabei wurde die zentrale Lage an der Frankfurter Straße immer beibehalten.

66. Gegenüber der ursprünglichen Postbeförderung mit 'raisige Pferd, Sattel und Zeugs sammt Zubehör' war natürlich die beschleunigte Beförderung mit dem kaiserlichen Postwagen der Bröltaler Eisenbahn ein wesentlicher Fortschritt. Nach der 1859 fertiggestellten Siegtaler Eisenbahn kam mit dem Anschluß der Kleinbahn in das Bröl- und Hanfbachtal ab 1862 ein willkommenes Verkehrs- und Transportmittel auch für die zunächst noch königlich-prcußische Post. Sicher darf festgestellt werden, daß diese Einrichtung rund einhundert Jahre der Bevölkerung in den Nebentälern der Sieg gedient und die postalische Entwicklung im guten Sinne beeinflußt hat.

67. Vom Postamt Frankfurter Straße/Ecke Karl-Reutherstraße siedelte die Post etwa 1860 in das Haus Willmeroth, früher Reuther, zwischen Burggasse Uh] Beethovenstraße über, Um die Jahrhundertwende zog die Post erneut um. Nach den Betriebsübersichten befand sie sich ab 1903, vielleicht auch früher, bis 1913 im Hause Frankfurter Straße neben dem Klio-Werk gegenüber der heutigen Post. Die Aufnahme aus der Entstehungszeit der abgebildeten Häuser (1912 und 1913) zeigt die noch nicht ausgebaute Frankfurter Straße. Die Gegenüberstellung der heutigen Post mit der ersten 'dreigiebeligen Station' in Warth veranschaulicht eine dreihundertjährige Entwicklung, die bei einem Vergleich mit dem Dienstleistungsangebot von einst und heute noch deutlicher wird.

68. Die kaiserliche Postagentur in Happerschoß im Hause der Familie Linden zu Beginn des Ersten Weltkrieges weist auf einige wichtige postalische Leistungen hin. Unter dem kaiserlichen Postadler wird auf eine öffentliche Fernsprechstelle aufmerksam gemacht. Links im Bild auf der Anschlagtafel ist der öffentliche Wetterdienst angebracht, offenbar eine zum Kundendienst der Post jener Zeit gehörige regelmaßige Information. Die Agentur war eine Nebenstelle des Postamtes in Hennef. Im Hauseingang steht die Inhaberin der Agentur, Frau Maria Linden.

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