Hennef an der Sieg in alten Ansichten

Hennef an der Sieg in alten Ansichten

Auteur
:   Friedrich Balensiefen und Dr. Helmut Fischer
Gemeente
:   Hennef an der Sieg
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-3077-6
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Hennef an der Sieg in alten Ansichten'

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69. Mit den Bauarbeiten des ersten Abschnittes der Siegtalbahn von Deutz nach Hennef mit einer Länge von 30,7 km wurde 1856 begonnen. Trager dieser Bahn war die Köln-Mindener Eisenbahngesellschaft. Sie war 1860 die größte Privatbahn mit einem eigenen Streckennetz von vierhundertfünfundzwanzig Kilometern. Am 1. Januar 1859 wurde die Linie Deutz-Hennef für den Verkehr eröffnet. Es folgte am 15. Oktober 1859 ein weiterer Abschnitt bis Eitorf. Die gesamte Strecke Deutz-Gießen war 1862 fertig. Rund vierzig Jahre nach dem Anschluß an das Eisenbahnnetz wurde der Bahnhof um den Gebäudeteil mit der Uhr nach links hin erweitert. Um 1912 beleben 'Kraftdroschken und eine Pferdekutsche' den Vorplatz. Im Vordergrund werden Gleise der Bröltaler Eisenbahn sichtbar.

70. Der nach den damaligen Verhältnissen zügige Ausbau der Eisenbahnstrecke läßt den vorausgegangenen Widerstreit der preußischen und nassauischen Regierung bei der Erweiterung des Eisenbahnnetzes nicht erkennen. Die verschiedenen Konzessionszuständigkeiten als Folge der vielen Ländergrenzen ergaben unterschiedliche Interessen. Diese konnten vielfach im wirtschaftlichen Bereich erst nach zähen Verhandlungen überbrückt werden. Hierdurch verzögerte sich zwangsläufig der 'technische Fortschritt des Jahrhunderts' und damit die bald sichtbar werdenden wirtschaftlichen Vorteile des neuen Verkehrsmittels. Das Foto um 1930 zeigt die Bahnhofsanlage etwa siebzig Jahre nach ihrer Entstehung, vom Fuïsgängerübergang aus gesehen.

71. Der Bahnhof Blankenberg, aufgenommen um 1880, war ab 1862 Bahnstation für alle Personenzüge, Im Eingang zum Warteraum steht der Pächter der 1879 eingerichteten Wirtschaft, Heinrich Haupts. Im ersten Fahrplan für die Strecke Deutz-Hennef vom 1. Januar 1859 sind drei Personenzüge in jeder Richtung ausgewiesen. Es bestanden die Stationen Deutz, Wahn, Siegburg und Hennef. Um 1928 verzichtete die damalige Reichsbahn auf die bis dahin üblichen Abteile der vierten Klasse. Nach dem Zweiten Weltkrieg gab es für die Personenbeförderung lediglich noch Personenwagen der ersten und zweiten Klasse. Die Spurweite der Eisenbahn betragt 1475 mm gegenüber 785 mm bei der früheren Rheln-Sieg-Eisenbahn.

72. Die Siegtalbahn mit dem Anschluß in Hennef ab 1859 war die Voraussetzung für eine Verkehrserschließung der Nebentäler der Sieg, Nach Verhandlungen mit den Anliegergemeinden Hennef', Lauthausen, Neunkirchen und Ruppichteroth wurde der Ausbau der 16,5 km langen Strecke HennefRuppiehteroth begonnen und am 27. Mai 1862 als Pferdebahn eröffnet. Auf dem Bild präsentiert sieh die Kleinbahn um 1900 mit einer Dampflokomotive. Die Polizeiverordnung der 'Königlichen Regierung in Cöln' von 1864 forderte, den Rauchfang der Lokomotive mit einem 'Funkenfänger und einer Schließkappe' zu versehen. Der 'Luftzug durch die Feuerung und das Blaserohr' waren bei fünf beziehungsweise zehn Ruten Entfernung von nicht feuersicher abgedeckten Dächern abzusperren.

73. Bereits 1863-1864 wurde der Pferdebahnbetrieb auf 'Dampfzugverkehr' umgestellt. Zunächst war die ? Kleinbahn mit 785 mm Spurweite ein Transportmittel für Steinbruchmaterial aus dem Saurenbachertal. Bis 1862 wurde der Saurenbacher Basalt für den Strafsenbau und für die irn Bau befindlichen Eisenbahnen rnit Pferde- und Ochsengespannen zur Verladestelle an die Siegtalbahn in Hennef gefahren. Mit Beginn des Dampfzugverkehrs forderte die Regierung in Köln drastische Sicherheitsmaßnahmen. Im Bild ist die kleinste Bahnschranke der Welt um 1900 dargestellt. Ein Hauseingang in Bröl, nahe an den Gleisen der Kleinbahn, mußte bei jedem vorbeifahrenden Zug geschlossen und hinterher wieder geöffnet werden.

74. Die Bröltaler Eisenbahn war ohne Zweifel ein ortsund hausnahes Verkehrsmittel. Hier fährt die Dampflokomotive, Baujahr 1899, etwa eine Handspanne an einem bewohnten Hause in Bröl vorbei. Die deutliche Kontaktfreudigkeit der Bahn erklärt vermutlich die heute seltsam anmutenden Sicherheitsvorkehrungen. Nach der zitierten Polizeiverordnung von 1864 mußte der Lokomotivführer 'bei der Annäherung an Ortschaften, Ecken, Kreuzwege, Fuhrwerke usw.' Signale mit einer Glocke geben. Neben den Erschütterungen war die Glocke eines Frühzuges wohl geeignet, die Hausbewohner rechtzeitig an ihre Aufgaben des neuen Tages zu erinnern. Die Züge durften im 'freien Felde' nur mit einer Geschwindigkeit von fünfzehn Kilometern und in bewohnten Straßen von siebeneinhalb Kilometern in der Stunde fahren.

75. Im Jahre 1870 wurde die Strecke von Ruppichteroth bis Waldbröl in Betrieb genommen. Die neue Verkehrsverbindung löste auch Erwägungen für eine Personenbeförderung aus. 1872 konnte der erste Personenzug von Ruppichteroth bis Waldbröl eingesetzt werden. 1873 fuhren Personenzüge auf der gesamten Bröltalstrecke. Die Sorge um die Sicherheit des Verkehrs läßt sich aus den damaligen Anordnungen ablesen. Es heißt darin, daß außer dem zur Lenkung und Bedienung des Zuges erforderlichen Personal jedem Zug noch wenigstens zwei Leute beigegeben werden mussen, um scheu werdende Tiere zu beruhigen oder bei anderen Störungen, Wegräumung von Hindernissen usw. hilfreiche Hand zu leisten. In allen solchen Fällen ist der Zug in gehöriger Entfernung anzuhalten.

76. Die Bröltalbahn hatte mit ihrer Schmalspur von 785 mm Breite ein Sonderrnaß, das im westdeutschen Raum einmalig blieb. Diese Spurweite war identisch mit zweieinhalb rheinischen Fuß, ein bis 1876 übliches Maß. Die Lokomotive aus dem Jahre 1914 war in der Hauptsache im Personenverkehr eingesetzt. In den achtziger und neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde das Bahnnetz weiter ausgebaut, Die Strecke Hennef-Beuel wurde 1891 für den Verkehr freigegeben, die Linie Hennef-Asbach 1892. Es folgten die Verbindungen Niederpleis-Rostingen (1894-1895) sowie Niederpleis-Siegburg (1899). Um die Jahrhundertwende war ein betriebsfähiges Streckennetz von neunzig kilometern verfügbar, Es diente überwiegend dem Transport von Steinmaterial aus den Brüchen des Westerwaldes.

77. Die 'Brölthaler Eisenbahn A.G. in Hennef' wurde 1921 in die 'Rhein-Sieg-Eisenbahn A.G. in Beue!' umbenannt. In der Folgezeit begann eine Entwicklung, die besonders den Personen- und Güterverkehr von Nebenstrecken mehr und mehr auf die Straßen verlagerte. Die Rhein-Sieg-Eisenbahn folgte dieser Entwicklung. Am 1. Februar 1925 wurde der erste moderne Omnibus, ein gemieteter Wagen, für den Personenverkehr eingesetzt. Der Straßenverkehr im Nahbereich bot die Möglichkeit, fast aJJe Bevölkerungsräume zu erschließen. Die Einwohner abseits von Verkehrseinrichtungen - besonders außerhalb beschäftigte Arbeitnehmer - begrüßten die Haltestellen vor der Haustüre.

78. Im Jahre 1904 sorgte der Beamte Kirschbaum an der Haltestelle der Bröltalbahn in Allner für die Sicherheit des Verkehrs im Bereich der Siegbrücke, Zu diesem Zweck waren die Barrieren an der Brücke fünf Minuten vor Eintreffen des Zuges zu schließen und nach Passieren desselben sogleich wieder zu öffnen. Weiter heißt es in den Bestimmungen, daß der Zug sofort anzuhalten ist, wenn Tiere auf der Chaussee scheu werden, und es mussen alsdann diejenigen Tiere, welche dem Zug entgegen kommen sollen, von ihren Fûhrern ohne Verzug vorbeigefiihrt werden, während diejentgen Tiere, welche in der Richtung des Zuges gehen sollen, hinter den Zug zu fiihren sind, damit letzterer weiter [ahren kann. An das Dienstgebäude fiigt sich ein bescheidener Warteraurn für Fahrgäste an.

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