Hermannsburg in alten Ansichten

Hermannsburg in alten Ansichten

Auteur
:   Wilhelm Dehning
Gemeente
:   Hermannsburg
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2643-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Hermannsburg in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

EINLEITUNG

Es ist so still; die Heide liegt im warmen Mittagssonnenstrahle, ein rosenroter Schimmer fliegt um ihre alten Gräbermale; die Kräuter blûhn; der Heideduft steigt in die blaue Sommertuft.

Das schrieb einst Theedor Storm. Er muß Herrnannsburg gekannt haben, Das Hermanrisburg von früher, das in unseren Erinnerungen viel zu schnell verblaßt ist, Deshalb haben wir dieses Büchlein zusammengestellt, um das alte liebenswerte Heidederf Hermannsburg für unsere Kinder und Enkel in Wort und Bild zu erhalten.

Wie wir schon aus dem Namen erkennen, hat es hier einmal eine Burg gegeben. Hermann Billung hat sie um 900 an einer Örtzefurt gebaut, Sie wurde um 1200 zerstört, 970 erbaute das Bistum Minden im Zuge der Sachsenmissionierung im örtzetal eine Taufkirche. Um diese Kirche entwickelte sich der Ort Hermannsburg, Landschaftlich reizvoll gelegen zwischen Celle und Soltau, inmitten der Südheide, weitab von großen Wegen und Straßen, blieb es still in unserem Ort. Die Mensenen lebten fast nur von der Landwirtschaft. Auf den großen Höfen wurden viele Arbeitskräfte gebraucht, Maschinen gab es noch nicht. Der Ackerboden war nicht der beste, darum mußten große Flächen bearbeitet werden, um alle ernähren zu können, Zum Viehbestand gehörten Kühe, Ochsen, Heidschnucken und ein paar Pferde,

Damit die Höfe nicht im Laufe der Jahre an Größe verloren, hatte man es so eingeteilt, daß der älteste Sohn den Hof bekam, der zweite die Heidschnucken und der dritte bekam die Irnkerei.

Mit der Familie Harms kam Anfang des 19. Jahrhunderts ein Aufstieg für den Ort. Besenders der älteste Sohn Ludwig, wegen der damallgen Mode auch Louis genannt, ist hier hervorzuheben. Er war ein großer Prediger, er gründete die Mission in Hermannsburg, sandte die ersten Missionare nach Südafrika und Indien. Und es dauerte nicht sehr lange, bis es in allen fünf Erdteilen Orte rnit dem Namen Hermanrisburg gab.

Hermannsburg erlebte durch die Missiorisleitung und durch die allmählich hinzukommenden Missionseinrichtungen und viele von außerhalb zuziehende Mitarbeiter eine große Steigerung der Einwohnerzahl, So wurde es der Missionsort, der es heute ist, Herrnannsburg hat heute mit den eingerneindeten Dörfern Baven, Beckedorf', Weesen und Oldendorf 8 000 Einwohner. Es hat ein Waldschwimmbad, ein Hallenbad, Sporthalle und Tennisplätze. Es gibt bei uns alle Arten von Schulen, eine Behinderten-Werkstätte, eine moderne Bücherei, Kegelbahnen, Reitplätze und -Hallen, Sommergaste schätzen die Ruhe und die Sauberkeit im Ort. Besenders zur Zeit der Heideblüte ist ein Urlaub in Hermanrisburg reizvoll, Aber darüber hat ja schon Herrnann Löns geschrieben, dessen Denkmal wir hier ganz in der Nähe auf dern Wietzer Berg haben.

1. Um 970 nach Christus wurde die heutige Peter-Pauls-Kirche unter dem Sachsenherzog Hermann Billung im Zuge der Missionierung des Sachsenlandes als Taufkirche errichtet, Es war die erste Taufkirche im Örtzetal. Durch Ausgrabungen hat man feststellen können, daß an demselben Platz nacheinander eine vorromanische, eine romanische und die bis heute erhaltene gotische Kirche gestanden haben. Die Kirche bildete den Mittelpunkt des Gemeindelebens, In alter Zeit war der Kirchhof der Ort, an dem sich die Gemeinde auch in weltlichen Dingen versamrnelte, Es war die Urform des Marktos. Messe und Markt fielen zeitlich und örtlich zusammen. Alltags hatten die Leute schwer zu arbeiten. Der Mann und Vater hatte in der Landwirtschaft zu tun oder in der Sägegrube, wie auf diesem Bild zu sehen lst, Die Mutter betreute Haushalt und Kinder.

2. Die Billingstraße. Alle Straßen und Wege bekamen im Jahre 1913 ihre Namen. Die älteste und Hauptstraße heißt Billingstraße. Sie führt in nördliche Richtung von der Celler Straße, die nach Beckedorf und Celle geht, durch den ältesten Teil Hermannsburgs nach Müden, Die heutige Billingstraße war ein Rinnsal von Gewässem, Für Fußgänger hatte man Bohlen gelegt. Gepflastert wurde die Straße erst um 1870. Wir schauen hier in nördliche Richtung. Das erste Haus (halb) ist heute TaxiNöschel. Dann das Haus des Schneiders H.D. Hellberg, heutige Firma Klappenhach. Im Hintergrund sehen wir die Peter-Pauls-Kirche. Rechts hinter den alten Linden und der Mauer mit eisernem Zaun steht heute die Volksbank.

3. Dies ist die Billingstraße ein Stück weiter in nördlicher Richtung. Hier sehen wir zur Linken das Küsterhaus der Peter-Pauls-Kirche. In diesem Hause befand sich in früheren Jahren die Kirchspielschule. Über das Singen von kirchlichen Liedern und das Lernen des Katechismus wachte früher der Küster, daher auch Küsterschule. Als Hermannsburg dann eine Orgel bekommen hatte, war der Küster in der Hauptsache Organist, und es wurde notwendig, Schulmeister einzustellen. Obwohl diese Arbeit schlecht bezahlt wurde, fanden sich sogar Theologen, die dieses Amt für einige Zeit bekleideten, bevor sie eine Pfarrstelle bekamen. Vor der Schule sehen wir eine Straßenlaterne, eine Seltenheit damals. An der rechten Seite das Haus von Tischler Otterrnann. Und ganz rechts das Spritzenhans der Pflichtfeuerwehr,

4. Das Spritzenhaus der Pflichtfeuerwehr in der Billingstraße. Durch die Strohdächer der Häuser war die Gefahr einer Ausbreitung bei Feuer groß, Deshalb war jedermann zur Hilfe verpflichtet. Dieses Haus wurde im Jahre 1923 abgerissen, ein neues Spritzenhaus am Markt erbaut. Als dann die Freiwillige Feuerwehr gegründet wurde, war stets ein Wettkampf zwischen der Pflicht- und der Freiwilligen, wer als Erster am Brand war und die Feuerversicherung kassierte. Auf Grund ihrer besseren Ausbildung und Ausrüstung gewann meistens die Freiwillige. An der linken Seite des Bildes haben wir Backerei und Gasthof Ohlendorf, Dies war der Treffpunkt am Sonntag für die Kirchgänger. Nach dem langen Weg trank man in Ohlendorfs Gasthaus Kaffee und aß von dem grofsen Stuten.

..?.... -~ ..?

-...:~ ..

S. Gehen wir weiter auf der Billingstraße in Richtung Norden (nach Baven), so kommen wir an der linken Seite zum alten Pfarrhaus hinter den dieken Mauern. Daver stand in alten Zeiten der Winkeloder Junkernhof vis-a-vis der Kropshof, Beides waren Sattelhöfe, also freie Adelshöfe, die im Mittelalter zur Burgmannschaft gehörten, das heißt 'ihre Dienstverpflichtung bestand in der Gestellang eines berittenen Marines'. Das rechte Haus baute Maurer Hermann Otte. Alle Häuser haben mit den Jahren ihr Aussehen gewaltig verandert. Das zweite Haus rechts ist heute die Schlachterei Behn, Die Dorfstraße ist noch ungepflastert, das Wasser fließt noch nicht durch Drenagerohre.

6. Hier stehen noch die alten Bäume der Billingstraße und spenden kühlen Schatten im Sommet. Links ist das Anwesen des Bauern Witte, daran anschließend die Sattlerei Herzog. Im Hintergrund sieht man die Kegelbahn des Hotels Marquard. Dieses Hotel hatte schon verschiedene Namen: Gasthaus 'Zur Schmiede' oder Hotel 'Bellevue'. Heute ist es das Hotel 'Heidehof'. Rechts haben wir Buchbinder Wilhelm Eilers, heute Papiergeschäft Eilers. Das nächste Haus ist das Fahrradgeschäft Bräuer, Die heutigen Bewohner dieser Häuser haben dieselben Namen behalten, Aber die Häuser haben ein anderes Aussehen bekommen.

7. Nun ein Bliek zurück in Richtung Süden, Rechts zwelgt die Georgstraße ab. Im Hintergrund sehen wir die Große-Kreuz-Kirche, davor die Brennerei von Georg Brammer, Fast jeder Ort hatte früher seine eigene kleine Kornbrennerei, Die konnte man auch gut gebrauchen, denn es war so üblich, daß jeder Mann zur Arbeit ein ordentliches Frühstück mitnahm, das aus Brot, Speek, Wurst und einem Fläschen Schnaps bestand. Der dazugehörende Kaffee wurde dann an Ort und Stelle über einem Feuer selbst gekocht.

8. Parallel zur Billingstraße verläuft die Junkernstraße, benannt nach dem Junkernhof, der hier zwischen Junkernstraße und Billingstraße lag. Das linke Haus ist das des Malermeisters Siegmann, daran anschließend kam später Korbmacher Riggers. Rechts das Haus des Klempnermeisters Ripke, dahinter die Scheune von Brenner Brammer. Im Hintergrund die Oroße-Kreuz-Kirche. Kurz vor dem Ersten Weltkrieg bekam Hermannsburg elektrisches Licht und eine Wasserleitung, die aber schlechtes Wasser lieferte, weil einige Meter unter der Erdoberfläche eine dicke Tonschicht liegt. Aber gleich hinter der Bahn ist guter Kiesuntergrund. Die Große-Kreuz-Klrche baute für sich und alle anliegenden Häuser eine neue Wasserleitung und bezog ihr Wasser vom Brunnen am Heldberg.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2018 Uitgeverij Europese Bibliotheek