Hermsdorf in alten Ansichten

Hermsdorf in alten Ansichten

Auteur
:   Karl-Eduard Knaf, Peter Mildner und Helga Hertel
Gemeente
:   Hermsdorf
Provincie
:   Thüringen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5456-7
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Hermsdorf in alten Ansichten'

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EINLEITUNG

Liebe Hermsdorfer, liebe Gáste unserer Stadt!

Mit diesem Bildband möchten wir erstmals einen historischen Abschnitt unseres Ortes dokumentieren. Besonders interessant erschien uns die Etappe zwischen 1890 und der Mitte der dreißiger Jahre, weil sich in diesem Zeitraum unser Hermsdorf vom Dort der Fuhrleute und des Holzgewerbes zum Industriestandort entwickelte. Jahrhundertelang prägten Landwirtschaft, Handwerk und Handel das Leben der Holzländer .

Die Lage an der Regensburger Landstraße beeinflußte sicher entscheidend die Entstehung und Entwicklung Hermsdorfs. 'Her muß Dort!' soll der überlieferte Ausruf der von Räubern geretteten Damen gewesen sein, der zur sagenhaften Gründung Herrnsdorfs führte.

Die Nonnen des Klosters Lausnitz werden erfreut gewesen sein, als sie 1256 'Hermestorff mit allen Zcugeherungen' vom Markgrafen von Meißen zum Geschenk erhielten. Zwischen dem alten Fuhrmannsgasthof 'Zum Schwarzen Bären im Grünen Wald' und dem Alten Markt entwickelte sich schnell ein Ort, der dem Kloster durch Steuern, Frondienste und Geleiteinnahmen guten Gewinn versprach.

Die Lage an der bekannten Handelsstraße brachte jedoch besonders in Kriegszeiten große Gefahren und Belastungen mit sich. Aus den heimatgeschichtlichen Aufzeichnungen ist bekannt, daß besonders im Dreißigjährigen Krieg plündernde Soldaten den Ort heimsuchten und auch Menschenopfer zu beklagen waren. Die in der Gaststube des 'Bären' erkennbare Zahl 1646 dokumentiert das Jahr, in dem die durch Feuer zerstörten Gebäude wiederaufgebaut wurden. Immer wieder waren es die Fuhrleute und Holzhandwerker , die mit ihrer fleißigen Arbeit zum wirtschaftlichen Aufschwung beitrugen und die Waren und den Ruf des Holzlandes zwischen Nordsee und Alpen verbreiteten.

Der Siebenjährige Krieg 1756-63 und besonders die Napoleonischen Kriege unterbrachen wiederurn die friedliche Entwicklung, 1806, vor der Schlacht bei Jena und Auerstedt, zogen französische Soldaten durch den Ort, 'raubten und plünderten und schlachteten alles Vieh, was sie nur erwischen konnten'.

Nach einer kurzen Blütezeit zwischen dem Zollverein 1834 und der Reichsgründung 1871 begann die Zeit der größten Veränderungen für Herrnsdorf. Als 1876 die Eisenbahnstrecke Weimar - Gera gebaut wurde, war das Ende der Fernfuhrleute gekommen. Dieser Konkurrenz waren die Pferdefuhrwerke nicht gewachsen. Das Holzhandwerk aber blieb. Besonders die Produktion von Gerüstleitern nahm einen großen Aufschwung. Sie wurden vom Bahnhof Hermsdorf-Klosterlausnitz aus an ihre Bestimmungsorte in ganz

Deutschland und im Ausland versandt. Dieser enorme Bedarf konnte nur durch industrielle Produktion erreicht werden. Dampfsägewerke und Holzfabriken bestimmen von nun an das Gesicht Hermsdorfs. Den alten Herrnsdorfern werden z. B. die Namen 'Finkens, Geißlers, Langbeins, Krafts, Herlings, Hüllners und Ackers' ein Begriff sein.

Bereits 1890 erkannte man, daß die günstige Verkehrslage, das Vorhandensein genügender Arbeitskräfte und der Holzreichtum geeignet waren, weitere Industrie anzusiedeln. Die Geburtsstunde der Porzellanfabrik Herrnsdorf war gekommen. Von nun an begarm sich auch Herrnsdorf zu vergrößern. Der Bau der Fabrik, die Straßenanbindungen, die Errichtung neuer Wohnhäuser und öffentlicher Gebäude, wie z. B. des Rathauses 1897 oder der Post 1902, gaben dem Ort ein neues Gesicht.

Aus dieser Zeit sind auch eine Reihe von Ansichtskarten und Fotos erhalten geblieben, die wir mit freundlicher Unterstützung der TRIDELTA AG (Archivbilder) sowie durch Leihgaben von Herrn W. Hinz, Herrn K.-E. Knaf, Herrn J. Hebenstreit, Herrn Dr. S. Serfling, Herrn P. Mildner und Mitgliedern unseres Vereins zusammengetragen haben.

Viele Bürger können sich gar nicht mehr vorstellen, wie Herrnsdorf noch vor einem Menschenalter ausgesehen hat. Für den jüngeren Betrachter mögen die Bilder Anregung sein, altbekannte Stellen der Stadt mit neuen Augen zu sehen, für die alten Hermsdorfer soll dieses Büchlein Gelegenheit geben, sich zu erinnern.

1992

Der Verein für Regiorial- und Technikgeschichte e. V.

1. Von der Oberndorfer Straße hat man einen sehr schönen Bliek auf das alte Herrnsdorf (um 1925). Noch heute bietet sich dem Wanderer von dieser Stelle ein vertrautes, romantisches Bild, das von manchen Fotografen und Malern schon festgehalten wurde.

2. Ansicht um 1910. Heute steht hier anstelle des damaligen Schützenhauses die Ingenieurschule für Keramik, die 1949/50 erbaut wurde und so manchen Studenten nach Hermsdorf loekte ... und hier seßhaft werden ließ.

Dieser Tage erst trafen sich die Absolventen der ersten Jahrgänge von 1952 in Hermsdorf. Ihr Wunsch ist, daß die traditionsreiche Bildungsstätte für die Keramikindustrie erhàlten bleiben möge.

Hermsdorf S. A.'.

Schützenhaus

3. Die frühere Ernststraße und heutige Ernst-Thälmann-Straße von der Höhe vor der Fleischerei Diener, etwa um 1920 aufgenommen. Rechts das sogenannte Russenhaus, links das erste Haus der Kinderheimgasse, das 1990wegen Baufälligkeit abgerissen wurde.

Dort betont inzwischen eine von der Familie Schlauch errichtete Trockenmauer den dörflichen Charakter dieser Straße.

r

. Ernststra se

4. Ansicht der Ernststraße um 1925 von der Gaststätte 'Altenburger Hof' (Remm's Fritze) in Richtung der scharfen Linkskurve zum ältesten Hermsdorfer Haus, dem 'Schwarzen Bären' .

Dieses älteste Hermsdorfer Gebäude wird gegenwärtig in seiner historischen Form rekonstruiert. Einwohner und Fremde der Stadt können sich durch Geldspenden an dieser Aktion beteiligen.

Herrnsdor! S.-f. - Ernst-StrllDe

5. Saal der 'Centralhalle' (um 1920) in der Ernststraße. Hier trat 1902 August Bebel in einer Wahlveranstaltung der SPD auf.

Bis 1990 befand sich hier das Hermsdorfer Kino.

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