Herne in alten Ansichten Band 1

Herne in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Robert Grabski
Gemeente
:   Herne
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1461-5
Pagina's
:   160
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

Levertijd: 2 - 3 werkdagen (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Herne in alten Ansichten Band 1'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  9  |  >  |  >>

EINLEITUNG

VOM DORF ZUR INDUSTRIESTADT

Herne - 'Haranni' - wurde zum erstenmal im Heberegister des Klosters Werden genannt. Zwischen 836 und 970 entstand hier die erste Pfarrei. Als Zeugnis des christlichen Lebens in der Dorfgemeinde, wurde das romanische Dorfkirchlein zu Ehren des heiligen Dionysius erbaut. In der Kirche befand sich der Grabkeller der Herren von Strünkede und um die Kirche lag der Friedhof. Bei späteren Ausgrabungen fand man unter den Bohlensärgen zwei Schichten Baumstammsärge, die wahrscheinlich aus der Zeit um 900 stammen. 1809 zählte man im Dorf Herne einhundertvierundvierzig Häuser und fünfhundertsiebenundachtzig Einwohner. Damals lebte die Bevölkerung vorwiegend von der Landwirtschaft. Das Dorf war über seine eigenen Grenzen hinaus kaum bekannt. Von 1808 bis 1814 stand Herne unter der napoleonischen Zwangsherrschaft. Zwischen 1860 und 1870 entwickelte sich hier die Industrie. Dabei wurde die Landwirtschaft allmählich verdrängt. Mit der Entdeckung der Kohle kam neues Leben in das stille Dörflein. Mit der Abteufung und dem Ausbau der Zechen, begann die industrielle Entwicklung. Die Zeche 'Sharnrock' wurde als erste 1856 angelegt. Es folgten 'Providence' (1864), 'Barillon' (1867), 'Friedrich der Große' (1870), 'Mant Cenis' (1875) und 'Constantin der Große' (1897).

Das Jahr 1869 war für den Bergbau besonders günstig. Die Auswirkungen für die Wirtschaft waren im deutsch-französischen Kriege 1870-1871, nicht gerade schlecht. Natürlich blieben auch Rückschläge nicht aus, aber auch damit wurde man fertig, Die Bevölkerung stellte sich immer mehr auf den Segen des Kohlebergbaus und die damit verbundene Technisierung mit all ihren guten und schlechten Begleiterscheinungen, ein.

Mit dem wirtschaftlichen Aufschwung und dem Ausbau der Zeehen wuchs gleichzeitig die Eisenindustrie. Fabriken wurden gebaut und für den Kohleabbau wurden die meisten Maschinen und Geräte in Herne selbst hergestellt. Es entwiekelten sich die Firmen Halstrick (1869), die Berninghaussche Kesselfabrik (1875), die Drahtseilfabrik Geßmann (1871), die Maschinenfabrik Baum (1883), die Eisengießerei A. Beien (1888), die Herner Herdfabrik (1897) und die Schraubenfabrik Dorn. Die in Bochum gegründete Maschinenfabrik Flottmann, hat sich 1902 in Herne angesiedelt. Dazu vervollständigte eine ganze Menge kleinerer Betriebe die wirtschaftliche Struktur.

Auch das Handwerk bekam mehr Arbeit. In der Industrie boten sich ihm neue Möglichkeiten an. Der allgemeine Wohlstand wuchs und in wenigen Jahrzehnten wurde aus dem bescheidenen Ackerdorf eine

blühende Stadt. Aus dem unerwarteten Fortschritt erwuchsen der Gemeinde neue und oft schwierige Aufgaben. Besonders Wohnungen waren dringend nötig, Zwar griffen die Zeehen zur Selbsthilfe und erstellten eine ganze Reihe von Wohnhäusern und Siedlungen, doch kamen von auswärts immer neue Arbeiter, Gewerbetreibende, Kaufleute, Wirte und andere Berufe hinzu. Auch Schulen mußten gebaut werden und neue Lehrer eingestellt, Es kamen die Post, die Eisenbahn, die Straßenbahn, die Kanalschiffahrt, die Gasund Elektrizitätswerke, Dringend notwendig wurden auch neue Verwaltungseinrichtungen und ein eigenes Rathaus; denn der Schulbau an der Mant Cenis Straße, in dem man in den Jahren 1897 bis 1912 das Rathaus eingerichtet hatte, reichte für die vielen Aufgaben und Beamten nicht mehr aus.

So wurde 1912 ein stattliches Rathaus eingeweiht, Eingeplant und mit den Jahren auch erstellt, wurde um den Rathausplatz ein zeitgemäßes Verwaltungszentrum. Es entstanden Kirchen und eine Synagoge. Da die ersten Schulen noch einfache Bauten aus Backstein und ohne Verputz waren, mußten auch für die vielen Kinder neue Volksschulen und auch höhere Schulen gebaut werden. So entstand ein Lyzeum, eine Realschule, ein Gymnasium, eine Berufsschule und andere mehr.

1897 wurden dem Dorf Herne die Stadtrechte zuerkannt. 1906 schied die Stadt aus dem Landkreis Bochum aus und wurde selbständiger Stadtkreis. 1908 wurden Baukau und Horsthausen nach Herne eingemeindet. Hinzu kam 1928 noch das Amt Sodingen. Heute ist Herne eine moderne Großstadt. Durch immer neue Bauten wird der inriere Kern der Stadt saniert. Der Bau einer U-Bahn geht dem Ende zu, Die Krankenhäuser und das Schulwesen sind auf den neuesten Stand gebracht. Zeitgemäße Industrien wurden am Stadtrand angesiedelt.

Zum Schluß danke ich allen meinen alten und neuen Freunden für die Überlassung der Postkarten, der vielen Bücher und Festschriften. Unvergeßlich bleiben mir die vielen persönlichen Gespräche mit alten Herner Bürgern, die vieles zur Klärung und Ergänzung der Bildaussagen beigetragen haben.

Das Buch erhebt keinen Anspruch auf eine 'gelehrige' und erschöpfende Darstellung der geschichtlichen Ereignisse in Form einer strengen Chronik. Es soll mit seinen alten Postkarten und Ansichten verblaßte Erinnerungen auffrischen und an die nachfolgenden Jungbürger der Stadt weitergeben.

Robert Grabski

1. Nach einem Katasterplan von 1824, bastelte ein geschickter Amateur dieses Modell des Herner Dorfes. Es zeigt die alte Dionysiuskirche zwischen den niedrigen Fachhäusern und dem ersten Friedhof des Kirchspiels. Bei Ausgrabungen, die der Begründer des Herner Museums Karl Brandt, 1934-1935 auf dem Friedhof durchgeführt hatte, stieß er unter anderem auf die Reste der ersten Bestattungen in Bohlen- und Baumstammsärgen. Die Toten der Herren von Strünkede wurden damals im Grabkeller des Kirchleins beigesetzt. Nach dem Neubau der evangelischen Kirche (1875-1890), wurde die Dionysiuskirche abgetragen.

-

'. '

2. Eröffnung der Eisenbahn. Durch die Eröffnung der Teilstrecke Oberhausen-Dortmund der Köln-Mindener Eisenbahn, am 15. Mai 1847, rückte das Dorf Herne zur zentralen Stellung irn rnittleren Ruhrgebiet auf. Die neue Haltestelle hieß Herrie-Bochum. Die Anwohner bezeichnete man scherzweise als Bahnhöfler. Die neue Verkehrseinrichtung begünstigte die Anlage der Zechen, sodaß in wenigen Jahren gleich fünf Zeehen mit der Kohleförderung beginnen konnten. Den Zeehen folgten Fabriken und das Dorf Herne entwickelte sich zur beachtlichen Industriestadt.

Herne ,

Partie am B.:lhnh

3. Alter Berner Bahnhof. Um 1908 war der Herner Bahnhof, durch den wachsenden Verkehr mit täglich neunundsechzig Schnell- und Personenzügen und den dreihundertzwölf Güterwagen einfach überlastet. Die Strecke führte quer über die Bahnhofstraße. Für die Fußgänger gab es zwar eine hölzerne Übergangsbrücke, aber die Fahrzeuge mußten oft bis zu fünfundvierzig Minuten in einer Stunde vor den Barrieren warten. 1913 begann man mit der Anhebung des Bahnhofs. Dabei wurde die Bahnhofstraße unterführt. Das alte Bahnhofsgebäude wurde durch einen zeitgenössischen Neubau ersetzt. Die Umbauten dauerten bis in das Kriegsjahr 1917.

Herne

àdle Shamrodt I u. n.

4. Die Zeche Shamrock war die erste Zeche in Herne. Der Ire Mulvany hatte die Bergwerksfelder erworben und begarm 1856 mit dem Abteufen bis zu einer Tiefe von sechshundertzweiundsiebzig Meter. An der Arbeit waren englische Ingenieure mit englischen Maschinen maßgeblich beteiligt. 1860 gab es eine Förderung von 21 427 Tonnen Kohle. 1873 kaufte die Zeche die Bergwerksgesellschaft Hibernia. 1921 hatte sie - bei einer Förderung von 694 005 Tonnen Kohle - dreitausendsechshundertelf Arbeiter und einhundertachtzig Beamte. Die in Herne gewonnene Fettkohle eignete sich besonders zur Gasgewinnung und zur Herstellung von Koks.

5. Zeche 'Providence' - 'Von der Hey d t'. Die Zeche 'Providence' war die zweite Zeche auf Hernes Gebiet. Sie wurde 1864-1868 von der belgischen Aktiengesellschaft der 'Steinkohlengruben Herne-Bochum' (Sitz in Brüssel), abgeteuft. 1885 förderte die Grube und 360000 Tonnen Kohle. 1889 wurde die Zeche 'Providence' von der Harpener Bergbau AG übernommen und in 'Ven der Heydt' umgetauft. Zu dieser Zeit hatte sie siebenhundertdreiunddreißig Belegschaftsmitglieder. 1895 waren es dann schon achthundert Belegschaftsmitglieder. 1908 wurde noch ein neues Verwaltungsgebäude am Harpener Weg gebaut, doch bereits 1928 wurde die Zeche stillgelegt.

6. Zeche 'Barillon' - 'Julia'. Von der belgischen Gesellschaft wurde auch die 1867-1869 eröffnete Zeche abgeteuft. Der Schacht I blieb viele Jahre alleiniger Zugang zu den Anlagen unter Tage. Auch die Zeche 'Barillon' erwarb 1889 die Harpener Bergbau AG und taufte sie zur 'Julia' um. 1913-1914 baute man eine Wäsche zur Veredelung der Kohle. Zur Zeche gehörte eine Kokerei. Als Nebenprodukte erzeugte sie Teer, Benzol und schwefelsaures Ammoniak. Anfallendes Gas wurde in den Koksöfen verheizt. Die Zeche wurde 1962 stillgelegt.

7. Ein Bliek über die ehemaligen Anlagen der Zeche 'Julia'. Im Jahre 1867 begarm man in Baukau mit der Abteufung der Zeche 'Barillon' ('Julia'), auf den Feldern der Bauern Biesewinkel und Steinkämper. 1869 begann die Kohleförderung. Anfangs war das Abteufen der Schächte sehr schwierig. Die Möglichkeiten, das wasserhaltige Deckgebirge zu überwinden, waren nur begrenzt. Man pumpte mit Pferden und Göpeln. Erst mit der Einführung der Dampfmaschine wurde es dann leichter.

8. Die evangelische Hauptkirche. Wei! das Dioriysiuskirchlein für die wachsende Gemeinde zu klein wurde, baute man 1873-1875 die neue evangelische Kirche. Die Pfarrer widrneten sich verstärkt der Jugendarbeit; später wurde die Innere Mission und die Trinkerfürsorge eingerichtet. 1896 trennte sich Baukau von der Hauptkirche und 1906 folgte ihr die Gemeinde Holsterhausen. Beide Kirchengemeinden bauten eigene Kirchen. Zur Erinnerung an die Gefallenen des deutsch-französischen Krieges von 1870-1871, wurde am 2. September 1883 neben der Hauptkirche das Kriegerdenkmal enthüllt.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  9  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2018 Uitgeverij Europese Bibliotheek