Herne in alten Ansichten Band 2

Herne in alten Ansichten Band 2

Auteur
:   Norbert Kozicki
Gemeente
:   Herne
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5398-0
Pagina's
:   144
Prijs
:   EUR 19.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Herne in alten Ansichten Band 2'

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EINLEITUNG

Ein wunderschoner Maimorgen war angebrochen. Still und feierlich, von keinem storenden Geräusch durchbrochen, lag die Natur da. Die Sonne erhob sich in blendender und majestatischer Schonheit über den Horizont und weckte auch. im Dorfe Herne die Alten zu [rohem Schaffen. So beschrieb der Heimatforscher Johannes Decker die dörfliche Idylle in Herne am Morgen des 15. Mai 1847, als das erste dampfende Stahlroß durch das Dorf Herne ratterte. Es war der Tag, als der erste Zug auf der Köln-Mindener Strecke durch das hiesige Gebiet fuhr. Dieses Ereignis markiert den Schnittpunkt für den Beginn der Industrialisierung im bäuerlichen Herne.

Herne hieß ursprünglich 'haranni' und bedeutet Hanglage oberhalb der Emscher. Im Jahre 881 wird Herne erstmals im Heberegister des Klosters Werden bei Essen mit dem Bauern Berathwini erwähnt. Es war die Zeit der Christianisierung des heutigen Ruhrgebiets: Unermüdlich zogen die Mönche von Ort zu Ort, um das Evangelium zu verkünden. Seit dem Jahr 1142 ist die Ahnentafel der Ritter von Strünkede nachweisbar: Wenzelin von Strünkede begründete das Rittergeschlecht, das als trutzig und gefürchtet galt. Der Bekannteste von Strünkede ist der Ritter Jobst, der als erster die Anforderungen der neuen Zeit im ausgehenden 16. Jahrhundert erkannte und das Schloß Strünkede neubauen ließ. Bei seinem Tod im Jahre 1602 war das Werk noch nicht vollendet. Erst sein Sohn Gottfried sorgte für die Fertigstcllung des Schlosses. 1742 starb der letzte Ritter aus der Hauptlinie der Strünkeder .

1m Schatzbuch der Strünkeder Ritter werden im Jahre 1483 47 Familien aus Herne, 16 aus Baukau und I aus Horsthausen genannt. Die Hungerjahre von 1491 und 1492 sowie die Pest bis zum Jahre 1600 verhinderten ein schnelleres Wachstum der Bevölkerung im Raum Herne. 1818 lebten erst 3000

Menschen im großflächigen Herner Raum, im Revolutionsjahr 1848 über 4 500 Einwohner.

Im Gefolge der Französischen Revolution (1789) flüchteten die Adeligen aus Frankreich auch durch Herne in Richtung Hamm in Westfalen. 1806 bis 1813 besetzten französische Truppen unter dem Oberbefehl von Napoleon das hiesige Gebiet: Jeder Herner Mann war verpflichtet, im französischen Heer zu dienen. Viele flohen und hielten sich versteekt. Über 22 Rekruten aus Herne verweigerten den Waffendienst unter Napoleon .

Der Herbst des Jahres 1815 brachte eine katastrophale Mißernte. Im folgenden Jahr kletterten die Preise für Lebensmittel in unerschwingliche Höhen. Erst der Ankauf von Getreide in Rußland und den östlichen Landesteilen durch die Regierung beendete die Hungerjahre 1816 und 1817.

Die Westfälische Gemeindeordnung von 1844 ließ das Amt Herne entstehen. Es vereinigte die Gemeinden Herne, Baukau, Horsthausen. Pöppinghausen, Bladenhorst. Hiltrop, Bickern, Crange , Eickel, Holsterhausen und Röhlinghausen. 1875 teilte man das Amt wieder: Das neue Amt Wanne übernahm Eickel, Bickern. Crange, Holsterhausen und Röhlinghausen.

Nach der Bürgerlichen Revolution im Jahre 1848 liberalisierte die Preußische Regierung die Berggesetzgebung, so daß private Bergbauunternehmen mit dem Abbau des schwarzen Goldes im Ruhrgebiet beginnen konnten. Der Bochumer Kaufmann Wilhelm Endemann erkannte die Zeichen der Zeit und sicherte sich im Herner Raum die Bergbaurechte. Doch die notwendigen Investitionen zum Abbau der Kohle überstiegen seine finanziellen Möglichkeiten.

Der Ire William Thomas Mulvany nutzte diese Gelegenheit.

Hinter ihm stand ein ganzes Konsortium irischer Finanzleute. 1856 ließ Mulvany auf dem Gelände des Bauern Sengenhoff den ersten Schacht abteufen. In Herne entstand daraufhin ein kleiner Bauernaufstand. Die Bauern wollten mit allen Mitteln weitere Abteufungen verhindern. Doch die Eingaben an den Regierungspräsidenten blieben erfolglos.

Im April 1860 förderte die Zeche 'Sharnrock' als erste Herner Schachtanlage. Es folgten die Zechen: 'Providencc' (später 'Von der Heydt') im Jahre 1864, 'Barillon' (später 'Julia') im Jahre 1867, 'Friedrich der Große' im Jahre 1870, 'Mant Cenis' im Jahre 1875 und 'Constantin der Große im Jahre 1897.

1870 arbeiteten auf den Herner Zeehen 1 676 Bergleute. die über 36000 Tonnen Kohle förderten; vierzig Jahre später förderten 10 000 Bergarbeiter über 2,6 Millionen Tonnen Kohle. Dieser enorme Produktivitätszuwachs war nur möglich über den verstärkten Einsatz von Technik und neuen Bergbaumaschinen.

Mit dem Aufschwung des Kohlebergbaus entstand fast gleichzeitig die Eisenindustrie. die für den Bergbau die entsprechenden Geräte und Maschinen herstellte. In Herne gründeten sich folgenden Firmen: das Gruben-, Feld- und Industriebahnwerk Victor Halstrick (1869), die Berninghaussche Kesselfabrik (1875). die Drahtseilfabrik Geßmann (1871), die Maschinenfabrik Baum (1883), die Eisengießerei A. Beien (1888), die Herner Herdiabrik (1897) und die Schraubenfabrik Dorn (1900). Irn Jahre 1902 siedelte die Bochumer Maschinenfabrik Flottmann nach Herne über. Der 1904 von Heinrich Flottmann geschaffene DruckluftBohrhammer wurde weltberührnt.

Die wirtschaftliche Entwicklung ließ die Bevölkerungszahl sprunghaft stelgen. Am 1. April 1897 erhielt Herne die Stadtrechte. 1906 schied Herne aus dem Landkreis Bochum aus

und wurde kreisfreie Stadt. Herrnann Schaefer konrite sich seitdem Oberbürgermcistcr nennen.

Der Zuzug von jungen Menschen aus den deutschen Ostprovinzen und aus Polen ließ gewaltige soziale Probleme im neuen Gemeinwesen entstehen. Die Aussicht auf einen Arbeitsplatz und eine Wohnung hatte sie ins Ruhrgebiet geloekt. Auf den sogenannten Polen-Zeehen kam über die Hälfte der Belegschaft aus Polen. Von den über 12000 Bergarbeitern im Jahre 1912 in Herne hatten fast 5 000 eine polnische Herkunft. Aufgrund der feblenden Wohnungen entstand das sogenannte Kostgängerwesen: Familien boten den alleinstehenden Jungbergleuten Kost und Logis an. Häufig teilten sich rnehrere Kumpel ein Bett. Im Jahre 1899 kam es in Herne zu einern regelrechten Polen-Aufstand.

Im Jahre 1908 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Baukau und Horsthausen eingemeindet, im Jahre 1928 die Gemeinde Sodingen aus dem Landkreis Dortmund. 1933 überschritt die Anzahl der Einwohner die 100000-Grenze:

Herne wurde Großstadt.

Heute ist von der Kohlengräbcrzeit in Herne nicht mehr viel übriggeblieben. Seit den sechziger Jahren har auch die Stadt Herne mit dem Strukturwandel zu kämpfen. Der Bergbau ist gegangen, doch die Menschen bleiben.

Zum Schluß danke ich rneinen Schwiegereltern Erna und Walter Crede , Herrn Reinhold Crcde , der Familie Franzkowiak , Frau Stachowiak , der Familie Beckrnann , Herrn Stockhorst. Herrn Wilbrandt. Herrn Lührig, Herrn Thiele von der Westdeutschen Allgemeinen Zeitung und den Herren Kopitzko , Egel und Hildebrandt von der Verwaltung der Stadt Herne und Herrn Wolfgang Adolph-Hovenga von der Herner SPD für die Unterstützung bei der Zusarnmenstellung dieses Bandes.

1. Am 22. Oktober 1856 wurden vom Iren Mulvany einige Grubenfelder unter dem Namen 'Sharnrock' (Kleeblatt) zusammengefaßt. Im gleichen Jahr begarmen die Abteufarbeiten für den ersten Schacht - 1860 förderte man die erste Kohle. Drei Jahre später brachten die Arbeiter der Bergwerksgesellschaft den zweiten Schacht hinunter. Auf dem Bild sieht man rechts die Schächte 1 und 2 mit den ersten Koksöfen. Interessant auch, daß die Häuser und Wohnungen der Zechenbeamten und des Direktors in direkter Nähe der Zeche errichtet wurden.

2. Die Aufnahme zeigt die Zeche 'Shamrock' mit dem Schacht 1. Da der Schacht 2 fehlt, darf man davon ausgehen, daß diese einmalige Aufnahme aus den Jahren um 1860 stammt. Die Holzkonstruktionen und die Schutthalden vor der Schachtanlage verleihen der Zeche etwas vom 'Wilden Westen'.

Sodingen i. 'W.

Zeche Mont-Cenis. Schacht 1.

3. Im Jahre 1858 verkaufte Wilhelm Endemann einen Teil seiner Kohlenfelder an zwei Franzosen, die die Namensänderung in 'Mont-Cenis' beim Bergamt beantragten. Am 15. November 1871 erfolgte der erste Spatenstich zum Abteufen des Schachtes 1. Vier lahre später förderte die Zeche das erste schwarze Gold. Am 1. April 1973 übernahm die Zeche 'Friedrich der Große' die Grubenfeldervon 'Mont-Cenis'.

4. Im Jahre 1864 erhielt die Zeche 'Von der Heydt' ihren ersten Schacht. Zu Beginn ihrer Geschichte hieß diese Zeche 'Providence', im Besitz einer belgischen Bergwerksgesellschaft. Zu dieser Gesellschaft gehörte auch die Zeche 'Barillon', die später 'Julia' hieß. Im Jahre 1889 wurde die Zeche von der Harpener Bergbau AG übernommen und in 'Von der Heydt' umgetauft. Zur Jahrhundertwende arbeiteten über 700 Bergleute auf der Schachtanlage. 1928 erfolgte bereits die Stillegung der Zeche.

5. Irn Jahre 1867 ergriff die belgische Bergwerksgesellschaft die Initiative zum Abteufen der Zeche 'Barillon' im Ortsteil Baukau/Holsterhausen, die nach der Übernahme durch die Harpener Bergbau AG im Jahre 1889 'Julia' hieß. Var Beginn des Ersten Weltkriegs (1914) erhielt die Zeche eine Kahleveredlungsanlage. 1962 wurde die Zeche 'Julia' stillgelegt.

6. Im Jahre 1850 wurde auf Bochumer Stadtgebiet der erste Schacht der Zeche 'Constantin der Große' niedergebracht. Vier Jahre später förderte die Belegschaft die erste Kohle. 1858 teufte man westlich der Herner Straße den Schacht 2 ab. Insgesamt hatte die Zeche elf Schächte. Die Schächte 4 und 5 lagen auf dem Herner Stadtgebiet. Unterirdisch waren die Zeehen 'Constantin der Große' und 'Mont-Cenis' durch einen abfallenden Förderberg miteinander verbunden. Am 31 März 1966 schloß der letzte Schacht der Zeche 'Constantin der Große' für immer seine Pforten.

7. Die Grubenfelder der Zeche 'Teutoburgia' gehörten dem Bochumer Verein. Im Jahre 1909 teufte die Gesellschaft den ersten Schacht ab. 1913 erzielte die Zeche die höchste Förderungsleistung mit über 500 000 Jahrestonnen geförderter Steinkohle. Zwölf Jahre später wurde die Zeche in Holthausen und Börnig stillgelegt. Die Tagesanlagen wurden abgebrochen. Heute erinnern das Schachtgerüst und die Maschinenhalle noch an die untergegangene Tradition dieser Schachtanlage .

8. Am 11. März 1912 erschütterten Streiks der Bergarbeiter das Leben im Ruhrgebiet. Ihre zentralen Forderungen waren: 15 Prozent mehr Lohn und der Achtstundentag. Einen Tag zuvor beschloß eine Revierkonferenz in Herne den Arbeitskampf. Diese Streikaktionen wurden getragen von dem 'Dreibund', einer Koalition von ' Altem Bergarbeiterverband' , der Polnischen Berufsvereinigung und dem Gewerkverein HirschDunker. Nur die Christliche Gewerkschaft der Bergarbeiter distanzierte sich von diesem Streik. Der Regierungspräsident erließ für die Polizei den Schießerlaß.

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