Herzberg (Elster) in alten Ansichten

Herzberg (Elster) in alten Ansichten

Auteur
:   Kurt Hartwich
Gemeente
:   Herzberg (Elster)
Provincie
:   Brandenburg
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-5431-4
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Herzberg (Elster) in alten Ansichten'

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39. Die Postkarte zeigt zwei Aufnahmen von den wenigen größeren Betrieben Herzbergs um die Jahrhundertwende. Links die am 15. Oktober 1902 eröffnete Molkerei der Dampfmolkereigenossenschaft, in der nicht nur die Herzberger Landwirtschaftsbetriebe ihre Milch verarbeiten ließen, sondern aueh viele Dörfer aus der Umgebung. Das rechte Bild zeigr die 1881 von den Fabrikanten Gorgaß erbaute Stärkefabrik, in der zuerst Kartoffeln, später auch Mais zu Stärke verarbeitet wurde. Dieser Betrieb wurde am sogenannten Breiten Weg, heute Riëhard-König-Straße , in der Nähe der Falkenberger Straße errichtet und beschäftigte in seiner Blütezeit etwa zwanzig Arbeiter. Kurz nach dem Ersten Weltkrieg, nachdern auch die Besitzer des öfteren gewechselt harten, ging der Betrieb ein. 1935/36 wurden die Gebäude abgerissen und hier 1936/37 eine schöne Jugendherberge erbaut.

40. Nach Gründung der Molkereigenossenschaft 1902 gab es für die Bewohner der Stadt eine Erleichterung, Es wurden Milchwagen. von Pferden gezogen, angeschafft, die durch die Straßen der Stadt fuhren und Milchprodukte wie Milch, Butter und Käse gleich an die Leute verkauften. Das Foto zeigt Herrn Otto Meier aus der Schloßstraße, der noch in den vierziger Iahren dieses Geschäft betrieb,

41. Am 12. Februar 1927 fand das 25jährige Jubiläum der Dampfmolkereigenossenschaft in Herzberg statt. Festlich geschmückte Milchwageu, gezogen von Pferden oder Ochsen aus den Dörfern, nahmen am Umzug um 11 Uhr durch die Straßen der Stadt teil. Auf dem Foto sehen wir den geschmückten Grochwitzer Wagen. In der Mitte den Rittergutsbesitzer von Grochwitz, Freiherr von Palombini, links Herrn Kriebisch, rechts den Kraftwagenfahrer Richter und rechts außen den Gärtner des Gutes, Herrn Wilhelm FelIenberg. Auf dem Wagen, von rechts nach links die Angestellten Frau Anna Liebmann, Anna Lehmann, Else Bauer, Else Kiepisch, daneben ein Lehrjunge und der Schweizer Hoppe sowie Frau Frieda Kiepisch und der Ochsengespannführer Willi Kiepisch.

42. Das Grochwitzer Schloß, etwa 1 Kilometer nördlich der Stadt, ist ein Bau aus dem Jahr 1758 (in diesem Jahr abgebrannt), es ist aber auch möglich, daß das starke Mauerwerk erhalten blieb und somit noch älter ist. Schon in Urkunden von 1474 wird dieses Rittergut erwähnt. Ab 1730 gehörten das Schloß und Gut dem bekarmten sächsischen Grafen Heinrich von Brühl, bis 1761. Von 1817 bis 1940 war es im Besitz der Familie des Freiherrn von Palornbini, Das Foto ist um 1930 aufgenommen. Im März 1992 wurde das Gebäude wiederurn durch einen Brand (Brandstiftung) stark beschädigt.

43. Der Grochwitzer Gasthof 'Zur neuen Welt', später 'Zur grünen Linde', etwa 1 Kilometer nördlich der Stadt an der Straße nach Frauenhorst gelegen, wurde in den achtziger Jahren des vortgen Jahrhunderts erbaut. Der letzte Wirt war Herr Kreuzler , der den Gasthof von 1918 bis 1953 besaß. Danach wurde er an den Konsum verkauft. Abgestempelt wurde diese Postkarte 1904.

44. Schon vor der Jahrhundertwende hatte sich in der Stadt ein Wehrbadeverein gebildet. Dieser bestand hauptsächlich aus Personen, die zum großen Teil gut schwimmen konnten. Denn es war nicht ungefährlich, oberhalb des Wehres in der Schwarzen Elster zu baden. Dieser Verein erbaute sich auf eigene Kosten eine kleine Umkleidekabine zwischen Elster und Mühlenstrom. 1911 wurde die Kabine bei einem starken Sturm fortgerissen und nicht wieder autgebaut. Der Verein löste sich 1913/14 auf, da der Magistrat das Baden oberhalb des Wehres wegen vieler Unfälle verbot.

45. Trotz Verbot des Magistrats und der städtischen Polizeibehörde wurde immer wieder - auch aus Mangel an anderer Gelegenheit - in der Elster gebadet. 1887 errichtete der Gewerbeverein auf eigene Kosten eine sogenannte Flußbadeanstalt in der Elster. Auf an Ketten verankerten schwimmenden Pontons (eiserne Kähne) wurden aus Holz erbaute Umkleidekabinen errichtet und die Aufsicht jedes Jahr an eine Person verpachtet. Um 1900 übergab der Gewerbeverein die Flußbadeanstalt an die Stadt, In den Jahren bis 1926 traten oft mehr oder weniger große Schäden durch Hochwasser ein, die aber immer wieder repariert wurden. Diese Schäden und der jährliche Auf- und Abbau im Frühjahr und Herbst waren vor allem nach dem Ersten Weltkrieg ein Verlustgeschäft für die Stadt. Als bei dem großen Hochwasser 1926 diese Badeanstalt fast vollständig zerstört wurde, verzichtere die Stadt auf den Wiederaufbau.

46. Der städtische Fischmeister Frenzel hatte seinen Anlegeplatz an der Schwarzen Elster in einer Kurve des Stromes unterhalb der Eisenbahnbrücke. Hier lagen seine Kähne, die mit langen Stangen gestakt wurden. Hier waren auch die kleinen und großen Fischkästen im Wasser befestigt, in denen der Fang bis zum Verbrauch gehalten wurde. Auf den Vorflutwiesen wurden die Netze an hohen Stangen zum Trocknen aufgehangen und für den neuen Fang vorbereitet. Die städtische Fischerei war noch bis 1946/47 in Betrieb, dann hörte sie wegen Ungenießbarkeit und Fischmangel auf.

47. Die Schwarze Elster, früher so genannt wegen ihres dunklen aber nicht schmutzigen Wassers, war einer der fischreichsten Gewässer Mitteldeutschlands. Erst als in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts immer mehr Braunkohlentagebaue in ihrer Nähe entstanden, die ihre Abwässer in die Schwarze Elster pumpten, nahm der Fischreichturn ab. Und doch gab es noch immer viele Fischarten, die man hier fangen konnte. Nach 1945 war es dann endgültig vorbei. Alle sechs Jahre wurde der Fischfang im Bereich Herzberg verpachtet, und über mehrere Generationen bekam sie immer die Fischerfamilie Frenzel zugesprochen. Das Foto zeigt den letzten Herzberger Elsterfischer , Herrn Fischmeister Frenzei, bei seiner Tätigkeit urn 1928.

48. Im Jahre 1927 wurden in der Bcvölkerung der Stadt die Stimmen immer lauter, die wieder eine Badegelegenheit wünschten. Die alte Flußbadeanstalt war bei einem Elsterhochwasser fortgespült und nicht wieder aufgebaut worden. Dem Bürgermeister SoureIl war es zu verdanken, daß trotz der schweren Zeit 1927/28 Herzberg wieder ein Freibad erhielt. Auf den ehemaligen Katzenstegwiesen wurde dieses Bad in schöner Umgebung errichtet. Es hatte ein Nichtschwirnmer- und ein Schwimmerbecken und sogar Sprungtürme biszu 3 Meter. Nach 1945 wurde das Bad wegen schlechter Wasserqualität geschlossen.

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