Heuchelheim in alten Ansichten

Heuchelheim in alten Ansichten

Auteur
:   Adolf Eiff
Gemeente
:   Heuchelheim
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1713-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Heuchelheim in alten Ansichten'

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9. Noch scheint leichter Rauch aus den Ruinen des 1912 abgebrannten Windhofs Nummer 2 aufzusteigen, da ist auch schon ein Fotograf zur Stelle, um das Ereignis festzuhalten. Stolz stellen sich die Feuerwehrleute, umrahmt von der teilnehmenden Bevölkerung, zu diesem Gruppenbild auf. Die Feuerwehren des 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts hatten sehr unter dem Spott der Bevölkerung zu leiden. Meist wird ihnen Unfähigkeit beim Löschen des Feuers nachgesagt, dafür um so größere Meisterschaft bei der Löschung des 'Brandes' (Durstes) danach. Der zweite Teil der Löschaktion spielt auch in den Erzählungen vom Windhof-Brand, die man heute noch hören kann, eine dominierende Rolle.

Soldatengenesungsheim Windhof-Giessen

10. Aus den Geldern, die die Versicherung nach dem Brand zahlte, wurde der Windhof Nummer 3 finanziert. An ihn, der zwei Weltkriege überlebte, erinnern sich die älteren Einwohner Heuchelheims, Als Gasthaus ist er kaum genutzt worden: 1914, zu Beginn des Ersten Weltkriegs, internierte man zunächst russische Zivilpersonen. 1915 bis 1917 diente er als Lazarett. Die Ansicht des 'Soldatengenesungsheims' stammt aus dieser Zeit (1915). Das Pflegepersonal für die verwundeten Soldaten bestand zum großen Teil aus Heuchelheimer Helferinnen. Dieses Gebäude mußte nun leider verschwinden, damit die expandierende Firma Schunk und Ebe 1957 mit dem Bau ihres neuen Verwaltungsgebäudes beginnen konrite.

Restaurant" Heuchelheimer Mühichen" bei Gießen. Beliebter Ausflugsort.

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11. Eine Gaststätte, die weit über die Grenzen Heuchelheims einen guten Klang hatte, war das 'Heuchelheimer Mühlchen', 1n einer Beschreibung von 1853 heißt es sicherlich leicht übertrieben: .,. wir gehen dem das Dor] durchfließenden Bieberbach entlang aufwärts nach der weltbekannten Heuchelheimer Mühle .. , der freundliche Ort und die gefälligen wirthsteute ziehen im Sommer gar manche Gäste an (die Frau Mandier bäckt auch gute Pfannkuchen}, Vom Aussehen des Mühlchens zum Beginn des 19. Jahrhunderts kann man sich unter anderem im Ledermuseum Offenbach einen Eindruck verschaffen. Seine Abbildung diente als Handarbeitsvorlage für eine Straminstickerei (Pos. 1.51.04). Die hier reproduzierte Ansicht zeigt den Zustand des Gartenrestaurants um 1912.

12. Wenig bekannt und bis jetzt nicht veröffentlicht ist diese Innenansicht des Mühlchens von 1817, ein Mensurraum der Gießener Studenten. Bei der rechts abgebildeten Person könnte es sich um den bekarmten Sozia1revolutionär und Märtyrer F.L. Weidig handeln, der bei der Gründung der Gießener studentischen Burschenschaft 'Germania' mitwirkte und sich nach 1815 in Gießen um die Erneuerung des studentischen Lebens bemühte, Wegen seiner Mitarbeit am 'Hessischen Landboten' ('Friede den Hütten, Krieg den Palästen') wurde er 1835 verhaftet. Nach zweijähriger qualvoller Untersuchungshaft starb er, körperlich und geistig gebrochen, am 23. Februar 1837 im Gefängnis.

13. Die Gegenseite des den Besuchern bekarmten gemütlichen und behaglichen Teils der Mühlengaststätte zeigt diese Aufnahme: die Einfahrt zum Mühlenhof. An einen Mühlenbetrieb erinnert allerdings nur der gefûllte Sack im Vordergrund. Sein Aussehen verdankt das abgebildete Anwesen der Witwe Bingel, die in den dreißiger Jahren des vorigen Jahrhunderts Wohnhaus, Scheune, Hof und Bachrinne herstellen ließ. Ursache ihres langsam wachsenden Wohlstandes war aber nicht das Mahlwerk, sondern nach einer Urkunde im Staatsarchiv Darmstadt 'die anderen darin betrieben werdenden Geschäfte'. Neue Umbauten erfolgten 1897 (Mühlengebäude und Wohnhaus), sodaß das Foto vor 1897 datiert werden kann.

Restauration "Heuchelheimer Mühlchen" Beliebter Ausflugsort bei Giessen

14. Lag die Bewirtschaftung der Mühlchen-Gaststätte früher immer auch in den Händen der Familie des Müllers, so änderte sich das ab 1892 mit der Übernahme der Mühle durch H. Christ, Er und seine Nachkommen verpachteten die Gastwirtschaft und beschränkten sich auf den Mühlenbetrieb. Für den guten Ruf der Restauration Heuchelheimer Mühlchen sorgte ab 1912 J. Höxtermann, hier postiert am Zugang zur Gastwirtschaft. Ein Klassenausflug von Mädchen der Gießener Alice-Schule zum Mühlchen war Anlaß für die Absendung dieser Postkarte (1914). Die Alice-Schule bildete damals Mädchen in häuslichen Arbeiten aus,

15. Einen wenig einladenden Anblick für Gäste bietet diese Ansicht des Mühlen-Anwesens. Beherrschend sind Mühlengebäude, Wohnhaus und Nebenbau; von der anheimelnden Gaststätte ist so gut wie nichts zu sehen. So dürfte das Aussehen des Mühlchens ab 1898 gewesen sein, nachdem der größte Teil neu errichtet worden war. Der hohe Schornstein wurde notwendig, als das Wasser für den Antrieb des Mahlwerks nicht mehr ausreichte und eine Dampfmaschine angeschafft werden mußte. 1924 trat an die Stelle des Mühlrads eine Wasserturbine, als Zusatzaggregat ein Elektromotor. Seit 1957 wird kein Mehl mehr gemahlen; auch die Gaststätte wird zur Zeit nicht bewirtschaftet. Bei so viel Tradition eigentlich schade.

16. Vor 1866 gab es im Ortsbereich von Heuchelheim drei Gasthäuser. Das älteste ist die hier abgebildete 'Krone' in der Brauhausstraße, nach einer Aufnahme von 1894. Bis heute hat das Gebäude sein Aussehen nur wenig verandert, während die beiden Häuser rechts der 'Sanierung' des Ortskerns zum Opfer fielen. Bier wird seit 1920 in der 'Krone' nicht mehr ausgeschenkt, Zum ersten Mal erwähnt wird die 'Cron' 1759 während des Siebenjährigen Krieges, als sich die Braunschweigischen Jäger 26 Maß Branntwein genehmigten und die Zeche schuldig blieben. Von diesem Anwesen stammt auch der einzige noch erhaltene Feierabendziegel Heuchelheims, eine einfache figürliche Reiterdarstellung aus gebranntem Ton ('Dachreiterchen').

17. Im Hof der Krone hat sich 1894 die Familie des Besitzers Ludwig Kröck VII. (Bliek nach oben) zu diesem Gruppenfoto zusammengefunden. Sein Schwiegersohn (mit Schnurrbart), Lehrer in Frankfurt, weilte mit Frau und den drei Kindern hier zu Besuch und hatte den Rektor Schroth als Fotografen mitgebracht. Alle, die zum weiteren Kreis der Familie zählten, durften sich in Positur bringen: die beide Mägde (mit Sichel) gewisserrnaßen als Rahmen, die vornehm gekleidete Ausschankdame, sitzend (mit Branntweinflasche) sowie die beiden Knechte. Der wohlgenährte Knabe auf dem Schoße seiner Mutter wurde am 14. April 1945 Oberbürgermeister von Gießen: Dr. Karl Dönges,

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18. 'Im Schwane', dem zweitältesten Gasthaus Heuchelheims, werden heute noch genau so gerne 'Schoppe getrunke' wie zur Zeit der Aufnahme (1898). Die Vorderfront des Hauses macht allerdings nicht mehr diesen gemütlichen Eindruck: Gärtchen, Rebstock und Wasserpumpe (links) sucht man vergeblich. Gott sei Dank ist aber noch das alte Hoftor mit den geschnitzten Blumen-Zierbändern und der Inschrift über der Eingangstür vorhanden: 1824 den 26. Mai ist dieses Thorhaus erbauet worden von Jakob Kreiling und seiner Ehefrau Elisa Markreda. Werckmeister war Peter Kern van Naunheim. Johann Jakob Kreiling war von 1817 bis 1822 Schultheiß und starb 1825.

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