Heuchelheim in alten Ansichten

Heuchelheim in alten Ansichten

Auteur
:   Adolf Eiff
Gemeente
:   Heuchelheim
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1713-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Heuchelheim in alten Ansichten'

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19. Auf eine etwa 150jährige Tradition blickt das Gasthaus 'Zum Ritter' am Falltor (Gießener Straße) zurück. In diesem drittältesten Wirtshaus Heuchelheims war im 19. Jahrhundert eine konzessionierte Branntweinbrennerei eingerichtet, in der vorzugsweise aus Kartoffeln das begehrte Getränk hergestellt wurde. Was für den eigenen Ausschank nicht benötigt wurde, wurde an andere Gastwirtschaften verkauft. Diese Vergangenheit läßt das heute modernisierte Gebäude mit seiner veränderten Außenansicht (Fenster, Eingang) kaum noch erahnen. Das Bauernhaus rechts ist inzwischen ganz verschwunden und hat einer Apotheke Platz gemacht. Erhöhter Bürgersteig und Kopfsteinpflaster der Straße stammen aus dem Jahre 1933. (Aufnahme etwa 1938.)

Rejtauration "Sur Cuöwlqsburg" von F-onrab Stumpf f.icud)cll)cim

20. Seit 1866 sind viele neue Gasthäuser eröffnet worden, die nach kürzerer oder längerer Zeit ihre Tore für den Publikumsverkehr wieder schließen mußten. Hierzu gehört auch die 'Restauration zur Ludwigsburg' in der Bahnstraße, Ecke Ludwigstraße, Die Gleise der Biebertalbahn führten direkt hier vorbei und sind hinter dem Lattenzaun gerade noch zu erkennen. Sehr typisch an diesen Zäunen waren die Schlupflöcher: sie zuzunageln hatte wenig Sinn, denn für ihre gewohnten Schleichwege hätten sich die Kinder schnell eine neue Lücke zu verschaffen gewußt. Während die Personen im Hintergrund städtisch gekleidet sind, tragen die Mädchen im Vordergrund noch ihre bäuerliche Sonntagstracht. Die Ansichtskarte wurde am 26. Februar 1913 geschrieben.

Heuchelheim

21. Wer es nicht weiß, vermutet in dem Haus des Uhrrnacher- und Optikermeisters Volkmann in der Gießener Straße keine ehemalige Gastwirtschaft. Sie besaß einst den größten Saal, der für Veranstaltungen zur Verfügung stand. Das mittlere Bild zeigt die Wirtschaft, wie sie bis in die Mitte der zwanziger Jahre existierte. Noch vorhandene Haken zur Befestigung eines Reeks weisen darauf hin, daß ehemals die Aktiven der 'Freien Turnerschaft Heuchelheim' hier ihre Übungsstunden abhielten. Auch für die Proben des Arbeitergesangvereins wurden die Räume benutzt. Bei genauerem Betrachten der Aufnahmen fällt auf, daß sowohl eine Petroleurnlampe für die Straßenbeleuchtung (an der Gaststätte), als auch ein Leitungsmast für die elektrische Stromversorgung (ab 1910, oberes Bild) vorhanden ist.

Restauration Abendstern bei

?

22. Im gleichen Jahr als die Heuchelheimer Gemeindevertretung den Bau einer Kalkfabrik auf dem Hegum an der Straße nach Rodheim genehmigte (1888), wurde auch der Grundstein für die 'Restauration Abendstern' auf der gegenüberliegenden Straßenseite gelegt. Nach schwerer Tagesarbeit konnten sich hier die Arbeiter mit einem Gläschen 'Branntwein' für den Heimweg stärken. Außerdem lag der Bahnhof Abendstern, eine Haltestelle der damals strategisch wichtigen 'Kanonenbahn' Wetzlar-Lollar gleich nebenan. Als Ausflugslokal ist die Gastwirtschaft sicherlich häufig besucht worden; so auch am 12. April 1910 von den neun Unterzeichnern der Ansichtskarte. Heute denkt der Heuchelheimer Nachwuchs beim Stichwort 'Abendstern' an das einmaljährlich in der Gaststätte veranstaltete KinderFaschingsvergnügen.

23. Den Namen 'Abendstern' führte der Gründer der dortigen Kalkfabrik, August Gabriel, ein, 1905 stellte er seine Kalkbrennerei auf die Erzeugung von Backsteinen und Ziegeln urn und nannte den Betrieb 'Tonwerke Abendstern', Das geeignete Material fand er ganz in der Nähe, Noch 1961 zu den modernsten Ziegeleien zählend, stellte das Werk 1968 seine Produktion ein. Einige Aufregung erzeugte 1970 der Plan, auf dem Gelände Industriemüll zu deponieren. Durch einen Gerichtsbeschluß konnte die Gefahr der Bodenverseuchung abgewendet werden. Seit März 1973 stellt die Firma R. Schneider in neu erbauten Betriebsanlagen hier Kalksandsteine her. Die ausgebeutete 'Lahme-Kaut' ist inzwischen durch Hausmüll wieder aufgefüllt und eingeebnet (1977).

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Restauration - Abendstern von Gustav Ouill

Tonwerke - Abendstern

24. Daß Heuchelheim lange Zeit als ein reiches Dorf galt, dürfte zum großen Teil ein Verdienst der seit 1895 hier ansässigen Zigarrenfabrik R & C sein. Das Einzugsgebiet der Mitarbeiter ging und geht weit über Heuchelheim hinaus. Produktionsstätten, ehemals auch in Thüringen beheimatet, haben sich bis nach Westfalen ausgebreitet und sorgen für den guten Ruf des einst umsatzgrößten Zigarrenherstellers Deutschlands. Der abgebildete Verwaltungsbau existierte in dieser Form seit 1917. Bauliche Veränderungen, 1933 vorgenommen, bestanden bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Zerstörung durch Fliegerbomben machten einen Neubau nach 1945 erforderlich.

25. Noch aus der Zeit vor der Jahrhundertwende stammt dieses Foto von der Brauhausstraße. Direkt hinter der Aufnahmestelle stand das Brauhaus, das von der Gemeinde unterhalten wurde und in dem jeder sein Bier brauen durfte, Bis in die Mitte der neunziger Jahre gab es im gesamten Ortsbereich keine Brücke über den Bieberbach. Die Fuhrwerke mußten das flache Bachbett durchqueren, wenn sie auf die andere Seite wollten. Für die Fußgänger waren einzelne Stege vorhanden, die häufig bei Hochwasser weggeschwemmt wurden, Der rechte Fachwerkbau ist das einzige Wohnhaus, das den großen Brand von 1646 überstanden hat und heute noch steht, An den Eckständern und Rahmhölzern sind die Schnitzverzierungen (Schuppenbänder) noch gut erhalten.

26. Das 'Koi-Gespann' (Küh-Gespann) kommt die 'Maadgass' (Marktstraße) hochgefahren, vorbei am Fotografen, der sich 1894 'Am Haag' postiert hatte, um diese Aufnahme zu machen. Dies ist unseres Wissens das einzige Bild, auf dem das alte Spritzenhäuschen am Ende der Marktstraße (gegenüber der 'Krone') zu sehen ist, In einer Schilderung des großen Brandes von 1866 heißt es: Als der alte Kronenwirt den Ausbruch des Feuers bemerkte, ist er sofort quer durch den Bieberbach nach dem auf der anderen Seite befindlichen Spritzenhaus gesprungen und hat mit Hilfe anderer Herbeigeeilter dasselbe gewaltsam geöffnet, die Spritze heraus- und an den Bachrand geschafft; Leider konnte die Brandkatastrophe dadurch nicht verhindert werden.

27. Vom Haag aus können wir hier einen Bliek auf die Kirche tun, wie er sich im Jahr 1894 dargeboten hat. Am Beginn der 'Saugass' (offiziell 'Kirchstraße' genannt), auf der baumbestandenen Verkehrsinsel, betätigt gerade ein Anwohner den Schwengel der Wasserpumpe. Ein Wegweiser in Richtung Atzbach und eine Petroleum-Straßenlaterne sind ebenfalls zu erkennen. In der Umfassungsmauer des Kirchhofs ist eine aus Kalkstein gehauene weibliche Figur mit verwendet worden (helle Stelle). Wahrscheinlich handelt es sich um den Rest eines barocken Grabsteins mit einer reliefartigen Frauendarstellung in ovalem Feld.

28. Die ersten warmen Märztage im Frühjahr 1929 nutzte der Fotograf zu dieser Aufnahme in der Bachstraße. Die letzten Spuren des Schnees sind noch sichtbar. 'Onnergässer' Anwohner haben sich vor dem Backhaus postiert, teilweise sitzen sie auf herbeigeholten Schemeln. Auf der linken Straßenseite sind die einst für Heuchelheim typisohen zweizonigen fränkischen Wohnhäuser zu sehen, deren Fachwerk unter dem Putz versteekt ist. Die kleine Wohnfläche war umgekehrt proportional der großen Kinderzahl Noch im gleichen Jahr wurde der Bachlauf an dieser Stelle reguliert und oberhalb der Schleuse eingefaßt. Die Belästigung der Bewohner des Unterdorfes durch das häufige Hochwasser sollte dadurch reduziert werden.

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