Heuchelheim in alten Ansichten

Heuchelheim in alten Ansichten

Auteur
:   Adolf Eiff
Gemeente
:   Heuchelheim
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1713-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Heuchelheim in alten Ansichten'

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29. Zur Zeit dieser Aufnahme hieß die Jahnstraße noch Gartenstraße. Der Zusarnmenschluß von Heuchelheim und Kinzenbach (1967) machte die Umbenennung einer Gartenstraße notwendig. An dem Gaststättenschild erkermbar ist die ehemals von den Honoratioren sehr geschätzte Gastwirtschaft Pfaff. Pfaffs Kegelbahn im Garten des Anwesens wurde häufig frequentiert. Für die Bedürfnisse der Haushalte war eine Körnerquetsche angeschafft worden, mit deren Hilfe 'Gretzmeal' (Gerstengrütze) oder eine Art Haferfloeken geschrotet werden konnte, Eine Granate traf das Haus 1945 beim Einmarsch der Amerikaner, richtete aber nur leichten Schaden an. Die inzwischen abgerissene 'rote Schule' ist drei Häuser weiter zu sehen,

30. Bei der Betrachtung alter Ortspläne fällt auf, wie der Bachlauf von Wohnhäusern dichtgedrängt umstanden wird. Dazwischen führen kleine Durchgänge beziehungsweise enge Sackgäßchen zu etwas zurückliegenden Wohngebäuden, die keinen Platz mehr direkt am Wasserlauf gefunden hatten. Die übliche Bezeichnung dieser Wohnlage war und ist zum Teil auch heute noch 'Im Eek', 'Freitags Eck' (später auch 'Beplisch Eck' genannt) hatte den breitesten Zugang zum Bieberbach. Rechts vorne das Wohngebäude des Muschenhofes, der einst im Besitz der Landgrafen von Hessen war. Seine erste Erwähnung stammt aus dem Jahre 1520. (Aufnahme etwa 1938.)

31. Für die freiwillige Feuerwehr ist dieses Foto von besonderem Erinnerungswert. So sah ihr Gerätehaus 1938 aus, als die Zu- und Abfahrt noch durch den Muschenhof erfolgte. Der Schlauchturm wurde während eines Fliegerangriffs von einer Bombe getroffen und kippte zum Nachbargrundstück hin urn, Inzwischen ist auch das Wohngebäude des Muschenhofes (links) verschwunden. Die Feuerwehr besitzt an dieser Stelle jetzt ein modernes Gerätehaus mit Arbeitsräumen. Der neueste Erweiterungsbau konnte am 16. Oktober 1977 übergeben werden. Für ihre Bereitschaft, selbstlos und ehrenamtlich dem allgemeinen Wohl zu dienen, soll den Mitgliedern der freiwilligen Feuerwehr auch an dieser Stelle gedankt werden.

32. Den Bedürfnissen der Haushalte wurde in der Kirchstraße seit etwa 1907 durch die Kolonial- und Gemischtwarenhandlung Stork abgeholfen. Der rechte Anbau mit dem schmalen Lädchen stammt aus dem 19. Jahrhundert. Die Steintreppe zum Eingang ist auf der rechten Traufseite gerade noch sichtbar, 'Storks' bauten in den dreißiger Jahren urn: der Laden wurde auf die linke Seite verlegt und war nun durch den Hof zugängig.Mit dem Aufkommen der Einkaufsgenossenschaften und der Großmärkte wurde das Geschäft unrentabel; seit 1961 dient das Gebäude reinen Wohnzwecken.

33. 'Alt-Heuchelheimer Badeleben' betitelte Apotheker L Dönges diese Aufnahme aus der Bachstraße und reimte unter dem Pseudonym Hieronyrnus Caesar 1969 dazu: Heute ist es längst Legende, daß bis zur Jahrhundertwende Schafe in die Bieber stiegen, um dem Baden zu obliegen. Im Gewirr von Hammelbeinen tummelten sich auch die Kleinen, die nun, siebzig Jahre später, so sie leben, Urgroßväter. War das eine feine Sache in dem angestauten Bache! Alle trieben ihre Possen, die den Badespaß genossen; Zwecks Genuß von Badefreuden mußte man kein Geld vergeuden, ganz im Gegenteil von denen, die sich jetzt nacn solchen sehnen. ..

34. Nicht nur der nahe Flußlauf der Lahn war bis vor zwei Jahrzehnten Ursache für die Überschwemmungen im Ortsbereich (das letzte große Hochwasser war am 11. Februar 1947). Auch starke Regenfälle konnten bis 1926 (Tieferlegung des Bachbettes im Bereich der Brauhausstraße) die Bieber an dieser Stelle über ihre flachen Ufer treten lassen und so zur Belästigung der Anwohner führen, Für die Kinder sicher ein erinnernswertes Erlebnis, wenn sie mit Stelzen auf der überschwemmten Straße laufen konnten. Nicht so harmlos sah es nach einem Wolkenbruch am 2. Juni 1853 hier aus, In den Aufzeichnungen eines 1828 geborenen Heuchelheimers heißt es: ... Da kamen mehrere Kühe geschwommen; die hätte ich an den Hornern konnen halten im Fenster ...

35. Auf ihre alte Kirche können die Heuchelheimer besonders stolz sein. Schon vor der Reformation muß der Kirchturm einen beherrschenden Eindruck gemacht haben: 'Hochelem am Hochturn' heißt es in einer Urkunde aus dieser Zeit, Damals war Heuchelheim Hauptort der umliegenden Ortschaften. Die hiesigen Pfarrer mußten in den Kapellen zu Kinzenbach, Klein-Linden, Allendorf, Atzbach und Launsbach die Messe lesen. Grundriß und Aufbau der Kirche zeigen drei Hauptteile: Turm (13. Jahrhundert), Chor (14. Jahrhundert) und Schiff. Das Kirchenschiff, das sich nicht organisch an den Turm anschließt, ist der jüngste Teil und besaß schon einen älteren Vorgänger an gleicher Stelle. Das alte tiefsitzende Ziffernblatt der Uhr wurde 1928 ersetzt.

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36. Im Mittelpunkt des heimisehen Kunstinteresses stand die Kirche (1925-1926): das ziemlich verwahrloste Innere sollte renoviert und eine neue Orgel eingebaut werden. Unter dem Putz wurden alte Malereien entdeckt, für deren Restaurierung sich Professor Rauch von der Landesuniversität Gießen und Professor Walbe von der TH Darmstadt einsetzten, Mit der künstlerischen Ausführung betraute man den Maler H. Velte aus Niederramstadt. Die Aufnahme stammt von 1926, nachdem die alte Orgel aus dem Chor entfernt und die neue (im Gehäuse des 18. Jahrhunderts) im Schiff eingebaut worden war. Schiff und Chor verbindet der Turmraum (Vordergrund), in dem Kirchenvorstand (rechts) und Konfirmanden (auf den drei Holzbänken) zu sitzen pflegten.

37. Bei den Instandsetzungsarbeiten fand man 1925 im Turmraum der Kirche ein wertvolles Wandgemälde, ein figurenrelehes Bild der Kreuzigung. 4,10 Meter breit und 3,50 Meter hoch, füllt es das ganze spitzbogige Wandfeld aus, Seine Entstehung glaubt man nach vergleichenden Analysen in den Beginn des 15. Jahrhunderts verlegen zu können, Der Erhaltungszustand war auffallend gut; die einzigen Beschädigungen stammten etwa von 1905, als man in der Wand eiserne Stützen für einen Altarschrein angebracht hatte. Neben Christus die Schächer mit gebroehenen und verrenkten Gliedern an ihren Kreuzen; die Seele des rechten ist bereits vom Teufel geholt, die des linken wird gerade von einem Engel aufgenommen.

38. So sah sie aus, die 'Bieberlies' (Blumenpflücken während der Fahrt verboten!). Ihr Gebimrnel, mit dem sie vor den unbeschrankten Bahnübergängen auf sich aufmerksam zu machen pflegte, klingt heute noch manchen älteren Einwohnern in den Ohren. Oft sprang sie aus den Schienen und mußte mit viel Mühe und gutem Zureden wieder auf den rechten Weg gebracht werden. Daß sie mit zunehmendem Individualverkehr auf den Straßen, die sie oft überqueren mußte, zum Verkehrshindernis wurde, ist leicht einzusehen. Zum letzten Mal diente sie am zweiten Osterfeiertag 1952 der Personenbeförderung von Gießen bis Bieber: mit einer Sonntags-Rückfahrkarte nutzten noch einmal viele Heuchelheimer die Gelegenheit, um alten Erinnerungen nachzuhängen.

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