Heuchelheim in alten Ansichten

Heuchelheim in alten Ansichten

Auteur
:   Adolf Eiff
Gemeente
:   Heuchelheim
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1713-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Heuchelheim in alten Ansichten'

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39. Drei Kilometer hatte das Bieberlieschen zu fahren, um von seinem Ausgangsbahnhof in Gießen (am Neustädter Tor) zum Bahnhof Heuchelheim zu gelangen. (Aufnahme aus den dreißiger Jahren.) Einen Kilometer weiter war es jeweils zu den nächsten Haltestellen 'Windhof' und 'Abendstern'. Das Aussehen des Bahnhöfchens hatte sich seit seinem Bau 1898 kaum verändert. Ausgedient hatte das Gebäude, nachdem 1952 die Personenbeförderung auf dieser Strecke endgültig eingestellt worden war. Statt der Gleise und des Bahnhofs sieht man heute an der Ecke Gießener Straße und Bahnstraße eine kleine, umweltfreundliche Grünanlage,

40. Ideal als Beförderungsmittel für Schulausflüge war die Kleinbahn Gießen-Bieber. Sie brachte die Heuchelheimer Schüler bequem zu dem bevorzugten Ausflugsgebiet am Fuße des Dünsbergs, wiè hier bei einem Klassenausflug im Sommer 1926 (Abfahrt vom Bahnhof Heuchelheim aus). Aber die Personenbeförderung alleine wäre für den privaten Kleinbahnbetrieb nicht rentabel gewesen. Hinzu kam der Erztransport von den Eisenerzgruben um Bieber nach dem 'Abendstern', Mit der Stillegung dieser Zeehen fiel auch der letzte Grund für das Weiterbestehen der Bahn weg. Die Heuchelheimer Erinnerungsstücke an die 54 Jahre Bieberlies sind leider nur einige Fotos und Fahrkarten.

41. Die Kanalisierungsarbeiten in der Ludwig-Rinn-Straße erfolgten 1931-1932. Froh, einen Arbeitsplatz gefunden zu haben, unterzog sich mancher bisher Arbeitslose der ungewohnten Arbeit mit Pickel und SchaufeL Bis fünf Meter tief wurde gegraben. Bei zunehmender Tiefe mußte verschalt werden (siehe links vorne), um die Arbeiter durch nachrutschendes Erdreich nicht zu gefährden. Drei Mann mußten sich die Erde zuschaufeln, um sie von ganz unten in die Loren zu bekommen. Die bereitstehenden Betonröhren (Durchmesser 120 Zentimeter) verlegte man mit einem selbst konstruierten Verlegebock.

42. Anfang 1932 gab es über sechs Millionen Arbeitslose in Deutschland. Die Gemeinde Heuchelheim bemühte sich, durch Notstandsarbeiten Beschäftigungsplätze zu schaffen. Die versumpften LahnMäander boten sich hierzu an. In den 'Altenrothslachen' südlich der Lahn, wo heute Baggerseen das Landschaftsbild wieder verändert haben, wurden Teile des alten Lahnbetts verschleift und für die Gemeinde etwa sechs Morgen Wiesengelände gewonnen. Die Aufnahme von 1932 läßt links einen verlandeten Seitenarm der Lahn erkennen und zeigt im Hintergrund das Allendorfer Wäldchen.

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43. Die alte Schule am Haag (erbaut 1850, abgerissen 1967) hatte im ersten Stock zwei Schulräume und im Erdgeschoß eine Lehrerwohnung, die zur Zeit der Aufnahme (dreißiger Jahre) vom Lehrer und Heimatforscher Dr. Reidt bewohnt wurde. Seine Ortschronik von Heuchelheim ist wegweisend gewesen für Heimatbücher ähnlicher Art. Für seine Arbeiten auf dem Gebiet der Genealogie und Ortsgeschichte werden ihm noch Generationen dankbar sein. Er hat sich hier neben seinem Fahrrad, einem bei uns heute noch üblichen umweltfreundlichen Verkehrsmittel, postiert.

44. Obwohl seit 1894 ein Rathaus vorhanden war, wurden seine Räume zunächst als Backhaus, Spritzenhaus, Lehrerwohnung und Schule benutzt. Zweckentsprechend war darin nur die Gemeindekasse untergebracht. Bürgermeister Georg Kreiling führte die Dienstgeschäfte von 1901 bis 1931 in seinem 1900 erbauten Haus in der Wilhelmstraße. Wartezimmer, Büro und Sitzungszimmer hatte er im Parterre eingerichtet, der übrige Teil diente seiner siebenköpfjgen Familie als Wohnung. G. Kreiling war der erste hauptamtliche Bürgermeister Heuchelheims. (Aufnahme etwa 1909.)

45. Unsere Wegwerfgesellschaft hätte beinahe den Beruf des gewichtigen Handwerkers Heinrich Bepler in der Gießener Straße überflüssig gemacht: den des Schuhmachers. Meist wurde er im Herbst in die Haushalte bestellt, um den größer gewordenen Kindern neue Schuhe anzumessen. Die gab es dann als Weihnachtsgeschenk. Den Kindern, die ihre Schuhe schmutzig zur Reparatur brachten, lehrte er Reinlichkeit: 'beis Bittche' kommandierte der Schwerhörige lautstark und ließ den Dreck am Bottich bei der Hofpumpe entfernen. Aus dem linken Parterrefenster soll er die nicht gesäuberten Schuhe besonders hartnäckigen Buben auch nachgeworfen haben. (Foto aus den zwanziger Jahren.)

46. In der Gartenstraße, jetzt Jahnstraße, hatte Daniel Weller nach seinem Amerika-Aufenthalt einen Gam- und Strumpfwarenladen eröffnet. Er hatte aus der neuen Welt auch Tomatenkerne mitgebracht, aus denen an der Rodheimer Straße die ersten Tomaten in Heuchelheim erwuchsen. Sie wurden sehr bestaunt und von den Einwohnern 'Paradiesäpfel' genannt. Das abgebildete Haus (aufgenommen etwa 1908) verkaufte er an den Sattlermeister Karl Römer (Mitte hinten), dessen Nachkommen hier heute noch ihre geschäftlichen Aktivitäten entfalten (Raumausstattung Gast).

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47. Vom Falltor (Gießener Straße) aus stieß man bis 1933 auf dieses Anwesen am Kreuz. Es gehörte 'Fescher-Hannesse', deren Dorfname sich von dem passionierten Angler Johannes Nesseldreher 1. (1810 bis 1891) herleitet. In diesem Gebäude hatte Johannes Nesseldreher Il. den ersten Metzgerladen in Heuchelheim eingerichtet. Er verkaufte die Lendenstücke genau so billig wie das Kochfleisch. In einem Bericht über die Überschwemmung von 1853 heißt es zu diesem Haus: Die Mauer war schon ausgehölt, wenn noch ein Holz wider gerannt war, dann drohte es dem Einsturz ... Die Frau Nessetdreher war schon im 2. Stock in der Stub, da stand der Webstuhl noch mit Garn und Tuch, da ging das Wasser an den Tuchbaum: (Aufnahme um 1910.)

48. In der Bachstraße 9 stand dieses inzwischen abgerissene Haus (Aufnahme etwa 1915). In einem Fenster ist noch die alte Petroleumlampe zu sehen, obwohl die Elektrifizierung des Ortes bereits 1910 begann. Ein Taubenschlag im Giebeldreieck und Rebstöcke am Haus waren üblich, ebenso der links gerade noch sichtbare 'Keeskorb', Hierin wurde der selbstgemachte, duftende Handkäse zum Reifen ausgelegt und mit engmaschigem Draht vor Insekten geschützt. Ganz vorne sieht man das abgepflasterte Ufer des Bieberbachs, in dem an dieser Stelle damals Forellen gefangen werden konnten. Die männlichen Anwohner scheuten sich auch nicht, sich im Bach zu waschen.

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