Heuchelheim in alten Ansichten

Heuchelheim in alten Ansichten

Auteur
:   Adolf Eiff
Gemeente
:   Heuchelheim
Provincie
:   Hessen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1713-5
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Heuchelheim in alten Ansichten'

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49. Die Effizienz der dörflichen Feuerwehren war in früheren Zeiten häufig Zielscheibe bissigen Spottes. Das bekannteste Beispiel unserer Gegend ist die 'Ale Bousicher Feuerwiehr', die sich in Rödgen blamierte und dort auch noch ihre Spritze vergaïs. Ob diese Geschichten maïslos übertrieben sind oder ob sich die Beteiligten selbst auf den Arm nehmen: man stand doch mehr oder weniger hilflos einem einmal entfachten Brand gegenüber, Heute darf der Ausbildungsstand der hiesigen freiwilligen Feuerwehr als beispielhaft gelten. Der alte Pumpenwagen, allgemein 'die Kelter' genannt, ist in der Ernststraße aufgenommen worden. Anlaß war wahrscheinlich das Feuerwehrfest 1928.

50. Das Vereinslokal des Gesangvereins 'Germania' war seit seiner Gründung 1873 das 'Treppche'. Im Hof dieser Gastwirtschaft haben sich im Jahre 1898 die Teilnehmer am 25jährigen Stiftungsfest aufgestellt, um auf die Platte des Fotografen zu kommen. Von den abgebildeten Personen konnte bisher niemand identifiziert werden. Der Verein hatte damals 115 Mitglieder. Schlendrian war verpöhnt: unentschuldigtes Fehlen oder Zuspätkommen zu den Singstunden wurden zeitweise mit Geldstrafen geahndet. Eine Besonderheit in der heutigen Vereinsaktivität sind die Beziehungen, die die Mitglieder mit den anderen fünf Orten in der Bundesrepublik mit dem Namen Heuchelheim pflegen.

51. Der älteste noch bestehende Gesangverein ist die "I'eutonia', 1885 gegründet, hält sie noch heute 'Im Schwane' ihre Singstunden ab. Unterhaltungsabende zu veranstalten war zur Zeit der Aufnahme (Abendunterhaltung des Gesangvereins 'Teutonia' auf dem Windhof am 3. Februar 1906) bei vielen Heuchelheimer Vereinen üblich. Die Pflege der Geselligkeit war damals wie heute ein Bedürfnis, das die Vereine bei Theateraufführungen, Weihnachtsfeiern und Ausflügen befriedigten. Lapidar drückt dies das Schreiben eines jungen Heuchelheimers von 1907 aus: Ist eigentlich Samstag, 9. 11. etwas zuhause los, sodaß ich kommen könnte?

52. Zwei Pferde vom Sägewerk Abendstern ziehen den Festwagen des Arbeiter-Gesangvereins durch die Ernststraße. Anlaß für den Umzug durch die Straßen des Orts ist das 30jährige Bestehen des Vereins (1930). 'Ob Schaufeloder Feder, Arbeiter ist jeder', lautet der auf dem Fuhrwerk mitgeführte Werbespruch. Noch sind die Häuser zu Ehren des Vereins beflaggt; drei Jahre später ist der Verein verboten. Erst als das 'lOOOjährige Reich' in Trümmern gesunken war, konnte sich 1946 der Verein neu etablieren und vereinigt mit dem 'Liederkranz' unter dem Namen 'Arbeitergesangverein Liederkranz' wieder auftreten.

53. Sportliche körperliche Betätigung war seit 1888 im Turnverein Heuchelheim möglich, Geturnt wurde in 'Woanisch Garten' (Brauhausstraße, später Schoppe-Karl). Die Turngeräte standen auf dem blanken Erdboden in einer Holzhalle; Staubwolken waren nicht immer zu vermeiden. Im Winter ging man in "Ireppches Saal' (Marktstraße) oder in die Ludwigsburg (hier brauchte man die schweren Geräte nicht hochzuschleppen). Zur Zeit der Aufnahme (um 1900) hatten sich die Turner noch nicht in zwei Vereine aufgespalten (1904 durch die Gründung der 'Freien Turnerschaft'). Vier der strammen Aktiven, die hier im Regen ausharren, konnten ermittelt werden: Ph. Kreiling, W. Kreiling, Schimmel und Krach.

54. Anläßlich der Einweihung der neu erbauten Turnhalle, am 9. Januar 1926, fanden sich die Aktiven des Turnvereins zu dieser Gruppenaufnahme vor der neuen Heimstätte zusammen. In einem Zeitungsbericht über die Einweihungsfeierlichkeiten heißt es: Um 7 Uhr stellten sich die Mitglieder des Vereins vor dem alten Vereinslokal auf. Von hier aus erfolgte in geschlossenem Zuge mit Lampions unter Vorantritt der Kapelle der Marsch nach dem neuen, eigenen Vereinsheim Hier angekommen, nahm der Zug Aufstellung vor der Front des mittels Scheinwerfer beleuchteten und mit den hessischen Farben Rot- Weiß reich geschmückten Gebdudes:

55. Das 54. Gauturnfest des Gaues Hessen fand am 9. bis 11. Juli 1927 in Heuchelheirn statt. Am Sonntag, dem 10. Juli hatte sich der Festzug ab 1 Uhr formiert, an seiner Spitze der Radfahrverein Heuchelheim (Aufnahme aus der Marktstraße). Um 5 Uhr war bereits Weckruf gewesen, um 6 Uhr Antreten zum Wetturnen, Altersturnen und Fechten, um 10 Uhr Konzert auf dem Festplatz, Während des Festzugs konnten Turnerinnen und Turner nur in geschlossenen Abteilungen marschieren, Männer und Frauen also nicht in gemischter Reihe. 'Zeigen wir, daß in der Deutschen Turnerschaft Zucht und Ordnung herrscht', heißt es dazu im Festprogramm als Begründung.

56. Hier stellen sich die Aktiven des Turnvereins Heuchelheim in der Schillerstraße dem Fotografen. Sie bildeten den Abschluß des Festzuges beim Gauturnfest 1927. Seit Turnvater Jahns Zeiten war das Turnen nicht nur eine körperliche Betätigung, sondern eher ein Kult, der auch der geistigen Entwieklung dienen sollte. Damalige Ideale erscheinen heute leicht überzogen: Treue und Mannestugend, Stählung der Körperkraft, Vermehrung der Volkskraft, Erziehung zu aufrechten, tüchtigen deutschen Männern und Frauen und Pflege des echten Deutschtums. Unsere heutigen Turner haben da eine pragmatischere Einstellung.

57. Die Mitglieder der vier Heuchelheimer Gesangvereine ('Liederkranz', 'Teutonia', 'Germania' und 'Arbeitergesangverein') marschierten nicht nur im Festzug beim Gauturnfest (1927) mit; sie rüsteten auch einen Motivwagen aus, der hier an der Gaststätte 'Zum Treppche' vorbeifährt. Die Loreley hatte bei des Ausstattung des Wagens Pate gestanden. Nach der Ankunft des Zuges auf dem Festplatz (Geiersberg) und einer Ansprache erfolgten Schauübungen der Turner (siehe Bild 59). Der Gauoberturnwart hatte angeordnet: Es muß für jeden Wetturner Ehrenpflicht sein, die Freiübungen mitzumachen, denn es soll eine Massenwirkung sein. Sieger, welche die Freiübungen nicht mitturnen, erhalten keinen Kranz oder Urkunde.

58. Einen ausgezeichneten Eindruck von den Freiübungen auf dem Geiersberg beim Gauturnfest 1927 vermittelt diese Aufnahme. Die Anweisung für die Mitwirkenden hatte gelautet: Mit dem Binsetzen der Musik marschieren die Fahnenträger vorwärts, 30 Meter. Dann beginnen alle Turner den Vormarsch; Im Vormarsch Fühlung und Vordermann beachten. Die Freiübungen werden auf Befehl und auf Fahnenschwingen links, rechts ausgefiihrt, dann mit Musikbegleitung. Nach Beendigung der Freiübungen treten die Turner zu den Gemeinûbungen am Barren an.

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