Hildesheim in alten Ansichten Band 1

Hildesheim in alten Ansichten Band 1

Auteur
:   Hans Schlotter
Gemeente
:   Hildesheim
Provincie
:   Niedersachsen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-1633-6
Pagina's
:   120
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

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Fragmenten uit het boek 'Hildesheim in alten Ansichten Band 1'

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EINLEITUNG

Dort, wo der von bewaldeten Höhenzügen begleitete Harzfluß Innerste die Norddeutsche Tiefebene erreicht, liegt Hildesheim. Kommt man von Ost oder West, von Nord oder Süd, sieht man von weitem den 118 Meter hohen Turm von St. Andreas aus dem Häusermeer wie eine Nadelspitze emporsteigen. Steht man auf den Bergen, so erscheint es dem Betrachter wie ein Kessel, in dem die Stadt liegt. Der V.olksmund prägte demgemäß die Bezeichnung 'Pott Hilmsen'. Prähistorische Funde bezeugen menschliche Siedlungen vor unserer Zeitrechnung. Römische Legionen unter Drusus und Tiberius zogen vor fast 2000 Jahren durch dieses Gebiet nach Osten. Der 1868 gefundene 'Hildesheimer Silberfund' - 150 Stück Tafelsilber römischer Herkunft - gibt zwar Rätsel auf, beweist aber Beziehungen zwischen Rom und dem Gebiet an der Innerste.

Am Anfang der Geschichte Hildesheims steht die Legende vom Rosenwunder, das Kaiser Ludwig der Fromme hier erlebte. Der grünende und blühende Rosenstock an der Apsis des Hildesheimer Domes ist heute wie damals vor fast 1 200 Jahren Symbol für die Lebenskraft Hildesheims. Mit der Gründung des Bistums Hildesheim im Jahre 815 entwickelte sich nördlich der Domburg an der vom Westen kommenden Heerstraße eine Siedlung und wuchs zu einem ansehnlichen Handelsplatz, den man schon 996 als Stadt (civitatis) bezeichnete und mit einer Mauer umschlossen hatte.

In der Zeit der deutschen Könige und Kaiser aus dem Hause der Ludolfinger (919-1024) nahm Hildesheim unter Bischof Bernward eine bedeutende Stellung ein. Dompropst Raina1d von DasseI wurde Kanzler des Reiches unter Kaiser Barbarossa. Kaiser Heinrich VI. berief im Jahre 1194 Bischof Konrad 1. in dieses gleiche hohe Reichsamt.

Schritt für Schritt suchte sich die Stadt Hildesheim von den bischöflich landesherrlichen Fesseln zu lösen, 1217 ist der erste Rat der Stadt nachweisbar. Um 1300 wird das Hildesheimer Stadtrecht in niederdeutscher Sprache abgefaßt. 1338 erfolgte der Beitritt zur Hanse. Als Bündnispartner begehrt und als Feind gefürchtet, konnten Bürgermeister und Rat den Landesherren Privilegien zum Wohle der Bürgerschaft abtrotzen. Der Wohlstand der Bürger spiegelte sich in den herrlichen Bauten wieder, aber die kriegerischen Auseinandersetzungen im 17. und 18. Jahrhundert brachten Nöte, die oft die Entwicklung lähmten.

Mut und Tatkraft der Bürger überwanden die Schwierigkeiten und ermöglichten weiteren Aufstieg. Der Zweite Weltkrieg löschte in seiner Endphase am 22. März 1945 mit Bomben die Schönheiten Hildesheims zu 8S Prozent aus. Was Hildesheim einst war und was noch übriggeblieben ist, soll ein Spaziergang durch Straßen, über Wälle und in die nähere Umgebung zeigen.

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1. Das war der Hildesheimer Hauptbahnhof, Dieser rote Klinkerbau mit Türmen und Türmchen im neugotischen Stil wurde am 26. Juli 1886 dem Verkehr übergeben und sank 1945 in Schutt und Trümmer, Hier kreuzten sich die Bahnlinien Köln-Berlin und Bremen-Goslar-Halberstadt-Halle/Leipzig. Droschken brachten die Reisenden zu den Hotels im Stadtinneren. Die recht leutseligen Kutscher mit Radmantel und Blechzylinder führten die Fremden in die Örtlichkeiten der Stadt ein, Dieses Bild ist vor 1910 entstanden, denn man sieht hier die Hannoversche Straßenbahn noch mit offenen Führerstand. Seit 1899 fuhr man mit der 'Roten Elf' für 59 Pfennige über die Dörfer nach Hannover.

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2. So sah der Bahnhofsplatz aus. An der Südseite des Platzes lagen die vier Hotels 'Europäischer Hof', 'Bahnhofshotel', 'Hotopp's Hotel' und 'Kaiserhof'. Zwischen Bahnhofsallee und Bernwardstraße war 'Hotepp's Hotel' mit dem rundbogigen Eingang, dessen letzter Besitzer der stadtbekannte Hotelier Robert Wittenberg war. Rechts im Bild war der 'Kaiserhof", von dem gerade noch die Turmspitze des Gebäudes zu sehen ist. Wilhelm Lange bot hier seinen Gasten gute Unterkunft und das Beste aus Küche und Keller. Seit 1905 fuhr die Straßenbahn der Linie 1 durch die Innenstadt zum Moritzberg.

Hildesheim. Am Hildesiadcnkmal.

3. Am Bankplatz - heute Angoulêrne-Platz - lag das Gebäude der 'Hildesheirner Bank'. Das Geldinstitut wurde im Jahre 1886 von dem späteren Kommerzienrat Max Leeser gegründet. In den zwanziger Jahren wurde es Filiale der 'Deutschen Bank'. Heute steht an dieser Stelle ein modernes Bankgebäude, Im Jahre 1904 fand das Kehrwieder-Denkmal mit der Sagengestalt der 'Hildesheimer Jungfrau' seine Aufstellung in dieser kleine Grünanlage.

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4. Eine wechselvolle Vergangenheit hatte dieses große Geschäftshaus am Schnittpunkt Bernwardstraße und Hannoversche Straße. Im Jahre 1888 wurde das anfangs 'Hildesheimer Hof' benannte Hotel mit viel Aufwand in ein Grand Hotel mit dem vielversprechenden Namen 'Hotel Bristol' umgebaut. Schon nach 15 Jahren hatte die Hotelgesellschaft in diesem Unternahmen 600000 Mark eingebüßt. 1904 ging dieses Gebäude für 245000 Mark an die Firma Werkstätten vereinigter Tischlermeister GmbH unter Geschäftsführung von Ferdinand Wieehens über.

5. Das war die Almsstraße. Bereits 1397 wurde dieser Straßenzug urkundlich als 'Almer Straten' erwähnt. Laden an Laden reihte sich hier aneinander. Die Türme von St. Jacobi und St. Andreas gaben diesem Straßenbild einen besonderen Reiz, Nur wenige alte Fachwerkhäuser waren erhalten geblieben, sonst aber waren hier Bauten aus den sogenannten GründeIjahren. Vorn rechts war die Bahnhofsapotheke des Apothekers Link. Auf der linken Seite in dem Fachwerkhaus war die beliebte Bürgergaststätte 'Alt-Hildesheim' des Gastwirts Gundelach.

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6. Einen Rückblick in die Almsstraße vermittelt uns dieses Bild vom Kurzen Hagen als Standpunkt. Hier sehen wir den spitzen Turm der Jacobikirche. In dem Hause mit den Sonnenmarkisen waren die Geschäftsräume für Textilmoden von Mehrhardt & Kriegsmann. Daneben hatte Optiker Zander seinen Laden. Auf der linken Seite im Hintergrund war das Haus der Eisenwarenhandlung Peemöller, auf dessen Giebelspitze der goldene Merkur sichtbar ist. Die Almsstraße hat nach 1945 ein anderes Aussehen bekommen, selbst die Turrnhaube von St. Jacobi ist anders geworden.

7. Wir biegen nun in die Marktstraße ein. Unsere Eltern gebrauchten noch die alte Bezeichnung 'Molkenmarkt'. Dieses Haus mit der Auslucht und dem Erker hatte der SeidenhändIer Hans Sesemann im Jahre 1601 erbauen lassen. Reich geschnitztes Balkenwerk und im Scheitelpunkt des rundbogigen Eingangs mit dem Wappen des Bauherrn zierten dieses prächtige Haus, Nach seinen Besitzer Schlachtermeister Kniep wurde es das 'Kniep'sche Haus' genannt. Meister Kniep hatte neben seinen Fleischerladen noch eine Bierausschank. Dort tranken Bürger zum Frühstück 'Lütje Lagen', das war Weißbier und Schnaps. Nur mit besonderen Kunstgriff der rechten Hand mußte das Getränk gleichzeitig über die Lippen gegossen werden.

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RATHAUS

8. Wir kommen nun in die 'gute Stube' Hildesheims, dem Marktplatz, Für das vor uns liegende Rathaus mit seinem Fachwerkerker und dem Uhrturm gab es keine bessere urkundliche Anerkennung von 1325, daß es 'kostliken gebuwet' war. Hier um den Rolandbrunnen von 1540 feierten die Hildesheimer ihre Feste: Maigrafenritt, Schützenauszüge und Gildefeste. Noch immer erlebt man hier das bunte Bild der Wochenmärkte an jedem Mittwoch und Sonnabend. Der große Rathaussaal mit den von Professor Prell geschaffenen Gemälden aus der Geschichte Hildesheims war immer ein besonderer Anziehungspunkt. Brandbomben ließen 1945 manche Schönheiten versinken.

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