Hille in alten Ansichten

Hille in alten Ansichten

Auteur
:   Heinrich Wesemann
Gemeente
:   Hille
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2997-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Hille in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

9. Dieses an sich ganz unauffällige Haus hatte im Volksmund einen eigenen, vom einstigen Zweck her geprägten Namen: 'Datt Brunnenhius' (das Brunnenhaus). Es war einmal 'Bad Hille', Als diese Aufnahme entstand, War schon ein wesentlicher ursprünglicher Teil des Gebäudes abgebrochen, ein länglicher Fachwerkseitenanbau, in dem einst die Badezellen eingerichtet waren. Das Badehaus lag am Rand des Moores und das für die Bäder benutzte und aus dem Moor kommende Wasser war bekannt durch seine gute Heilwirkung bei Rheumaleiden. Es wurde von Rheumaleidenden auch von weiterher aufgesucht. Bei dem Bau des nahe am Haus vorbeigehenden Mittellandkanals (1911 bis 1915) war auch die bis dahin das Bad speisende Wasserrader angeschnitten. Mit 'Bad Hille' war es vcrbei.

10. Das Raus war einst in der Hiller dörflichen Entwicklungsgeschichte bedeutsam. Darin wurde 1850 die Apotheke eingerichtet, um deren Genehmigung Rille jahrelang immer wieder gekämpft hatte, bis die Regierung endlich die beantragte und erforderliche Genehmigung erteilte. Als später in Rille ein neues Apothekengebäude gebaut wurde, erhielt dann bald dieses ursprüngliche Apothekenhaus den Beinamen 'Auln Apteiken' (alte Apotheke), eine Bezeichnung, die das Raus bis zu seinem Abbruch im Jahre 1953 dann auch behielt, Der Man, der hier auf dem Bild aus dem Fenster blickt, war der Apotheker Schimmelbusch (1894), der zu seiner Zeit seine Apotheke ais 'Königliche Rofapotheke' führte, eine Bezeichnung, die in der Geschichte der Apotheke nur einmal erscheint.

11. 'Dorf im Umbruch' - das könnte man zu diesem Bild auch als Überschrift schreiben. Auf der unteren Bildhälfte sind noch die alten, einst das Dorfbild prägenden und bestimmenden bäuerlichen Fachwerkhäuser; von ihnen steht heute nur noch die Scheune im Hintergrund. Wo früher die beiden Fachwerkhäuser (Bildvordergrund) standen (das linke stammt von 1747), erhebt sich heute ein viergeschossiger Wohnhausbau und die Straßenführung ist hier ebenfalls neu gestaltet. Das obere Bild bedeutet demgegenüber so etwas wie einen Sprung in eine andere Zeit. 'Villa Meyer' ist oben im Bild zu lesen. Das Gebäude mit dem für das damalige Dorfbild ungewöhnlichen Stil war das Wohnhaus des Brennereibesitzers Christian Meyer, noch kurz vor dem Ersten Weltkrieg erbaut.

'c ,~ .: [, .

.19 /

12. Vor rund dreißig Jahren sah es im Hiller Ortskern noch so aus. Im Hintergrund spiegelt sich das Wasser, das damals noch rund um den alten von Oeynhausenschen Hof herumging. Vor dem links im Bild zu sehenden Torhaus fûhrte eine Zugbrücke über das Wasser, der einzige Zugang zu dem Anwesen. Das renovierte Torhaus ist inzwischen auch von dem Außenputz befreit, der einst das alte schöne Fachwerkgefüge des Baues überdeckte. Im Bildhintergrund das Haus von Meyer (Szöks), damals noch Fachwerkbau, Wo links von diesem Haus noch die Bäume standen, steht heute das Gebäude, das die damalige Spar- und Darlehnskasse hier als Bankgebäude errichten ließ. Verschwunden ist inzwischen auch die hohe Baumreihe rechts am Bildrand.

13. Das Bild stimmt traurig. Was sich hier, ruinös schon, dem Bliek darbietet, ist das einstige 'Herrenhaus' des Gutes Wickriede, das früher einer der sieben Rittersitze in der Gemeinde Hille war. 1861 war das Gut, das vorher verschiedenen Adelsgeschlechtern gehört hatte, in den Besitz der Familie Veerhoff aus Ummeln gekommen. Als am 1. Oktober 1969 das Gut in das Eigentum des Bundes überging und dann den britischen Streitkräften für deren Zwecke überlassen wurde, gehörte noch 760 Morgen Fläche dazu, An der Vorderwand des Gutshauses saß noch das Wappen des Adolf von dem Bussche, einem der Vorbesitzer; es soll bei dem allgemeinen Abbruch nach Holland gekommen sein. Aus dieser Abbruchphase stammt die im Frühjahr 1981 gemachte Aufnahme des Herrenhauses, das kaum noch 'herrlich' aussieht.

14. Die 'Belegschaft' des Gutes Wickriede im nordwestlichsten Hille. Von den 760 Morgen Gesarritgrundbesitz war außer Ackerf1ächen, Wiesen und Weiden ein weiterer und nicht gerade kleiner Teil Holzbestand. Mitarbeiter in der Bewirtschaftung der Nutzflächen waren vor allem die Heuerlinge, die in den zum Gut gehörenden Heuerlingshäusern lebten und die auf dem Hof ihre Arbeitsstätte hatten. Im Winter fiel in dem umfangreichen Holzbestand laufend auch Arbeit im Holzeinschlag an. Die allwinterlichen Holzauktionen in den Waldungen des Veerhoffschen Gutes waren weithin bekannt und zogen jedesmal zahlreiche Käufer auch aus der Umgebung an, die bei ihnen bestehenden Holzbedarf hier deckten. Vierter von links auf dem Bild (mit Hut) ist Gutsbesitzer Veerhoff.

15. Sie gehörten einst zum Bild unseres Dorfes mit dazu, die Symbole an den alten Fachwerkbauten, die insgesamt dem Dorf das bestimmende Gepräge gaben. Die gekreuzten Pferdeköpfe an beiden Giebelenden sahen wir auf einem der ersten Bilder in diesem Buch schon. Die Pferdeköpfe waren wohl am meisten vertreten. Oft krönte den First eines Hauses aber auch der 'Geck' oder 'Morgenstern'; er sollte das Haus gegen Blitzgefahr schützen. Der Schwan - ihn gibt es hier auch heute noch auf einem Bauernhaus - galt als Begleitvogel der Sonne und als Glückssymbol der Menschen, Die Fischmännchen oder auch Fischweibchen, je an einer Seite im Balken eingeschnitzt, waren weitere Symbole an den alten Fachwerkbauten.

16. Kann man sich erinnern an diese Dorfpartie, die es auch Jahre nach dem Ersten Weltkrieg in solcher Art noch gab? Leiterwagen, mit .zwei Pferden bespannt, waren vor allem im Sommer gewohntes und vielfältiges Bild im Dorfleben. Links stand hier noch das alte Drostensche Haus (Schliemeiers) mit schon massiver Giebelwand, quer dazu 'Schliemes Schürn' (Schliemeiers Scheune). Inzwischen stehen hier neue Wirtschaftsgebäude. Das Haus rechts der Straße ist das Hartmannsche Geschäftshaus. Den rechts am Bildrand zu sehenden Fachwerkgiebel (früher Hartmanns Scheune) gibt es nicht mehr. Auf den Grundmauern des alten Hauses ist hier inzwischen ein Neubau errichtet. Das im Vordergrund zu sehende Stakettstück begrenzt den Garten des Hauses Trampe.

17. Das Bild war hier früher für eine bestimmte Jahreszeit alltäglich. Nach der Flachsernte und voraufgegangenen weiteren Anschlußarbeiten folgte dann das Brachen des Flachses als wesentlicher weiterer Arbeitsvorgang. Dieses Brachen ist es, das hier im Bild festgehalten ist. Es hatte dem späteren Spinnen des Flachses vorauszugehen. Nicht umsonst sprach der Volksmund von der zwölferlei Arbeit und ebensoviel Schweiß, die mit dem Flachs vom Ziehen bis zum Weben und Bleichen des fertigen Leinens verbunden sind. Das Brachen war einer dieser zwölf Arbeitsvorgänge. Rechts im Bild sehen wir zahlreiche schon gebrachte 'Rissen' Flachs. Im Vordergrund liegt ein Häufchen der beim Brachen frei gewordenen 'Schierwe', jene Schalenteilchen, von denen der Flachs durch das Brachen befreit wurde,

- _ .?. -,- ..

- -.

:::;:..; ---

18. Festliches Familienereignis: 'Ett giff 'en Hochtied' (Es gibt eine Hochzeit), jedoch nicht hier im Bild. Hier wird der 'Brautwagen' der jungen Braut mit deren Aussteuer vom Elternhaus des jungen Mädchens in das Haus des Bräutigams und künftigen Ehemanns gebracht. Da steht das Doppelbett des jungen Paares; ein Schrank und anderes Aussteuergut und weiteres wird auf einem zweiten - oder auch noch auf einem dritten Wagen - ins künftige Wohnhaus gefahren. (Der zweite Wagen steht vor der Giebelwand.) Gern geübter Brauch bei solchem Brautwagen fahren war das 'Schatten'. Anlieger durchfahrener Straßen spannten einen langen Strick über die Straße oder hemmten sonst die Weiterfahrt, bis mit einem Geschenk an die 'Schatter' die Weiterfahrt freigekauft war.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek