Hille in alten Ansichten

Hille in alten Ansichten

Auteur
:   Heinrich Wesemann
Gemeente
:   Hille
Provincie
:   Nordrhein-Westfalen
Land
:   Deutschland
ISBN13
:   978-90-288-2997-8
Pagina's
:   80
Prijs
:   EUR 16.95 Incl BTW *

Levertijd: 2-3 weken (onder voorbehoud). Het getoonde omslag kan afwijken.

   


Fragmenten uit het boek 'Hille in alten Ansichten'

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

19. Auch im Dorf hatte man schon vor dem Ersten Weltkrieg hinsichtlich der Lebenshaltung gewisse Vorstellungen. Daß die Liebe durch den Magen geht, ist den 18 jungen Mädchen auf diesem Bild vielleicht mehr gefühlsmäßig bewußt gewesen. Was jedenfalls diese Gruppe damals im Haus des 'Goldener Stern', der inzwischen über 225 Jahre alten Gastwirtschaft in der Dorfmitte zusammengeführt hatte, war ein Kochkursus, der dort stattfand. Jede der damaligen Teilnehmerinnen hat auf diesem Bild etwas in der Hand, was irgendwie mit dem speziellen Sinn dieses Kurses zu tun hat, sei es eine Kaffeemühle, ein Teller, das Haushaltsbuch oder anderes, Gleiches Symbol bei allen: die weiße Schürze.

20. Ältere Einwohner können sich an ihn wohl noch erinnern: an den 'Bahlbutz', der Zeit vor und teilweise auch noch nach dem Ersten Weltkrieg. Der 'Frisörsalon' war noch unbekannt. In einer ganz normalen Stube übte der 'Bahlbutz' sein Handwerk aus. Hier tut er das - ausnahmsweise und wohl nur für diese Aufnahme - vor dem kleinen Fachwerkhaus, das einmal im Garten von 'Gendüwels' (Buhrmester) an der heutigen Apothekenstraße stand. Kunden des 'Bahlbutz' waren damals ja nur Männer. Ob der hier im Bild gezeigte schon mit zwei Hilfskräften gearbeitet hat, bleibe dahin gestellt. Übrigens fuhr der Frisör früher mit kleiner Arbeitstasche mit notwendigstem Material mit dem Fahrrad vor allem zu älteren Kunden, um sie 'zu Hause' zu rasieren.

21. 'Kohlflachenwaogen' hieß dieses Fahrzeug, allen älteren Einwohnern noch ein Begriff. Er gehörte zu jedem Gehöft früher dazu. Was wurde mit ihm nicht alles transportiert: Kartoffeln und Runkein vom Felde, Torf aus dem Moor; imHerbst die auf den Feldern gezogenen Stoppelrüben und was immer sich ergab. Dieser Wagen war vielfältig verwendbar und wurde es auch. Auf dem Bild erkennt man am Hinterrad etwa in halber Radhöhe den etwas vorstehenden Klotz der Bremse, die von Hand aus an die Räder heran gedreht wurde. Damit wurde im Bedarfsfall der Wagen im notwendigen Umfang abgebremst. Für kleinere 'Keohbiuern-Sti'en' gab es solche Wagen in etwas leichterer Bauart, die mehr auf die Zugleistung von Kuhgespannen ausgerichtet waren.

22. Vom 26. August 1564 stammt die Urkunde, mit der 'unseren underthanen unsres Dorffs Hille ... unnd die semtlichen Inwohner desselben mitt dreyen freyen Marcht(en) ... gnediglich begnadett' wurden, ein Markt 'auf demselbenen Pferde, Ochsen, Schweine und ander kauffbar Vihe ... auch allerley Kauffmans Warhe' ver- und gekauft und verhandelt werden sollten. Als 'Vieh- und Krammarkt' hat diese Einrichtung die Jahrhunderte überdauert. Nur eins hat sich wesentlich gewandelt: Pferde, Ochsen und Schweine werden heute auf diesem Markt - jeweils am letzten Freitag im April und am zweiten im September - nicht mehr gehandelt. Der Viehauftrieb gab früher dem Markt immer ein besonderes Gepräge und kein schlechtes. 'Schade, daß das nicht mehr so ist,' sagen viele.

23. Für das alte Dorf beziehungsweise in diesem ist das damals (1909) sicher so etwas wie ein Ereignis gewesen. In einer Zeit, in der noch nicht sehr viele mit dem 'Auto auf du und du' standen, kamen damals Gäste, wohl Studienbekanntschaften beziehungsweise Freunde der Brüder Paul und Otto Hartmann nach Hille, um hier die Hartmanns zu besuchen. Heutzutage mutet das Auto, mit dem die Besucher zu jener Zeit nach hier anreisten, nach so etwas wie Vehikel an, aber gelaufen ist es von Frankreich bis nach Hille und umgekehrt dann auch wieder. Der Aufenthalt in Hille muß damals mehrtätig gewesen sein, denn es ist vermerkt worden, daß als Garage 'P'steoers Schürn' (Pfarrers Scheune), die zum Pfarrhaus gehörende und für sich stehende Scheune, gedient habe.

I ?

24. Es ist zwar immer noch der alte Kirchenbau, aber es ist doch nicht mehr ganz die Kirche von einst. Der Turmhelm ist damals, vor mehr als siebzig Jahren, noch ohne die heutigen Uhrenausbauten mit den höher sitzenden Zifferblättern zwischen den beiden Schallöchern. Das Gesicht des Kirchhofes, jahrhundertelang Begräbnisstätte ftir die Toten der Gemeinde, ist ebenfalls wesentlich verändert. Nicht alle alten einstigen Grabsteine stehen noch, verschiedenes ist ausgeschieden, anderes neu gruppiert. Geblieben ist der schöne Kranz der grünen Linden, die den Kirchhof umrahmen (rechts im Bild) und geblieben ist auch die über 600 Jahre alte Linde vor der Kirche (links im Bild).

25. 'Die Kirche geht aus' - nicht heute, sondern vor mehr als siebzig Jahren sah das so aus. Die Gottesdienstbesucher tragen zum allergrößten Teil noch die alte Tracht der Heimat. Bei den Frauen sind es schon einige, die sich hinsichtlich ihrer Kleidung mehr oder weniger schon 'der Moderne' zugewandt haben. Wesentlich gewandelt hat sich seitdem das Bild der Kirche selbst. Der links im Hintergrund sichtbare kleine Kirchenvorbau, die 1750 bis 1752 vorgebaute Sakristei, ist inzwischen wieder abgebrochen. Abgebrochen ist hier auch der Treppenaufgang, deren untere Hälfte Beton und deren obere Eisenkonstruktion ist. Diese Treppe führte zu den Eingangstüren zweier Emporen in der Kirche, die auch abgebaut sind.

26. Wer früher im Westteil der Kirche vor allem auf einer der Emporen saß, der hatte die beiden Wappenbilder ständig vor Augen, Sie waren auf die Abschlußwand der gegenüberliegenden Empore aufgemalt, links das Wappen des Freiherrn von Oeynhausen, dem einstigen Besitzer eines der sieben alten Rittersitze in Rille. Das zweite Wappen war das des Geschlechtes der Frau von Oeynhausen, einer geborenen Pohlmann. Sie war es, die 1725 den Altar der Hiller Kirche stiftete, der auch heute noch Kernpunkt innerhalb der Kirche ist. Das Bild ist nur ein Ausschnitt, zugleich aber ein kleines Symbol Hiller Kirchen- und Dorfgeschichte.

27. So war das damals: Auf dem Schulhof der einstigen alten Hiller Volksschule an der heutigen Eickhorster Straße - ein neueres Schulgebäude steht an dieser Stelle auch heute noch, aber ohne Schule - füllt eine Mädchenklasse die Pause mit ihren Reigenspielen. Das Bild als solches ist heute sehr reizvoll: die Mädchen mit ihren Zöpfen und noch in der alten Schultracht ihrer Zeit. Für die heutige Schulgeneration ist ein solches Schulbild so gut wie unvorstellbar und doch war es zu jener Zeit alltäglich so, Die Scheune rechts im Bild (Droste-Schlierneier) ist längst abgebrochen und einem Neubau gewichen und das Fachwerkhaus links im Bild steht auch nicht mehr. Das Bild 'atmet' noch ein Stück Alt-Hille.

28. Es ist wohl so eine Art Sammelaktion gewesen, in der vor siebzig Jahren Schulklassen für ein Klassenfoto erfaßt wurden. In mehr als einem Haus sieht man die Bilder von damals noch hängen und mehr als einer oder eine hat schon davor gestanden und zu sich selbst gesagt: 'Datt bin eek,' (das bin ich), damals vor siebzig Jahren. Der jeweilige Klassenlehrer saß im Vordergrund seiner Klasse, die anderen standen dann hinter ihm. Hier bei der dritten ist Lehrer Altenhagen der Klassenlehrer, der hier in Hille seine erste Stelle hatte und der im Ersten Weltkrieg leider gefallen ist. Hinter ihm steht der zweite Lehrer (er wurde später Hauptlehrer) Heinrich Rathke, und hinter diesem Hauptlehrer und Kantor Meentemeier.

<<  |  <  |  1  |  2  |  3  |  4  |  5  |  6  |  7  |  8  |  >  |  >>

Sitemap | Links | Colofon | Privacy | Disclaimer | Leveringsvoorwaarden | © 2009 - 2019 Uitgeverij Europese Bibliotheek